Monthly Archives: August 2016

VERY, VERY LATE. DAMN IT.

Keine Angst vor Brüchen, im Gegenteil: Ist doch super, wenn es nicht passt.

Unglaubliches Jahr für Hip Hop. Gibt es überhaupt noch schlechte Mixtapes? Selbst die mittelmäßigen sind gut, das durchschnittliche Niveau absurd hoch. Unüberschaubare Menge: Könnte man jahrelang hören, ohne zu wiederholen. Als ob die Qualität steigen würde, wenn die Option, damit Geld zu verdienen, endgültig verschwunden ist. Meistgehörte Musik der Welt.

Ansonsten ziemlich gemischt: Die Ideen der letzten Jahre werden langsam müde, etwas Neues ist noch nicht in Sicht. New Grime als Klangsignatur des Jahres, wahrscheinlich.

Wirr. Sehr wirr. Wirres Zeug. Mir war eingefallen, dass ich nochmal zurück musste, weil ich mein Rad vergessen hatte.

1. Pusha T: King Push – Darkest Before Dawn: The Prelude
2. Vince Staples: Summertime ’06
3. Gabi Losoncy: Didn’t Take Much
4. Dawn Richard: Blackheart
5. Future & DJ Esco: 56 Nights
6. Mhysa b2b Abdul Kadir: (giveyourmoneytofemmes)
7. Arca: Mutant
8. Djwwww: U.S.M!
9. Normal Nada: Transmutação Cerebral
10. Sumbu Duria: Sister Nature
11. Dean Blunt: Babyfather
12. Palmistry: Ascensión
13. Matana Roberts: Coin Coin Chapter Three: River Run Thee
14. 2 8 1 4: Room 2814 (A) Doorway (B) Into The Light
15. Young Thug: Slime Season 2
16. Fifth Harmony: Reflection
17. C.Z.: I Don’t Feel So Good
18. SOPHIE: PRODUCT
19. ANDREA: Black Magic
20. Gnaw Their Tongues: Abyss of Longing Throats
21. SK Kakraba: Songs of Paapieye
22. ADR: Deceptionista
23. Cloud Rat: Qliphoth
24. Takahiro Kawaguchi/Utah Kawasaki: Amorphous Spores
25. Amber London: Life II Death
26. Jason Lescalleet: THIS IS WHAT I DO 7
27. Kid Smpl: Response/Ascend
28. Jam City: Dream A Garden
29. Lil B: BASEDWORLD PARADISE
30. Jeremih: Late Nights
31. Joey Anderson: Invisible Switch
32. Tree: Treestrumentals
33. Pissgrave: Suicide Euphoria
34. EMA: #HORROR
35. Kode9: Nothing
36. Anthony Naples: Body Pill
37. Freddie Gibbs: Shadow Of A Doubt
38. Pearson Sound: Pearson Sound
39. Sidsel Endresen, Stian Westerhus: Bonita
40. Ash Koosha: GUUD
41. araabMUZIK: Goon Loops
42. Heather Woods Broderick: Glider
43. tropes: lit divine
44. Carla Morrison: Amor Supremo
45. Foodman: Couldwork
46. Billy Woods: Today, I Wrote Nothing
47. Percussions: 2011 until 2014
48. Trae tha Truth: Tha Truth
49. Teresa Winter: Oh Tina, No Tina
50. SELA.: inevitable
51. Lakker: Tundra
52. EVOL: Rave Synthesis Approximations of György Ligeti’s Continuum, Part IV
53. Korma: ZGMF-X19A
54. Félicia Atkinson: A Readymade Ceremony
55. Neon Indian: VEGA INTL. Night School
56. Kanfding Ray: Cory Arcane
57. In Media Res: リンキンパーク Quindecim/Viginti Sex/Triginta Septem
58. Alexander Lewis: 7 Day EP
59. Egyptrixx: Transfer Of Energy [Feelings Of Power]
60. Homemade Weapons: Clarion Call
61. Lucrecia Dalt: Ou
62. Drake: If You’re Reading This It’s Too Late
63. Christine and the Queens: Christine and the Queens
64. Dai Burger: Dai 1
65. Ommadon: Empathy For The Wicked
66. death’s dynamic shroud.wmv: I’ll Try Living Like This
67. Sango: Da Rocinha 3
68. Ciara: Jackie
69. Laurel Halo: In Situ
70. A$AP Rocky: ALLA (At Long Last ASAP)
71. Grischa Lichtenberger: La Demeure; Il Y A Péril En La Demeure
72. JoeFarr: Longanimity EP
73. ADMX-71: Coherent Abstractions
74. Earl Sweatshirt: I Don’t Like Shit, I Don’t Go Outside: An Album by Earl Sweatshirt
75. T.E.S.O.: No.3. obliate
76. TyM: Samantha
77. Björk: Vulnicura
78. Rabit: Communion
79. Buttechno: Sport
80. uon: Our Fantasy Complex
81. Ca$h Out: Kitchens & Choppas 2
82. Angel Haze: Back To The Woods
83. NHK: Program
84. Cannibal Ox: Blade Of The Ronin
85. Dao Bandon: Kon Kee Lang Kwai/Essential Dao Bandon
86. Leikeli47: Lk-47 Part III
87. wet petals: wet petals II
88. Moerbeck: T.R.I.P.S.
89. Rocket from the Tombs: Black Record
90. Varg: Ursviken
91. Rizan Said: King Of Keyboard
92. Chicklette: UNFAITHFUL
93. Holly Herndon: Platform
94. Darkstar: Foam Island
95. Lee Bannon: Pattern Of Excel
96. Mio Mio: Mio Mio
97. Slugdge: Dim and Slimeridden Kingdoms
98. James Booth: Tell Me Lies
99. buttechno: Gosha Rubchinskiy AW 16 Soundtrack
100. Oobe: Stealth

