Monthly Archives: August 2010

Still Life

Cigarettes
Liquor
Tea
Toffee

Man müsste im Prinzip mal nachfragen, ob das, was trist aussieht, auch wirklich trist ist. Logischerweise ist es trist, aber irgendwie ist es doch auch ein Triumpf, zumindest des Überlebens, aber nicht nur.

Die fliegende Untertasse verbindet. Das Raumschiff hebt ab.

Auch wenn‘s nervt, weil es zu gut aussieht und den Bildern zu viel Glanz gibt, ist es natürlich nur konsequent, dass mit der Modernisierung des Landes das körnige Filmmaterial dem HDTV weichen muss. Lustigerweise ist es jetzt wohl auch das billigste und am einfachsten zu handhabende Material, und daher unvermeidbar. Wahrscheinlich je körniger, desto teurer. Körnig is the new expensive. Ist aber trotzdem zu schön. Ist ein bisschen wie mit IRCAM-Elektronik: Wenn man es wirklich benutzen will, muss man den Lack irgendwie brechen, sonst geht es nicht.

Apropos Krieg: Du kannst Dich unmöglich auf die richtige Seite stellen, es gibt nichts Dooferes als das zu tun, auf der richtigen Seite sind ohnehin alle, zumindest so lange es um nichts geht. Du musst das Böse ernsthaft und ehrlich darstellen, quasi objektiv, aber ohne Distanzierung. Das ist die einzige Möglichkeit, damit umzugehen. Du darfst das Publikum auf keinen Fall schützen, indem Du deutlich machst, auf welcher Seite Du stehst. Genau das ist künstlerisch Lüge und deswegen ist gutgemeinte Kunst so irrsinnig langweilig.

M.B.R.M.M.P.P., Schlagzeug: Anschläge nur in den Nahtstellen, da auch schnelle Folgen, u.U. irrationale Unterteilungen, wahrscheinlich nur Stoppschläge. Ungedämpfte Schläge möglicherweise ganz auslassen. Coda nur Schleifen, auch als Solo, da dann wahrscheinlich durchlaufend, ohne Ansatz.

das Leben ein Fest – klingt doof, stimmt aber

Das allerletzte Lied

Yellow He

Brynych

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Alien

Haydn: schnelle Tonwiederholungen als Verzierung

Suche zu

Zweimal verkehrt rum

Opfer

zählen
berichten
beschreiben
sein

Schuhe

M.B.R.M.M.P.P.: Ziemlich gelungenes Bläsertrio, könnte man weiter dran arbeiten. Streichtrio dito. Aber nicht jetzt.

reden reden reden
denken
tun
träumen

Das Problem wird normalerweise einfach vermieden.

Gegenstandslosigkeit

einfach etwas tun

Regellosigkeit

Zwei isolierte Ereignisse, die unmittelbar aufeinander folgen, werden immer als Frage und Antwort, Eröffnung und Reaktion aufgefasst (Furrer, Sciarrino, Lachenmann).

Das Material kennen: Was willst Du hören?

unbegründete Entscheidungen

Kalkulus

Komisch, dass man nie erklären kann, was man macht. Oder kann man es doch? Wie komme ich wohin? Warum? Wie treffe ich meine Entscheidungen?

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Absicht und Nachvollziehbarkeit

Die Horizontale aus der Vertikalen konstruieren – was denn sonst? Aber eben nicht einfach die Vertikale in die Horizontale kippen, sondern die Horizontale aus einzelnen vertikalen Schnitten zusammensetzen.

Nicht gefühlt.

Not funny at all, but…

Frage wäre, ob Tränen nicht vielleicht doch lügen. Weil es ehrlicher wäre, sie zurückzuhalten, bis niemand zuschaut. Ich weiß es nicht.

It‘s a …

Statement

Lüge

Animatograph

Auf der Flucht: Eine Stufe überwinden, die sich im Sprung als unendlich tief herausstellt, vielleicht sogar mit dem Sprung immer tiefer wird. Fallen und aufgefangen werden.

Auch Stimmen wie Akkorde denken = Klang

Ich öffne: gedämpfte Gitarre simuliert defekte CD (Griots de Mauritanie)

Blind

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Das Netz

Besitz als Suggestion von Wissen

By the way: Ist Lesen Wissen? Wahrscheinlich ja nicht. Eher die nächste Stufe des Nichtwissens, nach dem Besitz.

