Monthly Archives: July 2011

Verantwortung macht dumm.

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schwefelgelb

La Cubana/Der Kreidekreis

In doubt overdress.

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Güte und Bitterkeit

Wir waren mit Bernhard (oder war es Geza?) im Halbdunkel in einer Mischung zwischen Industriegelände und Wald unterwegs und kamen an einem Baum mit brennendem Stamm vorbei. Wir blieben stehen, prüften unsere Wasservorräte, und schütteten zwei halbe Flaschen Wasser, die uns noch übrig geblieben waren, auf den brennenden Stamm. Das Feuer wurde kleiner, mit den Füßen gelang es mir, es ganz auszutreten. Wenige Minuten später ging es aber mit einem Geräusch, das an das Anschalten eines Gasherds erinnerte, wieder an. Wir gingen weiter und kamen an einer Industrieansiedlung vorbei. Durch ein offenes Tor konnten wir einen Arbeiter mit nacktem Oberkörper sehen, durch das Feuer eines Industrieofens beleuchtet, der ein großes, gebogenes Stahlblech in den Händen hielt. Auf eine geheimnisvolle Weise schienen das Industriefeuer und das Feuer am Baum miteinander zusammenzuhängen.

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Notate

Pansori/Kanaa

Fingervib. vs. Lippenvib.

Plötzlich stoppen, Flöte und Trommel

Extrem unterschiedliche Register durch Schwinghaut

Extrem schnelle, präzise Mehrfachschläge mit einer Hand

Wollen wir wirklich echte Gefühle, direkten Gefühlsausdruck, ist es das, was wir suchen?

Vibratofreie Töne selten, dann aber bewusst dramaturgisch eingesetzt, oft an besonders lauten, wahrscheinlich dramatischen Stellen.

Letztlich alle Abschattierungen von Vibrato, von kein Vibrato zu wenig zu viel zu extrem zu echten Vibratofiguren

Immer wieder das direkte Abstoppen auf Konsonanten, meistens zusammen mit der Trommel, dann kurz absolute Stille, wirkt fast wie ein Fehler, jedenfalls sehr starke Wirkung.

Klassische Sänger hätten Angst ihre Stimme zu zerstören.

Problem immer am Text entlang, Frage, ob man das wirklich will.

Verschiedene Personen auf einen Sänger legen, eine Person auf verschiedene Sänger legen? Das würde dann heißen, dass man den Text definitiv verstehen muss.

Ah/eh/mh/soh Rufe eigestreut in melodisches Geflecht, allerdings vom Trommler – sinnfreie Silben im Text?

Lange Melodien – mehr als Fiorituren – auf einen Anschlag. Zittermelodien, Zithermelodien.

Stäbchenplektrum, von beiden Seiten anschlagend, gern auch schnelle Doppelschläge.
Schreie/Einwürfe auch melodisch, Tonhöhen, jedenfalls registerbezogen.

Bewegen Oboe wirklich im Mund um Vibrato zu erzeugen.

Eine Hand im Gong zum dämpfen und freigeben, andere Hand mit Schlägel für verschiedene Arten von Einfach- und Mehrfachschlägen, oft wie Mehrfachvorschläge plus Hauptschlag.

Warum nicht Johlen ei/ei/ei/ei/ei als Vibrato?

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So ziemlicher Unsinn.

Urge Overkill: Alles perfekt vorbereiten, größte Sorgfalt, totale Poser, Detailverliebtheit, jeder Auftritt ein anderes Kostüm, und dann das Ding durchziehen, finde ich eigentlich schon ziemlich toll. Gefasste Traurigkeit, auch zeigen, aber stylisch, voll o.k. Nach 15 Jahren genau das Gleiche weiter machen: Für mich auch o.k. Actually, I love it.

Ich-Schwäche aus Erschöpfung
Ich-Schwäche = Entscheidungs-Schwäche
Entscheidungs-Schwäche aus Erschöpfung

Alles völlig egal.

Die man-Falle.

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Pokerfacing through a sea of shit.

