Monthly Archives: September 2012

christliche Ikonographie

Unterschied zwischen Bewegung und Nicht-Bewegung

Lüge: Nur 0 und 1?

CW: Man könnte denken, dass man diese Bilder nur im Original wirklich sehen kann, eigentlich ist es aber so, dass man sie auch im Original nicht erkennen kann, der Punkt ist nur, dass man genau das nur erkennen kann, wenn man das Original sieht. Auf eine technisch gar nicht so geheimnisvolle Weise verliert das Bild seinen Ort.

in sich hineinhorchen: stimmt das so? kann man das so lassen? muss da noch etwas geändert werden? macht es Sinn, hier noch etwas zu ändern?

Entscheidungsfindung

Gefühlsfrage

die Theorie für den Moment

lebt noch

betrübt

Seele

well, it’s amazing tennis

it’s been amazing tennis

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Das ist ja wohl ein Witz!

Man kann ja eigentlich nicht ernsthaft bezweifeln, dass es wichtig ist, dass sich Leute innerhalb der Gesellschaft für bestimmte Ziele, die allgemein akzeptiert werden, einsetzen, im Zweifelsfall eben auch ehrenamtlich. Warum wirkt es dann so lächerlich, wenn diese Personen in ihrer Aufgabe völlig aufgehen und sie ohne jede Distanz zum Mittelpunkt ihres Lebens machen? Vielleicht einfach, weil es falsch ist, weil eine solche Aufgabe nicht der Mittelpunkt Deines Lebens sein kann. Gleichzeitig kann man aber nur mit dieser völligen Auflösung seiner eigenen Person in der Sache bestimmte Dinge gesellschaftlich durchsetzen. Insofern ist diese Form der Zweckidotie unbedingt notwendig, um Dinge zu verändern. Eines der Probleme dabei ist sicherlich, dass man natürlich immer, zu jedem Zeitpunkt, fragen muss, ob das, was man macht, sinnvoll ist. Man kann nicht einmal entscheiden, dies mache ich, und von da an blind durch die Gegend rennen und alles dem einmal definierten Ziel unterordnen. So eine Art Soldatengehorsam sich selbst gegenüber.

Dialog der Woche:

– Lass dich doch nicht so gehen.
– Es ist so heiß hier.
– Dann geh wenigstens aus dem Bild.

– Kolik ist fertig.
– Ooops! Wie das denn?
– Weiß auch nicht. So halt.

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From Strength To Strength

Stimmt eigentlich nicht.

nicht zurückschauen

every hand a different problem

kurze Euphorie-Phase, dann wieder Stillstands-Marter, beide gleich unsinnig

CW: Interessante Entscheidung, sein Leben der Produktion zu verschreiben. Fast wie Kollektionen, eine Bildgruppe nach der anderen Bildgruppe. Wirkt bei einem so konzentrierten Maler natürlich viel anstrengender als bei jemandem, der spielerischer mit seiner Arbeit umzugehen scheint, auch wenn die Anstrengung vielleicht die gleiche ist. Themen, die wieder aufgegriffen werden, wirken fast wie Versuche, sich selbst zu beweisen, dass man nicht mit jeder Werkgruppe alles neu machen muss.

Girl With Curious Hair: so brilliant you wanna cry.

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Heu

Abriß
der
Gesellschaft

#
mehr

mehr Geld
mehr Macht
mehr Zeit

… Liebe
… heitswahn

Sperrfrist

Selbstverachtung der Gesellschaft

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Eule

liegt auf dem Rücken, möchte am Bauch gekrault werden

Keine zu genaue Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll, haben, schränkt die Arbeit zu sehr ein. Auch grundlegende Veränderungen während der Arbeit zulassen.

Hände, wie von jemand anderem, als gehörten sie nicht mir.

Shredderklang

Schmeckt ein bisschen wie Milch.

Ich war relativ sicher, dass es egal ist, was ich mache. Fehler müssen auch gut sein, müssen stehen bleiben können, müssen bis zu einem gewissen Grad auch erkennbar sein, sonst ist es nicht interessant. Fehler erzwingen. Ooops – lauter Fehler! Konzept 100% Fehler.

– Memory is a wonderful thing if you don’t have to deal with the past.
– Interesting.

Normalerweise kommt dann jemand von hinten und überrascht die Person im Bild, die sich unbeobachtet gefühlt hat. Die Kamera steht also für den Beobachter, der Zuschauer ist der Beobachter, gerade weil das Bild suggeriert, dass niemand zuschaut.

wenn er so aus dem Bild herausschaut, wird er gleich … Ja, was eigentlich? Ist das wirklich nur die Richtung des Blicks? Ist es die Art des Blicks? Weiß der Schauspieler, wie er schauen muss, um bei uns eine bestimmte Erwartung zu erzeugen? Hat das irgendetwas mit Realität zu tun, schaut man wirklich so, wenn etwas dieser Art auf einen zukommt? Oder ist es eine reine Filmsprache, die irgendjemand irgendwann erfunden, entwickelt hat, und die sich dann langsam verfestigt hat, bis sie zu einer fixierten Gramatik geworden ist, die jeder, der jemals mit Film in Berührung gekommen ist, beherrscht. Wenn das so wäre, wäre es natürlich extrem interessant, herauszubekommen,wie sich die Bausteine dieser Grammatik langsam herausgebildet haben, wer sie zuerst angewendet hat, wer sie weiterentwickelt hat, und ab wann sie einfach nur noch übernommen wurden.

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BLAU/SCHWARZ

Nachspiel: Skelett. Nur noch Konsonanten. Nur noch Geräusche. Macht logischerweise Sinn.

Wo gehört es denn hin?

Vorspiel: Fleisch. Nur Vokale. Ton.

Wie willst Du erinnert werden?

Es geht hier nicht um Dankbarkeit, oder irgendetwas in diese Richtung, sondern darum, ob es ein Bedürfnis gibt, ob ein echtes Interesse besteht, und wenn nicht, hat sich die ganze Sache von alleine erledigt, ist doch eigentlich klar, oder?

Unwichtiges wichtig, gerade weil es unwichtig ist.

Zeit als Ziffernfolge, Menge von Anschlägen: Eindeutige Zuordnung von Ereignis und Zeitabschnitt.

Nicht sparen, darauf ankommen lassen. Wenn es am Ende nicht reicht, hat es eben nicht gereicht. Nicht haushalten. Es sei denn: Haushalten als Verschwendung. Haushalten als künstlerisches Ziel.

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Krumen, Krümel, Kanten

dass sie sich überhaupt bewegen, einfach so

na ja, klar, und dann sind sie plötzlich weg

Frage ist, was dann übrig bleibt

Entweder es bleibt etwas, oder eben nicht. Klar, dass das Schreiben da nicht viel helfen kann. Die Erinnerungen. Etwas liegt in der Luft. Und verschwindet dann. Ausschließlich festgehalten in der Schrift. Ganz banal als Material, das ein wenig länger hält. Dann schreibt jemand über die Schrift. Alles völlig banal. Überhaupt kein Geheimnis.

Krg Wt rgr Whnsnn Klk Schlchtn
ie u Ä e a i o i a e

Zersetzungen

rot/grau – gelb/dunkelblau – hellgrün/hellblau

geschafft

nichts wie hin

Rest

Weinen

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Vaporwave/DISTROID

Walden/Mekkas: Voyeurismus, aber eben auch echtes Leben, daher wirklich interessant. Dokumentationsfähigkeit: Wesentliche Eigenschaft des Mediums perfekt genutzt, gerade auch in der Nähe zum Amateurfilm. Unangestrengte Narration: Mehr als nur Avantgardefilm.

