Charles Fleury, Sieur de Blancrocher

Was würde denn eigentlich übrigbleiben, wenn man alle Ablenkung, alle Entäußerung, den gesamten Informationsfluss wegnehmen würde? Was würde von uns übrigbleiben, wenn wir uns komplett isolieren und nur noch auf unsere unmittelbare Gegenwart konzentrieren würden?

Die implizite DFW-These, dass der Sinn menschlicher Existenz in der Selbstvergessenheit konzentrierter Arbeit liegt, ist zwar verführerisch, aber leider nicht ganz, oder vielleicht sogar gar nicht zutreffend.

Kann aus meiner Sicht eigentlich nur dort gelten, wo Arbeit wirklich unangenehm ist, wo wir Angst vor ihr haben, weil wir nicht wissen, ob und wie wir sie bewältigen können. Langeweile könnte da ein Teilaspekt sein, scheint mir aber eher ein körperliches Problem als eine geistige Aufgabe zu sein. Da geht es dann eher um die Frage, wie wir es schaffen, sitzen zu bleiben und weiterzuarbeiten, obwohl jede Faser unseres Körpers nach Abwechslung schreit. Dem Verstand ist das eigentlich ziemlich egal, glaube ich. Er kann sich anderweitig beschäftigen.

Ansonsten ist Arbeiten nämlich genau das Gleiche wie Fernsehen: Es zerstört Zeit. Man freut sich, dass die Zeit so angenehm, weil unbewusst, vergeht.

Don’t talk about bewusstes Fernsehschauen. Doesn’t exist by definition. The whole point is to lose consciousness of your situation.

Denken ist unheimlich entspannend. Man kann alles, was einem im Lauf des Tages in den Kopf gekippt worden ist, wieder herauskippen. Ist ein bisschen wie aufräumen: Klärt.

Wir akzeptieren die Tatsache, dass jemand stirbt und dann einfach weg ist, nur, weil uns nichts anderes übrigbleibt: Es ist die Realität. Aber in jeder anderen Hinsicht komplett inakzeptabel.

Mal was ganz anderes: Was machst du eigentlich, wenn du nicht arbeitest, und wenn ja, warum?
Gute Frage, hab’ ich vergessen.

You look like shit. I wanna look like shit, too.
Well, you will real soon.

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