Erinnerung

Sehen

Sprechen

Schreiben

Erinnerung könnte etwas sein, was wir besitzen, solange sie präsent ist. Vielleicht auch das akute Sehen. Du besitzt sicherlich nicht, was Du sagst. Genauso wenig, was Du schreibst.

It’s a weird, weird nothingness.

Growth

Sammelwut

Sammelleidenschaft

Das Netz nur ein anderer Ort, um seinen Schrott abzuladen – letzter Ort des scheinbar unbegrenzten Wachstums? Letztlich hält das Netz die Illusion der Möglichkeit unbegrenzter Expansion aufrecht: Go digital!

Expansion als unvermeidbares Lebensmodell? Ich meine, würdest Du ernsthaft sagen, dass Du schrumpfen willst? Oder da bleiben, wo Du bist? Dich nicht mehr verändern? Kind of a fuckin‘ dilemma, I suppose.

Lemke München Peters Welt

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GO AWAY!

Ehrgeiz: Kann man definitiv auch zuviel haben. Wenn jede Faser des Gesichts und des Körpers EHRGEIZ schreit, ist etwas schiefgegangen. Geht gar nicht. Tut weh anzuschauen.

Gesang auf 5-Linien-System, Sprechen auf 1-bis-3-Linien-System, quasi Schlagzeug, insgesamt Doppelsystem. Damit spielen. Leise/laut.

Die Idee, dass durch Notation der verschiedenen Parameter des Spiels in eigenen Systemen das Instrument selbst in seiner Identität aufgespalten wird, ist eigentlich Unsinn und nimmt das Notenbild zu wörtlich. Die Mühe des Spielers, Dinge, die normalerweise automatisch ineinander greifen, einzeln zu behandeln, ist offensichtlich. Das Ergebnis ist aber meistens enttäuschend, weil die Aktion im Klang wieder vereinheitlicht wird und kaum eine Spur von Aufspaltung bleibt. Höchstens die Entfremdung des Spielers zu seiner Arbeit ist spürbar – die durch Automatisierung erarbeitete Unmittelbarkeit des instrumentalen Spiels fällt weg, die Bewegungsabläufe müssen neu zusammengesetzt werden.

Hier geht es aber nicht um eine Auftrennung der internen Synchronisation der Ausführung, sondern um eine graphische Repräsentation dessen, was alle hören: dass zwei grundsätzlich verschiedene, klanglich entgegengesetzte Stimmtechniken einander abwechseln und den Text bis zu einem gewissen Grade auftrennen. Gleiche/ähnliche/verschiedene Dynamik kann den Effekt verstärken, aber nicht einebnen.

Dinge, die keine Konsequenz haben: auch schön. Dinge auf sich beruhen lassen. Nicht gleich etwas ändern, weil etwas mit etwas anderem zusammenfällt. Einfach miteinander zusammenstoßen lassen.

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Les pauvres riches

You got a knife? Big deal … I‘m not scared!

Ganz interessant: extrem kurze Kapitel, drei bis vier Zeilen, ein einziges Bild. Wirkt wie eine extreme Annäherung an Film, ist aber die Frage, ob man das im Film wirklich so machen würde, ein einzelnes, aus dem Zusammenhang gerissenes, aber aussagekräftiges Bild, wie eine Parallelmontage, die aber gar nicht stattfindet, es sei denn, man versteht das ganze Buch als Parallelmontage. Aber erst da DENKT man, dass es wirklich wie im Film ist.

Der Höhepunkt dann als echte Parallelmontage – wahrscheinlich sehr effektiv, aber auch ein bisschen cheap, finde ich. Funktioniert im Film besser, weil man keine Zeit nachzudenken hat. Dito Musik?

kurz – kurz – kurz – extrem kurz – sehr lang – extrem kurz – extrem kurz – extrem kurz – kurz – extrem lang – extrem kurz – extrem kurz – kurz – extrem kurz – extrem kurz – extrem kurz – lang – extrem kurz – extrem lang usw., alles extrem laut. Wie eine Empfangsstörung. Trotzdem innere Bewegung. Verstecken.

Lärm in Oktaven

tonaler Lärm

Ozean

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Streichquartett 2010

Ist es befriedigender, Dinge einzuführen, oder sie nebeneinander zu stellen? Was ist schmerzhafter? In der aktuellen Situation würde ich sagen, sie miteinander zu verbinden.