Guerin: The environment and the figure. The figure comes with the image, the environment with the sound. (…) To search those simple, even tiny, motifs that reveal themselves as complex only through cinema.

fühlt sich plötzlich alles ganz anders an – nicht unbedingt besser, aber mehr nach Arbeit

falls das nicht ohnehin klar ist: Neue Musik hat natürlich auch die Aufgabe, Klassische Musik zu kritisieren, das Zopfige, Bräsige, Bequeme, das einen so oft dazu bringt, Aufnahmen nach einem kurzen Moment wieder auszustellen, wegzunehmen, einen anderen, weniger reaktionären Klang zu etablieren. Auch in dieser Hinsicht ist es also völlig kontraproduktiv, wenn sich Neue Musik an Klassische Musik, an den klassischen Orchesterapparat und an die Hörgewohnheiten des Klassik-Publikums anpasst. Ist ja übrigens auch klar, dass die Alte Musik-Bewegung, die absurderweise gerade von den Neue Musik-Protagonisten so oft – und meistens völlig zu Unrecht – gescholten wird, ganz viel geholfen hat, das Klangbild der Klassischen Musik zu entfetten, so dass man irgendwann dann auch die Musik wieder erkennen kann. Eindeutig reaktionäres Verhalten der Neue Musik-Protagonisten, genau wie aller anderen Reaktionäre: Wir haben aber gelernt, dass …

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Judasohren und Hiobstränen

looking for trouble vs. looking for pain

VS: Gott, lass meine Seele vor der Ernte reifen. Slut.

aggressiv leise

Household

eine merkwürdige Sprache
eine merkwürdige Sprachmelodie

Eins Eins Eins Eins

einerseits Tonbewegung, andererseits Intervall, andererseits Klanggeste im Registerraum

Casting: Ein visionärer Architekt – sieht aber gar nicht so visionär aus – na ja, ich meine, wie würde denn ein visionärer Architekt aussehen? – Alles klar, alles gegessen, aber warum habe ich trotzdem ein Problem damit? Muss man so oder so aussehen, um eine bestimmte Sache machen zu können/machen zu dürfen? Ehrlich gesagt ja, natürlich hat dein Aussehen eine Aussagekraft. Auf der anderen Seite: Heute nicht gut drauf, heute kein anderes T-Shirt gehabt, kein Geld, keine Zeit, krank, Sorgen, kein Interesse, kein Talent, so viele Möglichkeiten, falsch auszusehen. Und logischerweise schaust du jemanden, den du kennst, anders an als jemanden, den du nicht kennst.

Natürlich gehst du nicht nur vom Äußeren aus. Aber du versuchst beide zusammenzubringen. Du denkst, sie müssen etwas miteinander zu tun haben. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Und plötzlich musst du ganz anders hinschauen, weil er/sie etwas gesagt hast, das du nicht erwartet hast. Soso, jemand, der so aussieht, kann also so etwas sagen. Warum sagt der sowas? Wie geht das zusammen? Widerspricht sich das nicht?

I’ve come to the conclusion that it is better not to live at all, not to eat at all, not to … well, you name it.

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Bildgeschichte

A lot of doubts are coming my way.

Zeile als Takt als Kasten: Irgendwo hier muss das rein, irgendwo hier muss das vorkommen. Fast egal wo. Zeitspanne, innerhalb derer etwas passieren muss. Zeit zwischen Zeitspannen. Zeit innerhalb Zeitspannen.

Temperatur in der Küche möglicherweise ein ähnlicher Parameter wie Raum in der Musik: Ist immer da, ist auch jedem klar, wirkt aber schnell banal, wenn er bewusst ausgeschöpft wird. Heiß-kalt als gern genutzter, nicht sehr subtiler Effekt, Abstufungen dazwischen wirken schnell wie einfach nur lau, oder sogar unbeabsichtigt. Was natürlich auch daran liegt, dass lau schnell kalt wird und dann einfach kühl wirkt. Die Beherrschbarkeit des Effekts ist also nur bedingt gegeben. Auch im Kalten verschiedene Abstufungen nur bedingt einsetzbar: Wird ziemlich schnell zu kalt, um überhaupt essbar zu sein. Und die berühmte Stickstoff-Küche ist ja einfach nur schockgefroren und tendenziell sogar eher lau als kalt, weil natürlich nicht durchgefroren. Verschiedene Texturen im Kalten da wesentlich evidenter.

I understood nothing.
I didn’t realize that I understood nothing.

Love Exposure: Ziemlich weit ausgespielt, das Szenario, zwischen Klamauk und Tiefe. Interessante Strategie, den Film aus vielen einzelnen Geschichten, die in sich geschlossen sind, aber dennoch logisch aufeinanderfolgen und aufeinander aufbauen, also nicht einfach nur aneinandergereiht sind, zusammenzusetzen. Serienepik im Kinofilm. Deswegen natürlich auch so lang.

There is no time to waste (Kusama). Probably true.

Melismen, um den verdammten Sprachrhythmus zu zerstören.

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Konfrontation

Der sieht aber verschlagen aus: Was wäre, wenn uns bewiesen würde, dass er der ehrlichste Mensch der Welt ist – könnten wir das überhaupt glauben?

Elektronik: Silkscreen. Den Ort verschwinden lassen. Der Ort der Produktion ist nicht mehr erkennbar, eigentlich tatsächlich nicht mehr vorhanden. Das könnte ein sinnvoller Einsatz von Elektronik sein.

Zeitverschiebung: Einzige eindeutige Kennzeichnung von elektronischem Eingriff.

Demo: Klingt wie Hitler – merkt das eigentlich niemand? Stört das niemanden? Be a Nazi für die gute Sache!

Ganz interessant, dass man immer, ausnahmslos, von dem ausgeht, was man schon kennt, was man kann. Wovon sollte man auch sonst ausgehen? Alles, was neu ist, ist anstrengend.

Wenn der Computer droht, seinen Geist aufzugeben, merkst du, dass du keine echten Probleme haben musst, um echte Probleme zu haben.

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noch mehr

Männer haben wirklich eine bescheuerte Art, sich auszudrücken.

Anri Sala: Einsatz Material Aufwand. Man kann nicht alles gleichzeitig sehen, weil man nicht in beide Richtungen gleichzeitig schauen kann. Entscheidung. Mit anderen Worten: Man kann nicht vermeiden, dass man etwas verpasst. Platzierung der Leinwände. Statt der Frage, schaut man es sich ganz an, stellt sich die Frage, schaut man es sich zweimal an. Und dann eben auch wieder nicht: Plötzlich nur eine Leinwand. Aber es KÖNNTEN mehrere sein, weiß man. ANGST es könnte etwas passieren. Durch exzentrische Positionen Beobachterplazierung erzwingen. Bildschirm entspricht nicht Spielort. Unerklärt. Bisschen aufgemotzt natürlich.

Wolkenschichten übereinander: Diffus, klar umrissen, homogen, zerfasert, Streifen, Fächer, Decke, Tupfen, Kräusel, Wellen.

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Wasser fließt nach oben.

Helen Levitt: In the Street (1948)
Terry Adkins: Nutjuitok (Polar Star), After Matthew Jensen 1866 (2011)
Neil Beloufa: Untitled (2010)
Clemence Torres: Dans le vide, l’horizon disparait (2012)
Desire Machine Collective: Residue (2011)

The Future is your Enemy.

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have fun, retard!

