Monthly Archives: January 2011

Un prophète

Fine images, but not too fine. Almost not at all. Quite perfect.

Geniales Script. Allein das Schlussbild: Korsen, Italiener und Muslime warten auf den Propheten am Tag seiner Haftentlassung und wollen ihn jeweils für ihre Partei reklamieren. Er beachtet sie nicht und läuft, als ob nichts wäre, auf die Frau seines toten Freundes, die ihn ebenfalls abholen gekommen ist, zu, begrüßt sie, und geht mit ihr und ihrem kleinen Sohn zu Fuß los. Hinter ihnen sieht man, wie sich die großen Karossen der Clans in Bewegung setzen und ihnen im Schritttempo folgen. Ein Bild, das die Verbindung von absoluter Unschuld und totalem Machtanspruch in einer Person genial begreiflich macht, ohne auch nur im Entferntesten literarisch zu sein, also Informationen vorauszusetzen, die im Bild selbst nicht enthalten sind. Tatsächlich ist das Bild extrem unauffällig gehalten und schöpft seine Kraft allein aus dem Gegensatz zwischen der familienartigen Gruppe von Fußgängern im Vordergrund und den Luxuskarossen im Hintergrund, die dem Propheten mit ihrem Schritttempo ihre Ergebenheit bezeugen. Selbstverständlich dreht sich der Prophet noch nicht einmal um, um zu schauen, was hinter ihm vorgeht.

Komisch, dass es in manchen Situationen von Grund auf falsch ist, zu viel zu verraten, zu offen zu sein, und dass man sofort merkt, dass man einen Fehler gemacht hat, wenn man es tut. Es ist aber nicht immer im Voraus klar, wo die Schwelle liegt, die man nicht übertreten darf. Vielleicht geht es auch tatsächlich darum, das auszutesten, manchmal auf der richtigen und manchmal auf der falschen Seite zu landen. Warum nicht ein bisschen schämen?

Wenn man sich schämt, schämt man sich für das, was man getan hat, was man ist, oder für die Situation, in die man geraten ist, in die man sich begeben hat? Nicht immer auseinanderzuhalten, klar zu trennen.

Es ist gar nicht so, dass man unbedingt etwas oder jemanden verletzt, sondern eher, dass etwas nicht passt, und zwar gar nicht passt.

Feingefühl: Ein bisschen eben auch wie ein gutes Stück, in dem man die richtigen – und die richtig falschen – Entscheidungen getroffen hat. Spüren, ob etwas geht oder nicht geht. Ob etwas interessant oder nicht interessant ist.

Takt: Schläge zusammenfassen und Teilschläge einfügen.

Schläge variieren heißt ja eigentlich, dass sie einzeln gezählt werden müssen, isoliert bleiben müssen. Schläge zusammenfassen heißt, solange man nicht an starke und schwache Zeiten glaubt, dass der Schlag in die Dauer übergeht. Es sei denn, wir sprechen nur über Praktikabilität. Think of Beethoven.

Takt, im Gegensatz zu Schlag, könnte dann den Abstand zwischen Schlägen bestimmen, also Leerschläge beinhalten – einzeln aufgefasste Leerschläge machen wahrscheinlich keinen Sinn – oder die Dauer von Ereignissen oder Gruppen von Ereignissen bemessen. Ein traditionelles Verständnis von Takt als Zusammenfassung von starken und schwachen Schlägen nach vorgegebenem Muster, also Restitution von tonalen Taktmustern, macht keinen Sinn und müsste, wenn überhaupt, Thema sein, und nicht Vorbedingung.

I enjoy the area of view.

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Der Augenblick ist die Entscheidung.

Aktion:
P Pizzicato
B Battuto
T Tratto

Klangtyp:
S Stoppschlag
A Ausklingen
H Halten

1/6 = Schnitte
5/16 = Verzögerung

ist eben etwas anderes

Textur

gefühllos

Habe ich ein Problem mit dem direkten Ausdruck? Weiß ich zu genau, was ich wo haben will? Ist das Element der Entdeckung zu sehr eingeschränkt? Was würde passieren, wenn ich total offen lassen würde, wohin das Stück gehen soll?

Dafür bräuchte man allerdings eine Erfindungsmaschine, eine Konstruktion, die das Stück zusammenhält und das Material generiert.

Streichquartett: 1, 2, 3, 4

Strenge lockern, nicht mit Strenge anfangen, im Voraus festlegen, sondern erarbeiten. Nicht-Strenge wegarbeiten. Widerstand, nicht Arrangement.