Re: Eigenwerbung ist Schwachsinn, Polemik dito

Das einzige, was sinnvoll sein könnte, wäre Dinge genau zu beschreiben und sie damit zu zerstören – oder eben nicht. Was der genauen, interessenlosen Beschreibung standhält, hat gewonnen.

Eine feste Position, die im Voraus feststeht, ist der Gipfel des Schwachsinns, weil es sie nicht geben KANN. Dinge verändern sich ständig, eine feste Position kann nur auf INTERESSEN aufbauen, also Erkenntnis vernichten.

Auf der anderen Seite:

Moe
Moguillansky
Lachenmann
Sciarrino
Xenakis

Baby 1:1 transkribieren und Sänger mit vollem Ernst – nicht theatral! – vortragen lassen

Akzent durch Verdopplung (Joy Orbison) – Klangstärke und Klangtiefe

Untrust: laute Akorde mit gegenläufiger Dynamik, möglicherweise Instrumentengruppen gegeneinander ausspielen. Möglicherweise Akkordfolge als Eröffnungsgeste, z.B. aufsteigend/absteigend 1 2 3 4 5.

Alles aus sich heraus motivieren, nichts für etwas anderes tun.

Das so lange wie möglich herauszögern könnte die beste dramaturgische Strategie überhaupt sein. Könnte allerdings auch übereffektiv sein.

Streichquartett könnte auch einfach aus zwei Teilen bestehen: einer Pizzicato, gedämpft, leise, einer Arco, lärmig, sehr laut. Beide sehr lang.

Untrust: Differenztonakkorde wiederverwenden, daraus Material ableiten – muss aber nicht sein. Untrue vielleicht doch mit Oktaven anfangen lassen. Auf jeden Fall Dubstep-Aspekte verstärken.

Lange Zeitabschnitte dramaturgisch UND als reine Dauern verstehen.

Eigentumswohnung

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Don Winslow

Schnitt vs. Entwicklung – The Gentleman‘s Hour: perfekte Modernisierung des klassischen Noir mit allen Zutaten, finde auch das fast ungebrochene Happy End ziemlich überzeugend. Erzähltechnik – kurzes Kapitel – Schnitt – nächstes Kapitel – Schnitt – nächstes Kapitel – funktioniert perfekt, könnte direkt in Drehbuch umgesetzt werden, aber vielleicht ein bisschen zu perfekt: manchmal würde man sich ein bisschen mehr Arbeit, ein bisschen mehr Mühe zwischen den Kapiteln wünschen. Weil ziemlich schnell klar ist, dass diese Art von Schnitt immer funktionieren wird, gar nicht schief gehen kann.

Jede Methode, die Fehler von vornherein ausschließt, ist uninteressant.

Keine gute Idee, jedes zweite Kapitel mit einer Pointe enden zu lassen. Auch das offensichtlich eine perfekte Methode, das Ende des Kapitels – also einen Schnitt – zu motivieren, aber auf die Dauer viel zu durchschaubar und daher als stilistisches Mittel zu schnell verbraucht.

Trotzdem: was wäre eine formale Pointe in der Musik?

Im Prinzip interessant als Rhythmus, wie Kapitel beim gleichen Gegenstand bleiben (selten) oder zu einem anderen gehen (fast immer). Beim gleichen Gegenstand bleiben als Vergrößerung, Intensivierung. Nicht unbedingt bei größter Spannung. Da eher Cliffhanger, also Schnitt, Szenenwechsel, als am häufigsten verwendete Strategie. Ziemlich offensichtliche musikalische Parallelen.

Zynische Nebenbemerkungen aus dem Off, die abgeklärt wirken sollen, als eher nervender Bestandteil der Noir Tradition. Auch wenn man gerne die implizierte Möglichkeit, ein intelligenter Loser zu sein, mitnimmt. Heldenbild, auf das sich alle einigen können. Die Winner UND die Loser. Wahrscheinlich, weil sich irgendwie alle als Loser fühlen.

Natty Dub: geniale Idee, die Regelmäßigkeit der Akkordschläge noch zu betonen und dann im Hall brechen zu lassen

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things shift

Und was passiert auf dem Weg? Das wäre dann das Stück – und ein echter Weg, wie eine Geschichte.