Kader Attia, La Piste d’Atterrissage (2003)

Projektorgeräusch
Arabpop
Gespräch
Transvestiten
Belly Dance
Trommeln

Camille Henrot: Cut/Delay (Coupé/Décalé)

Wäre ja vielleicht gar keine schlechte Idee, eine Aufführung und ihre Verstärkung minimal gegeneinander zu verschieben, vielleicht auch Abstände zu verändern, 1 Sekunde, 2 Sekunden, eine halbe Sekunde, etc.?

Auch wenn sich das Ensemble anzupassen versucht, bleibt der Abstand gleich – nur das (Gesamt-) Tempo verändert sich.

Eigentlich das perfekte Medium dafür. Könnte auch mit sich selbst multipliziert werden, so dass die Verschiedenheit größer wird, wenn der Abstand größer wird, und verschwindet, wenn die Schichten zusammenfallen: Replay mit dem aktuellen Geschehen multiplizieren. Problem: Könnte immer gut/immer schlecht klingen, also eigentlich bescheuert sein.

Was ist denn eigentlich das Problem? Das Problem ist, dass die Instrumentalmusik keine Elektronik und die Elektronik keine Instrumentalmusik braucht. Und man beides wahnsinnig leicht verwenden kann, um das andere aufzupeppen. Und wahrscheinlich bei einer intelligenten Lösung die Instrumentalmusik absolut minimal sein müsste. Und ob man das will, logischerweise.

Komisch, dass das Unentschiedene plötzlich so ein Gewicht bekommt.

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Fliege in 3D

Direkter Effekt: Schielen

He Said She Said 2001

Last Year Helloween Fell On A Weekend 2004

320 x 243,8 cm

Abbildung neu zusammensetzen, falsch zusammensetzen, verschieben, digital/analog, und dann nur noch Abbildung, hässlich, digital aufgerauht, Geste, das Verschmieren digitalisieren, digitaler Staub, Cut, Knacksen, leichter Bruch, Ausschnitte wie Bilder, So You Do Not Like It, Farbe, Foto, verkleinern, zusammenrücken, neue Farbe, Spachtel, digitales und analoges Wischen, Streifen zusammensetzen, Überlagerungen, Markierungen, Gedächtnis, Erinnerung: War ein Bild.

Noch mal drüber
Und noch mal drüber
Und noch mal drüber

Polaroid-Erinnerungen
Arbeitsschritte

Falsch

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Wo ist Volker?

Mode: Könnte es sein, dass alles IMMER da ist, dass man es nur die meiste Zeit nicht SIEHT? Plötzlich sehen einige Leute, dass eine bestimmte Farbe interessant ist, dann sehen es immer mehr, schließlich fast alle, nur die, die es zuerst gesehen haben, sehen schon eine andere. Nur bedingt beeinflussbare, eigengesetzliche Massenprozesse. So etwas wie eine romantische, verklärende Sicht auf Mode. Türkis. Orange.

Auch interessant: Dass man so vieles nicht einfach sich ausdenken kann. Das Denken ist eigentlich nur dafür da, Szenarien zu entwerfen, wie etwas funktionieren könnte, was man ausprobieren sollte, also das Interesse zu steuern, für alles andere ist das Sehen, Schmecken, Hören zuständig.

Lesen/Denken: Merkwürdige Zwischenstellung – einerseits läuft die Kontrolle doch im Wesentlichen über das Sehen, über die Schrift, andererseits ist das Ergebnis am nächsten an dem, was das Ganze eigentlich kontrollieren soll, dem Gedanken. Allerdings nein, das stimmt nicht ganz: Sinneswahrnehmungen werden eigentlich nicht durch den Gedanken kontrolliert, sondern durch sich selbst, durch das Abschmecken, Vergleichen, letztlich auch Wissen. Das Denken dient dabei nur als Verknüpfungsmaschine.

riecht nach Fruchtjoghurt: Im konventionellen Fruchtjoghurt muss etwas sein, was wahrscheinlich weder Joghurt, noch Frucht ist, aber die sofortige Assoziation Fruchtjoghurt auslöst.

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Formalistische Verzerrung

7 fuckin’ years.

Wahrscheinlich geht das wirklich nicht, dass man einem Text einfach Noten zuordnet. Wirkt lächerlich, fast ironisch. Würde vielleicht als Sprechrhythmus gerade so durchgehen. Weil das Sprechen nicht so deutlich zwischen akustischer Haupt- und Nebeninformation unterscheidet wie das Singen. Also allenfalls Abstufungen – oder eben gar nicht.

Es hilft auch nichts, wenn der Rhythmus komplex ist – wirkt fast noch komischer/deplazierter. Als ob man sich einen Ort anmaßt, der einem nicht zusteht. Weil er nichts mehr bedeutet. Sonst müsste man das Genre insgesamt akzeptieren. Wozu man logischerweise keine Lust hat.

Vielleicht genau das Gegenteil: Völlig mechanisch mit dem Text umgehen. Diese bescheuerte Einfühlung/Ausdeutung weglassen. Denn auf die Sprachmelodie eingehen ist ja letztlich nichts anderes als ausdeuten.

Nullausdehnung, horizontal und vertikal: Es gibt keine horizonale Nullausdehnung ohne vertikale Nullausdehnung, es sei denn: Staccato-Akkord, Staccato-Klang, statt Staccato-Ton.

Wenn der Einsatzabstand kleiner als die Ausdehnung ist, überlappen sich die einzelnen Elemente. Wäre bei Wörtern eine lustige, ziemlich formalistische Verzerrung.

Lieblingsfilme ever:
Wild Bunch
A Touch of Zen

Krieg: Sich selbst überholen, an den Rändern ausfransen

Szenen verzahnen

Silben
Worte
Zeilen

canon for one voice

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Zielfrei arbeiten.

Achtung:

ABSOLUTES IRONIE-VERBOT

Keyboard, Streichtrio, Saxophon?

Eins in Auftakt umdeuten/Takt verlängern? Würde bedeuten, dass man den Puls nicht verliert, aber den Schlag versetzt. Tatsächlich wirkt der Auftakt im festen Metrum ziemlich erzwungen. Oder Metrum immer mit zusätzlichen Silben verlängern? Vielleicht ist die Idee eines regelmäßigen Metrums grundsätzlich falsch?

Interessant, wie Ideen, an die man ein, zwei Tage glaubt, sofort wieder zerstäubt werden, wenn man sie wirklich auf die Probe stellt, schaut, ob sie der Realität der Ausarbeitung standhalten. Manchmal kommt etwas Neues, Anderes dabei heraus, manchmal gar nichts.

kurz/lang
schnell/langsam

nicht nach Gefühl entscheiden

INNERHALB des Tempos nochmal schnell/langsam

32tel sehr schnell
16tel schnell
8tel mittel schnell
4tel mittel langsam
2tel langsam
1tel sehr langsam

BF
SS
CC
EM
GA
BP
MS
IX

It’s a fuckin’ showdown.

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Arbeit/Erfahrung

Problem Auftakt: Taktinkontinenz. Wäre dann eher der Strich, die Grenze, als das Gebiet.

Instrumente, um Zeitmaß klar zu machen? Ist das die Funktion der Begleitung? Minimaleinsatz Pulsstütze.

Auf Zwischenakzente verzichten: Entweder ja oder nein.

Alles vom Schlag her denken, auch das Material. Das Material ist sozusagen ein mehr oder weniger raffinierter Schlag.

Das Ensemble ist ausschließlich dafür da, die Stimme zu unterstützen.

Takt wahrscheinlich doch als Sinneinheit GEGEN Stimme.

Keyboard als Controller für das komplette Elektronik-Geschreddere (Anfang Kolik).