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Zynischer Populismus

Die Frage ist ja schon, wie man so eine Konstruktion cool halten kann, wie man dafür sorgt, dass sie nicht zu gefrickelt wird, sondern eine gewisse Frische behält. Bei mir letztlich immer auch, ein Scheiß drauf, dass man die Konstruktion nicht zu ernst nimmt, sondern dass man mit ihr spielt, gegen sie arbeitet, sie kaputt macht. Dass es keinen Spaß macht, sie einfach nur auszufüllen, dass da irgendetwas herauskommen muss, das über die Konstruktion hinausgeht. Letztlich kann das aber auch eine Neurose sein, dass man ständig aus dem Haus entwischen will, das man sich selbst gebaut hat. Fixierung. Was wäre, wenn man sich übergenau, quasi wie ein Idiot, daran halten würde, es einfach ablaufen lassen würde, die Konstruktion durch Übererfüllung in Frage stellen würde? Die Frage ist aber auf jeden Fall: Was SOLL an der Konstruktion interessant sein? Was IST an ihr interessant? Schnelligkeit ist übrigens auch ein Faktor: Auf irgendeiner Ebene muss es schnell gehen, sonst wird es automatisch spießig. Wenn man zu lange darüber nachdenkt.

Total vergröbern: Nur Haupttöne und direkt daneben liegende Vierteltöne? Wäre dann ein echtes Raster, in das die Tonhöhenbewegungen eingefügt werden.

Warum sprechen die Leute immer von Seele, wenn sie es einfach nur bequem haben wollen?

Könnte es sein, dass nur diejenigen, die keine Vision haben, danach suchen? Dass diejenigen, von denen die Rezeption sagt, dass sie eine Vision haben, nie danach suchen, sondern sich ausschließlich darum kümmern, ihren Job so gut wie möglich zu machen?

Wahrscheinlich nicht ganz, man versucht ja doch, ein bestimmtes Gefühl, eine Grundhaltung zu kommunizieren, man würde immer sagen, nein, das geht nicht, das fühlt sich falsch an – insofern gibt es schon eine Art Richtungsmesser, der bewusst eingesetzt wird, um die eigene Arbeit zu steuern. Das ist nicht das, was ich will. Dafür stehe ich nicht. Das ist falsch. Nicht gut. Nicht gut. Falsch.

Pontormo 

Wichtig: Schattentöne definieren, nicht alles auf eine Ebene setzten, extreme Gegensätze AUCH AUF EINEM TON. Mit absolutem körperlichen Einsatz, AUCH FÜR DAS INSTRUMENT (Rameau/Korea)..

Drastik

Mikrophon direkt über dem Publikum aufhängen, Ergebnis über frontal aufgestellte Lautsprecher abspielen, das Publikum hört sich beim Zuhören selbst zu.

LOVE
HATE

Was ist das denn für eine Textsorte?

