Monthly Archives: January 2015

Last Year

Eigentlich alles ganz normal, keine echten Überraschungen, keine großen Enttäuschungen, kaum Diskussionsbedarf, die Gewinner stehen ohnehin fest.

Ganz zuletzt eine kleine Entdeckung, OUR NEW NUMBER ONE. Platzierung vielleicht ein bisschen extrem, aber tolle Platte.

Muss wohl alles in allem ein gutes Jahr gewesen sein, auch wenn sich das live nicht unbedingt so angefühlt hat.

lang

01. Trauma & Drama: ENDRAVE
02. FKA twigs: LP1
03. Millie & Andrea: Drop The Vowels
04. Caribou: Our Love
05. Scott Walker + Sunn O))): Soused
06. Jason Lescalleet & Kevin Drumm: The Abyss
07. nima: See Feel Reel
08. Giant Claw: DARK WEB
09. Leon Vynehall: Music for the Uninvited
10. Shabazz Palaces: Lese Majesty
11. 18+: Trust
12. D’Angelo: Black Messiah
13. Ruyksopp & Robyn: Do it Again
14. Frank & Tony: You Go Girl
15. Lorenzo Senni: Superimpositions
16. Last Japan: Ride With Us
17. Pharmakon: Bestial Burden
18. Rome Fortune: Small VVorld
19. Chris Strickland: Animal Expert
20. OAKE: Auferstehung
21. Teitanblood: Death
22. Russell Haswell: 37 Minute Work Out
23. 100s: IVRY
24. Todd Terje: It’s Album Time
25. Nicholas Szczepanik: Not Knowing
26. Gabor Lazar: ILS
27. Kris Wadsworth: Popularity
28. Azealia Banks: Broke With Expensive Taste
29. Tinashe: Aquarius
30. Indian: From All Purity
31. Lee Bannon: Alternate/Endings
32. Copeland: Because I’m Worth It
33. Lee Gamble: KOCH
34. Mutter: Text und Musik
35. Untold: Black Light Spiral
36. Curren$y: The Drive In Theatre
37. James Plotkin, Paal Nilssen-Love: Death Rattle
38. Run The Jewels: Run The Jewels 2
39. Marissa Nadler: July
40. Plebeian Grandstand: Lowgazers
41. Groundislava: Frozen Throne
42. Low Jack: Garifuna Variations
43. SZA: Z
44. Sebastian Mullaert & Eitan Reiter: Reflections of Nothingness
45. Dai Burger: IN YA MOUF’
46. Matt Karmil: ——
47. Chris Crack: KICKIN IT WIT TW
48. Dutch E Germ: IN.RAK.DUST
49. Migos: No Label 2
50. Fear of Men: Loom
51. Shinichi Atobe: Butterfly Effect
52. HTRK: Psychic 9-5 Club
53. Mutilation Rites: Harbinger
54. Lawrence English: Wilderness Of Mirrors
55. Iceage: Plowing Into the Field of Love
56. Koenraad Ecker: Ill Fares The Land
57. Carla Bozulich: Boy
58. Black Spirituals: Of Deconstruction
59. Kevin Morby: Still Life With Rejects From The Land Of Misfitoys
60. Swans: To Be Kind
61. Peaking Lights: Cosmic Logic
62. Yaaard: How I Defeated
63. French Fries: Kepler
64. Ariana Grande: My Everything
65. Laetitia Sadler: Something Shines
66. Marc Baron: Hidden Tapes
67. Apollo Brown: Blasphemy
68. Nicki Minaj: The Pinkprint
69. Boosie Bad Azz: Life After Deathrow
70. Philippe Katerine: Magnum
71. EMA: The Future’s Void
72. SECRET BOYFRIEND: This Is Always Where You’ve Lived
73. Lucki Eck$: Alternative Trap
74. Have A Nice Life: The Unnatural World
75. Roc Marciano: Marci Beaucoup

kurz

Against All Logic: s/t
AN: La Danse Des Substances
Area Forty_One: Nocturnal Passions Part I
Bok Bok: Your Charizmatic Self
Brood Ma: P O P U L O U S
Cashmere Cat: Wedding Bells
Celestial Trax: Paroxysm EP
Clarian: Road To Recovery EP
Claro Intelecto: Peace Of Mind
Dark0: Sin EP
Diane Cluck: Boneset
dj chap: UNLIMITED DATA
DJ Milktray: All Because The Lady Loves It EP
Djrum: The Miracle
DJ Vague: Porsche Tracks
D/P/I: RICO
Fis: Iterations
Floating Points: Sparkling Conversation
Future Brown: Wanna Party
Gunge: ÜBRMNSCH-BLWY-PLX
Holly Herndon: Chorus
Jacques Greene: Phantom Vibrate
Karenn: SHEWORKS006
Karmelloz: Source Localization
Katie Gately / Tlaotlon: Split Series #23
Lee Bannon: PLACE/CRUSHER EP
Leskin: Rawer South Side EP
Leyland Kirby: Breaks My Heart Each Time
Lil Jabba: 47
Maximilian Dunbar: Drizzling Glass
Miguel: nwa.hollywooddreams.coffee
Minorstep: Weep – EP
Mr. Mitch Don’t Leave
Oneohtrix Point Never: Commissions I
Palmistry: Lil Gem
Pearson Sound: Starburst
Ricardo Villalobos: Voodog
SAINT PEPSI: Gin City
SCNTST: Forever 16
Sentinel: Hybrid
Shackleton: Freezing Opening Thawing
Shlohmo & Jeremih: No More
Sigha: The Purification Loops
Skee Mask: Serum
S.Maharba: Memorial
Sophie: Lemonade / Hard
TCF: 415C47197F78E811FEEB7862288306EC4137FD4EC3DED8B
Terekke: s/t
Traxman: Slash Time
Visionist: I’m Fine (Part II)

mix

Abdulla Rashim: RA.422 Abdulla Rashim – 2014.06.30
Amnesia Scanner: AS LIVE IN [][][][][]
Basic House: Electronic Explorations – 284 – Basic House (Opal Tapes) Pale Years Mix
Ben Aqua: RA.434 Ben Aqua – 2014.09.22
Black To Comm: Secret Thirteen Mix 110
Demdike Stare: Empirical Research
DJ Koze: FACT mix 387: DJ KOZE
D/P/I: JEANETTE (MIXTAPE)
Galcher Lustwerk & Young Male: Beats In Space Radio Show #712, 01.14.14
GUNDAM: FROSTY MIX 5: GUNDAM
Imaginary Forces: Entr’acte Mix
Jam City: Earthly II
Krust: The Pleiadian Adventure
LORD $M$: DIMEMIX002 WORLD OF SHIT
Nguzunguzu: Perfect Lullaby vol. II
Overlook: Promo Mix for Eternia
Palmistry: Free Indeed
PC Music: PC Music x DISown feat. A. G. Cook, GFOTY, Danny L Harle, Lil Data, Nu New Edition and Kane West
Perc: FACT Mix 426 – Perc (Feb ’14)
Rabit: Rabit Pandemic Transmission III
Sam Tiba: *___* SUMMER MIXTAPE *___*
Strict Face: Mix for Golden Syrup
Surgeon: Ambient Set from Freerotation 2014
Tlaotlon: Mix 10.14
Victoria Kim: Truancy Volume 103: Victoria Kim

Voll vergessen: Bierkampf

Wünsche, die sich von selbst erledigen: Der Artikel, den ich unbedingt lesen muss, die Zeitung, die ich unbedingt kaufen muss. Kurz warten: War da was? Der Wissenskrampf.

That’s it.

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Einkaufszettel

Wie wäre es denn mit einem Wunschzettel?
Super Idee, lass uns das machen!
Also ich –

Können wir das bitte einmal doppelt ausschlagen?
Wie jetzt, einmal oder doppelt?

Moschee von Mopti, Mali

she demands a father figure

Hanshugo

jetzttot

wie böse darf man eigentlich sein (PR)?

brutal klauen

schreiender, vielleicht auch klagender Klavierton, nicht laut

Scutellariae Radix
Pinelliae Radix
Bupleuri Radix
Zingiberis Recens Rhizoma

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Poolcide

Death Metal zum Entspannen: Schöner Sound, klingt echt gut. It actually does. Tatsächlich trotz tiefgelegter Gitarren keine echter Bass, daher nie echter Druck, sondern nur Lautstärke, Sound eben, Schallwand. Man könnte fast annehmen, dass die Gitarren tief-, und der Bass hochgelegt ist, tiefe Mittellage als Meer, in dem sich alles trifft. Weite Perspektive. Schönheit, wenn man so will.

Wahrscheinlich ist es böse, sich zu ärgern, weil es einfach überhaupt nichts bringt.

– Does that mean we have a problem?
– Oh yeah. Yes, we do.

Was sollte denn genau vorkommen?
Was für Techniken wolltest Du denn verwenden?

Monk, Blue Note: Hi-Hat klingt wirklich wie Blechschüssel, Marching Band.

Jochen Hein

Dahin gehen, wo es am hässlichsten ist.

Schmeckt irgendwie nach Kohle oder so?
Wie, nach Geld?
Nee, verbrannt halt.
Ach so.

Schärfe als eine Art Duft: Tatsächlich wirklich scharf, aber nicht wirklich mit dem Geschmackskörper verbunden, eher darüber schwebend, wie ein Hauch. Als ob man ihm den Körper weggenommen hätte – was man ja tatsächlich auch hat.

Genaue Vorstellung vs. Verfahrensweisen: Soll es das denn wirklich sein? Nur, weil es passt? Weil du so vorgehen willst? Weil du weißt, wie man damit umgeht? Oder solltest du nicht vielleicht besser darüber nachdenken, was tatsächlich am Ende des Arbeitsprozesses stehen soll? Wobei es ja den Mythos gibt, dass man sich dafür nicht interessieren soll, dass man es darauf ankommen lassen soll, was am Ende als Ergebnis steht, und den eigenen Verfahrensweisen vertrauen. Könnte durchaus kompletter Unsinn sein. Du darfst nicht darüber nachdenken. Schau einfach, wie du Schritt vor Schritt setzt. Das ist ja wahrscheinlich so etwas wie Gottvertrauen: Der liebe Gott wird dir schon helfen! Die Konstruktion wird dir schon helfen, wenn du wirklich an sie glaubst. Wirklich? Warum sollte das so sein?

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Desideratum

Li Gang: Ultragrobe Leinwand, quasi pixeliert. Gute Idee: Pixel zurück in greifbares Material übersetzen.

Lautstärke als primärer, aber natürlich nicht einziger Ausdruck von Intensität: Fühlt sich tatsächlich so an wie.

Dunkle, scharf geschnittene, rechteckige Höhlen/Löcher, deren Grund wir nicht erkennen können.

cis fis h fis cis

Katastrophische Stimmung, auch wenn eigentlich gar nichts passiert. Fast nichts. Alles wird als ein Zeichen gelesen. Wikinger. Komisch.

Lully/Rock, Couperin/Pop oder so

ich möchte nicht noch mehr Verwirrung stiften, aber

na ja, wie war’s denn so?
sag doch mal
sei doch nicht so

Dinge, die unangreifbar scheinen und den Qualitätsstandard für die nächsten

Under the skin, OST: Extra schlecht spielen, und zwar richtig schlecht, und das dann auskomponieren, wäre vielleicht auch mal eine super Idee.

I hate Meinungen: Immer krass selbstgefällig, egal wer, egal was, am schlimmsten, wenn sich jemand auch noch Mühe gegeben hat damit. Die Kolumne: Nervt total.

Senni: Bassdrum immer mit Oberstimme, kompletter, perfekter Schatten. In gewisser Weise fast nicht zu hören. Funktioniert super.

Was wollen wir da eigentlich? Was wollen wir eigentlich wirklich hören? Wie groß darf die Abweichung zwischen Ziel und Resultat wirklich sein? Was würde passieren, wenn wir Ziel und Mittel radikal vereinfachen würden? Womit nicht gesagt wäre, dass wir herausbekommen würden, was wir hineingetan haben, aber es wäre zumindest leichter zu überprüfen. Ganz einfache Bilder. So muss es sein. Genau so muss es sein. Logischerweise keine Erfolgsgarantie.

Detail auf Detail.

Hellblau
Hellgrün
Grau
Gelb
Rot
Dunkelblau

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Fahler (optischer) Kubismus

Simultan sehen: Geht ja eigentlich nicht wirklich, selbst wenn die Figuren direkt nebeneinander stehen. Es gibt natürlich so eine Art over-all-image, einen Gesamteindruck.

Sieht eigentlich alles mehr wie Bretterhaufen, Lattengerüste, als wie echte Figuren in Bewegung aus. Komplexe Gefüge eher als einfache Bewegungen. Eher der Eindruck der Untersuchung der Bewegung als der Eindruck der Bewegung selbst.

Mechanik vs. Mystik: Organische Maschinen. Zart, verletzlich.

Manchmal wohlfühlen.

Super Idee: Was vor 7000 Jahren geschah, erzählen, nicht erforschen.

Stop motion: Rhythmus auskomponieren.

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Registrierung als vertikale Montage.

Den neutralen Bereich vermeiden. Dahin gehen, wo es weh tut.

Entscheidungsgrundlage: Wie es am richtigsten aussieht.

in the editing room: Oktave höher, Oktave tiefer, lass uns doch mal –

Jarvis Cocker analysieren

Schering Gebäude: Alles richtig gemacht, toll. Meisterwerk der Raumerfassung.

Nicht nur, dass du nicht mehr da sein wirst, sondern auch, dass du all dies nicht mehr mitbekommen wirst. Es wird für dich nicht mehr da sein.

Geschmacklosigkeit als positive Eigenschaft.

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Tonlage: Gesteigerte Emphase

don’t you ever doubt my decisions (again)

Der Traum – von was eigentlich?

Es fühlt sich so besser an. Na ja, ja. Wahrscheinlich ja. Wahrscheinlich ist das alles.

Don’t versteck your fuckin’ self. Meaning: Don’t be too careful about your decisions. Rather risk than shy away.

Registrierung als Stimmführungsproblem. Kontrapunkt aus Bausteinen. Erinnerungsmischmasch.

Stimmung als Entscheidungsgrundlage: Heute neigen wir zu dieser Entscheidung, morgen zu jener. Auch bei sehr enger Konstruktion ein Punkt, an dem das gelebte Leben in das Stück einfließt. Natürlich kaum bewusst nachvollziehbar, aber offensichtlich auch und vor allem die konkrete Erscheinungsform des Stückes prägend.

Schnell schreiben, um den Einfluss des Lernens, des Klügerwerdens beim Arbeiten zu minimieren.