Ensemble Mosaik: Elektronik und Video. Kein Schlagzeug. Kein Klavier.

Schlachten: Vater und Mutter/Schwestern auseinandernehmen und erst am Ende wieder zusammensetzen? Also: ABCDE? Wäre wahrscheinlich nicht doof.

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Volker ist abgetaucht.

Das eigentliche Problem ist doch, dass wir nichts verstehen, und dass wir auch nichts verstehen werden, so dass wir absolut keinen Zugriff auf die Wirklichkeit haben. Wir kratzen ein bisschen an der Oberfläche. Finden uns zurecht. Wägen ab, was als nächstes zu tun ist. Haben keinen Schimmer, wo das Ganze hinführen soll. Kann man natürlich auch gerade toll finden. Ziemlich viele Kräfte, die auf jeden einzelnen Punkt einwirken. Das Beunruhigende dabei ist letztlich, dass keinerlei Aufklärung in Aussicht gestellt werden kann. Es ist dann halt irgendwann vorbei. Das ist alles. Bestenfalls kann man sich einbilden, etwas verstanden zu haben.

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Verlust

Das große Problem von Short Stories ist, dass sie immer eine Pointe haben. Wenn nicht, besteht genau darin die Pointe. Bringt das Format mit sich. Wenn man das unterlaufen könnte, würde man das Genre neu erfinden.

Schlag: Regelmäßige oder unregelmäßige Rasterung der Zeit, auf die das Material ausgerichtet oder nicht ausgerichtet gelegt werden kann.

Takt: Gruppierung von Schlägen mit gleicher oder ungleicher Gewichtung als Struktureinheit oder einfache Zähleinheit.

Betonung im Material/Betonung im Schlag

Kontrolle durch das Auge: Wenn Du den Cursor nicht siehst, bewegt er sich nicht.

alle Silben betonen/keine Silbe betonen

laut singen, ohne zu betonen
leise singen, aber trotzdem betonen

Faktisch ist bei lautem Singen quasi alles betont, nur die Begleitung/das Metrum differenziert zwischen betont und unbetont.

Nochmal anders gesagt: Betonung ist überhaupt nur eine Frage der Lautstärke, des Schalldrucks.

etwas sinnvolles tun, wie z.B.

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important work

Ich war zu einer Theater- oder Opernvorstellung nach Süddeutschland gefahren. Angekommen, lief ich ein wenig in der Stadt herum, ging dann zum Theater, und war so müde, dass ich ein wenig schlafen musste. Nachdem ich aufgewacht war, traf ich als erstes Thomas, der ein wenig hektisch schien und mich halb belustigt, halb entgeistert anschaute. Irgendwann begriff ich, dass die Vorstellung gerade anfing. Ich wollte mich unbedingt noch umziehen, suchte einen Raum, konnte aber keinen finden, da alle belegt waren. Schließlich entschloss ich mich, mich auf dem Flur der Hinterbühne umzuziehen. Mir ging durch den Kopf, dass es doch eigentlich bescheuert sei, extra für diese Vorstellung hierher zu fahren, und dann den Anfang zu verpassen. Ich hatte das Gefühl, die falschen Sachen eingepackt zu haben, und wusste nicht, was ich anziehen sollte. Ich entschied mich dafür, mein Hemd, das ich bereits zusammengefaltet hatte, wieder anzuziehen, darüber einen hellblauen Anzug mit dünnen weißen Streifen. Dazu fielen mir nur Sandalen ein, besser völlig bescheuert als nur halb daneben, dachte ich mir.

Auf einem Fensterbrett saß eine junge Frau mit kurzen Haaren, die zum Theater zu gehören schien. Sie hatte mir offenbar die ganze Zeit zugeschaut, und lobte meine T-Shirt-Auswahl. Ich holte triumphierend ein ziemlich abgetragenes T-Shirt aus meinem Koffer und sagte, dies sei das beste T-Shirt überhaupt. Sie fragte, woher ich es habe, was ich nicht mehr wusste. Ich schaute mir das T-Shirt genauer an und entdeckte zu meiner Bestürzung, dass es mit goldenen Louis Vuitton-Logos bedruckt war, die allerdings ziemlich verblichen waren. Ich murmelte etwas davon, dass ich wohl mal einen ganzen Stapel davon billig bekommen hätte. Aus irgendeinem Grund zeigte ich ihr dann noch voller Stolz ein Sweatshirt, das von einem anderen süddeutschen Stadttheater stammte und mit der Graphik zu einer dortigen Aufführung bedruckt war. Ich hielt ihr also das Sweatshirt hin, sah sie über das ausgebreitete Shirt an und verstand im gleichen Moment, dass ihr Name auf dem Sweatshirt abgedruckt war. Sie war die Autorin, zumindest aber die Regisseurin des Stückes gewesen, und hatte mir das Shirt nach der Premiere geschenkt. Sie hatte sich nicht verändert, trotzdem hatte ich sie nicht erkannt.

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VERJUS DE BOURGOGNE

Mark Fell, Ten Types Of Elsewhere: Feinstgradierung. Was wäre, wenn man in die kleinstmögliche rhythmische Abstufung noch einmal eingreifen würde? Würde der Rhythmus dann einfach verzerren, nicht mehr erkennbar sein? Als ob das Abspielgerät kaputt wäre?

GF: Meisterwerke sind stumpfsinnig.

Die Ränge füllen sich, allein die Athleten fehlen noch.

betont/unbetont
lang/kurz

fuck!

Bigg Jus/El-P vs. Death Grips/Jam City: Die reine Wut funktioniert nicht mehr. Du musst Deine Aussage schärfen, um bestehen zu können. Ein bisschen Eleganz hier, ein bisschen Struktur dort. Einfachheit als Schönheit als Zynismus. Reduktion. Den Standpunkt sichtbar machen. Verdeutlichen. Eigentlich schade: Ich fand es immer ganz schön, einfach nur sauer zu sein. Aber das wirkt jetzt dezidiert altmodisch, eigentlich sogar faul.

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Hilfe Tod Erbrechen

Der Wedding war in ein glitzerndes Hochhaus-Paradies umgebaut worden, wie ein schöneres und prächtigeres Manhattan in Berlin. Zwischen zwei Hochhäusern eingeklemmt sah man die hohe, dunkle Fassadenmauer eines altdeutschen Domes, verschlossen wie eine Festung. Irgendwo inmitten des Lichtspektakels sollte es einen dunklen Hügel geben, vielleicht ähnlich wie der Kreuzberg am anderen Ende der Stadt, dessen Areal man besser nicht betrat, da hier eine nicht näher erklärte Gefahr lauerte. Im Karstadt am Leopoldplatz, das sich merkwürdigerweise nicht wesentlich verändert hatte, war entlang einer der Seitenwände des Gebäudes im Erdgeschoss eine Notenabteilung eingerichtet worden, in der ich Miniaturausgaben von Pauset und ein Manuskript von Berlioz fand. Die Miniaturausgaben waren kleiner als normale Taschenbücher und ließen sich leicht in einer normalen Jackett-Tasche verstauen. Während ich dies prüfte, machten sich zwei Gauner in zerlumpten Anzügen an mich heran und versuchten halb mit List, halb mit Gewalt, mein Portmonaie zu stehlen, auf das ich verzweifelt meine Hand hielt. Die Noten des Berlioz-Manuskriptes waren auf eine stoffartige, gestrickt oder gehäkelt wirkende Unterlage aufgebracht. Ich stellte mich in eine Ecke und begann, den Stoff des Berlioz-Manuskriptes langsam aufzudröseln.