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it’s how you survives it

Man hört noch, wie es klang, man erinnert sich noch, wie es sich angefühlt hat, aber leider ist nichts mehr davon da; die Zeit ist vorbei, man kann nur noch sagen, Aha, so klang das also damals, hat sich aber total anders angefühlt. Natürlich aus der nicht hinterfragbaren Position des Jetzt heraus geurteilt. Extrembeispiel: The Knive, Silent Shout. Mag sein, dass es sich morgen wieder ganz anders anhört. Was gestern knallig war, ist heute extrem lasch. Und dazu passt auch der bewusste Versuch, lasch zu produzieren, der eigentlich eine Überhöhung des Knalligen ist.

I got my dope boys covered.
Just another nigga dead.
Just another nigga dead.
While they’re testing your patience,
they’re just testing my reach.

Fuckin’ great delivery. Pusha T is G.O.D.

Glissandi auch auf EINEM Ton. Quasi Verzierung.

Register, Bänder vs. Tonhöhen

Band mit zentraler Tonhöhe. Sozusagen Tonhöhe mit Hof. Tonhöhe, die nach oben und unten ausfranst.

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Harmlosigkeit + Bedrohung

Wir waren in eine neue Wohnung umgezogen, deren übergroßer Vorraum, genau wie das Treppenhaus des Gebäudes, mit Travertin ausgekleidet war. Es klingelte, ich ging in den Vorraum, um den Türöffner zu bedienen, konnte aber auf dem metallenen Bedienungselement die einzelnen Knöpfe nur umrisshaft erkennen, als ob ich in ein starkes Gegenlicht schauen würde. Ich drückte einfach alle Knöpfe, irgendwann summte es, ich hatte offenbar den richtigen Knopf gefunden. Davon ausgehend, dass meine Frau nach Hause kommen würde, wartete ich in der Tür. Nach einer Weile kam eine Gestalt die Treppe hoch, die von der Größe her meine Frau hätte sein können, aber wie in einen überweiten Mantel gekleidet schien und, als ob ich wieder ins Gegenlicht schauen würde, nur im Umriss erkennbar war. Als sie näher kam, meinte ich, das Gesicht meiner Frau schemenhaft erkennen zu können. Schrecken der Ungewissheit.

Synthiepop im Nebenhof klingt ein bisschen wie Vaporwave, eigentlich ganz hübsch, angenehm dumpf.

Kurze Schnitte aus Gran Partita 1:1 zitieren: Proben, Beweisstücke (Orchestration, Registrierung, der Klang).

Wenn das jetzt Architektur wäre, was würdest Du machen? Was ist das denn eigentlich, Konstruktion? Übereinstimmungen, Unterschiede, Bezugspunkte durch Gradierungen von Ähnlichkeit. Ist das wirklich so? Hören wir das wirklich so? Klar, wir verstehen natürlich schon, dass dies jenem ähnelt, das dieses genauso laut ist wie jenes, dieses sich in der gleichen Geschwindigkeit bewegt wie jenes, dieses ähnlich klingt wie jenes. Aber ziehen wir wirklich den Vergleich? Spüren wir eine ernsthafte Spannung zwischen diesen Punkten? Wohl eher nicht. Ich glaube, dass wir eigentlich Musik komplett anders hören, auch wenn wir wirklich konzentriert zuhören und sie nicht einfach an uns vorbeiziehen lassen. Die Analyse wirkt so irrelevant gegenüber dem eigentlichen Erlebnis. Nehmen wir doch ruhig mal Feldman (II), super leicht zu analysieren, wenn wir wollen, können wir exakt wissen, was er tut, und was er nicht tut. Und wir können auch, während wir das Stück hören, darüber nachdenken. Aber eigentlich spielt sich doch etwas ganz anderes ab: Wir driften in und out of focus, wir hören an bestimmten Stellen genau zu, an anderen weniger oder gar nicht, unser Interesse lässt nach, wenn wir zu wissen glauben, was passieren wird, wenn wir nicht mehr glauben, etwas Neues entdecken zu können.

Eine stille Verzweiflung könnte sich ausbreiten, wenn wir denken, es hat sich also wieder nicht gelohnt, den Weg ins Konzert auf sich zu nehmen, es wird wieder alles so sein wie es immer war, es hat sich nichts verändert, und es wird sich nichts verändern.