Mad Men 4: Genialer Einstieg, direkt hineingeschnitten, so dass man nach einer Weile prüft, ob man nicht doch die falsche DVD eingelegt hat. Selbst wenn man total sicher ist, dass das nicht so ist. Wahnsinns-Idee, Don Draper Folge um Folge durch einen Misserfolg nach dem anderen gehen zu lassen, was dadurch noch viel ergreifender wird, dass er immer versucht, sein Äußeres zusammenzuhalten, während er innerlich mehr und mehr auseinanderfällt. Die überdimensionale Tragik der ganz normalen Probleme glasklar dargestellt. Und immer wieder den Finger direkt in die vielen Wunden gelegt, die überall herumlaufen. Unentwirrbare Verflochtenheit von Leiden und Schuld: Alles wird weitergegeben, jeder ist in seinem Schicksal gefangen. Tatsächlich hilft die Typisierung der Figuren, das Schicksalhafte der Handlung deutlich zu machen, fast wie eine Art intelligente Mechanik. Formal aber, wie gesagt, die Idee, die Hauptperson fast die gesamte Season hindurch ganz unten, immer am Rand des Auseinanderbechens zu halten, quite impressive.

Dabei spielt ja schon auch eine Rolle, dass man nie weiß, ob es eine weitere Season geben wird. Das Risiko ist also nicht wirklich beherrschbar, es kann sein, dass das, was man so genüsslich ausbreitet, am Ende wirklich das beherrschende Bild der Lieblingsfigur bleiben wird. Also durchaus eine Art real-life-Tragik eingebunden, die dem Zuschauer auch bewusst ist: Man wundert sich schon sehr, dass es Don immer noch so schlecht gehen soll/kann. Im Fernsehen Woche für Woche bad news: Auch da das real-life-Risiko, dass die Zuschauer wegbleiben, bzw. die Wette, dass sie dabeibleiben, weil sie nicht glauben können, dass ihnen eine Serie voller Negativerlebnisse zugemutet wird. Mit anderen Worten: Go for broke! Dadurch übrigens auch die Spannung extrem hoch. Insofern genialer dramaturgischer Kunstgriff, solange er funktioniert. Den Figuren Tiefe geben, den Gegensatz zwischen perfekter Oberfläche und individuellem Leiden darstellen.

Traurigkeit logischerweise nur effektiv, wenn man ein Gegengewicht setzt.

Grausamkeit, Figuren aus der Serie herausfallen zu lassen. Letztlich liest man wahrscheinlich auch mit, dass die Schauspieler damit ihre Rollen verlieren. Also Serien-Grausamkeit + real-life-Grausamkeit. Trotzdem aber auch der formale Mut, Dinge nicht zu Ende zu bringen, Handlungsfäden einfach verschwinden zu lassen, auch wenn die dazugehörende Figur einem extrem nahegebracht wurde.

From fraud to fraud. Geniale Dramturgie, Don immer weiter in seinem Betrug herumtorkeln zu lassen, ihm kurze Momente zu geben, in denen er ausbrechen könnte, die er aber ungenützt lässt, und ihn dann konsequenterweise sich immer weiter verstricken zu lassen. Betrug wird auf Betrug gestapelt, auch die letzte Hoffnung wird getilgt.

Auch eine interessante Strategie: Die Schwächen eines Charakters bloßstellen, ohne sie explizit anzusprechen. Sie werden überdeutlich, aber niemand spricht darüber. Was ja eigentlich heißt, dass in einer konventionellen Dramaturgie ausgesprochen wird, was besser dargestellt würde. Und dass man nie das Gefühl hat, dass etwas explizit angesprochen wird, wenn es nicht zumindest einer der Figuren in den Mund gelegt wird. Sprechblasen-Dramaturgie. Passt natürlich auch zur Zeit, Dinge nicht auszusprechen, I suppose.

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Filed under Dramaturgie, Film, Theater

Mitschrift

Schutzlosigkeit als Provokation

Absolut verständlich – nicht Einverständnis.

Heiter

Michael von Biel

Suspended

Schönberg: Der alte magische Raum.

Ein Orchester ist an sich schon ein magisches Medium.

Schauen Sie, wie der Geist alles beherrscht (Nono).

Beobachten
Hören
Verstehen

Nicht gleich eine Meinung haben

Orgel

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Don‘t forget to register to vote.

You can‘t escape being yourself.

Das bist doch nicht Du!

Tonwiederholungen
Schwermetall
Intensität
Tremolo

Interesse definieren: Warum mache ich dies und das? Was interessiert mich daran?

Was interessiert dich denn daran? Verschiedene Formen von Interesse: Direktes Interesse, das, womit ich mich beschäftige, das, was mir gefällt, vernunftgesteuertes Interesse, ich muss mich damit beschäftigen, weil. Logischerweise Mischungen in verschiedenen Graden.

Denken

You crossed the border from lubricated to morose.