Homogene Phrasen aus inhomogenen, nicht zusammengehörenden Bestandteilen zusammensetzen: Gegensatz zwischen Konstruktion und Resultat. Schon ziemlich interessant, wie gut das funktioniert.

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Oder es gibt gar keine befriedigende Option.

Auch lustig: So wenig Zeit zu haben, dass jede Entscheidung sitzen muss, oder, wenn sie nicht sitzt, trotzdem stehen bleiben muss. Und das gilt nicht nur für das aktuelle Stück, sondern auch für das nächste, und für das übernächste auch. Ist doch toll. Hilft. Weil man weiß, es geht eben nicht schneller, es geht nur genau so, in diesem Tempo, deswegen wirst du keine Zeit haben, das Ganze nochmal zu machen. Alles, was da ist, muss auch verwendet werden.

die neutrale Position/die starke Position/die schwache Position: Gibt es eine schwache Position? Absichtlich wahrscheinlich nicht, denn wenn sie absichtlich gesetzt ist, ist sie allein aus diesem Grund schon wieder stark, vielleicht sogar besonders stark.

vielleicht, wenn es nur schwache Positionen gibt:

– nee, das geht gar nicht
– das auch nicht
– und das auch nicht

Positionswechsel, um des Positionswechsels willen vs. Positionswechsel, die das Material tatsächlich in eine andere Position bringen: How would you define that?

Pseudoexpressivität: Oh, kann der hoch spielen! Klingt das aufgeregt! Ich wusste gar nicht -. Dass -. Abwägen. Die am wenigsten aufgeregte Position. Oder eben doch gerade nicht. Sprache.

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Partitureitelkeit

Die aussagekräftigste Setzung: So etwas wie die Setzung, die sich am meisten vom Vorangegangenen abhebt, das, was hinzukommt, am deutlichsten isoliert. Das muss nicht immer die eindeutigste Abgrenzung sein, kann auch direkt an das Vorhergegangene anschließen, wenn bisher alle Setzungen von deutlichen Unterschieden geprägt waren. Ist also eine Sache des Verlaufs, der Intuition, des Abwägens: Was kann ich tun, um dieses Element möglichst prägnant einzuführen? Das ständige voneinander Absetzen kann eben auch zum Trott, zur Selbstverständlichkeit, und damit bedeutungslos werden.

Lustig, wenn sich diese Entscheidungen nur noch auf die Oktavlage (aber damit natürlich auch auf das Register und die Klangfarbe, letztlich die emotionale Geste des Instruments) beziehen. Auch das ganz Doofe, z.B. das ständige direkt aneinander Anschließen, kann in bestimmten Zusammenhängen interessanter sein als ein detailliertes Abwägen der Entscheidungsschritte.

Auch so etwas wie zwei Oktaven oder nur eine Oktave Abstand: Es ist überhaupt nicht gesagt, dass die doppelte Oktave einen wirkungsvolleren Schritt darstellt als die einfache, die einfache kann genau der Schritt sein, der die Folge am meisten zuspitzt. Wahrscheinlich geht es um genau das: Zuspitzung der jeweiligen Situation, sowohl im Schritt von A nach B nach C, als auch für A, B und C für sich alleine, aber im Zusammenhang betrachtet. Der direkte Anschluss als die gemeinste Fortsetzung.

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the party and the afterparty

Obsessionen, die wie Krankheiten verfliegen – oder auch nicht. Ich kann mich gar nicht erinnern, was da war.

Pisaro: Would you mind if I skip the next 72 minutes, darling? Irgendwie ganz falsch, einfach das Mikrophon in die Landschaft zu halten, andererseits hört man tatsächlich zu.

Klavierklänge in geräuschhafter Umgebung, Einzeltöne mit tonalen Implikationen: Nostalgische Emotion, Wiedererkennen eines musikalischen Ausdrucks, erstaunliche Effektivität im Evozieren einer verschwundenen Welt. Dabei hilft es, wenn das Klavier ein wenig verstimmt/ältlich klingt, ist aber nicht notwendig.

Angenehm zu spielen, aber extrem unangenehm zu hören – gibt es sowas? Einfach schlecht spielen ist hier natürlich nicht gemeint.

Es macht nur Spaß, wenn es aufwärts geht: Was wäre denn, wenn es ab sofort nur noch abwärts gegen würde, wie würde man sich damit einrichten? Naivität des Optimismus. Steigerung im Schlechterwerden. Glück.

Notizen M/L: Rauschen am Anfang, ein Takt (also Schlag), z.B. auf Dämpfer, quasi als Rahmen?

U.U. Teil I-III NICHT alle Instrumente erste Lage, sondern mittlere Lage für das gesamte Ensemble, also hohe Streicher tief, und tiefe Streicher hoch legen. Dann mit Teil IV oder spätestens Teil V in die extremen Lagen, also hohe Streicher hoch, und tiefe Streicher tief gehen.

Teil VII: Wischen differenzieren durch Selektion der Saiten, quasi Saitenmelodie auskomponieren, hohe Streicher/tiefe Streicher, hohe Saiten/tiefe Saiten. Auch ganz hell (alle auf hohen Saiten) und ganz dunkel (alle auf tiefen Saiten) überlegen. In diesem Zusammenhang auch gehaltene Klänge, gestrichenes gegen gewischtes Rauschen möglich. Intensivierung.

Bei der Entwicklung seiner Gerichte, sagt Rüffer, gehe er gern von zwei, drei Produkten aus, die eigentlich nicht zusammenpassen dürften.

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Bleistift

Dass mir die öffentliche Rede so wahnsinnig auf die Nerven geht: Wenn sie jemand anderes hält, schlafe ich ein, wenn ich sie selbst halten muss, winde ich mich vor Unwohlsein – jedenfalls bei der Formulierung, der Vortrag ist mir eigentlich ziemlich egal. Ich verstehe zwar die soziale Funktion der öffentlichen Rede, aber eben nicht die inhaltliche, und trage offensichtlich die Idee mit mir herum, dass alles, was man tut, inhaltlich begründet sein sollte. Keine Frage, dass man den Inhalt per Schreiben/Lesen besser transportieren kann als per Sprechen/Hören, wobei ja eigentlich das VORLESEN bzw. das formalisierte, im wesentlichen inhaltsleere Sprechen das Problem ist. Warum sollte man noch einmal sagen, was ohnehin alle wissen, und wovon alle wissen, dass man es noch einmal sagen wird? Damit es Ausgesprochen ist, eine Art Ritual, Ihr seid Zeugen, dass ich es gesagt habe. So etwas wie Vergegenwärtigung des Allbekannten. Ich habe es gesagt, Ihr habt es gehört, und alle können es bezeugen.

Immer wieder toll: Das 1:1 kurzschließen der Bassdrum mit irgendeinem höheren und möglichst unähnlichen Klang (heute: Gabor Lazar, ILS). Sozusagen musikalisch, und vor allem instrumentaltechnisch unsinnige Koppelung, die besonders gut funktioniert. Würde man halt normalerweise nicht machen. Janggu rechts/links.

Stück um drüber zu sprechen schreiben: Interessantes Konzept.

Bürokratische Verstrickungen. Selbst wenn sie vollkommen harmlos sind, hat man bald nur noch einen Wunsch: Auf der Stelle tot umzufallen.

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Unzulänglichkeit

Selten eine gute Idee, etwas ausdrücken zu wollen. Wird fast immer zum Vorurteil, zur Reproduktion einer bereits bekannten expressiven Figur. Bei Sängern besonders auffällig, wie bei Schauspielern. Kann dann sogar leicht verlogen werden, eben explizit unwahrhaftig. Misston.

Szenario: Partiturseite, Streichorchester, durchbrochener Tuttisatz, alle Takte falsch eingesetzt, d.h. zu kurz oder zu lang, Lücken oder Überhänge. I like it. Mechanische Unschärfe.

– Dass mir das zum Verhängnis werden würde!
– Ja, stimmt, hätte ich auch nicht gedacht.

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relationship without commitment

Mein Problem: Was soll denn daran überhaupt interessant sein? Gibt es wirklich irgendjemanden, der ernsthaft an einem Musikbegriff festhalten möchte, der längst nicht mehr tragbar ist? Glaubt wirklich irgendjemand ernsthaft, dass es einfach so weitergehen sollte? Na ja, wahrscheinlich ja. Let’s play some more organ.

Unterkontrolliert
Überkontrolliert
Resilient

Regietheater

Auf der richtigen Seite stehen. Die stehen dann eben automatisch immer auf der richtigen Seite. Können ja schlecht auf der falschen Seite stehen. Und deshalb ist es so langweilig.

Problem Oper

Electric Wizard: Was wäre denn, wenn das wirklich ein ernstzunehmender Beitrag zum Sterben wäre. Nicht, dass ich das wirklich glauben würde. Aber es ist ja letztlich auch ziemlich bizarr, das von vornherein auszuschließen. Wiedergeburt. Aha. Markerschütternder Gesang.

Man kann sich nicht wirklich aussuchen, wofür man sich interessiert. Ganz interessant.

He’s still there, but he’s already forgotten. So much for eternity. Have a good life!

Glottis: Deutsche Aussprache

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Instruments of Doom

Es ist gar nicht wichtig, was, es muss nur irgendetwas passieren. Manchmal.

Spencer Finch: Korrekte, aber falsche bzw. unsinnige Abbildung. Funktioniert nicht ohne Information über Entstehungsprozess. Spannung wird dadurch generiert, dass der Betrachter gezwungen ist, Abbildung und Original zusammenzudenken, was eigentlich nicht möglich ist. Allerdings: Qualität entsteht auch dadurch, dass man SPÜRT, dass hinter dem, was wir sehen, etwas steht, was wir aus dem Gesehenen nicht ableiten können. Rätselhaftigkeit. Man würde etwas so nicht machen, wenn man nicht einen externen Grund dafür hätte. Deswegen ist das Gesehene dann auch als Gesehenes interessant.

ob jemand etwas verstanden hat,
vielleicht,
schon vergessen,
worum es sich handelte

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Traubensaft, dunkel

Wieder reingefallen: Elektronik vs. Orchesterloop, ich denke, es gehört zusammen, finde es erstaunlich, dass man auf so etwas kommen kann, eigentlich sogar toll, in Wirklichkeit war nur noch ein weiteres Fenster im Browser offen.

Die blödeste, unerwartetste, am wenigsten naheliegende Option, die überhaupt nicht auffällig zu sein scheint, stellt sich oft als die beste Wahl heraus, wenn man sich für sie entscheidet. Man grübelt, findet nichts, grübelt weiter, und plötzlich denkt man, vielleicht, warum denn nicht, ja, sieht eigentlich toll aus, ist ja viel besser als die anderen Möglichkeiten.

Ab wann dämmert Einem eigentlich genau, dass die Toten wirklich tot sind, dass sie nicht einfach woanders sind, an einem anderen Ort, oder dass zumindest dieser Ort ganz anders sein muss, als alles, was wir kennen?

Es gibt keine halben Instrumente, und keine halben instrumentalen Aktionen: Wenn Du einem Instrument die Hälfte seiner Aktion wegnimmst, macht es aus der anderen Hälfte eine komplette Aktion, und zwar eine komplett andere Aktion. Eine halbe Aktion ist dann automatisch wieder eine ganze Aktion, und wenn die Halbierung betont würde, würde eben auch dies zu der neuen ganzen Aktion gehören.

Takte ABSICHTLICH falsch kopieren, immer etwas zu lang oder etwas zu kurz, damit etwas übersteht, ein Rest übrigbleibt, die Dinge nicht richtig zusammenpassen. Vielleicht nur als digitaler Effekt interessant, bzw. als Effekt mit festem Material, das nicht erst noch neu eingeführt werden muss. Dort wird sich die Idee einfach in der Aufführung einebnen und verschwinden. Faltungen, Färbungen, Spuren, alles Dinge, die Komponisten lieben, im Resultat aber als formale Idee letztlich keine Rolle mehr spielen und darum nur begrenzt, nämlich nur für den Komponisten, interessant sind. Schade drum, der Verlust ist aber vermutlich in Instrumentalmusik unausweichlich.

Empfang, riesige Halle, bei näherer Hinsehen fast fußballplatzgroß, viele Bilder, Museumshängung. Zaghafte Begrüßung, R. ist alt geworden, sehr kräftig im Gesicht, Altersflecken, ein ganz tolles Buch will er holen und geht schnell in einen anderen Raum. Ich sehe seinen breiten Rücken, offensichtlich braungebrannt vom Sommer, merkwürdige Frisur, teils lange, teils kurze Haare, kleiner Samuraizopf, offensichtlich gebleicht. Eine Frau beschwert sich über die Hintergrundsmusik, es läuft ganz leise Orchestermusik, klingt wie ein Tschaikowsky-Ballett, allerdings kein Nussknacker-Ohrwurm. In der Ecke ein DJ, Mitarbeiter von J., freundlicher Skandinavier, der mir seine neuartigen Kopfhörer zeigen will, Schalen, die direkt auf den Schädel gesetzt werden, er setzt sie mir auf, ich erschrecke, der Klang wirkt sehr laut, erst nachdem ich mich beruhigt habe, merke ich, dass die Knistermusik der Kopfhörer eher leise eingestellt ist, aber sehr direkt klingt, tendenziell unangenehm. Beschreibung. Da war ich. Gedächtnis. Albtraum.

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Gier vs. Gier

Hat ja übrigens etwas Herzloses, Arbeit.

Dumpf, ganz dumpf, minutenlang völlig abgedunkelt, schön (Caribou).

Wie Haselnussmus-Atem, Schwarzer Tee, diese Art von Eindrücken, die man instinktiv vermeidet. Warum eigentlich? Erinnert uns an – 

Weil Du’s noch nicht kannst, kannst Du noch nicht darüber nachdenken, was Du da eigentlich machst, oder was Du machen solltest. Beim zweiten Versuch fängst Du an nachzudenken. Gnade des Nichtkönnens.

Dynamikvibrato vs. Tonhöhenvibrato
Bogenvibrato vs. Bogenwechsel

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Jeder Mensch braucht Geld – heute passiert es!

Saeng (Sho)/Danso: Vielleicht ein bisschen zu offensichtlich, aber trotzdem tolle Besetzung.

Akzente
Rhythmisches Vibrato
Krasse Differenztöne
Super Unisono
Glissando als Quietschen

Konzert:

A aus/ein

A1 aus/ein
A2 aus/ein
A3 aus/ein
A4 aus/ein
A5 aus/ein
A6 aus/ein

B aus/ein

B1 aus/ein
B2 aus/ein
B3 aus/ein
B4 aus/ein
B5 aus/ein
B6 aus/ein

A oder B oder A+B

Stehende Töne zur besseren Unterscheidung: Wo fange ich an, wo höre ich auf. Gehen nicht ineinander über. Quasi Tonhöhenartikulation.