Doktus
Scribd
Soundcloud

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Optimismus

everything is way too convenient

Musikalität unterbinden/verhindern

Doku = Zeit

Vokalklänge und Instrumentalklänge ununterscheidbar machen: Würde voraussetzen, dass die Darstellung absolut ironie- und pointenfrei ist, dann könnte man tatsächlich auf den Reichtum der Klanggebung reagieren und nicht einfach nur den normalen Gebrauch der Werkzeuge negieren. Totale Verschmelzung und gleichzeitig doch ein vorsichtiges Auseinanderhalten, eine minimale Differenz, die Instrumente und Stimmen voneinander absetzt. Basis müssen Geräusche sein, die nur ausnahmsweise den Bereich der Tonhöhen berühren. Vielleicht aber auch, dass sich die Stimmen von den Geräuschen zu den Tonhöhen vorarbeiten, und umgekehrt die Instrumente von den Tonhöhen zu den Geräuschen.

hall of fuckin’ shame

Ist doch toll: Du musst nur einen einzigen Buchstaben hinzufügen, und schon sieht es aus wie ein richtiges Wort.

3 Bläser, 3 Streicher, 6 Sänger, alle mikrophoniert:

fck y!
fck d!

there’s a lot of signals you don’t wanna send

Vielleicht auch Schlagzeug/Klavier? Wäre doch auch schön, oder? Kann ich noch ein bisschen … ? Oder vielleicht … ?

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Filed under Gesang, Methode, Oper, Projekte, Stücke

So many.

Less Talk
More Action

Charaktere, die in der Erinnerung zusammenfließen: Lateinlehrer/Französischschüler. War der nun so und der so oder andersherum oder waren sie vielleicht wirklich beide gleich/ähnlich?

Warnpiepsen Mikrophonpfeifen

Elektronik als Zitat: Wäre eine Möglichkeit, ein Instrument daraus zu machen.

It’s all much worse than you think.

PR: Ich verändere Material, indem ich es unverändert wiederhole. Die Aussage ist: Das Verhalten des Materials zur Häufigkeit seiner Wiederholung.

Bild mit Ton hier wesentlich prägnanter in der Wahrnehmbarkeit von Schnitt und Wiederholung – auch wenn sie gegeneinander verschoben sind.

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Filed under Elektronik, Erinnerung/Gedächtnis, Form, Kunst

inalienable/dreamless

Blu: Einzelne Silben herausdrücken (portato crescendo), andere fast verschlucken (staccatisso pianissimo). Möglicherweise zwei verschiedene, unabhängige Rhythmusebenen.

Betonte und unbetonte Silben auf zwei verschiedenen Rhythmusebenen.

Ungereimtheiten Kathedrale

e-g-e-g-e-f-d-f-d-e-c-g-e-d-g-g

Wovon ich schwärm’: Der Lärm.

Zeichen der Zeit: Monothematische Bands. Verengung der Perspektive. Verdeutlichung der Aussage.

Who knows how deep that hole is – maybe it has no bottom at all.

Oktave als Überraschung: Plötzlich ist das Gleiche obendrüber (oder untendrunter). Wie kann das denn sein?

Nicht für selbstverständlich nehmen.

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Filed under Gesang, Oper, Pop, Stücke, Text, ZWEI/2240: Song Cycle

Einfach irgendwas.

Was machen die denn da?

Jetzt machen die das. Und jetzt …

Instrumentation gegen Material verschieben. Material homogenisieren.

Artikulation = Material oder so.

Oder eben kontinuierliche Materialveränderung auf plötzliche Instrumentationswechsel legen. Hard Edge vs. Soft Edge.

Etwas bleibt gleich, und etwas ändert sich total, und zwar egal, was die Struktur nahelegen würde. Oder: bleibt auch gleich, aber an ganz anderer Stelle. Zwei völlig verschiedene Strukturen aufeinander gelegt. Oder: Ähnliche Strukturen, aber stark gegeneinander versetzt, oder sich gegeneinander verschiebend.

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Filed under Form, Methode, Stücke, Untrust

Nutzlose Erkenntnis

Untrust/Gordon Matta-Clark: Rohheit der Natur, Struktur des Nützlichen, Geometrie des Eingriffs, Brutalität der realen Gefahr.

Vorbereitete Struktur nutzen, ohne sie ernstzunehmen. Z.b. Akkorde und Struktur frei gegeneinander verschieben. Sinn der Struktur komplett ignorieren. Instrumentation verwenden, obwohl sie vollständig sinnlos geworden ist. Sozusagen eine Ruine als Neubau.

Und dann, am Ende, sich die Ruine vielleicht doch aneignen, vielleicht doch in die Ruine einziehen.

Dream/Weeknd: Pathos als Gewicht/Ballast. Es genügt nicht nur nicht, recht zu haben, es hilft auch überhaupt nicht. Was dann letztlich auch bedeutet, dass man nicht recht hat.

Untrust: Homogene, aber strukturierte Massen.

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Filed under Kunst, Pop, Stücke, Untrust

Baustelle

I want my Robert Smithson piece back!
Can I please have my Robert Smithson piece back!
Please give me my Robert Smithson piece back!

Klavierstück über minimale Arpeggi schreiben
vorher/nachher als Thema – Zeit
dicke Schichten von Verzierungen
rhythmisierte Triller

If you have problems with a song, take out what you like most. (PJ Harvey)

Agamben, Textausdeutung: Problem, wenn man jeden Text auf seine Etymologie hin abklopft, ist ja eigentlich, dass man die Texte überhaupt nicht mehr wörtlich nimmt, sondern nur noch in ihrer Tiefenstruktur nach Bedeutung sucht. Ganz offensichtlich damit Text tatsächlich vom Autor und seiner Intention abgelöst. Das Unangenehme, Falsche dabei ist, dass der so untersuchte Text eigentlich immer recht hat, immer Recht haben muss, er wird quasi wie eine Heilige Schrift behandelt. Exegese: Es wird im voraus davon ausgegangen, dass der Text recht hat, und nur noch nach seiner korrekten Ausdeutung gesucht. Textauswahl und Textreihenfolge bleiben unbegründet. Insofern scheint die Untersuchung für sich selbst auch den Status der Unanfechtbarkeit zu reklamieren. Die Exegese der Heiligen Schrift ist ebenfalls heilig. Das Lustige dabei ist, je mehr der Text auf diese Weise ernstgenommen wird, desto mehr verliert er für sich an Bedeutung, da fast alles in ihn hineingetragen werden kann, je nach Intention des Ausdeuters. Was noch nicht einmal mit Böswilligkeit zu tun haben muss, sondern einfach mit der Methode notwendig verbunden ist. Man sieht nur das, was man sehen will, wenn man die Oberfläche verlässt. Oder sogar: Was immer man sehen will.

I would like to …

please no genre

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Filed under Klavier, Kunst, Philosophie, Pop, Stücke, Text

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I think it’s boring. And you?

Noch einmal zum Seh/Hör-Problem: Akustische Aufnahme kann in der Regel als angemessene Dokumentation gelten, visuelle Aufnahme nie, selbst bei Standkamera, weil es so viele andere mögliche Perspektiven gegeben hätte. Visuelle Aufnahme quasi immer Montage, auch wenn gar keine Montage stattfindet.