Verstrebungen, Statik, Schwerkraft. Wir haben natürlich nicht den Gesamteindruck mit einem Schlag, auch wenn wir uns möglicherweise um das Gebäude und durch das Gebäude bewegen müssen, um es wirklich zu verstehen, aber wir bewegen uns notwendigerweise durch die Musik und mit der Musik, da sie das ultimative zeitbasierte Medium ist. Es ist grundsätzlich völlig o.k., Musik als einen festen Gegenstand, dessen Proportionen streng festgelegt sind, zu betrachten, und es ist vor allem selbstverständlich möglich, aber es entspricht nicht unserer Erfahrung.

FORM
DRAMATURGIE
MATERIAL

Eigentlich spricht das Stück nur durch die Form. Nicht die Form artikuliert die Dramaturgie, sondern die Dramaturgie beleuchtet die Form. Und das Material trägt den Gegensatz zwischen Form und Dramaturgie.

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OST

Ja, wäre interessant zu überlegen, was man is einem Genre wie dem Soundtrack machen könnte, besonders, wenn man wirklich das Material benutzt, das zum modernen Soundtrack gehört. Gibt ja eine ganze Menge von Dingen, die für sich genommen völlig bescheuert sind, aber im Soundtrack funktionieren.

J will die Welt verändern. M will eigentlich nur, dass man ihm folgt. Bisschen dünn vielleicht, insbesondere, da es nicht darum geht, eine bereits bestehende Gruppe zu schützen, sondern eine neue Gruppe zu etablieren.

So krasse Garagenauffahrten aus den 1970er Jahren, kann man leider nicht nachmachen, müssen ganz trocken unkünstlerisch gemeint sein, um wirklich toll zu sein. Selbst wenn man sie einfach kopieren würde, würden sie wahrscheinlich zu gut werden, um wirklich zu überzeugen. Lustigerweise echte Schönheit, eigenes Lebensgefühl, letztlich superoptimistisch, checkt nur niemand, merkwürdigerweise.

Nachkomponiert Teil III: Ballista/Who Came Before

Composed
Uncomposed

Nachkomponiert Teil IV: Zipcode/Untitled

Unangestrengtes Anstrengen: Wie kriegen wir die Einzelheiten, die handausgeführten Details weg, wenn wir für Instrumente schreiben?

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die Knie geben nach

Murmeln, aber nicht Murmel-Murmel, sondern eher Grübel-Murmel oder Feststell-Murmel. Ausdrucksvoll. Aus der Ferne. Jemand anderen anmurmeln. Für sich sprechen, aber jemanden anreden, oder umgekehrt. Vocal samples. Dichte Überlagerung von Stimmen: Muss gar nicht viel sein, um dicht zu klingen.

Kalt/leise, eigentlich sogar sehr leise: Ganz weit weg. Und eigentlich auch ein bisschen unheimlich. Dass das so schnell geht. Euphorisch.

True Detective, I8, deleted scene: Jedes Bild ein bisschen zu früh geschnitten, man denkt gerade noch darüber nach, da ist es schon weg, auch wenn man darauf achtet und den frühen Schnitt erwartet, kommt er dennoch früher, als man denkt, dabei überhaupt nicht schnell, eher sogar langsam, aber auf eine merkwürdige Art gedrängt. Das Bild ist langsam, aber der Schnitt ist schnell. Letzter Schnitt dann ein Fade. Super Idee. Setzt aber voraus, dass es so etwas wie eine natürliche Länge/Dauer gibt.

Waberbass, crescendo-decrescendo, funktioniert elektronisch fast immer, instrumental eigentlich nie, weil zu konkret, zu nachvollziehbar. Sollte man vielleicht trotzdem nochmal drüber nachdenken.

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VERZIERUNGEN

Ahlgrimm, Isolde: Ornamentik der Musik für Tasteninstrumente, Ein Kompendium, Bd. 1: Deutschsprachige Quellen, Graz 2005

Neumann, Frederick: Ornamentation in Baroque and Post-Baroque Music, With Special Emphasis on J.S. Bach, Princeton 1978

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Oh, ich hab schon wieder eine Meinung, hallo!

Immer besser werden, und genau dadurch immer schlechter werden. Fieser Automatismus. Die ursprüngliche Idee verfeinern, und sie genau dadurch verlieren, überschreiben, bis sie im Grunde nicht mehr vorhanden ist. Ganz einfach, weil man das Interesse aufrecht erhalten muss, weil man nicht einfach eine Idee über einen langen Zeitraum unverändert durchziehen kann. Das ist übrigens der eigentliche Vorteil des Algorithmus: Dass der Zeitraum der Ausarbeitung auf Null verkürzt wird und damit mit all seinen Implikationen verschwindet.