Sommerkälte auf der nackten Haut. Eigentlich kein schönes Gefühl. Eher beängstigend.

Wortgeflecht
Pach’un tzij

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zwei Stunden in die Sonne legen und dann sterben

Sich selbst in unkomfortable Situationen bringen: was mache ich jetzt, wie komme ich hier wieder heraus?

Schamanen-Janggu
Innerer Rahmen
Äußerer Rahmen
Rahmen + Fell

Haegeum
leere Saite wird nicht benutzt
man muss jeden Ton singen können

Unterquarte Riesenvibrato
Grundton glatt
Große Sekunde mit kleiner Terz

man lässt die Saiten nicht einfach so klingen, das ist absolut unkoreanisch

Daegeum
Haegeum
Gayageum
Janggu

Gute Besetzung, erstaunlicherweise

Akzent am Anfang und am Ende des Tones, Geräuschverstärkung

Unsere Toten: Die nicht mehr leben, an die wir manchmal denken, wo wir uns wundern, dass sie schon so lange nicht mehr da sind. Ziemlich lebendig, solange man an sie denkt. Das Wissen, dass sie tot sind, verändert nicht unbedingt unsere Erinnerung, aber das Licht, in dem sie erscheint. Überhaupt nicht versöhnlicher, eher weiter weg, unerreichbar, wie ein Filmbild im Gegensatz zu einer Geschichte, die noch andauern könnte. Film als Metapher für Tod? Könnte ein Grund dafür sein, dass Super 8-Aufnahmen so unsäglich traurig wirken. Würde mal tippen, dass das nicht für Digitalaufzeichnungen zutrifft. Zu flexibel als Medium.

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die Wespe auf die Stirn küssen

Kalter Kaffee.

Ganz interessant, wenn es eigentlich egal ist, wie es weitergeht, Hauptsache, es geht irgendwie weiter. Trifft leider aus heutiger Sicht auf ziemlich viel klassische Musik zu. Gut gemacht, sorgfältig gearbeitet, wahrscheinlich auch tolle Ideen, aber der Klang wird dann eigentlich nur noch durchgehalten, fortgesponnen, und die Verteilung des Materials entspricht komplett den Erwartungen. (Das Ende kommt nicht am Anfang und umgekehrt.) Man kommt rein, setzt sich hin, checkt den Klang, und weiß dann im wesentlichen, was passieren wird. Und passieren kann. Gilt logischerweise auch für Stücke, die man nicht kennt, deren Stil aber bekannt ist. Bestimmte Formen von 20. Jhdt. Musik in dieser Hinsicht absolut ehrlich, weil es einfach immer weiter geht. Reine Ausdehnung: 10 Minuten dies, 5 Minuten das.

Sex z.B.

The good die first
And they whose hearts are dry as summer dust
Burn to the socket.

what. ever

why does it feel so wrong?
why does it all feel so wrong?
it should be ONLY work, NOTHING else, maybe

Mikroklima Brot/Papier

Während man schläft, kann man sich nicht langweilen, oder? Im Schlaf natürlich schon.

Appetit, oder eben gerade kein Appetit, und trotzdem Hunger.

Original und Kopie nach unten oder nach oben (Verdopplung/Transposition): Es ist klar, dass das Material identisch ist, aber es kann nicht mehr entschieden werden, welches das Original und welches die Kopie ist.

Tonhöhenvibrato vs. Dynamikvibrato vs. Tremolo

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my share of regrets

Form
Material
Inhalt
Aussage

08 Essen
09 Arbeit
10 Arbeit
11 Büro
12 Büro
13 Essen
14 Putzen
15 Cafe
16 Einkaufen
17 Arbeit
18 Lernen
19 Sport
20 Sport
21 Essen
22 Essen
23 Arbeit
24 Putzen
01 Arbeit
02 Schlafen
03 Schlafen
04 Schlafen
05 Schlafen
06 Schlafen
07 Schlafen

Lesen
Textarbeit
Notenarbeit

Ausruhen funktioniert nicht so richtig

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Ist das wirklich tröstlich (die Erinnerung)?

Gedächtnisleistung, z.B. im Dunkeln ins Bett zu finden, vielleicht auch noch in einer fremden Wohnung: Da ist der Stuhl, da ist der Schrank, da ist der Tisch. Kurzzeit-Topographie. Das allgemeine Wiederholungsgedächtnis reicht dafür meistens nicht, glaube ich. Zu wenig auf unmittelbaren Nutzen, auf unmittelbare Vergegenwärtigung ausgerichtet.

Tasten. Ausprobieren. Könnte da sein, vielleicht aber auch höher. Oder tiefer.

A song of tough love for a generation whose eyes have moved fish-like to the sides of its head, forward vision usurped by a numb need to survive the now, side-placed eyes scanning for any GARDE of which to be AVANT.

Der Stuhl war ungefähr hier, vielleicht ein wenig weiter links, oder doch weiter rechts, größer, kleiner, breiter, tiefer? Im Dunkeln fühlt sich alles anders an, als es im Hellen ausgesehen hat. Im Hellen genaue Verortung nicht notwendig, da jederzeit nachvollziehbar, im Dunkeln die einzige Orientierungsmöglichkeit überhaupt, wenn es nicht um einfaches Vorwärtstasten gehen soll.

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Stinkt und klebt.

FOMO: Smart Girls Making Stupid Choices

Ganz interessant die Idee zu glauben, dass die wirklich wichtigen Dinge nicht in der Welt, aber auch nicht in den Köpfen, sondern eigentlich auf dem Papier geschehen. Soviel zur Abneigung gegen Elektronik. Dagegen: Kunst als Schreibsystem.

Entscheidungen, z.B. Rheinmetall: Wer rechnet denn das alles durch, wer hält den Distinktionsgewinn gegen den wirtschaftlichen Nachteil, wer nimmt die Gefahr der juristischen Niederlage nach welchen Überlegungen in Kauf? Es glaubt ja wohl niemand, dass es sich hier um moralische Entscheidungen handelt, dass hier eine Entscheidung getroffen wird, weil sie für moralisch richtig gehalten wird. Aber wie genau kommt man zu dem Schluss, dass die möglichen Vorteile die möglichen Nachteile überwiegen. Ist das eine einfache Rechenaufgabe, die mögliche Wählerstimmen aufschlüsselt (nicht nur, was die tatsächliche Sachentscheidung, sondern auch, was die politische Profilierung in der Koalition betrifft), oder ist es letztlich vielleicht doch auch persönliche Eitelkeit oder, wieder durchgerechnet, der Versuch, sich als Person in die gewünschte politische Position zu bringen? Spielt das alles zusammen eine Rolle, wird aber dennoch nicht ausgerechnet, sondern aus dem Moment entschieden, und ist das das, was man politischen Instinkt nennt?

The problem with young people, starting in about the 1960s, is that they tend to live too intensely inside their own social moment, and thus tend to see all existence past age thirty or so as somehow postcoital. It’s then that they’ll relax, settle back, sad animals, to watch and learn that life, instead of being rated a hard R, or even a soft R, rarely even makes it into distribution. Tends to be too slow.

We just want to do the bare unavoidable minimum. Pay taxes, die.

Schaut gut aus.
Schaut schlecht aus.
Schaut gar nicht aus.
?

Happy to be able to see at all. Anything.

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Dann plötzlich nur noch Fehler.

4 pains:

birth
aging
illness
death

rust + bone: Merkwürdig grobschlächtiges Drehbuch, gerade im Vergleich zu Un Prophète. Nach einiger Zeit hat man das Gefühl, immer im Voraus zu wissen, was als nächstes geschieht, auch wenn das nicht stimmt. Bestes Beispiel: Junge auf zugefrorenem See, Vater dreht sich weg, logischerweise bricht Junge ein. Ziemliche Unart bei sehr vielen Filmen, funktioniert natürlich immer, wenn man Spannung aufbauen will, ist aber die primitivste aller möglichen Methoden, eine Szene aufzubauen. Interessant übrigens, dass es trotzdem immer wieder funktioniert, dass man tatsächlich bis zu einem gewissen Grad mit zittert, obwohl der Verlauf so offensichtlich ist. Wahrscheinlich einfach nicht vollständig beherrschbare Reaktion auf reale oder imaginäre Gefahr. Es ist allerdings nicht so, dass jede Gefahr, die eingeführt wird, auch immer zum Vollzug führt, z.B. geht man als Zuschauer tendenziell davon aus, dass, nachdem sie am Anfang ihre Beine verloren hat, er bei seinen Straßenkämpfen am Ende seinen Verstand verlieren wird. Das wird nie explizit nahegelegt, liegt aber die ganze Zeit in der Luft: Es gibt eigentlich keinen in der Storyline verankerten Grund dafür, dass es ihm am Ende tatsächlich gelingt, Profi zu werden. Problem: Wahrscheinlich kann man in einer Filmerzählung das Unheil nicht einfach aus dem Nichts zuschlagen lassen, wenn man eine Geschichte aufbauen will. Es muss also gewisse Andeutungen von Gefahr, von Dingen, die geschehen könnten, geben, eine Art Möglichkeitsraum, in dem sich die Figuren bewegen. Wäre interessant, wie wenig da reicht, wie viel da sein muss, um als Erzählung zu funktionieren. Ob es interessanter ist, wenn möglichst wenig angedeutet wird, ob vielleicht doch die direkteste Vorbereitung diejenige ist, die am besten funktioniert, ob es sinnvoll ist, sehr viele Möglichkeiten anzudeuten, die dann gar nicht mehr berührt werden und einfach verschwinden, oder ob es besser ist, absolut geradlinig exakt das zu geben, was die Erzählung benötigt. Ich könnte mir vorstellen, dass es einen gewissen Spielraum geben muss, damit der Film nicht völlig durchschaubar wird, aber nicht zu viel, damit der Zuschauer sich nicht über die vielen falschen Fährten ärgert. Was könnte man mit falschen Fährten machen, wenn man sie nicht einfach verschwinden lassen will? Echter erzählerischer Realismus würde vermutlich Gefahr nur in den seltensten Fälle vorbereiten, da sie uns im realen Leben eher unvorbereitet trifft. Es ist letztlich der allwissende Erzähler, der reflektierende Zuschauer, der die Gefahr sieht, in die der Protagonist läuft, nur in den seltensten Fällen der Protagonist selbst.

Wichtig: footwork-bassdrum

45 Minuten Sicherheit. Perverse Psychologie: Endlich Zwang. Du kannst nicht anders. Du darfst nicht anders. Plötzlich hältst Du Dich daran. Warum nur?

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Lost. Again. Trust. Faith.

M&A/Quay: Gut verstecktes Vier Jahreszeiten-Zitat

Witze, die vorgetragen werden, als wären sie keine Witze, aber eben nicht demonstrativ stoisch wie bei Keaton, sondern lässig ernst, als ob man eine ganz normale Geschichte erzählen würde.

Notation:

Dummheit ist böse.

Nichts + Nichts = Nichts
Pause + Pause = Pause

nicht in sich strukturierbar, nicht zwei Pausen, sondern eine längere Pause

Das Überflüssige, das Nichtnotwendige: Regel und über die Regel hinaus erfüllen?

Ziemlich bizarre Angewohnheit, alle Abstufungen als musikalische Skalen zu denken, gerne als diatonische mit wechselnder Zuordnung, damit unterschiedliche Strukturen frei aneinander angepasst werden können. Eine Art Vorstellungshilfe, die aber ganz klar nicht den eigentlichen Gegenstand vorstellt, sondern nur seine Ordnung vorstellbar und damit nachvollziehbar und handhabbar macht. Möglicherweise für einen Musiker nicht zu vermeiden, weil die grundsätzlichen Skalenstrukturen fest ins Hirn eingebrannt sind. Diatonisch ja übrigens viel leichter singbar/vorstellbar als chromatisch.

Das gleiche gilt natürlich auch für mechanische Arbeitverläufe wir Abtippen, Abzählen etc., die wir immer auf einfache Rhythmen herunterbrechen, um sie besser beherrschen und in gewisser Weise automatisieren zu können. Ein bestimmter Bewegungsablauf (und wenn es nur die Zählbewegung des Mundes, vielleicht zusammen mit dem Deuten des Fingers auf das zu zählende) in einer bestimmten Rhythmisierung etabliert und so genau wie möglich wiederholt, um die Fehleranfälligkeit zu minimieren und die Geschwindigkeit (immer im gleichen Rhythmus) erhöhen zu können. Zeitersparnis. Nichts denken, nichts vorstellen müssen.

Süßkirschen + Pastis: Wie füreinander gemacht, aber ziemlich pervers, guilty pleasure. Wie Salzkaramellen vielleicht. Übrigens erstaunlich robustes Obst, wenn man darüber nachdenkt, pralle Haut, kräftiges Fleisch.

Entspannte Konzentration: Läuft alles von alleine, ohne Anstrengung, fehlerfrei. Dann wieder Ermüdung, geistiges Abschweifen, grobe Schnitzer: Wo bin ich? Wo war ich? Unüberwindbare Müdigkeits-Wand. Weitermachen und leiden. Durchkämpfen. Warten, dass es vorübergeht. Stichwort: Langeweile. Aufmerksamkeits-Kapazität. Irgendwann einfach verbraucht. Schwer, damit umzugehen. Eigentlich inakzeptabel. Aber unausweichlich. Hilft nur das berühmte Aussitzen.

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Buddhist Bell

Länge, Dauer, Ausfüllen: Stil, Idiom, Verlängerung. Ausgehend von einem homogenen Stil, was würde Extension bedeuten? Warum genügt es nicht, Material/Stil/Expression vorzustellen und es dabei zu belassen? Warum möchte man von etwas, was man schon kennt, mehr haben. Und warum bekommt es dadurch eine andere Bedeutung, eine andere Ausdruckskraft? Hat sicher etwas mit der Vertiefung des Geschmacks/des Eindrucks zu tun, mit der Kraft, eine Entscheidung zu treffen, an einem bestimmten Punkt Schluss zu machen. Ein wirklich nachvollziehbarer Grund, hier und nicht dort abzuschließen, kann aber eigentlich nur in der Narration, in der Dramaturgie liegen, selbst, wenn es nur eine Art Fake-Dramaturgie, eine Pro-Forma-Narration wäre. Was dann die Idee des homogenen Materials durch Entwicklung oder Kontrast im ihren Grundsätzen aufheben würde. Maurizio könnte eine Kombination von beidem sein: Lange, homogene Teile, die ungesäumt als Folge eine Narration ergeben würden.