Ganz interessant, dass im Text vollständige Sätze ein bisschen so wirken, wie besonders deutliche Aussprache bei Politikern: Es kommt immer ein bisschen zu pompös daher, man hat letztlich immer das Gefühl, dass da jemand etwas zu verbergen hat, zumindest eben Probleme mit der Aussprache/dem Satzbau. Es wirkt zu abgezirkelt, zu perfekt, vielleicht aber vor allem zu abgesichert, um glaubwürdig zu sein. Deswegen haben ausformulierte Texte so leicht die Tendenz, über das Ziel hinauszuschießen: Die übertriebene Korrektheit der Formulierung überträgt sich auf den Inhalt.

Letztlich laufen alle Korrekturen darauf hinaus, den Text wieder einzufangen, die Formulierung einzukochen, das Umständliche zu streichen. Insgesamt also den Text schneller, zielführender, direkter machen. Falsches Pathos.

Derrida
Agamben
Didi-Huberman

Distinktionswahn

eigentlich unfassbar schön

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Filed under Montage, Philosophie, Text

all songs by levon vincent

Jede Stufe einzeln charakterisieren? Eigentlich nicht, warum nicht Entwicklungen nebeneinanderher laufen lassen?

Spieltechniken einander überlagern, quasi eigene Stimmen, die in der Überlagerung die Struktur verdichten? Wenn zwei verschiedene Spieltechniken gleichzeitig, dann automatisch auch mehr Aktion? Eigentlich unmöglich, aber lustige Idee.

Oder aber unabhängige Entwicklungen, die so lange dauern, wie sie vorgesehen sind, und sich gegenseitig überlagern und auslöschen. Also nicht verdichten, sondern unkenntlich machen.

Visuelle Hindernisse als Blenden in tracking shots, quasi Montage-Ersatz.

Ich würde gerne –
I would like to –
Please, let me –
But – of course!

The whole day it felt later than it actually was. Strange, huh? So tell me, why is that? How can it be?

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Filed under Filmtechnik, Montage, Stücke, Uncategorized, ZWEI/2240: Song Cycle

seelische Kraft

Nochmal zu Montage: Gerade wenn ein Film quasi ausschließlich aus langen tracking shots besteht, wie Satantango, wird deutlich, wie wenig die Filmtechnik unserer normalen Art, die Welt anzuschauen, entspricht. Es ist eigentlich so, als würde man die ganze Zeit mit größter Aufmerksamkeit starren, und den Blick nur ganz langsam von einem Objekt abwenden und einem anderen Objekt zuwenden – als ob der Raum zwischen den beiden Objekten genauso wichtig wäre wie die Objekte selbst. Als ob wir also eigentlich gar kein Interesse an diesen beiden Objekten haben, sondern quasi zufällig unseren Blick vom einen zum anderen schweifen lassen würden. Ein quasi objektiver, interesseloser Blick auf die Welt. Als künstlerisches Mittel natürlich absolut sinnvoll, wenn diese Art des Blickes evoziert werden soll, und in einem Film wie Satantango in der Verweigerung von Emphase auch wieder emphatisch, aber unserer Art zu schauen grundsätzlich entgegengesetzt, also betont künstlich, im Gegensatz zu der scheinbar naheliegenden Annahme, dass Montage künstlich, weil zusammengesetzt, und tracking shot natürlich, weil einfach ist. Ein schneller Kameraschwenk wirkt ja im Übrigen wie eine Montage, außer daß dem Weg als optisches Phänomen mehr Bedeutung zugewiesen wird, als dies im realen Blickwechsel der Fall wäre. Noch einmal also: Montage ist die perfekte Methode, unseren Blick auf die Welt abzubilden – wenn man das wirklich will. Vielleicht ist es eben gerade interessant, etwas anderes zu tun. Nur das Argument der Einfachheit, Natürlichkeit ist absoluter Unsinn. In Wirklichkeit ist der tracking shot extrem künstlich.

Fuck Überlegenheit.
Destroy Distinktion.

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Filed under Film, Filmtheorie, Form, Montage

Form und Dauer

Bela Tarr, Satantango: Ziemlich perfekt durchgeführt, wie ausgerechnet, eigentlich keine Schwächen und vor allem auch keine Peinlichkeiten, immer wieder überraschend, wie brutal ein Schnitt einschlägt, wenn er nach einer langen Einstellung an einen anderen Ort/eine anderen Zeitpunkt springt. Man fühlt sich eigentlich um das, was dazwischen liegt, betrogen, als ob es gewaltsam aus dem Ablauf herausgenommen wäre. Auch der Schnitt selbst, der exakte Zeitpunkt, an dem zwei Einstellungen aufeinandertreffen, bekommt eine eigenartige Virulenz, als ob rein optisch etwas passieren würde, das man eigentlich nicht versteht – so schnell nicht nachvollziehen kann. Als ob das Auge nach der langsamen Entwicklung der langen Einstellung sich nicht so schnell auf das optische Phänomen des Schnitts einstellen könnte, als ob nur die Überblendung dem Auge die nötige Zeit gegeben hätte, sich auf die nächste Einstellung vorzubereiten, den Übergang von einer Einstellung zur nächsten zu verstehen. Insofern Schnitt als Raub, als brutaler Eingriff, als Fehlstelle. Totaler Gegensatz zur Montage, in der das Auge den Schnitt gar nicht bemerkt.

Lange Stücke und sehr lange Stücke.

Durch das Streichquartett führen.

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Filed under Film, Form, Montage, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle

Zeit der Träume

Ich weiß nicht wie, aber ich hatte ein Probespiel beim London Symphony Orchestra bestanden und einen Platz in der Cello-Gruppe gewonnen. An meinem ersten Arbeitstag kam ich mit meinem alten Cello an und setzte mich auf meinen Platz. Ich benutze das Cello normalerweise nur, um Spieltechiken auszuprobieren, dementsprechend ist es ein absolut minderwertiges Instrument, das von einem russischen Geigenbauer aus drittklassigen Materialien zusammengesetzt wurde. Wie üblich, rutschten mir beim Einstimmen die Wirbel aus der Halterung, und es gelang mir nicht, die a-Saite wieder festzuklemmen. Ich musste also ohne a-Saite spielen. Berlioz’ Romeo et Juillet sollte geprobt werden. Da ich nie Cello-Unterricht hatte und auch kein anderes Streichinstrument spiele, war es für mich unmöglich, die richtigen Töne im vorgeschriebenen Rhythmus zu spielen, geschweige denn, einen angemessenen Klang zu erzeugen. Da dies sehr schnell deutlich wurde, zog ich mich irgendwann aus der Cello-Gruppe zurück und setzte mich hinter das Orchester, um den Proben-Ablauf weiter beobachten zu können. Dabei dachte ich fieberhaft darüber nach, wie ich es anstellen könnte, bis zur nächsten Probe Cello spielen zu lernen. Nach der Probe bemerkte ein Bekannter, der ebenfalls seinen ersten Arbeitstag gehabt hatte, dass alles so fürchterlich britisch sei. Um von meinem eigentlichen Problem abzulenken, antwortete ich, ja, es wäre schon ein Unterschied, ob man als Tourist nach England komme, oder hier wirklich arbeite.

Auswahlkriterium: Aufschreiben oder nicht aufschreiben. Wenn es aufgeschrieben ist, kommt es auch rein.

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David Foster Wallace Center

Glas, wo kein Glas ist. Spiegel, wo kein Spiegel ist. In sich ähnliche Räume, die aussehen, als ob sie gespiegelt wären, aber real sind. Leere Rahmen unterscheiden sich nicht wesentlich von gefüllten Rahmen.

Nachdenken über Dinge, die man nicht sieht, die abwesend sind: Ist doch toll, dass das überhaupt geht. Fuckin’ Gedächtnis!