Ich konnte nicht anders: Was ist das denn für ein merkwürdiges Argument? Ich glaube ganz fest daran. Es hat sich mir ganz einfach aufgedrängt. Ich kam nicht darum herum. Letztlich, am Ende des Tages, sind das aber genau die Argumente, mit denen wir wirklich arbeiten. Und zwar alle.

Rhythmic Theory, Future Tense: Percussion

D.R.A.M., #1EPICINTRO: Lustiges Bass-Drum-Staccato auf jede Silbe, ziemlich stressig

in der Flasche mit dem Propfen aus Gras stockt das ausgelassene Fett; die Windhose zieht sich zurück in Richtung Venus,

Cameron, Gossamer Bit: Ganz hübsch, wenn die Kleine Trommel nur noch ein Störgeräusch ist. Hängt aber wahrscheinlich vor allem mit der Art der Aufnahme zusammen.

unvermeidbarer Kater: Egal, wie genau Du im Voraus weißt, was auf Dich zukommt, Du kannst ihm nicht ausweichen, und Du kannst es auch nicht lindern. Nur abarbeiten.

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bad is the new good

Überbindung overrulet!

Lustig, dass man Notizen immer sofort aufschreiben muss, sonst verlieren sie ihre Dringlichkeit, sind bloße Erinnerung, nicht einmal an eine Idee, sondern eher an eine Wortfolge, oder sogar in dem, was sie eigentlich aussagen sollten, völlig vergessen. Das macht die aufgeschriebenen Notizen interessant, dass man gar nicht mehr so genau weiß, was sie eigentlich bedeuten sollten, dass man oft nur noch erahnen kann, wofür sie eigentlich stehen. Funktioniert aber genau deswegen nur, wenn man sie sofort festgehalten hat. Momentanes Gefühl, Erinnerung, ja, so war das, das habe ich gedacht, gemeint, nicht falsch, nicht richtig, weil es nie so bleibt, wie man dachte, auch dann, wenn man sich das eigentlich wünschen würde. Dynamik des Schreibens, Ausformulierens, das natürlich die Idee, den Gedanken verändert, auch banalisiert, weil es ihn in den Bereich des Realismus der Formulierung transportiert. Ja, genau, so ist es – ist es halt nicht, nie.

Gleich und ähnlich als geschlossene Kategorien, weil sie in der Nähe des Gegenstandes bleiben müssen, auf den sie sich beziehen, verschieden als offene Kategorie, weil sie alles andere, was nicht gleich oder ähnlich ist, umfasst. Und ein verschieden, das sich nachvollziehbar auf den Ausgangspunkt bezieht, eigentlich ein ähnlich wäre, weil es Eigenschaften des Gegenstandes beibehalten muss.

reality is SO slow: na ja, da fährste dann da hin, 40 min, musst vielleicht noch Schlange stehen, warum kann man das denn nicht einfach downloaden, dann gehts nicht gleich los, wenn du Pech hast, gibts noch ne Vorband, dann gehts los, aber nach 5 min merkst du, dass es nicht so toll ist, wo kann man das denn jetzt wegklicken, dann stehste noch ne Stunde rum, und fährst wieder 40 min nach Hause, in der Zeit hätteste 100 Mixtapes durchklicken können

Dilloway/Siena: Schon merkwürdig, wie gut das funktioniert, eigentlich ja absolute Kunstlosigkeit, zumindest wirkt es so, gleichzeitig absolut einnehmend als roher Klang. Würde man gerne haben, wirkt auf bizarre Weise echt.

neutraler Grund, neutrale Position: Nee, das ist zu spießig, zu öde, das geht nicht. Das ist definitiv die interessanteste Position, auch wenn man das absolut nicht erwarten würde. Den neutralen Grund vermeiden, bis er seine Neutralität verliert. Und dann logischerweise nicht mehr neutral ist. Dann ist eine andere Position der neutrale Grund. Kann es mehrere, vielleicht sogar viele neutrale Positionen geben? Oder vielleicht sogar nur eine Position, die nicht neutral ist? Oft einfach, dass es unangenehm ist. Dass es die unangenehmste Position ist. Die lustigste Position. Merkt nur niemand, natürlich.

Oktavsprünge als Grundmerkmal vokaler Melodik: Da, wo man nicht mehr weiter kann, muss man eben springen.