What about Steigerung?

– I believe, behind the stove, with my aunt kneeling down to lay her hand on my shoulder, that I’m afraid of absolutely everything there is.
– Then welcome.

Don’t think about it too much.

Cheesy was suddenly gone, didn’t have a place in the world of pop anymore, everybody becoming real serious again. I mean seriously serious.

Life
File

Wir strengen uns wahnsinnig an, etwas nicht zu sagen/nicht zu zeigen, doch vor lauter Anstrengung und Konzentration sagen/zeigen wir etwas anderes, das wir noch viel weniger sagen/zeigen wollten. Wir verraten uns dadurch, dass wir uns zu sehr anstrengen müssen, etwas zu verbergen. Nebensätze, Ablenkungsstrategien. Fast unmöglich, sich komplett zu kontrollieren, zumindest nicht, wenn es sich um ein komplexes psychologisches oder faktenbezogenes Feld handelt, auf dem man sich gezwungenermaßen bewegen muss. Und dieses Feld kann man sich in der Regel nicht aussuchen, da es durch Umstände bestimmt wird, auf die man selbst keinen oder wenig Einfluss hat.

of what was once some vegetable

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Danso/Daegeum

FIFA 2014: Play and replay. Erstaunlich, wie sehr das Interesse nachlässt, wenn man das Ergebnis schon kennt. Mitfiebern: Das Gefühl in der Liveübertragung, das Spiel irgendwie beeinflussen zu können, der merkwürdige Aberglaube, dass die eigene Mannschaft gewinnen wird, wenn man sich nur genug in den Spielverlauf hineinsteigert, das Richtige isst, das Richtige trinkt, zur richtigen Zeit aufs Klo geht, usw., also eine Art eingebildetes aktives Mitspielen, fällt beim Replay natürlich komplett weg. Ganz interessant auch die Funktion des Tons: Bei Stummschaltung wird auch die letzte Spannung aus dem Spiel genommen. Nicht ausgeschlossen, dass der Moderator, der Sportreporter, mit seiner gespielten oder echten Teilnahme einen wesentlichen Teil zur Spannung zu Hause beiträgt.

Dass man etwas nicht zu laut denken, nicht zu sehr wünschen darf, aus Furcht, es könnte dann eintreten. Ähnlicher Aberglaube an die Macht der Gedanken.

Vokale/Konsonanten: Falsche Unterscheidung. Klang gegen Widerstand durchsetzen, Widerstand immer spürbar machen. Klang auf falsche Vokale/Konsonanten setzen. Detailtiefe variieren, damit Textgeschwindigkeit variieren.

Räuspern, Husten, Kratzen, stumm Abstoppen, etc. Hässlichkeit, nicht brillant. Kurze Klänge, abstoppen, Konsonanten für lange und kurze Klänge nützen.

Gerade Klänge, Parlando, wiederkehrende Haupttöne als Registergrenzen, was dann auch heißt, dass Spitzenzöne im wesentlichen gleich bleiben, quasi wiederkehrende Muster, die dann auch die verschiedenen Stimmen charakterisieren könnten.

If haven’t listened to it for a longer time, pop music can sound actually very shallow. Especially if you listen to it consciously, trying to like it. Maybe pop made shallow by purpose, with flatness as an artistic rather than commercial goal, manages to escape that problem.

Stadt als Wunde/Geschichte/Sediment. Verschiedene Schichten gleichzeitig, ungesteuert nebeneinander, je nach Entwicklungsstand der Grundstücke. Sprung von Schicht zu Schicht von Grundstück zu Grundstück.

If I knew, I wouldn’t know.

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Good = Ritual + Party (jeju people)

Intangible cultural asset No. 82

Aussehen/Auftreten: Wie will man aussehen, wie sieht man tatsächlich aus. Wie wird das tatsächliche Aussehen durch das gewünschte Aussehen beeinflusst? Inwieweit können sie deckungsgleich werden? Auch wenn etwas überzeugend aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es dir selbst gefällt. Und: Es ist nicht gesagt, dass das, was du siehst, das ist, was die anderen sehen. Schließlich hast du ein anderes Verhältnis zu deinem Äußeren als alle anderen. Welches eigentlich? Könnte auch ins Überdeutliche verzerrt sein.

White
Yellow
Red
Green
Blue
(flags)

Han-China: The Center of the World

Korean Hölderlin: They don’t like high notes, they prefer low notes.

If you master the music of the Eastern Coast, you will master everything (percussion students).

Shaman music: Tiefes Brummen (gong).

Dog Skin instead of Cow Skin: small drums.

80.000 gods: long epic songs

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There are no mistakes.

Kraft der Gedanken: Letztlich versucht man es nie wirklich, was nur heißen kann, dass man daran glaubt, und dass man ihre zerstörerische Kraft fürchtet.

Wenn es angenehm wird, musst du weglaufen. Und wenn es angenehm wird, wegzulaufen, wenn es angenehm wird? Same-same, no difference. Nur scheinbar ein Problem.

Es ist egal, was du machst, du musst es nur auch wirklich tun. Und darauf beharren.

Stimmt
Stimmt nicht

Schwarzweiß, silkscreen on canvas: Angenehm bedrohlich umdeutbar, nicht so doof fröhlich und aufdringlich. Which doesn’t mean that it’s great.

I’m Here, but Nothing: Beharrlichkeit, Besessenheit, Spieltrieb.

Fermented Sound

Geschicklichkeit: Ganz interessante Erfahrung, wenn man gar nichts hinbekommt. Ungeduld, fast Wut.

Korea: Beatles-Versionen, meistens Frauenstimmen, immer as glatt as possible. Funktioniert erstaunlich gut. Aufzug als Musik der Zukunft. Übrigens nicht komplett emotionslos, eher sehr bewusst und vor allem professionell eingesetzt, um nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Aufmerksamkeit zu erregen. It’s just there. Angenehm eben, melancholisch, aber in Maßen. Die tägliche Dosis.

I like Germany: Beer, Hamburger, Leopard. Nice Little Schoolboy.

Parts beautiful, whole ugly.

0902
1001
1023
0607
0815
1111

Rock: Echte Gefühle zumindest als Anspruch. Authentizität als Stilmittel? Unbewusst ohnehin fast immer der Fall.

And then – you suffer. Klima: Ist natürlich ein komplett anderes Leben, ob du im Sommer drei Monate in der Sauna sitzt und im Winter drei Monate im Kühlhaus, oder eben nicht. Kann gar nicht anders sein, als dass das den Charakter und die Leidensfähigkeit prägt. Man hat ja von klein auf geschwitzt und gefroren. Zähigkeit. Oder eben Antriebslosigkeit.

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Instrumentation als Ausschnitt

Gut. Wenn das nicht geht, was geht dann?

Das Einzige, was einen in solchen Situationen weitermachen lässt, ist, dass man sich nicht umbringen will. Was nicht heißt, dass es einen vernünftigen Grund geben würde, sich nicht umzubringen. Eher im Gegenteil.

hm
hm
hm hm
hm
hm
hm hm hm

Kolik/Hirn: Future/Shit

Die Mär von der verlorenen Seele, die durch die Liebe zu ihrer Bestimmung zurückfindet: Storymuster, die offensichtlich so viel Glaubwürdigkeit für uns haben, dass sie, ohne sich zu verbrauchen, quasi unbegrenzt eingesetzt werden können.

Rauschen, z.B. kurzes und langsames Verschieben eines Leinenbandes auf Holzfußboden (dicht, sanft) oder eines Plastikbandes auf dem gleichen Untergrund (hell, dünn). Warum genau sollte man das eine dem anderen vorziehen – klingt schöner?

Nicht enttäuscht sein, wenn etwas nicht funktioniert, ohne zu lügen, ohne sich selbst etwas vorzumachen: Schwierige Aufgabe. Zu sagen, es ist egal, Hauptsache, es ist überhaupt etwas geschehen, ist natürlich eine Lüge und als solche ziemlich leicht durchschaubar. Möglicherweise könnte man aber auch diese Position auf eine höhere Ebene bringen, etwa, zu wissen, dass es eine der häufigsten Selbstbetrugs-Lügen überhaupt ist, und die dazugehörige Haltung trotzdem, als reale Arbeitsbasis, beizubehalten.

TV eigentlich immer über Vertrauen und Verrat: Weil man soviel Zeit hat, die Vorzeichen zu ändern?

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Meister I von Lataha

Einförmiges Rezitativ auf schnelles Basstrommel-Klöppeln

Die Stadt.

Große, schwere Vögel.

Bogenvibrato

200 – 1
190 – 1
180 – 1
170 – 1/2
160 – 2
150 – 2
140 – 2
130 – 2
120 – 2/3
110 – 3
100 – 3
095 – 3/4
090 – 3/4
085 – 4
080 – 4/5
075 – 5
070 – 5/6
065 – 6
060 – 6

unter 2 macht keinen Sinn

tasto-ponticello langsamer als ponticello-tasto

immer nur eine Saite (IV)?

nur auf liegendem Ton wirklich hörbar

Bild festhalten: Liegeton

Barocke Variation: Nur einen Parameter auf einmal ändern

3 Positionen hinter Steg

Rutsch auf der Saite

Wir werden sterben.

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Your place in society

Den Zweifel für 45 Minuten suspendieren.

Design: Rötlicher Schimmer, vielleicht auch rosa, kaum sichtbar.

Ja, klar, Reue: Angeblich bereut ja niemand nichts. Allein das könnte schon Zeichen genug sein, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, mal wieder ein bisschen mehr zu bereuen. Wenn Du dies machst, bereust Du das, wenn Du das machst, bereust Du dies. Es geht ja gar nicht unbedingt um Fehler, sondern um all das, was man nicht machen konnte, weil man sich für etwas anderes entschieden hat. Lustigerweise fällt da das Bereuen auf der Mikroebene (gehen wir heute abend hierhin oder dorthin) deutlich leichter als auf der Makroebene (hätte ich bloß/wie konnte ich nur). Wahrscheinlich eine gigantische Verdrängung. Die Vernunft sagte mir, dass ich nicht bereuen soll.

Maurizio/Licht, Teil IV: Möglicherweise Material nochmal halbieren, weil sich Einsatzdauern im Mittelwert halbieren. Material dadurch mehr und mehr entcharakterisiert. Würde man es danach wieder augmentieren, würde es tendenziell nur noch einfache Glissandi und Haltetöne geben. Der Weg zum stehenden Klang. Daraus könnte man am Ende wieder einzelne Akkordschnitte/Tonknackse ableiten. Oder Knacks-Unisoni.

Ob es möglich ist, die Direktheit des Instrumentalklangs zu brechen, ohne ihn ins Geräuschhafte oder ins Ultraleise zu verfremden. Tatsächlich hat der direkte Instrumentalklang ein Pathos, das in gewisser Weise nicht mehr brauchbar scheint. Dem eine gewisse Peinlichkeit anhaftet. Manchmal scheint es, dass ultrakonsonantes Material dieses Pathos vielleicht brechen könnte, möglicherweise einfach, weil es eine gewisse klangliche Normalität ausstrahlt. Dass Dissonanz das unzeitgemäße Pathos betonen oder sogar steigern würde. In der Elektronik extrem leicht, Direktheit zu brechen, weil sie in ihrer mechanischen Übermittlung von vornherein Inbegriff von Indirektheit ist. Gleichzeitig nichts leichter, als mittels Klangbearbeitung zusätzliche Aspekte von mehr oder weniger deutlicher Indirektheit einzuarbeiten. Insofern ist ein aufgenommenes oder verstärktes Instrument automatisch schon verfremdet. Vielleicht ist es gar nicht der zusätzliche Peng, der Verstärkung so erfolgreich macht, sondern tatsächlich dieses Betonen von Indirektheit, das dem aktuellen Selbstverständnis der Welt am besten entspricht. Trotzdem fände ich es natürlich nicht besonders interessant, dem einfach so nachzugeben. Man sollte schon einen triftigen Grund haben, diese Mittel anzuwenden, oder eben schauen, ob man ihre Konsequenzen nicht auch ohne direkte Übernahme der Mittel in der Instrumentalmusik realisieren kann.

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Beängstigend

Die Tage sind jetzt alle komisch. Es ist so viel los. Es passiert so viel. Ehe man es sich versieht, hat man schon wieder ein Problem gelöst. Auf eine merkwürdige Art unheimlich. Dass man sich traut, so schnell mit Dingen fertig zu sein, so schnell Dinge zu erledigen. Nicht erst darüber brüten, sondern gleich entscheiden. Lösung suchen, Lösung finden. Fertig.

The day DJ Rashad died. Erster Eindruck: Tot ist irgendwie scheiße.

I: – ppp/pp/p, später Differenzierung gemäß Frequenzanalyse, Mischung der verschiedenen Lautstärkegrade, möglicherweise in Anteilen berechnen.
– Figuren, die den Schlag ausfüllen, Figuren, die später einsetzen, Figuren, die früher aufhören, möglicherweise auch Figuren, die später einsetzen und früher aufhören. Repertoire erarbeiten und einsetzen, z.B. für jede Option zwei Versionen, Optionen festlegen, Versionen festlegen.
– Verdopplungen: Anteil Verdopplungen an Gesamtklang steht bereits fest.
– Ton/Geräusch-Mischung
– Register: Z.B. in Quinten (Kontrabässe Quarten?) vom untersten Ton ausgehen, um Registerbereiche festzulegen.
– Schlagverbindungen
II: – pp/p/mp/mf
III: – pp/p/mp
IVa: – ff/fff/ffff
IVb: – fffff
V: – fff/ffff/fffff
VI: – ppppp/pppp/ppp
VII: – mp/mf/f

fuckin’ nonsense

Und wenn man das alles noch mal viel schwieriger machen würde: Stimme sich selbst überlagern, völlige dynamische Verfremdung. Er versucht etwas zu sagen, aber er kann es nicht. Was ist die Geste? Was ist die Metapher? Stilistische Metapher. Materialmetapher. Es ist ja klar, dass das etwas sagt. Alles sagt etwas. Es ist nur die Frage, ob wir es entziffern können und wollen. Zurück zur Musik: Klang als reale Handlungsweise vorstellen.

Wenn man etwas einmal gelernt hat: Genau das ist ja das Problem. Jede Generation erfindet etwas und bleibt dann daran hängen. Wird mit ihrer Entdeckung langsam irrelevant. Übertriebene Beweglichkeit natürlich auch nicht wirklich überzeugend. Kann der das wirklich meinen?