Kunst soll unverständlich sein

pas la peine

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Fries

Abschnitt lang mittel kurz
Tempo schnell mittel langsam
Metrum lang mittel kurz

schneller werden

langsamer werden

kürzer

länger

40‘ = 2 x 20‘ = 2 x 10 Abschnitte

Palermo
Judd

Greece

gleich – ähnlich – verschieden

IDENTITÄT – WIEDERHOLUNG
ÄHNLICHKEIT – FORTSPINNUNG/VARIATION
KONTRAST – ENTWICKLUNG – KONFLIKT
UNÄHNLICHKEIT – REIHUNG/VARIATION – NEBENEINANDER
VERSCHIEDENHEIT – REIHUNG – ZERFALL

accept

Schmerz

Paneele

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Architecture of Pain

Maurizio/Licht: Ambient/Drone

absolute Regelmäßigkeit

Verzögerungen/Haken

Dynamik

Monumentalität/Wirkung

Again: Palermo/NYC

unterschiedliche Formate INNERHALB regelmäßiger Abstände

alles immer genau gleich lang

hohe Aktivität – niedrige Dynamik – verschwommene Konturen

Kolik wie Zwei/2400: schnell/leise vs. langsam/laut?

langsam Schreien: Anti-Naturalismus

Merkwürdige Entscheidungsfindung, wenn sich etwas falsch ANFÜHLT: Du versucht mit allen Mitteln an einer bestimmten Entscheidung festzuhalten, auch wenn du vielleicht von Anfang an nicht völlig davon überzeugt warst, vielleicht hast du dir einzureden versucht, dass es so gehen müsste, dass es gar nicht so wichtig ist, ob du es so oder anders machst, hast wochen- oder monatelang darum herumgearbeitet, und plötzlich merkst du: Es geht wirklich gar nicht. Es fühlt sich einfach falsch an. Es stimmt nicht.

Frage wäre, ob Entscheidungen jemals auf andere Art getroffen werden, ob nicht nach Aufzählung aller Vernunftsgründe am Ende gewählt wird, was sich besser anfühlt.

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Volumen, gegliedert

zu lang

normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal

normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal

viel zu kurz

3‘20“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“

2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 0‘05“

oder eben

2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“

2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“

eigentlich am schönsten

Judd/Kasten: Funktioniert eigentlich wie Filmschnitt, die Kästen geben den Rahmen, innerhalb dessen sich das Geschehen sich ereignet, das Auge analysiert und bestimmt im Unterschied zum Film selbst Reihenfolge und Geschwindigkeit, wobei eine Grundreihenfolge durch die Anordnung der Kästen nahegelegt wird und die Komplexität des Inhalts die Geschwindigkeit des Wechsels von Kasten zu Kasten reguliert. Interessant ist aber der übergangslose Sprung von Kasten zu Kasten, der Weg zwischen den Kästen wird vom Gehirn quasi ausgeblendet, es sei denn, der Abstand wird fokussiert.

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Stimmen aus dem Jenseits

Immer wieder der gleiche Gegenstand oder gar kein Gegenstand: Sind die Eigenschaften der Gegenstand, verdecken sie den Gegenstand, oder verdecken sie die Tatsache, dass es gar keinen Gegenstand gibt? Oder besteht die Dynamik der Form darin, den Gegenstand gegen die Eigenschaften und die Eigenschaften gegen den Gegenstand durchzusetzen? Woher kommt der Gegenstand und woher kommen die Eigenschaften? Sind die Eigenschaften die Form und der Gegenstand die Erfindung?

Schon wieder ein Traum:

Ich stampfe an Sylvester wütend durch München, irgendwo im Niemandsland zwischen Maximilianstraße und Museumsviertel. Könnte auch eine monumentale Variante des Pariser Platzes in Berlin sein. Kommt Friedrich Goldmann aus einer Kneipe und humpelt mir am Stock hinterher. Er hat Schwierigkeiten mit den hohen Trottoirs.

Ich: Und, wie isset?
Er: Ist doch klar: Egal.

Und fängt an zu rezitieren:

Der Sohn des Pferdes scheißt auf uns hernieder,
Bevor die Scheiße anfängt anzutrocknen scheißt er neue,
So kommt‘s, dass wir stets –

Ich: Und warum erzählste mir das?
Er: Na ja, die anderen hören nicht zu.

Dank an: Moguillansky/Frampton

Alle Ordnung ist wahnhaft.

Jahre der Schrift

Protest gegen den Protest

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