Höhepunkt einarbeiten oder damit abbrechen lassen? Ein Höhepunkt oder mehrere Höhepunkte? Alle Höhepunkte gleich, ähnlich oder verschieden? Wie würde das dann aussehen? Wie ist das bei Antichrist? Auf jeden Fall klare, eindeutige Höhe-/Wendepunkte. Prüfen, wie sie eingebaut/eingesetzt sind. Nochmal wehtun. Nochmal wehtun. Nochmal.

Einfache Rhythmen. Primitivität. M.I.A. Vernichtung. Zerstörung. Destruktion. Hässlichkeit. Konzept.

Was tut mehr weh: In die Geschichte einbinden oder alleine stehen lassen? Ehrlich gesagt: In die Geschichte einbinden. Siehe Porno. Bitte, nicht schon wieder! Au ja!

Nie über etwas lustig machen. Distanz veboten, es sei denn als Konzept.

Sind Höhepunkte immer laut? Müssen Höhepunkte immer laut sein? Irgendwie schon. Negative Höhepunkte sind ja bescheuert.

Was du zeigen willst, das ist dein Höhepunkt.

Entlarvung. Wohl eher doch nicht.

Was wolltest Du mir zeigen?

Protokoll von Erkenntnissen, die nichts wert sind – weil Erkenntnisse nie etwas wert sind – besonders, wenn sie aufgeschrieben sind.

In der Beschreibung schon Fassungen enthalten, die man voneinander trennen könnte.

Prioritäten

Form

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Verklemmte Aufzeichnungen

(Alles in Klammer – eigentlich eine ganz gute Idee, sorry.)

(Interessant, wie wir das dann tatsächlich anders lesen, anders verstehen, eine andere Bedeutung geben, vor allem atmosphärisch.)

(Nur einzelne Wörter singen, den Rest sprechen? Oder, natürlich ganz doofe Idee, auf Sänger und Sprecher verteilen?)

(Wie LSP Dub: Einzelne Silben, Laute raushauen, der Rest verschwindet im Nichts. Mash down.)

(Der Fokus bei HDTV ist ziemlich interessant, sieht aus, als ob man feiner schattieren könnte, eine andere Art von Unschärfe, weniger mechanisch, eher malerisch.)

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Symphonie mit Knabenchor

Horror Vacui: die Angst vor der Entscheidung. Gleichzeitig ist Dichte eine gewisse Garantie für Intensität.

Und es spricht erst einmal nichts dagegen, ein Stück dichter zu schreiben, als es wahrgenommen werden kann. Der Überschuss wird immer spürbar sein, wenn er nicht elegant/professionell integriert ist. (Wie z.B. oft bei Ferneyhough: die Dichte ist so sehr in der Geste aufgehoben, dass sie eigentlich keine Rolle mehr spielt, es sei denn auf dem Papier. Da ist es wahrscheinlich dann eher eine Selbstüberredung, dass man die einfache Geste erst stehen lassen kann, wenn sie auf dem Papier kompliziert aussieht. In diesem Fall wäre Komplexität also sogar ein Weg zu Einfachheit.)

Problem: Wenn Du willst, dass bestimmte Dinge wahrgenommen werden, musst Du die Wahrnehmung steuern, und das kannst Du nur durch Vereinfachung/Auslassung.

Farben Streicher/Bläser: Es ist offensichtlich, dass Streichinstrumente spieltechnisch zu einer viel größeren (und im Gegensatz zu den Bläsern in jeder Hinsicht kontrollierbaren) Klangfarbendifferenzierung fähig sind als Blasinstrumente. Auf der anderen Seite müssen die Streicher aber auch Klangfarbenkontraste produzieren, um in einem dichten Satz unterscheidbar zu bleiben, während die Bläser von vornherein ein durch und durch heterogenes Feld darstellen und also die Klangfarbendifferenzierung schon automatisch mitbringen. Sie ist nur nicht – oder nur mit Mühe – ausschaltbar. That might be the problem. Insofern sollte man vielleicht weniger darüber nachdenken, wie man die Klangfarben der Bläser differenziert, sondern wie man sie homogenisiert, aneinander annähert.

Es könnte also sein, dass der Versuch, die Bläser ähnlich differenziert wie die Streicher zu behandeln, nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern auch von vornherein Unsinn ist, weil zu einfach, zu sehr auf Gleichheit/Symmetrie bezogen. Gerechtigkeitswahn.