Bewegung anhalten: Stehender Akkord, schnelle Wiederholungen, akustisches Zittern

Hip Hop-Rhythmus: Nicht die bewusste Artikulation, sondern, was übrig bleibt, wenn man sie aus größerer Entfernung hört, der Sprechrhythmus, das kontinuierliche Band, die zittrige Wiederholung.

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Erschreckend

Eitelkeit und Lüge: Noch so ‘ne geistreiche Beobachtung und ich kotze.

Melodie = Umwege: Gehe NICHT direkt auf, ziehe NICHT … Antilogik. Da könnte man doch noch mal. Abschweifen.

Müllauto/Straßenreinigung: Lang gehaltener Ton/Intervall, Brummen ohne Anfang und Ende, ab und zu leichte Tonhöhenabweichungen, gar nicht demonstrativ, aber eindeutig präsent, eigentlich sogar fast Vordergrund des Geräuschspektrums, nur durch den Mangel an Veränderung als eine Art Hintergrund wahrgenommen. Schön.

Alle wenden sich wieder der Musik zu. Keiner mag sie, aber man ist sich einig, dass es besser ist, als gar nichts zu haben in der Nacht.

Kalter Rauch, Bier, fettgetränkte Speisen, alles schon ein bisschen älter: Geruch der Jugend, selten geworden, aber nicht völlig verschwunden. Z.B. wenn man sich in der Kneipe ein Eis geholt hat. Schon damals komisch gewesen, aber nicht eklig, eher fremd, heute vor allem Erinnerung.

Ziemlicher Unfug, den Diederichsen in der vorletzten de:bug ever über Cage verzapft: so ist das leider SEHR kurz gedacht und als Argument ziemlich peinlich.

Komponieren als bürokratische Übung: Alles sehr still.

Vorläufiger Umriss:
zwei große Bogen:
1. Aufmerksamkeit, Langeweile, ADS, Maschinen vs. Menschen bei der Verrichtung stumpfsinniger Arbeit.
2. Individualität vs. Integration in größere Strukturen – Steuern zahlen, einsamer Wolf im IRS vs. Teamplayer.
David Wallace verschwindet nach hundert Seiten.
Kern der Sache: Realismus, Monotonie. Plot als Abfolge von Vorbereitungen auf drohende Dinge, die nicht eintreten.
David Wallace verschwindet – geht im System auf.

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It’s sad, but it’s sad.

Ich muss noch zur Post: Die Post ist im Bahnhof untergebracht, irgendwo in Zentralasien. Ich will mein Fahrrad zurückschicken, das ich nicht mehr brauche, weil ich mir hier eines leihen kann. Man tritt durch eine unscheinbare Nebentür ein. Der Bahnhof ist ein großes, burgähnliches Schloss. Ich weiß gar nicht, wo hier die Züge fahren sollen. Oben eine große Sonnenterasse mit Fischbecken. Schöne, große Karpfen, zwei in typischer Koi-Färbung, zwei auffallend bunt. Plötzlich erscheint ein gigantischer Fisch, deutlich über mannshoch und entsprechend lang, er sieht aus wie ein vergrößerter Zierfisch in metallisch-blau. Er steckt mehrmals seinen Kopf mit der riesigen Schnauze aus dem Wasser, dann kommt er mit seinem ganzen Leib nach oben, lehnt sich mit den Vorderflossen auf die alte Steinbrüstung und scheint den Blick ins weite, tiefliegende Tal zu genießen.

Die Idee, dass etwas richtig und etwas anderes falsch ist: So muss es sein, so ist es richtig, das geht gar nicht. Bis der nächste kommt und eine bessere Idee hat – natürlich auch nur für diesen Moment.

Einzeltakte merkwürdigerweise interessanter, wenn sie unverbunden, also im Gesamtzusammenhang vereinzelt bleiben. Vielleicht, weil sie sonst zu sehr wie einfache Verbindungsstücke wirken. Banal. Rein kontextbezogen im Unterschied zu in sich komplexen Instrumentenverbindungen. Wie Bauklötze/Steckverbindungen, die am schönsten sind, wenn sie getrennt bleiben.

Übrigens auch nicht gut, wenn völlig unverbunden. Am besten, die Möglichkeit einer Verbindung offen halten, aber nicht ausführen.

Kinder sprechen oft wie schlechte Schauspieler, oder wie Schauspieler, die ein Script bekommen haben, das so schlecht ist, dass sie nicht wissen, wie sie es sprechen sollen. Vielleicht ist das Script ja wirklich so schlecht. Oder die Kinder schauen zu viel fern. Da klingt nämlich alles so bizarr unecht frisch abgelesen.

Forsythien-Gelb neben Kirschblüten-Rosa: Klingt nicht nur schrecklich, sieht auch fürchterlich aus. Stört sie aber nicht weiter. Nicht zu viel erklären. Umständlichkeit.

Tri Repetae: Interessante musikalische Metapher, total kaputte CD, Rauschen als Oberfläche, näher/ferner, Unterbrechungen, falsche Wiederholungen, etc. Leider nicht mehr abspielbar

Nicht auf die Form, auf die Leerstelle schauen (3:4)!

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Tony Cragg, Caught dreaming, 2006, Jesmonite

Im Kopf Gegenstände/Auswahl/Optionen mit Tonhöhen nummerieren/markieren, geht automatisch, lässt sich eigentlich gar nicht vermeiden. Diatonische Melodien. Wäre interessant, mal ein Stück daraus zu machen: Wenig Tonhöhen, aber eben nicht betont wenige: Nicht eine, nicht zwei, aber sicher eben auch nicht zwölf. Quasi Kinderlied, Abzählreim, was es ja genau wäre. Sonic Youth-Technik: Kinderlied mit mikrotonalen Abweichungen.

Dunkle Ahnung: So müsste, so könnte es gehen. Was wäre, wenn man tatsächlich entscheiden würde: So muss es gehen. Quasi Entscheidungshoheit für korrekte Option beanspruchen: Ableiten, entscheiden, durchführen. DAS ist die richtige Entscheidung.

In gewisser Weise die absolute Verzweiflung/Konfrontation mit der absoluten Verzweiflung.

Improvisation: Rhythmus, Reihenfolge, Regel. Zufall. Visuelles Feld, optische Verteilung. Visueller Reiz, Entscheidungspunkt.

waking
sleeping
dreaming
nothing

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Es muss auch mal richtig Scheiße aussehen!

Ganz schlechte Idee: Einer gemeinsamen Meinung zu sein.
Noch schlimmer: Gruppenkonsistente Meinungsbildung.

Um Gottes willen nicht der Gruppe schaden. Um Gottes willen keine eigene Meinung haben. Absolute Konformität. Alles unter dem Deckmäntelchen der permanenten Entäußerung. Facebook: We belong together.

Ein verschlossenes Gesicht.
Ein grobes Gesicht.
Ein leeres Gesicht.

Überlagern von Regeln: Auch so eine Polyphonie, wo sich Schichten gegenseitig manipulieren und dadurch unkenntlich werden. Am Ende fällt alles in ein planes, im Ergebnis vollständig synchroniertes Ereignis zusammen.

Ein GANZ merkwürdiges Leben: Still, isoliert, fast ereignislos. Was sollte da schon GESCHEHEN?

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always been, always been

Nummernkontrolle: Inhaltsleer, aber bestimmungsstark. Phantastische Denkkrücke

Alles was mir passiert, passiert auch jemand anderem.
Es gibt nichts, was mir passiert, das nicht auch jemand anderem passiert.
Macht also schon Sinn, von sich auf andere zu schließen.

Polyphonie: Dass man nicht überall zugleich sein kann. Dass man nicht mehrere Stimmen auf einmal schreiben kann. Dass man also eine Stimme nach der anderen Stimme schreiben muss. Dass also Dinge, die gleichzeitig erklingen, nicht gleichzeitig geschrieben worden sind. Gilt natürlich auch für die Konstruktion: Dass die einzelnen Teile der Konstruktion nacheinander ausgearbeitet werden. Dass also Aspekte, die in einem Klang gleichzeitig, weil vereint, erscheinen, nacheinander, also ungleichzeitig durchgeführt werden. Dass also Schichten, die sich auf den gleichen Gegenstand beziehen, aber unabhängig voneinander ausgearbeitet werden, im Ergebnis nur noch konzeptuell, aber nicht zeitlich voneinander unterschieden werden können. Das Gefühl der individuellen Zeitkurve, die aber im Ergebnis vollständig aufgelöst wird bzw. sich mit anderen Zeitkurven unauflöslich vereint. Notar. Zeichnung. Strich. Berührung. Eigentlich selbstverständlich und darum irgendwie auch falsch: Selbstüberschätzung. Präsenzüberschätzung.

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Was wäre denn am unangenehmsten?

Immer noch das gleiche Gesicht wild verzaubert wütend

Kolik als Proportionskanon: Literarische Unmittelbarkeit brechen, um musikalische Unmittelbarkeit zu erzeugen. Am Ende reiner Auslauf.

The Rambler: Einmal schmutzig, immer schmutzig. Dreck kann man nicht abwaschen. Oder dann plötzlich doch. Beten im 1/4-Takt. Immer schön. Digitaler VHS-Schnitt.

Digitalen Dreck auf analoge Instrumente legen: Konstruktion markieren, oder auch falsch markieren, daneben markieren. Oh, falsch, war gar nicht da. Direkt daneben.

Articulacao: Sprache gegen Sprache, Artikulation gegen Artikulation. Nicht gerade subtil, aber trotzdem lehrreich.

Wenn man gegen Langeweile immun ist, gibt es buchstäblich nichts, was man nicht erreichen kann.

C.P.E.: Hatte da schon mal jemand das gleiche Problem, nämlich Strukturen nur äußerlich, und damit offenkundig willkürlich darstellen zu können?

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Zirkus

Zeitmessung als künstliches Schicksal: Wenn/Um/Dann.

Knackser genau auf Bassdrum: Interessanter Effekt, als ob der Lautsprecher durchbrennen würde. Dazu passend: Falsches, fehlerhaftes Aussetzen der Tonspur viel überzeugender, weil überraschender, als gesteuerte Pause. Weiteres Indiz: Musik in einem Zimmer, Computer mit Musik schaltet sich an in anderem Zimmer, man staunt, was für eine tolle Überlagerung, wie ist er nur darauf gekommen, dabei reiner Zufall, überhaupt nicht beabsichtigt, kein rhythmischer, kein metrischer, kein tonaler Zusammenhang. Gesteuertes Zufallsverfahren würde vermutlich immer noch zu absichtlich und homogen, weil regelhaft wirken: Es muss eben wirklich falsch sein.

Inmitten all dieses Lärms

Immer wieder abstoppen, verschlucken, jeder Konsonant würgt den Vokal davor ab, verschluckt ihn, humpeln, hinken, toller Rhythmus, jedes Wort, jede Silbe gegen den Widerstand der Konsonanten herausgewürgt, Schwellen, immer ein leichtes Abfallen vor jedem Stop, immer nach unten, Sprechen zwischen Blasiertheit und Debilität.

liest
ja
eh
niemand

Wahnsinn, wieviel Buch ständig ausgestoßen, sprich veröffentlicht wird, vieles natürlich fürchterlich, aber in gewisser Weise sind die halbguten Bücher, denen man eigentlich nichts vorwerfen kann, das eigentliche Problem: Man müsste sie eigentlich lesen, besonders wenn einen der Gegenstand, der behandelt wird, interessiert, aber es lohnt sich fast nie, was man eigentlich immer weiß, aber nicht glauben will. Bücherkauf wird da zu einer Art Voodoo-Praxis, Aneignung von Wissen nicht durch Lesen, sondern durch den reinen Kauf, man hat sich sozusagen per Kauf verpflichtet, das Buch zu lesen, auch wenn man es nie tun wird. Einerseits völliger Unsinn, andererseits erinnert das Buch im Regal zumindest daran, dass man sich mit etwas beschäftigen wollte.

fuck art
let’s work

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Time is the new drug.

Rein Gold, Stemann: Für mich mit das beste, was ich seit langem gesehen habe. Interessant aber auch die Kritiken: Zum Teil aberwitzig ignorant, wie die Unterstellung, dass die Schauspieler zu faul gewesen seien, ihre Texte auswendig zu lernen, und deswegen die Textbücher in der Hand behalten, wo doch offensichtlich ist, dass damit der Ort der Aufführung zwischen Text und Sprechen im Bewusstsein gehalten werden soll. Dann die Ignoranz gegenüber der intelligenten und feinsinnigen Musikauswahl und Bearbeitung, die als beliebig und dilettantisch abgetan wird. Das mangelnde Problembewusstsein der Beschreibung, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, dass ein Liebesduett zwischen einem Schauspieler und einer Opernsängerin eine angenehm spielerischer Hinweis auf Grundprobleme der klassischen Oper sein könnte. Insgesamt eine durchgehende Bewertung des Spielerischen als dilettantisch. Eine ziemlich interessante Gefahr der Überfeinerung bei Stemann, dass Kritiker und Publikum alles, was nicht mit voller Ernsthaftigkeit vorgetragen wird, für oberflächlich halten oder erst gar nicht wahrnehmen. Insgesamt offensichtlich, dass die Mehrzahl der klassischen Kritiker einfach will, dass sich nichts ändert. Die Oper soll einfach so bleiben, wie sie ist, das Mobiliar darf modifiziert, das Grundgerüst aber nicht in Frage gestellt werden. Was ja grundsätzlich als ein Option völlig in Ordnung ist, aber doch eben nicht als die einzige Möglichkeit, mit dem Repertoire umzugehen. Glaubt hier tatsächlich jemand, dass wir das klassische Opernrepertoire immer weiter in aller Ruhe abspulen können? Kann es wirklich sein, dass jeder Eingriff in die Partitur als Sakrileg aufgefasst wird? Gerade das Abspulen der bekannten Musik in immer gleicher Reihenfolge macht doch das Operntheater so entsetzlich ereignisarm. Das Theater schreit doch nach Grobheit, nach Überraschung, nach Risiko – zumindest als Alternative zum einfachen Repertoirebetrieb. Und ich habe eigentlich das Gefühl, dass auch das Personal froh ist, endlich einmal in der Gegenwart anzukommen, endlich einmal etwas machen zu dürfen, das sich gegenwärtig anfühlt, und nicht nur die alten Posen in neuen Gewändern wiederholt. Übrigens auch ein Problem von neuem Musiktheater: Dass die Grundüberzeugung, dass die Musik einen festgefügten Raum bilden muss, dem sich alle andere Komponenten unterzuordnen haben, von vornherein einen Massstab aufstellt, der mal besser, mal schlechter erfüllt, aber letztlich niemals in Frage gestellt wird. Offenbar sieht überhaupt niemand, dass diese Form von Theater kreuzbrav und totlangweilig ist. Lass uns doch mal Szene X neu illustrieren. Da könnte wir doch … Letztlich auch ein Ausdruck von Hass auf Intelligenz, weil man da nicht mehr so opernmäßig emotional mitgehen kann. Obwohl dadurch natürlich eine neue, feinere Emotionalität entstehen würde. Intelligenz wird nur goutiert, wenn sie sich selbst als solche vorführt: Das hat er aber wirklich sehr intelligent gemacht.