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have a sad cum, baby!

Gabi Losoncy, Didn’t Take Much: Mit Samples auf Keyboard nachspielen.

Bizarres Pathos, wenn jemand etwas singt, das angeblich eine Bedeutung haben soll.

Tonalität als absolute Uneigentlichkeit.

alle Konsonanten weglassen/fast alle Konsonanten weglassen: Zahnloses Lallen, im Grunde viel unmittelbarer als artikuliertes Sprechen in seiner Wirkung, erinnert natürlich an Behinderte oder Kranke, die sprechen wollen, aber nicht können.

Sample Alice Coltrane/Turiya: Rama Rama einspielen: Sehr geile Ernsthaftigkeit/Abgespacetheit. Auf gewisse Weise total ernst zu nehmen. Kriegen wir so logischerweise nicht mehr hin.

Stammheimer/Stockhausen/Heidegger NICHT drei verschiedenen Personen zuordnen, sondern mehr oder weniger frei auf drei Stimmen verteilen, analog Frauenterzett.

Wunderwaffe Kompartmentisierung: Nicht zu viele Entscheidungen auf einmal treffen. Lieber präzise falsch, als ungefähr richtig.

Wo kommen denn die ganzen Schnarchsäcke schon wieder her? Dachte, die wären gerade abgetreten?

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Negative capability

Elemente
Richtungen
dann: welche werden übergebunden, welche nicht?
wahrscheinlich anhand der Materialbeziehungen entscheiden
möglicherweise Materialcharts zu Hilfe nehmen

spontane Konstruktion

Die Burial Oktave: Hätte ich auch gerne.

Was ist denn eigentlich passiert in der Zwischenzeit?

alles total vergröbern – bloß wie?

SCRIPT/Reygadas

durchgehender Gesang nur als eine Art von Zitat möglich – wie in der klassischen Oper ja übrigens auch, die Arie ist ja eine Art Heraustreten/Ausschließen aus dem Kontext und steht für Musik innerhalb der Musik, ist also eigentlich gerahmt. Ist also völlig grotesk zu denken, dass man einen durchgehend gültigen, bruchlosen Gesangsstil entwickeln kann. Literaturoper hat das versucht und kurzzeitig auch erreicht. Ist aber wohl dann doch vorbei, I suppose. Problem ist, glaube ich, die Suggestion, dass es einen unauflöslichen Zusammenhang zwischen Wort und Gesang gibt, dass die beiden unhinterfragbar zusammengehören. Während eine Nummernoper mit Rezitativ/Arien-Wechsel im Grunde ständig vorführt, dass es nicht so ist. Dass es eben allermindestens zwei grundverschiedene Möglichkeiten gibt, Wort und Musik aufeinander zu beziehen. Das gesprochene Wort ist dafür also gar nicht notwendig und auch nicht wirklich hilfreich, weil es zum Problem nichts beiträgt. Ist eben das gesprochene Wort, sonst nichts, auch wenn es vielleicht von Musik begleitet wird. Weswegen das Melodram so unbefriedigend bleibt. Die Rezitativteile müssten also grundsätzlich anders ausgeführt werden als die Arienteile und so ganz eindeutig die Konstellation Wort/Musik in Frage stellen. Vielleicht eine extrem reduzierte Form von Gesang, die aber klar vom einfachen Sprechen, aber eben auch vom eindeutigen Singen unterschieden ist. Ist natürlich die Frage, ob das überhaupt möglich ist, ob das nicht sofort wieder in den Gesangmodus hineingezogen wird.

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Wu Wei

vielleicht sogar hirnlos

Definition: –

in media res: –

Before I go to heaven I gotta raise hell.

Marc Levoine: Eigentlich unschlagbar, so’ne spät-70er/früh-80er synthi-Sentimentalität.

Post tenebras lux: Geile low fi Kamera, funktioniert fast automatisch, sieht alles super aus, scheint auch was zu sagen, wie ein merkwürdiger Beobachter vielleicht, Betonung des voyeuristischen, Kamera immer präsent, Klug gemacht.

so einfach wie möglich jetzt:

v Elemente verschieden, Aufteilung verschieden oder gleich, Richtung verschieden oder gleich
ä Elemente gleich, Aufteilung verschieden oder gleich, Richtung verschieden oder gleich
g Elemente gleich, Aufteilung gleich, Richtung gleich

Macht das Sinn? Nee, ich glaube gar nicht.