Gilt möglicherweise auch für Klavier: Griffe/Akkorde

Farben

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Seeigelsterben

Link: wäre doch toll, wenn einfach mal nichts verknüpft würde! – Anders gesagt: geil, den Link als Voraussetzung für Beachtung in Suchmaschine zu behandeln. Da kann eigentlich nur das Gegenteil als Bewegung kommen. Irrsinniger Vernetzungszwang fast ohne Gegenstimmen.

Eine Komposition, die nur aus Ausnahmen besteht: nur einmal dies hier, nur einmal jenes dort, etc. – Wie würde man so etwas ORGANISIEREN? Wie organisiert man Ausnahmen? Wie ERZWINGT man Ausnahmen? Wie macht man Ausnahmen möglich?

Unterspielen statt überpielen, bewusst unterspielen, so unterspielen, dass man merkt, dass es unterspielt ist, also überspielt unterspielen. Geht das? Wie macht man das? Z.B. Ausnahmen!

Es geht darum, den Kopf offen zu halten.

Linkwahn

Symmetriewahn

Ausnahme eigentlich das Gegenteil von Symmetriewahn

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Fuckin‘ A. I‘m an idiot.

Bruce la Bruce Nauman: „Kunst wird interessant für mich, wenn sie aufhört als Kunst zu funktionieren.“

Mal abgesehen davon, dass man DAS GEFÜHL HAT zu wissen, was gemeint ist: what the hell does he want to say? Mit dem gleichen Recht könnte man sagen, dass Kunst nur dann funktioniert, wenn sie nicht als Kunst funktioniert, wenn sie nicht einfach nur eine im Voraus festgelegte Rolle erfüllt, sondern darüber hinausgeht und ihre Rolle in Frage stellt. Das ist aber genau der Ort, wo Kunst überhaupt erst möglich wird, wo Kunst plötzlich eine andere Position einimmt und damit letztlich die Welt verändert. Man könnte das auch Erfindung nennen. Und das lustige ist, dass man nie im Voraus sagen kann, wo die nächste Erfindung stattfinden wird/stattfinden kann, sondern der Ort der Erfindung mit der Erfindung zusammen entdeckt werden muss. Zum richtigen Zeitpunkt kann eine Rückname auch eine Erfindung sein. Letztlich auch hier der Ort, wo es weh tut, gesucht.

Überambitioniert ist logischerweise unterambitioniert.

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Anatomisches Theater

Verpflichte eine Schauspielerin und du hast eine Hauptperson.

Beim zweiten Mal weißt du schon, was für Schuhe sie an hat.

Schreien.

Yes, people do that.

Viel passiert: andere Kleider.

Painting: Wenn du lang genug drauf schaust, beginnt es wie ein Gemälde auszusehen. Tiefe. Schärfe. Perspektive.

Der Hahn.

Beliebig viele Schnitte möglich.

Man erinnert sich wieder, z.B. wo sie die Straße gekreuzt hat, Dinge, die man eigentlich nicht erinnern kann. God bless you. Dann erstaunlich schnelle Schnitte. Im Gedächtnis sind sie also noch langsamer. For the poor. Lass das Bild allein. Manipulier es nicht. Führe nicht vor, dass du es nicht manipulierst, oder wie du es manipulieren könntest. Lass es allein. Plötzlich alles viel schneller als erwartet. Sie treffen sich wirklich. Noch eine Spende. Rette mich vor dieser Hölle. Dieses Land ist die Hölle. Diese Welt ist die Hölle. Ein Foto. Noch ein Foto. Fühlt sich natürlich viel realer an. Plötzlich passiert viel zu viel. Weil es nicht eingeführt ist. Weil es einfach so passiert.

Die Kamera folgt nicht den Personen, sondern die Personen laufen irgendwann in den Rahmen der Kamera.

Es ist merkwürdig, dass man überhaupt hinschaut, und es ist noch merkwürdiger, dass es beim zweiten Mal interessanter als beim ersten ist – im Gegensatz zu fast jedem anderen Film. Das erste Mal denkt man, dass nichts passiert, das zweite Mal wundert man sich, dass so viel passiert. Und dass man es sich zweimal anschauen kann. Und dass es beim zweiten Mal interessanter als beim ersten Mal ist.