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The idea is that it doesn’t matter.

Guston: Interessant, dass man denken kann, dass das grob gemalt ist. Wahrscheinlich auch eine Qualität dieser Malerei, dass die Feinheit versteckt ist und mit Deutlichkeit aufgewogen wird.

BECAUSE THAT’S WHAT I DO.

Das tolle beim Lesen ist natürlich, dass man die Informationen so wahnsinnig schnell abrufen kann. Wenn man will.

Kleidung/Körperbewusstsein: Eben wirklich etwas komplett anderes, ob du einen hohen oder tiefen Kragen trägst – z.B.

Enthusiasmus
Euphorie

Wird das Leben jetzt immer so spannend bleiben?
Was wird in den nächsten 45 Minuten passieren?
Ich freu’ mich schon so!

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Information

Nachdenken ist keine Arbeit. Aufschreiben auch nicht. Schreiben schon. Etc. Wird nicht lustig sein. Bild’ Dir das bloß nicht ein.

Think of: Machaut

Was macht eigentlich …

material blocking
colour blocking

Der kleine Junge

Crime is awfully boring.

ernährte sich von Wurzeln

Yes, it is.

Anti-Espressivo
Anti-Virtuosität
Schöner Schein
Glanzvolle Leere

Geil leise hier, ab und zu mal ein Auto, aber das war’s dann auch schon. Der stille Raum ist eigentlich die Stadt. Das Land ist unvergleichlich viel lauter. Eigentlich ziemlich erschreckend: Weißer Raum, Stille. Hat es vielleicht früher überhaupt nicht gegeben. Aber natürlich auch schön.

– Ich finde die Welt schon extrem still.
– Ach, ist das so?

World War Z
Zone One

Vivaldi: Blockflöten als Harmonie in der unteren Mittellage.

Auch wenn Du nicht weiterkommst, musst Du sitzen bleiben und weiter machen – that’s the fuckin’ deal.

Dries

Ich bin wieder ein kleiner Junge. 7:45. 8:30. Pause.

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this is/is/IS/IS boring

Müdigkeit Langeweile Sinnlosigkeit Hoffnungslosigkeit Dämonen Abschweifen Angst Konzentration Erschöpfung Niederschrift Frösteln Wut Grimm Stille Übelkeit Schwäche Kraftlosigkeit Motivationslosigkeit Ablenkung Schweißausbrüche Verzweiflung Nachdenken Anstrengung Ausflüchte Totaldisziplin

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Verzweiflung, offensichtlich.

Ein lauter Streicher-Klang, so kurz, dass man nicht sicher ist, ob er überhaupt da gewesen ist. Vielleicht einrahmen. Dynamik-Fehler/Abstimmungen.

Als ich noch. Uneigentlich. Nicht so persönlich-expressiv.

– Der Takt ist meine Liste!
– Oh nee, der wieder!
– Doch, das stimmt. Das ist die Wahrheit.

– Die gibt es, die –

If it’s not in the Schale, it doesn’t feel like Frühstück.

Nimmt seinen Abschied. Mit jedem Mal. Ein bisschen mehr. Am Ende ist man eigentlich schon gar nicht mehr da. Vielleicht.

It does make you think, doesn’t it? And I’m not talking about the last ten years.

Das Problem mit echten Tönen ist logischerweise, dass sie wirklich da sind. Lookalike. Soundalike. Not the point.

HiJ
JHi

HiC
CHi

Teppich: Übersetzung von Relief (Textil) in Plan (Foto). Eigenes Muster, weder Relief, noch Plan. Vielleicht Plan als Abbildung von Relief.

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darüber/davon

Zuviel geredet, zuwenig getan.

Nachdenken macht Spaß. Tatsächlich: Mühelosigkeit des Nachdenkens im Gegensatz zur Banalität des Ausformulierens.

Aktion – Nichtaktion: Was wäre eine Nichtaktion? Etwas, das vollzogen werden müsste, aber nicht wirklich geschehen würde. Sehen/Hören.

Dinge, die interessanter sind als vs. Pflichten: Du müsstest Dir das wirklich anschauen, das ist wichtig. Fernsehen vs. Arbeit. Auf der anderen Seite möchte man ja auch eine gewisse Leichtigkeit haben, eine gewisse Mühelosigkeit, das ist ja nicht total falsch. Im Gegenteil, irgendetwas an der Anstrengung, Ernsthaftigkeit, Durcharbeitung fühlt sich tatsächlich falsch an, besonders, könnte man sagen, wenn das Ergebnis dem Aufwand nicht entspricht. Man möchte total ernsthaft und besonnen sein, aber es steht gar nichts da. Man müsste sich das anschauen, aber es ist so uninteressant, so zäh. Man hätte halt schon gern so eine Art Flow, irgendwas, was einen trägt, das sich von selbst ergibt. Qualität harter Arbeit: Das ist ja immer wieder die Frage, was das genau ist. Es kann ja nicht einfach nur die Menge der Arbeit sein, viel hilft viel, sondern eher die Härte, die Genauigkeit der Fragestellung, die Ausdruckskraft der Lösung, der überwundene Widerstand, der in das Ergebnis einfließt. Alles offensichtlich ziemlich vage.

What the fuck is work? Ganz viel Arbeit ist offensichtlich vor allem Drücken vor Arbeit. Lieber das machen als jenes. Macht mehr Spaß, ist leichter, ist nicht so wahnsinnig unangenehm. Wenn Arbeit unangenehm ist, zäh, ist sie dann automatisch auch langweilig? Weil man so beschwerlich voran kommt? Oder ist da noch etwas anderes, für das Langeweile nur ein Symptom ist? Irgendeine Form von innerem Widerstand, quasi Fehlverhalten, z.B.

Die Banalität dessen, was tatsächlich da ist, im Gegensatz zu den Dingen, die man sich nur vorstellt/vorstellen kann.

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Ich muss da mal kurz was nachkucken.

Ja, fällt mir gerade ein: Der Unterschied zwischen etwas, woran man sich erinnert oder rekonstruierend zu erinnern versucht, und etwas, was einem gerade einfällt. Es fühlt sich natürlich grundsätzlich besser an, wenn man etwas direkt aufschreiben kann, man hat das Gefühl, dass man den Gedanken in seiner ursprünglichen Gestalt unmittelbar festgehalten hat. Im Gegensatz dazu fühlt sich das Erinnern immer ein wenig angestrengt an. Da war doch noch was, was ich aufschreiben wollte, wie war das nochmal, da ging’s um, so war das aber nicht, das klang irgendwie besser, überzeugender, wie war das bloß? So richtig krieg’ ich es nicht wieder hin, aber irgendwie so muss es gewesen sein, auf jeden Fall ist es darum gegangen. Fühlt sich jetzt gar nicht mehr so wichtig an, nicht mehr so prägnant, so schlüssig, viel zu angestrengt. Und man denkt natürlich, dass das jeder sofort merken wird. Fünf Wochen später weiß man selbst nicht mehr, was das unmittelbare Notat war, und was die Nachschrift.

Du kannst den Schnitt nicht sehen, keine Chance. Du weißt nur, dass er da gewesen sein muss, weil Du jetzt etwas anderes siehst als vorher. Aus dem gleichen Grund würdest Du aber auch nicht wissen können, dass es keinen Schnitt gab, wenn Du immer noch das Gleiche siehst.

Das ist übrigens ein Nachteil der nicht zeitgebundenen Künste: Dass da der Schnitt ganz offen daliegt, jederzeit erkennbar, jederzeit benennbar. Kann nur im Kopf, als Effekt, dann wieder verschwinden.

Deswegen ist der Schnitt so wahnsinnig interessant: Es gibt ihn gar nicht, er ist weniger als ein Moment, er ist gar nicht da, Du kannst nur rückschließen, dass er da gewesen sein muss.

Den Schnitt, der nicht da ist, isolieren: Das wäre doch mal eine interessante Aufgabe.

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Charles Fleury, Sieur de Blancrocher

Was würde denn eigentlich übrigbleiben, wenn man alle Ablenkung, alle Entäußerung, den gesamten Informationsfluss wegnehmen würde? Was würde von uns übrigbleiben, wenn wir uns komplett isolieren und nur noch auf unsere unmittelbare Gegenwart konzentrieren würden?

Die implizite DFW-These, dass der Sinn menschlicher Existenz in der Selbstvergessenheit konzentrierter Arbeit liegt, ist zwar verführerisch, aber leider nicht ganz, oder vielleicht sogar gar nicht zutreffend.

Kann aus meiner Sicht eigentlich nur dort gelten, wo Arbeit wirklich unangenehm ist, wo wir Angst vor ihr haben, weil wir nicht wissen, ob und wie wir sie bewältigen können. Langeweile könnte da ein Teilaspekt sein, scheint mir aber eher ein körperliches Problem als eine geistige Aufgabe zu sein. Da geht es dann eher um die Frage, wie wir es schaffen, sitzen zu bleiben und weiterzuarbeiten, obwohl jede Faser unseres Körpers nach Abwechslung schreit. Dem Verstand ist das eigentlich ziemlich egal, glaube ich. Er kann sich anderweitig beschäftigen.

Ansonsten ist Arbeiten nämlich genau das Gleiche wie Fernsehen: Es zerstört Zeit. Man freut sich, dass die Zeit so angenehm, weil unbewusst, vergeht.

Don’t talk about bewusstes Fernsehschauen. Doesn’t exist by definition. The whole point is to lose consciousness of your situation.

Denken ist unheimlich entspannend. Man kann alles, was einem im Lauf des Tages in den Kopf gekippt worden ist, wieder herauskippen. Ist ein bisschen wie aufräumen: Klärt.

Wir akzeptieren die Tatsache, dass jemand stirbt und dann einfach weg ist, nur, weil uns nichts anderes übrigbleibt: Es ist die Realität. Aber in jeder anderen Hinsicht komplett inakzeptabel.

Mal was ganz anderes: Was machst du eigentlich, wenn du nicht arbeitest, und wenn ja, warum?
Gute Frage, hab’ ich vergessen.

You look like shit. I wanna look like shit, too.
Well, you will real soon.

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Quasi der Wald.

Beim Lesen der Sprache, und vielleicht sogar der Bedeutung nachstolpern: Man hat eigentlich alles verstanden, man könnte ohne weiteres wiederholen, worum es gerade gegangen ist, aber man hat das Gefühl, dass man den Satz doch nicht vollständig nachvollzogen hat, dass man vielleicht den Rhythmus nicht richtig verstanden hat oder den Wortklang, oder dass man einfach ein bisschen zu oberflächlich gelesen hat. Passiert eigentlich immer, wenn man sich genau das fragt: Ob man den gerade vergangenen Satz wirklich vollständig verstanden hat. Lass uns ihn nochmal lesen. Und nochmal. Und nochmal. In Wirklichkeit kommt man weder der Bedeutung, noch dem Rhythmus auch nur ein bisschen näher, es ist eher so, dass das Lesen langsam in eine Art Kurzzeit-Auswendiglernen übergeht, irgendwann können wir den vollständigen Satz auswendig wiederholen, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir nicht wirklich mehr verstanden als beim ersten Durchgang. Es ist eher eine Art schlechtes Gewissen, fast, als ob wir den Sätzen, wenn wir sie nicht wieder und wieder wiederholen, Unrecht tun würden, das uns stocken und zurückschauen lässt. Und die Einsicht, dass es nicht wirklich eine tiefere Bedeutung hinter dem, was wir sofort verstanden haben, gibt, so dass es auch keinen natürlichen Endpunkt unserer Wiederholungsbemühungen gibt, die uns weiterlesen lässt.

Eine Alternative wäre: Sich zu zwingen, durchgehend schnell zu lesen, ohne irgendeine Form von Unterbrechung und Rückschau zu erlauben. Das durchzuhalten wäre eine echte Konzentrationsübung, da wir uns dann tatsächlich ohne jede Unterbrechung konzentrieren müssten, um dem von uns gelesenen Text gerecht zu werden, sprich, wie im Kino, nichts zu verpassen, und mit Sicherheit wesentlich anstrengender als ein langsames Lesen mit Vor- und Rückschau. Kann nicht zurückgedreht werden, läuft ab wie eine Aufführung, auf deren Fortgang wir keinen Einfluss haben.

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postdigitale Wichtigtuer-Diskussion

So schwierig, sich ein genaues Bild, eine genaue Vorstellung zu machen! Klar, Du weißt, was Du willst, in diese Richtung soll es gehen, so soll es sich anfühlen, das soll vorkommen, das soll passieren, das nicht. Aber wenn es darum geht, konkret zu werden, zu planen, die Form zu bestimmen, zerfällt alles in Staub. Fast. Wie bekommst Du das, was es sein soll, mit dem, wie Du es machst, mit seiner konkreten Ausführung zusammen. Oft das eigentliche Problem, die eigentliche Schwierigkeit des Schreibens. Ist Malen auch Schreiben?

Symbolismus: Interessant die vielen Album-Cover, die ganz offensichtlich als graphisches Symbol funktionieren. Eine rätselhafte Anordnung, die erst einmal nur gut aussah, die aber nur deswegen so gut funktioniert, weil sie suggeriert, dass sie etwas bedeutet. Sozusagen ein Symbol für nichts. Sie stellt etwas dar, aber der Autor weiß genau so wenig wie der Betrachter, was. Er hat aber natürlich auch gesehen, dass da etwas ist, dass es an einem bestimmten Punkt, als er eine zusätzliche Linie nach oben gezogen hat, plötzlich geklickt hat, dass da etwas entstanden ist, was vorher nicht da war: Eine graphische Bedeutung.

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Unz-Unz-Unz-Unz

How the hell did this get so sad so fast?

Merkwürdig, dass einem dann immer wieder doch etwas einfällt, gerade wenn man denkt, dass es gar nicht geht. Sinn der Arbeit. Warten. Quälen. Zeit.

Mad Men: Orchestrierung der Gefühle, virtuose Kontrolle, vor allem auch in der zeitlichen Abfolge, herauszögern, überraschen, vor sich hin laufen lassen, ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, und jetzt der ganz große Knall. Der allerdings auch nicht völlig umgedämpft, damit es danach auch noch weiter gehen kann. Grandiose Schauspieler-Führung, unübertreffbares Timing der unscheinbar Geste.