Ok, was ist denn nun das Problem? Trennung zwischen Elementen und Richtungen? Aber ist es nicht ein wesentlicher Unterschied zwischen Bewegungen, die aneinander anschließen, und Bewegungen, die das nicht tun? Oder ist das einfach viel zu kompliziert gedacht – vielleicht kann man die Ebenen einfach nicht voneinander trennen? Also Elemente, Richtung, Aufteilung alles gleichberechtigt in einen Topf werfen? Wäre dann nur noch die Zahl der Einschnitte zu bestimmen, alles andere wäre frei. Richtungswechsel wäre das gleiche wie Neuansatz. Muss man das alles nochmal komplett neu denken? Wenn, dann aber jetzt verdammt schnell. Trillerbewegung das gleiche wie Richtungswechsel? Das kann eigentlich nicht wirklich funktionieren. Man könnte natürlich sagen, ist das gleiche, nur schneller.

Lustig, wie scheiße satter Erfolg aussieht. Ist voll ok, muss ja auch sein, ist aber einfach nicht schön.

Irgendwas muss passieren. Vielleicht erst Tonhöhen, damit irgend etwas steht?

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Nackte, kräftige Beine, gebräunt.

Extremes Kehlkopfvibrato, geht in so eine Art Schnattern/Raspeln über: Eigentlich ganz einfach, wenn man es entspannt angeht.

Schaust Du nochmal hin, ist schon wieder alles total anders, wie zum Teufel ist das möglich?

Koreanischer Brutalsttraum, bin in Seoul, fahre Richtung Norden, merke auf der Fahrt, dass ich nichts dabei habe, keinen Koffer, keinen Führer, nichts, steige an einem Bahnhof aus, den ich für den richtigen halte, riesige, höhlenähnliche Gänge, leer, Bahnhofsvorplatz in den Bergen, wilde Eber legen sich mit den Reisenden an, ein mausähnliches, übermannshohes  Lebewesen greift die Herumstehenden offenbar aus Spaß an, wirft sie um, hüpft auf dem Platz herum, als es auf meiner Höhe ist, sehe ich, dass es eine bunte Larve gebiert, die schon halb aus seinem Unterkörper herausgekrochen ist, schon bei der Geburt größer als ich. Mischung zwischen Neonstadt und teilnahmsloser Winterberglandschaft.

Mary Halvorson owns one of the most easily identifiable guitar sounds you will encounter, in any genre. That is partly due to an ingenious effect: a delay pedal that she uses as a startling, mid-note pitch-shifter. With her quick, experimentalist’s mind, Halvorson resembles the great composer, saxophonist and teacher Anthony Braxton (an early instructor of hers, with whom she still collaborates). On her new album Meltframe, a set of guitar covers, she is simultaneously employing two suggestions from her professor’s syllabus: develop a solo act, and don’t forget to engage with the past.

Ok., Anschläge insgesamt:
Terzett Teil I 1 min. – 4 max.
Duett Teil I 1 min. – 2,5 max.
Terzett Teil II 1 min. – 3 max.
Duett Teil II 1 min. – 2,5 max.

erst Elemente,
dann Aufteilung,
dann Richtung:
macht das irgendwie Sinn?

herzlos, Herzlosigkeit

scars, äh, scans

tonale Akkorde als Filter?

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das geht auch wieder weg

Sensational: Räuspern A-ha. Schön. Sehr schön.

Wann, wenn nicht jetzt, Du Arschloch?

Register nicht nur verschieben, sondern auch stauchen/strecken?

Lustig, dass Tonhöhe und Register sowenig zusammenpassen: Ich will aber diese Tonhöhe in diesem Register haben! Äh, diese Tonhöhe gibt es gar nicht in diesem Register. Und was machen wir jetzt?

Lauter kleine Fliegen an der Decke – sieht hässlich aus!

Ich dachte, ich hätte etwas in der Hand. Wenigstens einen Korken. War aber nicht so. Ja, interessant, dass wir nichts spüren, wenn wir uns nicht bewegen, oder zumindest Druck ausüben, Energie, Kraft.

Wang Wei (701-761)
Wu Wei (1459-1508)
Xu Wei (1521-1593)
Zhu Da (1626-1705)

Silben – da wurde ich hellhörig. Aber wo?

Elemente: v
Richtung: ?
Aufteilung: ä

By the way: Richtung je Element (of course), Aufteilung je Element.