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Lust

Frage, wie sich Interesse entwickelt: Kann man sich für etwas interessieren, für das man sich nicht interessiert? Wie findet man heraus, was man wirklich will? Ist das spontane Interesse wirklich das beste Indiz? Es könnte ja auch sein, dass man sich selbst im Weg steht und gar nicht erkennt, wofür man sich wirklich interessiert. Gibt es einen anderen Weg, das eigene Interesse zu prüfen, als die aktuellen Interessen abzuarbeiten? Ideen als Interesse. Man hat eine Idee, weil man sich für etwas interessiert. Interessegesteuerte Ideen. Man tut etwas, weil man sich für das Ergebnis interessiert. Oder einfach nur machen? Denkfehler.

Ja, genau das ist die Frage: Was steuert unser Interesse? Ich finde das uninteresant. Ich habe keine Lust, das zu tun. Ist Lust interessegesteuert? Oder ist Lust gleichbedeutend mit Interesse? Ich habe keine Lust dazu. Ich würde gerne. Ich würde viel lieber.

Können wir uns – bei freier Wahl – gegen unser Interesse entscheiden, oder ordnen wir dann nur ein Interesse einem anderen Interesse unter? Künstlerische Entscheidung: Wodurch gesteuert, wenn nicht durch unser Interesse?

Das würde ich gerne hören.

Das sieht vielversprechend aus.

Natürlich immer durch Erfahrungen beeinflusst, Eindrücke, Informationen, der Punkt, an dem man sich gerade befindet. Aber auch den kann man nur begrenzt beeinflussen, in der Regel werden die Erfahrungen, die man macht, durch die eigenen Interessen beinflusst. Abgesehen von nicht steuerbaren Faktoren, Schicksal, über die wir hier nicht sprechen. Das heißt, man ist immer man selbst, egal was man tut.

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Die Reihe

Maurizio/Licht: Vordergrund/Hintergrund auf Instrumente aufteilen: Instrumente Gesamt/Instrumente Vordergrund/Instrumente Hintergrund.

Vordergrund Ton
Hintergrund Geräusch

Hintergrund das schlechte Gewissen des Vordergrunds.

Instrumente auch vereinzelt stehen lassen.

Takte und Schläge als Zeiteinheit.

Schläge auch vereinzeln.

Unter Umständen einzelne Schläge auch auf Takte ausdehnen oder einzelne Schläge einander überlagern.

Schläge durch Pausen vereinzeln.

Extreme Verlangsamung und Detailreichtum zusammenbringen.

Flache Dramaturgie: Nur Piano-Schattierungen?

Dramaturgie nur durch Dichte, Ton/Geräusch-Anteil und Pausen strukturieren?

Zumindest im Geräuschbereich auch kurze Impulse, Knacksen etc. integrieren.

Muss dann als eigene Schicht auch alleine stehen bleiben können.

Boden wegziehen.

Mein Ambient-Stück.

Tim Hecker

Varianten durch Änderung des Bestimmungs-Maßstabs: Takte, Schläge, etc.

Varianten für Pausen.

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Laokoon

SR: Opfer der eigenen Vermittlungswut. Irgendwann gibst du nur noch Sachen von dir, die irgendwie vermittelbar sind. Letztlich zensiertes Denken, Selbstzensur.

Text
Tempo
Dichte

Immer auf Text bezogen.

Ästhetische Konstruktion: Die Funktionsweise ist sichergestellt, es geht im Wesentlichen darum, sie darzustellen.

Ich hatte ein Orchesterprobespiel absolviert, ich glaube auf der Piccoloflöte. Alles lief gut, die Stimmung war gut, alle schienen zufrieden zu sein. Eine Freundin von mir, die Mitglied des Orchesters war, hatte Geburtstag und gab nach dem Probespiel eine kleine Party in einem Biergarten mit Zelt. Alle amüsierten sich und waren fröhlich. Nach einer Weile fragte mich ein Orchestermitglied, wie denn das Probespiel eigentlich ausgegangen sei. Ich antwortete, ich wisse es nicht, ich hätte noch keine Informationen, woraufhin mir jemand anderes, möglicherweise ein Mitglied des Orchestervorstands, sagte, sie hätten mir das Ergebnis in die Brusttasche gesteckt. Und tatsächlich, in der Brusttasche meines Jackets steckte ein Umschlag mit der Mitteilung, dass ich das Probespiel nicht bestanden hätte. Um meine Enttäuschung zu verbergen, ging ich auf Toilette. Als ich zurückkam, hatte meine Freundin die Party aufgelöst und stand wütend zwischen den gedeckten Tischen im Bierzelt.

Roman Opalka: Zahlen = Serien

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