DMD KIU LIDT: Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit. Klingt gut. Stimmt das? Kann man das so stehen lassen? Würde man natürlich gerne, klar. Aber.

Die Hure/Die Herzogin: Ganz interessant der Gegensatz zwischen anzüglicher Kleidung und neutraler Gestik. Man erwartet die ganze Zeit, dass die Ansage des Kostüms eingelöst wird, es wird aber noch nicht einmal darauf Bezug genommen.

In gewisser Weise waren die Jahre im Gefängnis die glücklichste Zeit meines Lebens.

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Hochmut

Selbstkontrolle
Totaldisziplin

I can’t take any more bad news, Lane.

Land der roten Steine: Merkwürdige Idee, eine Landschaft, die man faktisch nicht sehen kann, immer wieder von anderen Standpunkten aus zu beschreiben. Quasi eine Übung in geometrisch-perspektivischer Beschreibungskunst und Vorstellungskraft, die gleichen landschaftlichen Fixpunkte in immer neuen perspektivbedingten Konstellationen vorzustellen. Obwohl diese Fixpunkte mit neuen Einzelheiten konkretisiert werden, bleiben sie papieren, weil die Erklärungen und Beschreibungen trotz aller Anstrengungen nicht wirklich anschaulich werden. Die Namen der Felsformationen bleiben die einzige Möglichkeit, wiederkehrende Fixpunkte zu identifizieren, was vielleicht auch daran liegt, dass die unterscheidenden Charakteristika nur für den, der sie tatsächlich sehen kann, erkennbar und erinnerbar sein können. Also letztlich eine Übung, die nicht erfolgreich sein kann. Trotzdem neigt man dazu, zu Ende zu lesen, vielleicht aus Faszination für die letztlich knochentrockene Prosa. Man fragt sich, warum macht er das? Warum tut er sich das an? Warum quält er sich so? Er kann nicht wirklich denken, dass er auf diese Weise ein Verständnis für die Landschaft wecken kann. Auch die seltenen Andeutungen einer Geschichte sorgen eigentlich nicht wirklich für Entspannung, sondern lassen eher die Zähigkeit der Beschreibungsprosa noch deutlicher spürbar werden.

Unbeschwertheit
Unbekümmertheit
Unschuld

kaufen: Now we’re talking!

Zeitdruck, Komma, produktiver: Entscheidung muss jetzt fallen, auch wenn es offensichtlich gar nicht möglich ist, eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Es muss einfach irgend etwas passieren.

Ist es am Ende einfach eine Frage des Durchhaltens – oder Nichtdurchhaltens?

unbedingte Zuneigung
bedingungslose Liebe

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The order of the Holy Ghost.

El Greco
Velazquez
Goya
Manet

Königsfamilie, Goya: Letztlich alle möglichen Lebensgeschichten in einem Bild versammelt, der Maler wie ein böser Geist, seine Gemälde wie dunkle Vorahnungen dessen, was kommen wird. Einseitige Lichtregie, fast wie Partei ergreifend.

Goya, Pinturas Negras: Schwarze Messe. Ikonographie. Rätselhaftigkeit. Freimaurertum. Beckmann.

Ribera, Ecce Homo, Academia de San Fernando: Düsterster Heiland, ganz ins Schwarz versunken, von Schwärze aufgesogen.

Goya, La Tirana, Academia de San Fernando: Kleidung, Stoff immer wieder Gelegenheit für pure Malerei. Dunkles Feuerwerk.

Goya, Manuel Godoy, Príncipe de la Paz, Academia de San Fernando: Der selbstbewusste Strippenzieher in ein schwarzes Gemälde versetzt. Toller Hintergrund/irrwitziger Vordergrund. Format!

Goya, Retrato ecuestre de Fernando VII, Academia de San Fernando: Grüne Schleifen in Pferdemähne vs. sandfarbene Reithose. Ordenfeld. Schwarzgrauer Rock: Der junge König.

Hope is only marketing.

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Gesichtslosigkeit

El cardenal infante Fernando de Austria cazador, 1632-34, Museo del Prado

Francisco Lezcano, el Niño de Vallecas, 1635-45, Museo del Prado

Esopo, 1638, Museo del Prado

El bufón Don Diego de Acedo, el Primo, 1644, Museo del Prado

Mariana de Austria, 1652, Museo del Prado

La infanta Margarita, 1654, Kunsthistorisches Museum
Grau-rosa, komplett verwaschen, dazu eine Diagonale in Renoir-Türkis.

La infanta margarita, 1656, Kunsthistorisches Museum

El príncipe Felipe próspero, 1659, Kunsthistorisches Museum
Behängt mit Amuletten, unheimlicher Nebenraum rechts hinten, Hündchen genauso gebrechlich wie das Kind.

La infanta Margarita en traje azul, 1659, Kunsthistorisches Museum
Grau gegen blau, Bordürenbahnen mehr und mehr verwischt.

La infanta Margarita en traje rosa, 1663, Museo del Prado
Grau gegen rosa, weiße Krikelage wie Schriftzeichen auf Bordüren.

Las meninas, Mazo-Kopie, 1660, Kingstons Lacy, The Bankes Collection
Warum würde man das Original skizzenhaft und in klein kopieren wollen? Königspaar ausgelassen, Rücken-Bilder etwas deutlicher als im Original. Bewegungen so natürlich wie (nur) bei Velazquez.

Mythological painting: Orchestermusik/Orchestrierung
taste for paradox
formal and narrative experimentation

Deutsche Stimmen: Sprachklang/Sprachmelodie

Verwischen/Unschärfe: Vielleicht doch versetzen? Antikontur.

Zählen, um sich die Zeit zu vertreiben, zählen, um die Zeit zu markieren: Jetzt mache ich noch x mal dies, y mal das, und z mal jenes, und dann …

Don’t show off!

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Cartier

egasseM neddiH A – ortnI

Dorit Tanay

Le Vent d’Est: Absolute Dominanz des Wortes über das Bild. Gilt merkwürdigerweise auch umgekehrt. Beide Ebenen sauber getrennt, dadurch in sich gestärkt. Ganz klar: Bild und Ton ist nicht das Gleiche wie Bild und Wort. Eher Bild/Wort und Ton/Wort. Absoluter Glaube an das Wort. Absoluter Glaube an das Bild. Nicht so sehr an den Ton. Glaube ich.

Last/Past

Lederhaut: Agen

min./max.: Quasi eigene Stimmen

Frontale Bühnenaufstellung des Ensembles vs. Lautsprecherreihe im Rücken des Publikums.

Leisigkeit
Lautheit

Vom Gefühl her übermäßige Differenziertheit bei Lautsprecheraufstellung dem Medium nicht angemessen.

Alles frei halten, alles offen lassen, bis es zu spät ist.

Langeweile: Das Problem ist, dass Worte automatisch schon zu groß sind für das, was sie beschreiben.

Interessant, wie schwer das alles ist, wie schwierig es ist, ein auch nur halbwegs vernünftiges Leben zu führen. Vielleicht eben auch komplett unmöglich.

Nicht zu musikalisch denken! Oder vielleicht sogar gar nicht.

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Nicht Blinzeln!

Roxy Music, Brian Eno, David Bowie, etc.: Ikonen der 70er Jahre, Qualität offensichtlich, aber nie wirklich verstanden, wofür die Musik wirklich steht. Offensichtlich ist das Billige, Abgeschmackte, Sentimentale Teil der expressiven Geste. Gleichzeitig aber auch das Raue, Rockige, das gerade im Klangbild Punk vorweg zu nehmen scheint. Also nicht der absolute Gegensatz. Alles immer ein bisschen zu eng zusammengemischt, Gegenteil von transparentem Klang. Relativ deutlicher Hang zu Hässlichkeit, die aber nie ganz in den Vordergrund tritt. Dann die echten 70er Jahre-Ingredientien wie Gitarren- und Saxophonsoli, eigentlich ganz furchtbar, man weiß aber auch nie, wie ernst sie wirklich gemeint sind, ob sie da sind, weil es sich so gehört, weil sie wirklich etwas ausdrücken sollen, oder ob sie schon gleich als (vielleicht auch halb unbewusst) parodistisches Element eingesetzt waren. Da gehört dann natürlich auch das Kabarettistische, das Musicalhafte, das Over-the-Top-Spielen dazu. New York Dolls, Johnny Thunders dann direkter Übergang zu Punk. In too much too soon.

Filmriss: Schwarzfilm als scharfes Reißen, deutlich abgegrenzt, aktive Bewegung, statische, in sich ruhende Aggressivität, trotz Bewegung nicht Geste, sondern reine Unterbrechung. Am Steg pressen mit schnellem, im Gesamtklang verschwindenden Glissando.

Auch ganz schöne Idee: Fast alle, aber eben nicht wirklich alle Szenen durch Schwarzfilm voneinander zu trennen. Man ist dann nicht sicher, ob man vielleicht in dem Moment geblinzelt hat, in dem der Schwarzfilm kam, oder ob die Szenen wirklich ohne Trennfilm aufeinander gefolgt sind. Das alte Problem: Man kann wegschauen, aber man kann nicht weghören. Ein Schnitt könnte ein Blinzeln sein, im Grunde besteht unsere normale visuelle Wahrnehmung aus lauter kleinen Schnitten, sowohl wenn wir blinzeln, als auch wenn wir woanders hin schauen. Das geht beim Hören offensichtlich so nicht.

Ein Klang, der alle anderen Klänge verschlucken könnte, einsaugen würde, das Schwarze Loch der Klänge. Weich fallen. Sanft weg. Fast plötzlich.

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Damit der Papa es nicht hört!

facebook-Isolation/Pascal: Öffentlichkeit ist Lüge.

Jean Louis Ughetto

handkeonline

La Leggenda Di Kaspar Hauser: Ganz kurzer Schwarzfilm zwischen den Einstellungen, zum Teil auch mit Zwischentiteln, dann länger. Funktioniert gut, mischt sich mit Schwarzweiß, wirkt zum Teil wie Filmfehler – wahrscheinlich vor allem, wenn vorher viel Schwarz im Bild war, der Zwischentitel also weniger deutlich abgesetzt ist. Maurizio/Licht, Teil II: Einstellungen voneinander trennen, aber auch Einstellungen falsch trennen, z.B. Krach dort einsetzen, wo er regulär, wenn die Einstellung nicht durch Überlappung und Vervielfältigung verlängert würde, sitzen müsste, also falsche, aber zugleich formal richtige Signale setzen.

Unterbrechung: Geschwindigkeit/Wiederholung/Dauer

Wiederholungen in der Geschwindigkeit der Unterteilung
Unterbrechungen in der Geschwindigkeit des Grundtempos (1/16*x)

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hundekotgelb

alles arco, alles gestrichen: Kein Pizzicato, kein Battuto, kein Saltando. Das reine Streichgeräusch in allen denkbaren Varianten. Staccato, wenn überhaupt, nur als arco-Impuls.

Ist das jetzt wieder vorbei mit der Tonhöhe/Tondauern-Sprache? Nie mehr gemacht, später (Ton/Geräusch-Abstufungen). Plötzliches Wiedererwachen des Interesses, natürlich auch/vor allem wegen Entwurfsplanung Maurizio/Licht, wo das Geräusch Teil der ursprünglichen Idee war. Merkwürdig, dass man auf solche Sachen dann wieder zurückkommt, gerade wenn man nicht damit gerechnet hat.

Klangdifferenzierung als Prachtentfaltung

Insistierender und differenzierter Lärm: Moe

Sunset Blvd, Abzweigung vor Westwood, Jimmy Rodgers Park, Star Maps, Traumprotokolle.

Geräusche verdoppeln, um Tonhöhengehalt herauszufiltern. Quasi Anleitung zum Hören. Was gemeint ist. Was gemeint war. Ich wollte … ich … damit …

Einzelheiten, Details, Beobachtungen, Kleinstereignisse, in – was eigentlich? – gegossen. Völlig bizarr, dass man sich das alles merken kann. Wobei – eigentlich ja nicht merken, eher wird es eingeschrieben, mehr oder weniger willkürlich aufgezeichnet. Das Bild, der Text, der Ton ist dann da, ohne dass man etwas dafür getan hat – und ohne dass man ihn bewusst wieder aufgerufen hat.

im Grunde ein Wunder, dass die ganze Scheiße immer noch zusammenhält

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Körte 6 10:00 17.01.2014

Cold Front Productions

Lustig, eine echte Maloche down hier im Büro.

Improvisation. Alles Improvisation. Alles improvisiert. Die Reihe. Der Algorithmus.

Total Trauer: The caretaker.

Gleiche Intervallkonstellation einmal als Tonhöhen/Klänge, einmal als Tonfolge/Spannungsverhältnis. Müsste eigentlich möglich sein.

Oh nee, wann ist denn endlich die erste Stunde rum? Die Zeit kriecht. Ja, so ist das im Büro. Zeigt, wie viel in wenig Zeit geht, aber auch, wie langsam sich Zeit anfühlt, wenn man darauf achtet. Wenn man sich quält. Einzige erlaubte Ablenkung: Notizen. Nachdenken. Nichts tun. Aber eben nicht: Etwas anderes tun. Schlafen ist z.B. auch nicht erlaubt, logischerweise. Wäre wie etwas tun, sich ablenken, die quälende Zeit nicht aushalten. Nachdenken macht ja übrigens eigentlich immer Spaß, ist nie unangenehm, wahrscheinlich, weil man nicht wirklich etwas tun muss, weil man nicht in die Ausführung gehen muss, weil man noch nicht so weit ist, zu sehen, wie die Ideen sich in der Ausführung auflösen, verschwinden. Tolle Idee – aber nur so lange, wie man sie nicht anwendet. Letztlich das Reich des Traums, wo alles geht, was man sich kurz vorgestellt hat, wo man für einen Moment überzeugt war, dass ein bestimmter Gedanke vollständig evident ist. Ausführung wäre dann der Text, die Argumentation, wo dann plötzlich nichts mehr zusammenpasst. Nachdenken ist viel leichter als tun, weil es keinen Widerstand kennt.

Letztlich ganz normal, dass es einem schlecht geht, by the way. Den meisten Menschen auf der Welt geht es schlecht. Und den anderen natürlich auch.

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§22: Die Erinnerung

– Do nothing.
– I beg your pardon?
– If you have no move, Mr Thompson, you do nothing.
– He’s under attack, Arnold.
– All the more reason for patience. I’ve made my living, Mr Thompson, in large part as a gambler. Some days I make 20 bets, some days I make none. There are weeks, sometimes months in fact, when I don’t make a bet at all because there simply is no play. So I wait, plan, marshal my resources. And when I finally see an opportunity, and there is a bet to make, I bet it all.