Spannung kommt ausschliesslich dadurch zustande, dass du nicht weißt, was passiert. Wenn du weißt, was kommen kann, kannst du keine Angst haben. Es sei denn, du findest das, was kommt, so fürchterlich, dass du schon im Voraus weißt, dass du es nicht aushalten kannst. Entspannung, wenn du glaubst, dass du weißt, was passiert. Wenn du glaubst, dass du den Rahmen, in dem sich das Ganze bewegt, verstanden hast.

Und mal wieder die Frage, was kommt um die Ecke – jetzt – gleich …

Da ist sie schon. Am schlimmsten natürlich das Warten, dass du nichts tun kannst, dass du nur warten kannst.

Figuren, die gar nichts sagen: Die Frau mit dem Schleier. Einzige Funktion: Schrecken. Zwei zur einen Seite und dann ganz weit zur anderen Seite.

Wenn du weißt, dass etwas da ist, denkst du auch, dass es alle sehen können.

Your Security is our concern, but is your responsibility.

XO/XR: Sing ein Lied.

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Filed under Literatur, Pop, Theater

Ganz viel freilassen

Inkonsequenz als Qualität: Es führt zu nichts, und gerade deswegen ist es gut.

2:15 ohne Pause
dann gehen die Leute auf Klo
dann fangen die Leute an, aufs Klo zu gehen.

Timing
Langeweile
Atem schöpfen
Leerlauf

Auf der Bühne
Timing aus der Hand geben
Von der Bühne aus inszenieren
Timing während der Aufführung auf der Bühne

Wie zeigt man eigentlich Langeweile ohne zu langweilen
Durch alle Höhen und Tiefen gegangen
Erleben der Zeit
Körperlich gefangen
Anti-Timing
Eigene Qualität
Herrschaftsgeist
Ihr müsst das jetzt aushalten
Kein Ergebnis
Prozess

Wir wünschen uns ein Theater, das gar keine Premieren mehr macht, das gar kein Publikum mehr hat.

Freibrief zur Unaufmerksamkeit
Aufforderung etwas zu verpassen

Tragik beruht darauf, dass das Publikum weiß, dass die Helden am Ende sterben werden. Es geht auch darum, eine Zeitdauer auszuhalten vor dem bekannten schrecklichen Ende.

Damit experimentieren, wie Aufmerksamkeit generiert wird.

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Filed under Theater

Gib Disfunktionalität, bitte.

Nicht zu viel Sinn machen. Might be a problem. Schauen, was passiert, nicht vorausplanen. Nicht versuchen, vorauszusehen, was alles passieren kann. Dennoch: Unmöglichkeiten vermeiden oder akzeptieren? Ausrechnen und streichen oder stehen lassen?

Wenn es zu ordentlich wird: Hilfe!

Eigenschaften gegeneinander verschieben.

Alles klein-klein, eng, bewegungslos. Alles zu sehr auf Nummer Sicher: Ordentlich, gut gemacht, risikolos. Muss man gar nicht mehr anprobieren, passt eh.

Ziemlich bizarre Entscheidung klassischer Veranstalter, die Akustik der Säle durch elektronische Hilfmittel aufzupolieren. Wesentliches Motiv, ein klassisches Konzert zu besuchen, kann eigentlich nur die Präsenz des instrumentalen Klangs sein, wie sie sich elektronisch nicht vermitteln lässt – und zu der Unausgeglichenheit an verschiedenen Punkten im Raum notwendig gehört. Auch wenn man die elektronische Verbesserung nicht bewusst erkennt, wird man nicht vermeiden können, die fehlende akustische Präsenz des Klangs wahrzunehmen – und unbewusst enttäuscht sein. Letztlich klingt es dann doch so wie zu Hause auf der Stereoanlage, nur schlechter: Elektronik nur einsetzen, wenn man sie als solche auch hören soll.

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Filed under Klassik, Methode

non-consequentiality

danger
money
food
stars
usefulness

supply + demand + magic

Tonale Musik: Dass Nachvollziehbarkeit ein wesentlicher Vorteil tonaler Musik gegenüber atonaler Musik sein soll, ist wahrscheinlich Unsinn. In Wirklichkeit klingt sie einfach angenehmer als atonale Musik. Allerdings ist es richtig, dass Fehler in tonaler Musik sofort erkannt, also nachvollzogen werden können, in atonaler Musik meistens nicht.

REDE
TRAKTAT
GESANG

oder hatten wir das schon?

Parameter: Grad der Variation
Wie jetzt – soll alles gleich bleiben, aber alles anders werden? Wie denn das jetzt?
Na, ist doch klar – was hast Du denn gedacht?

Stimme durch Wand: Rhythmus und Bewegung

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Filed under Klassik, Literatur, Neue Musik, Oper, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle

POST MORTEM

Niemand sagt, dass es leicht sein soll. Aber es muss auf irgendeiner Ebene eben doch Peng machen, das ist es. Es darf nicht NUR mühevoll sein. Und dazu macht ein vereinheitlichtes Konzept eben doch Sinn. Das AUSDENKEN hat so etwas leicht Widerwärtiges: Dass man sich fragt, was man will, und das dann auch macht/ausführt. Ist halt nicht gerade das, was man Überraschung nennt. Und ist überhaupt nicht KALT. Vorschrift, auch unsinnig: Bitte ausführen.

Vernünftig sein/Zusammenpassen: Einerseits bescheuert, andererseits könnte es bei bestimmten Anforderungen die einzige Möglichkeit sein, überhaupt etwas zustandezubekommen. Bestimmte Dinge KÖNNEN halt nicht zufällig aufeinandertreffen, weil sie unausführbar sind. Also müssen sie von vornherein vermieden/verhindert werden. Regeln könnten da nützlich sein. Nur: Ab einem gewissen Grad von Komplexität der Aufgabe müssen die Regeln notwendigerweise so kompliziert werden, dass sie als Regeln nichts mehr taugen. Regel sollen ja vereinfachen, Entscheidungsprozesse verkürzen, nicht einfach nur die Sachlage beschreiben.

Mal wieder so eine Frage: Gefällt es mir nicht, weil ich nicht weiterkomme, oder komme ich nicht weiter, weil es mir nicht gefällt? Arbeite ich schlecht, weil ich deprimiert bin, oder bin ich deprimiert, weil ich schlecht arbeite?

Dynamik an Spieltechnik koppeln: Macht Sinn, ist aber verdammt spießig.

Das Ausdenken möglichst verhindern.

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Filed under Methode, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle

men

Ganz angenehm, wenn Dinge, die man tut, Konsequenzen haben, selbst dann, wenn sie unangenehm sind. Es ist dann leichter, daran zu glauben, dass, was man tut, nicht völlig egal ist. Das gilt logischerweise auch für die kompositorische Arbeit: Wenn es für ein Stück letztlich egal ist, ob Du Dich so oder so entscheidest, warum machst Du es dann überhaupt?

Bleed: Verdeppt. Zu viel Bass.

Breth/Lulu: Wo steht denn eigentlich geschrieben, dass man Opern nicht anfassen darf? Was ist denn das für ein braves Nachbeten von Dingen, die angeblich so perfekt sind, dass man sie in keiner Weise modifizieren darf?

War doch gut. Ist doch gut. Wird doch gut. What a fuckin’ lie.

Black Metal. Dark Soul.

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Filed under Klassik, Methode, Oper, Pop

Schwachsinn.

