Partitureitelkeit

Die aussagekräftigste Setzung: So etwas wie die Setzung, die sich am meisten vom Vorangegangenen abhebt, das, was hinzukommt, am deutlichsten isoliert. Das muss nicht immer die eindeutigste Abgrenzung sein, kann auch direkt an das Vorhergegangene anschließen, wenn bisher alle Setzungen von deutlichen Unterschieden geprägt waren. Ist also eine Sache des Verlaufs, der Intuition, des Abwägens: Was kann ich tun, um dieses Element möglichst prägnant einzuführen? Das ständige voneinander Absetzen kann eben auch zum Trott, zur Selbstverständlichkeit, und damit bedeutungslos werden.

Lustig, wenn sich diese Entscheidungen nur noch auf die Oktavlage (aber damit natürlich auch auf das Register und die Klangfarbe, letztlich die emotionale Geste des Instruments) beziehen. Auch das ganz Doofe, z.B. das ständige direkt aneinander Anschließen, kann in bestimmten Zusammenhängen interessanter sein als ein detailliertes Abwägen der Entscheidungsschritte.

Auch so etwas wie zwei Oktaven oder nur eine Oktave Abstand: Es ist überhaupt nicht gesagt, dass die doppelte Oktave einen wirkungsvolleren Schritt darstellt als die einfache, die einfache kann genau der Schritt sein, der die Folge am meisten zuspitzt. Wahrscheinlich geht es um genau das: Zuspitzung der jeweiligen Situation, sowohl im Schritt von A nach B nach C, als auch für A, B und C für sich alleine, aber im Zusammenhang betrachtet. Der direkte Anschluss als die gemeinste Fortsetzung.

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