Vorort, Straße, altmodische Limousinen im Tiefschnee: Vergessen zu atmen.

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Small Town Boy

Es MUSS unangenehm sein. Ist doch eigentlich klar. Sonst ist es keine richtige Arbeit. Am besten selbstverständlich unangenehm. Gar nichts besonderes. Ganz normal. Endlich eine richtige Arbeit! 9 – 5 = 8. Ganz egal, ob es funktioniert oder nicht funktioniert. Einfach sitzen bleiben. Nachdenken. Zeit absitzen. Langweilen. Meditieren. Geht nicht ohne ein gewisses Desinteresse. Quasi Heiterkeit. Ein bisschen abgelöst. Nicht über alles gleich ärgern. Intellektuelle Abgeklärtheit. Verzweiflung.

9-12
15-18
20-22

oder so.

9-12
13-17
20-22

oder so.

10-13
15-18
20-22

oder so.

Du bist jetzt bei Dir selbst angestellt. Ich bin mein bester Angestellter: Mitarbeiter des Monats.

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Wo die Reise hingeht

Radio: Eine Ansage nach der anderen, keine Beiträge. Komplette Sendungen werden angesagt, dann die nächste Sendung. Angesagt. Keine Beiträge. Die Maschinerie dreht durch. Schließlich nicht enden wollende Pausenmusik, dann Knacksen und Stille. Nach einer Weile in eine laufende Sendung hineingeschnitten, allerdings keine der zuvor angesagten. Wäre ziemlich toll als experimenteller Radiobeitrag, war aber nur ein echter Fehler. Kommentarlos gesendet. Hat also vermutlich auf dem Sender niemand gemerkt.

Manie des Bewahrens, Aufschreibens: Das ist ja wohl das eigentliche Thema. Was würden wir machen, wenn wir das nicht machen würden? Wie sähe unser Leben dann aus? Tiefe Sinnkrise. Symptome: Nichts wegwerfen wollen. Alles wegwerfen wollen. Nachsinnen. Erinnern. Wie das war. Staunen. Wie das ist. Eigentlich ja dann: Befreit vom Nachdenken. Einfach da sein, und irgendwann wieder weg sein. Sieht allerdings nicht so aus, als ob das irgendetwas besser machen würde.

Vorne Licht, hinten Ensemble: Licht hält das Gesicht nach vorne, Beschallung kommt also notwendigerweise von hinten, es sei denn, man würde sich entscheiden, auf das Licht komplett zu verzichten. Man hört auch, wenn man nicht hinsieht. Quasi Asymmetrie: Normalerweise würde man sich immer umdrehen, wenn etwas von hinten kommt, hier muss man sich aber mit der Situation abfinden: Entweder Licht von vorne und Klang von hinten, oder kein Licht und Hinwendung zum Klang. Entscheidungszwang. Bilde mir ein, dass das was sagt.

Guston: Arbeit
To the Wonder: Arbeit
Bronsky Beat: Arbeit

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Sorry for your loss.

I don’t get it, but I accept it.

Müsste man auch mal fragen: Was echte Merkwürdigkeit in der Neuen Musik wäre. Nicht Skurrilität, sondern etwas, das einen wirklich erstaunen würde.

Maurizio: Wegnehmen, da WÄRE ein Akkord, aber da IST nur Rauschen. Regelmäßigkeit: Man weiß nach einiger Zeit, was wann kommen würde, aber es kommt eben nicht. Jedenfalls nicht immer. Abstufungen von Rauschen/Ton: Die eine Hälfte und die andere Hälfte. Tendenziell Rauschen/tendenziell Ton.

Abwürgen: Rauschen
Ganz abwürgen: Kurze Pause/Nichts.

Pale King: Geht wahrscheinlich auch darum, maximale Unvorhersehbarkeit an jedem beliebigen Punkt zu erreichen; dass man nie weiß, wie lang ein Paragraph sein wird, in was für einem Stil er geschrieben sein wird, welche Personen auftreten, welche Geschichte erzählt wird, aber sich eben auch nicht darauf einrichten kann, dass es jedesmal wechselt. So etwas wie ein perfektes Gleichgewicht zwischen Überraschung und Fortführung, um das elende Einlösen eines überschaubaren Ursprungsplans/Sprachstils/Erzählmodus, das es so oft unerträglich macht, einen Roman zu Ende zu lesen, ihm also beim Einlösen der selbstgestellten Aufgabe zu folgen, zu vermeiden. Nervt manchmal, ist aber wahrscheinlich auch formal klüger, weil nicht einfach nur brillant/intelligent, als es auf den ersten Blick aussieht.

Zeitbeschränkung als Selbstschutz: Erstaunlich angenehm

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leider nur eine Episode

reine, vollständige Wiederholungen, auch größere Abschnitte, aber so, dass man sie noch nachvollziehen kann

ein Abschnitt einfach nochmal: Wie wäre das denn z.B. in einem wissenschaftlichen Text, also in einem Zusammenhang, wo man es überhaupt nicht erwartet und wo es auch definitiv nicht hingehört? Ziemlich surreal, ziemlich selbstzerstörerisch, aber gerade deswegen auch wirklich gut. Befremdend: Man würde zweimal hinschauen, weil man nicht glauben könnte, dass jemand so etwas wirklich, und mit Absicht, gemacht hat:
Dabei geht A. rein chronologisch vor …
Dabei geht A. rein chronologisch vor …
Zweimal wäre am irritierendsten, weil man nicht sicher sein könnte, ob es ein Versehen oder Absicht ist, bei dreimal und mehr wäre es schon ziemlich klar, dass es sich um einen absichtlichen Eingriff handelt.

Mechanische Wiederholung letztlich immer auf kleine und kleinste Einheiten bezogen, weil bei größeren Einheiten das Mechanische der Wiederholung weder bezüglich der Geste, noch bezüglich der Ausführung nachvollzogen werden kann. Je kleiner die Einheit, desto unwichtiger die Exaktheit der Ausführung, also der Wiederholung. Es wirkt dann ohnehin wie eine große, integrierte Geste, und nicht wie eine Reihung von Wiederholungen.

Immer wieder: Wanda Group. Sollte man versuchen zu integrieren. Vielleicht einfach ein Stück über ein fertiges Stück von WG schreiben.

Klug zusammengestellte Realität. Das war doch das, was uns gefehlt hat, oder?

Pausen als Lücke mit Rauschen füllen, zusätzliche Pausen leer lassen. Pausen als Lücke tendenziell ganze Schläge, zusätzliche Pausen tendenziell kurze Unterbrechungen.

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Schnelligkeit

Schnitte, die von einander getrennt sind (quasi Schwarzfilm) vs. Schnitte, die direkt aneinander anschließen. Oder besser Dynamik-Blende vs. Dynamik-Schnitt.

Option 1 wahrscheinlich vor allem bei niedriger Dynamik, damit der Klang schnell verschwinden kann. Option 2 bei jeder Dynamik möglich, bei niedriger Dynamik als Gegensatz zu Option 1 einsetzen, bei hoher Dynamik als Klangblock und Klangwand.

Dynamik
Schnitt/Pausen
Ton/Geräusch
Stimmen/Verdopplungen
Registrierung

Nicht zu Ende gedacht.

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Wirst du nie erfahren

lash out

h-moll Messe: Langes Stück, aber sicherlich keine integrierte Dauer. Kann eigentlich auch nicht so gemeint sein, da originale Aufführungssituation und Entstehungsgeschichte dem widersprechen. Dennoch würde man retrospektiv sicherlich davon ausgehen, dass hier an einem Gesamterlebnis gearbeitet wurde. Tatsächlich hört man aber eher Momente, Einsätze, Besetzungswechsel, die die Punkte markieren, an denen dramaturgisch homogene Passagen aufeinandertreffen. Wie hört man das? Warum hört man das? Wenn man das Stück bereits kennt, wird man zuerst auf die Interpretation achten, und dann wesentliche Punkte des Stückes mit seiner Erinnerung vergleichen. Aber was passiert darüber hinaus? Trägt die Musik durch das Stück? Trägt die Interpretation durch das Stück? Lernt man etwas Substanzielles über das Stück, wenn man es von Anfang bis Ende durchhört? Geht es vielleicht auch hier darum, zu verstehen, dass die entscheidenden Momente des Stückes von Material umgeben sind, das natürlich hervorragend durchgearbeitet ist, aber eben eher der Monumentalität des Stückes zuarbeiten, als ihm etwas grundsätzlich Neues hinzuzufügen? Allerdings kann man kaum sagen, dass diese Passagen eine dramaturgische Spannung aufbauen, dass sie zu einem bestimmten Punkt führen, an dem sie z.B. in etwas anderes umschlagen würden. Eher füllen sie tatsächlich die Zeit mit kostbarem Material aus, das irgendwann abbricht und neuem Material weichen muss.

Who is the public? They will be dead very soon. I don’t make public films. I make private films.

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Was wir gerne wissen wollten

Vorsicht: Rauschen nur im Piano-Bereich sinnvoll. Darüber nur Verzerrung von Tonhöhe, aber keine Gegenüberstellung von Rauschen und Ton möglich. Ausnahme (logischerweise): Pausen, also Hintergrund. Alle Pausen ausfüllen? Intensive Aktion mit sehr geringer dynamischer Effektivität. Müsste als Hintergrund wohl auf verschiedene Instrumente verteilt werden, also Vorder- vs. Hintergrund.

– Auf Grundschlag (und damit auch auf Takt) bezogen
– Auf Takt (aber nicht auf Grundschlag) bezogen
– Weder auf Takt, noch auf Grundschlag bezogen

Teil I/Teil II/Teil III? Oder wäre es dramaturgisch sinnvoller, den Takt am Ende wiederherzustellen? Neu/falsch zusammenzusetzen – scheinbar den Takt wieder einsetzen, in Wirklichkeit aber aus vielen Einzelschnitten eine taktartige Einheit ohne Takt- oder Schlagbezug herzustellen? Gleiche Gesamtdistanz, vielleicht sogar Distanz der einzelnen Schläge berücksichtigen, aber das Material gegen seine Herkunft einsetzen?

Festhalten
Isolieren
Wiederholen

Risikoanfang: Gute Idee

Kanon zwischen Rauschklängen und Tonhöhen: Röcheln/Atmen

Wohlfühlen: Wie eine Wohnung aussehen sollte. Bürgerliches Selbstbewusstsein. Auch Schutz. Z.B. vor Zweifel. Wie es richtig ist, und wie es falsch ist.

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Stimmt/Stimmt nicht

So einfach soll es dann doch nicht sein. Eher unglücklich, unangenehm, peinlich.

a past thought is not perceived,
a present thought is not perceived,
and future thoughts are not perceived.

eigentlich egal, ob es ein Fehler ist, oder nicht, oder sehe ich das falsch?

Actress: Zustand, stehen lassen, verdeckte Entwicklung, untergründige Dynamik

Was war eigentlich gestern noch mal? Wo bekommst du deine Informationen her? Brauchst du überhaupt Informationen? Für deine Arbeit?

Auch Arbeit kann eine Disziplin sein. Arbeit ALS Disziplin. Also so etwas wie ein Eigenwert.

Was man nicht lesen kann: Richtig geschrieben, aber dennoch falsch gelesen. Weil die falsche Assoziation stärker ist als die richtige.

Ausformulierung: Trägheit vs. Schnelligkeit

Paul Perry/Alamut: Das war’s, wiedergefunden.

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The art of Kunst.

Echt-Rost. Schöne Farbe.

Xiqu
Kunqu
Jingju

Brennt ein Licht.

Fromme Bitte: Lasst mich arbeiten.

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Sexualität ausleben

3/8 + 1/8
3/8 + 3/8
3/8 + 3/16
3/8 + 1/4

selbstvergessen

When one speaks of the aesthetics of film, with regard to the director of photography, we often blend great pictorial references: painters, great photographers… Obviously…  we can’t ignore them, but this is our work, with every shot we would consider the previous shot – it’s rhythm, the use of a pan, the speed of movement, in the case of a fixed shot, the speed of movement of the actors. The shot about to be filmed has to take into account the shot that will follow. And so on. Hence, there is a prevalent sense of rhythm in the general aesthetic balance of the film.

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Misslingen als Qualität.

Genau: Stumm

Wie würden wir uns unser Leben vorstellen?

Snapchat
Telegram
Whisper

Dann sammeln wir mal wieder.

all time favorites:

King Hu: A Touch Of Zen
Marguerite Duras: Les Enfants
Sam Peckinpah: The Wild Bunch
Kenji Mizoguchi: Les Contes De La Lune Vague
Friedrich Murnau: Sunrise
Johnnie To: Fulltime Killer
Kinji Fukasaku: Battle Royal
Abel Ferrara: New Rose Hotel
Claire Denis: L’Intrus
Orson Welles: Touch Of Evil

Und natürlich:

Jia Zhangke: Pickpocket

Ist nicht viel dazugekommen in den letzten Jahren, sorry. Vielleicht Holy Motors?

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pretty good privacy

Der Wunsch, etwas zu sagen. Etwas auszudrücken. Eine Weltsicht darzulegen. So wäre das. So hätte das gewesen sein können.

Alles ganz normal. Was würde darüber hinausgehen? Kann es überhaupt etwas geben, das darüber hinausgeht?

Routine
Disziplin
Bescheidenheit
Demut
Wut

Information: Macht es überhaupt Sinn, dass … Stimmt schon. Natürlich könntest du etwas finden.

Ist das aber wirklich so? Macht es wirklich Sinn, nach Zeichen zu suchen? Offensichtlich auch Gier, Zwanghaftigkeit, Ablenkungsbedürfnis. Könnte man ohne leben?

Zufriedenheit. Neugierde. Ein geglücktes Leben: Vielleicht gehört da der eklatante Fehler, die eklatante Schwäche auch dazu?

Horror vacui

Qual

Hölle des Schweigens

Ja, genau so, so sollte es sein. Das wollte ich … Das ist ja aber genau nicht so, wie es funktioniert. Der Mehrwert des Nichteinlösens, des Verfehlens, des Darüberhinausschießens.

Ist das heute noch so? Wäre es nicht besser, genau zu treffen? Exakt das einzulösen, was man (sich selbst) versprochen hat? Kann es immer noch um kreative Abweichung gehen?

Kurzzeitige Einbildung, dass man etwas versteht. Dass man etwas verstehen könnte. Dass es etwas zu verstehen gibt.

Dann vorbei.

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