Gibt natürlich viele verschiedene Formen von Entscheidungen. Die bewusst getroffenen, die unbewusst getroffenen, die, deren Konsequenzen man sich bewusst ist, und die, deren Konsequenzen man sich nicht bewusst ist, Entscheidungen ohne weitere Bedeutung, und Entscheidungen, die den Rest eines Lebens bestimmen, weil sie nicht mehr rückgängig gemacht werden könne. Das muss gar nicht so dramatisch sein, wie es sich anhört, es kann sich beispielweise um eine einfache technische Irreversibilität handeln.

Melodien für Millionen: Das Rauschen

Klangfarben-Dramaturgie

Ich bringe mich in Situationen, in denen ich nicht anders kann, als –

vorurteilsgesteuerte Textautomaten

– You can never escape your fate. Submit with honour to a duel with my son.
– I agree.

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all absolutely non-sensical

Die Entscheidung ist der eigentliche und einzige Punkt, an dem sich das Ich zeigt – letztlich, weil es sich da auch nicht zeigen kann, aber deutlich wird, wie sehr es im Kern von seiner Umgebung definiert wird. Quasi überpersönliches Ich. Ich will in einer Komposition die Entscheidung hören, ansonsten bleibt sie marginal.

Bei Entscheidungen wird das Individuum in die Ecke gezwungen. Und dadurch definiert. Deswegen sind sie so interessant. Auch wenn es persönlich nichts mit dem Thema zu tun hat, ist das Individuum die überhöhte Entscheidung.

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spießig as fuck

Ich schäme mich so. Das hätte niemals passieren dürfen. Ich. Will. Alles. Wissen. Dass man gar nicht anders hätte handeln können, dass es aber trotzdem falsch ist. Eine unverzeihliche Schwäche. Mir ist übel.

Alles, was geschieht, ist in sich schlüssig. Sonst würde es nicht geschehen könne. Warum fühlt sich der Protest so falsch an? Wo er doch, wenn er nun einmal geschieht, die gleiche Schlüssigkeit wie jedes andere Geschehen hat. Natürlich manipulieren immer unzählige entgegengesetzte Kräfte den tatsächlichen Verlauf. Warum willst Du nicht eine diese Kräfte sein? Warum glaubst Du, dass die Position des Zuschauers, die gar nicht anders kann, als ebenfalls zu manipulieren, indem sie nicht eingreift, wo sie eingreifen könnte, die einzige akzeptable Position ist? Weil Du nicht weißt, wie es besser gemacht werden könnte, weil Du kein Ziel siehst, das eine eindeutige Verbesserung wäre. Trauer. Gebet.

nicht nachdenken, kein persönlicher Geschmack, jedenfalls nicht mehr, als unbedingt notwendig

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anticipation is one hell of a drug

Indie Classical: Ziemlich merkwürdig, dass dabei dann plötzlich ländliche Dudelmusik heraukommt, die weder an Indie, noch an Klassik anknüpft, eher an instrumentale Volksmusik. Ihrer absoluten Harmlosigkeit wahrscheinlich kein bisschen bewusst. Auf schlechte Art Unterhaltungsmusik, Blubbermusik, aussagelos, als ob es nur darum ginge, möglichst niemandem wehzutun. Als ob Harmlosigkeit die höchste denkbare Tugend wäre. Interessant auch, dass hier die Klänge wirklich nur abgerufen werden, absolut nichts Eigenes hinzugefügt wird, als ob es schon eine Leistung wäre, die richtige Note auf dem Klavier zu finden.

Dabei lebt Pop doch eigentlich vom persönlichen Ton, dass man singt/spielt, wie es kein anderer tun könnte. Also das Problem, dass die Musik nicht mehr von einem selbst, sondern von anderen gespielt wird, noch nicht einmal erkannt, und deswegen natürlich auch keine Lösung dafür gefunden. Einfach alles Standard. Klassik ist dann, dass es klingt wie ein klassisches Instrument, mehr nicht. Ziemlich übel. Eigentlich das Schlechteste aus beiden Welten, und zutiefst konservativ/reaktionär. Und unsere Freunde aus der Pop-Abteilung scheinen es noch nicht einmal zu merken.

Stimme: Ganz enge Stimmbereiche definieren, z.B. nur ganz tief, nur mittlere Lage, nur ganz hoch etc. Sechs Unterteilungen je Stimme/Stimmtyp? Evt. Kombinationen, evt. komplette Rollen nur in einer Stimmlage singen lassen – oder dann überraschend wechseln. Dadurch automatisch deutliche Charakterisierung, quasi unvermeidlich. Also eigentlich nicht Singstimme auf Sprechstimme reduzieren, sondern deutlich unter Sprechstimmen-Ambitus bleiben. Japan. Akira Sakata.

Oder: Ambitus ständig neu definieren, gleitende Registergrenzen, aber auch Sprünge. Ständig in Bewegung, aber immer eingeschränkt. Wandern durch die Register. Phrasen durch Ambitus und interne Bewegungsmöglichkeiten definieren.

Kunst kommt nicht von Können, sondern von Nicht-Können. Wenn Du etwas kannst, kannst Du schon sicher sein, dass es keine Kunst mehr ist.

In jedem Moment bei Null anfangen. Auch das, was Du schon gemacht hast, neu erarbeiten.

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P’ansori/Korea

Burde, Wolfgang (Hrsg.): Korea, Einführung in die Musiktradition Koreas, Mainz 1985

Chung, Kyo-Chul, Matthias R. Entreß (Hrsg.): Pansori, Die gesungenen Romane Koreas, Bd. 1: Gesänge von Liebe, Treue und listigen Tieren, Thunum 2005

Hahn, Man-Young: Kugak, Studies in Korean Traditional Music, Seoul 1990 (Gagok)

Heyman, Alan (Hrsg.): The Traditional Music & Dance of Korea, Korean Traditional Performing Arts Centre, Seoul 1993

Jang, Yeonok: Korean P’ansori Singing Tradition, Development, Authenticity, and Performance History, Lanham 2014

Jeon, Kyung-wook: Korean Mask Dance Dramas, Their History and Structural Principles, Youlhwadang Publisher, Gyeonggi-do 2005

Killick, Andrew P.: The Invention of Traditional Korean Opera and the Problem of the Traditionesque: Ch’angguk and its Relation to P’ansori Narratives, Washington D.C. 1998

Kim, Daihyun: P’ansori als Aufführungskunst, Trier 1997

Lee, Heung-gu: Korean Court Dance, As Seen in Historical Documents, Korea Foundation, Korean Culture Series 14, Seoul 2010

Lee, Mee-Jeong: Le Pansori, Un art lyrique coréen, Paris 2002

Lee, Wha-Byong: Studien zur Pansori-Musik in Korea, Frankfurt/Main 1991

Nam Sang-suk, Gim, Hae-suk: An Introduction to Korean Traditional Performing Arts, Minsokwon Korean Studies Series 4/music, Seoul 2009

Park, Chan E.: Voices from the Straw Mat, Toward an Ethnography of Korean Story Singing, Hawai’i 2003

Pihl, Marshall R.: The Korean Singer of Tales, Cambridge 2003

Rockwell, Coralie: Kagok, A Traditional Korean Vocal Form, Providence 1972

Shim, Joon Hee (Hrsg.): Pansori, Commemorating Designation as a Masterpiece of Oral Tradition and Intangible Heritage of Humanity by UNESCO in 2003, Seoul 2004

Song, Bang-Song: The Sanjo Tradition of Korean Kommun’go Music, Seoul 1986

Um, Haekyung: Korean Musical Drama, P’ansori and the Making of Tradition in Modernity, Farnham 2013

Willoughby, Heather Alane: The Sound of Han: P’ansori, Timbre, and a South Korean Discourse of Sorrow and Lament, New York 2002

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