Beethoven: expressives Unisono

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Filed under Film

Was wir NICHT wollen:

Ok. Du hättest gerne einen Plan, aber Du verbietest Dir einen zu haben, und tatsächlich fühlt es sich auch nicht richtig an, wieder mit einem Plan zu arbeiten. Gleichzeitig hat es aber auch eine gewisse Bescheuertheit, einfach so drauflos zu arbeiten, oder Material hin und herzuschieben. Man hätte doch gerne eine gewisse Stringenz, einen gewissen Widerstand.

Ich bin nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, Zeitabläufe sich einfach ergeben zu lassen. Ein bisschen Zwang ist da im Grunde wohltuend und klärend. Nur, wo soll er herkommen, wenn es keinen Generalplan gibt/geben soll? Was wäre eine Arbeitsalternative?

Man könnte natürlich auch von der Arbeitshypothese ausgehen, dass Sprache und Musik ABSOLUT NICHTS miteinander zu tun haben.

Es ist merkwürdig, dass bestimmte Sachen wirklich nicht gehen, dass es nichts mit Prüderie zu tun hat, bei bestimmten Sachen nein zu sagen. Das interessante dabei ist, dass man automatisch schlechter wird, wenn man doch ja sagt, und das liegt nicht daran, dass das, was man tut, in der falschen Umgebung anders wirkt, oder dass der Betrachter die falsche Umgebung mitdenkt, sondern dass man faktisch das Falsche tut. Beispiel: Juergen Teller im Zeitmagazin.

Es könnte allerdings sein, dass man in bestimmten Situationen tatsächlich ja sagen muss, auch wenn man weiß, dass es falsch ist, weil nein einfach zu lächerlich wäre. Dass Korruption die einzige Möglichkeit ist, sich zu bewegen. In der Hoffnung, dass man da wieder rauskommt. Was aller Wahrscheinlichkeit nach eine Illusion ist, sieht man sich die Faktenlage an: Es sieht nicht so aus, als ob irgendjemand da jemals wieder rausgekommen wäre. Es sei denn, es gab eh nichts zu verlieren. Unausweichlichkeit. Tragödie. Berühmte Maler.

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Melancholia II: Lav Diaz

Extreme Schnelligkeit: kann nur durch Detailarmut erreicht werden. Relativ absurd, was ich in Lichtblitz versucht habe. Gerade die Stimmen werden diese Form von Schnelligkeit und Detailreichtum nicht realisieren können. Und selbst wenn, wäre die Frage, ob man es hören kann.

Wobei da die Verdopplungen natürlich schon helfen. Interessant, dass Xenakis zu ähnlichen Schlüssen kommt.

Möglichkeit wären sehr kurze, dichte Phrasen, die durch deutliche Pausen voneinander getrennt sind. So, wie die Musik letztlich ja auch konstruiert ist. Hier könnte man auch Stimmen und Instrumente gegeneinander ausspielen, letztlich einen Schlagabtausch inszenieren. Was den notwendigerweise schnellen Dialogszenen wahrscheinlich sehr helfen würde. Das Gefühl von Schnelligkeit erzeugen. Aleatorio: Überfülle von Details in klarer Gliederung.

systematische, auf sich selbst bezogene Differenz

sie sind identisch, machen vielleicht auch das Gleiche, laufen aber nicht synchron

Gleichzeitig, don‘t forget, macht es natürlich nur Spaß, wenn es absurd ist. Was sollen die ganzen Praktiker, die einfach nur funktionieren. Wieder andererseits: Es wäre natürlich schön, wenn man beides zusammenbekommen würde, das Unmögliche und das Mögliche. Noch einmal andererseits: Dann wird aber wieder das Schwierige als Mögliches nur vorgeführt, das Staunen, die bequeme Sensation, und es ist genauso langweilig wie alles, was praktisch ist. Was praktisch ist, tut nicht weh: Davon kann man wahrscheinlich ausgehen. Any Gegenbeispiele? Gibt es eine nicht-spießige Musik, die praktisch ist?

Murnau: subtiles visuelles Genie

Miike, Third Yakuza: Standbilder, schnell geschnitten, alle Bewegung im Schnitt

Ist Sprechen etwas GANZ ANDERES als Singen und muss deshalb auch GANZ ANDERS behandelt werden, formal? Kontinuität vs. Diskontinuität? Let‘s see.

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