Das Tempo ist der Takt.

Was war das denn?
Sorry, weiß ich nicht mehr, keine Ahnung.
Ganz schöne Baustelle.

Ganz interessant, dass man es halt wirklich nicht durchzwingen kann: Funktioniert nicht. Endet in Totalverblendung. Zu viele Fehlentscheidungen.

I don’t even know what it is.

seelische Hässlichkeit: Interessantes Stichwort

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That looks mighty uncomfortable.

Ist es tatsächlich nur eine Frage der fehlenden Detailtiefe, letztlich der Sorgfalt? Dann wäre die einfache Tonbewegung quasi aussagelos, neutral, ohne einen eigenen expressiven Wert.

Ist dann natürlich viel leichter, Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten auszuarbeiten, weil das Material selbst viel reichhaltiger und ausdifferenzierter ist.

Das Stück wird dann eigentlich zu einer Art systematischer Materialerkundung. Wie ein Plan, eine Karte. Nice. Durch ein festes Beziehungsnetz gesteuerte Materialerkundungen: Macht sogar Sinn.

2 Kategorien: Grundelemente + Unterteilungen

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I’m not gonna forget.

O.k., was ist Unterteilung:
– jede Form von vibratoartiger Abweichung (kann auch rhythmisch strukturiert sein)
– jede Form von tremoloartiger Klangunterbrechung (eher regelmäßig als unregelmäßig)

Vorsicht: Tonbewegungen nicht automatisch in regelmäßige rhythmische Einheiten aufteilen. Auch eine kurze Bewegung gewinnt durch rhythmisches Ungleichgewicht an Gesicht.

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Muss viel, viel böser sein.

Eingeschränkte horizontale Beweglichkeit um die vertikale Struktur zu betonen. Die man merkwürdigerweise wahnsinnig leicht verliert. Ist dann einfach nicht mehr da.

Wie ist das eigentlich mit echten Wiederholungen innerhalb einer einzelnen Stimme? Wird die Stimme damit automatisch in eine Art Begleitfunktion zurückgenommen oder sogar eher nach vorne geschoben?

Oktavierung einzelner Töne, um die Geste zu verstärken, ohne die Beschränkung des Tonvorrats aufzuheben.

Allerdings, natürlich, auch unangenehm, die Beschränkung auf einen kleinen Tonhöhenbereich, muss im Klang aufgehoben werden, um nicht spießig zu sein.

Problem: Einfache Geste und zusammengesetzte Geste, z.B. Doppelgeste. Das Material schlägt tatsächlich in etwas anderes um, ist weniger exponiert, wirkt abgesichert. Nicht gut. Ansonsten aber nur Streckung/Dehnung möglich, also ziemlich begrenzte Möglichkeiten, auf Zeitstruktur zu antworten. Und letztlich muss es eine Möglichkeit geben, zusammengesetztes Material zu verwenden, nur vielleicht nicht hier, am Anfang.

Folgeproblem: Was passiert dann mit Material, das man nicht strecken kann, weil es damit seine wesentlichen Eigenschaften, seine zugrundeliegende Geste verlieren würde? Bleibt da dann einfach ein Teil der Zeitdauer frei? Ist das nicht ein bisschen Betrug an der Idee des 1/4-Zwangs?

Dürfen wir das überhaupt zusammensetzen? Wird es dadurch nicht auf eine komplett andere gestische Ebene gehoben als das nicht zusammengesetzte Material? Das ist ja eigentlich das Fehlstart-Problem: Wie eine festgeschriebene Zeitdauer auszufüllen ist.

Wie wäre das denn: Das Instrument ERSETZEN durch etwas – irgendetwas – ganz anderes. Z.B. die Stimme durch das Instrument modulieren, ohne dass man das Instrument selbst hört. Und möglicherweise auch umgekehrt. Das klingt jetzt natürlich sehr nach Imitation. Könnte es da nicht etwas geben, das mehr in das Material eingreift? Nicht dieses bescheuerte Töne hin- und herziehen.

Wie kommt man aus der comfort zone wieder heraus? Warum wirkt das eine bequem, und das andere nicht, wenn es technisch gar nicht so verschieden ist? Der Takt muss auf jeden Fall eine Einheit bilden, eine integrierte Geste, am besten unangenehm, wenn es sowas überhaupt noch gibt. Jeder einzelne Takt. Am liebsten auch die (völlig regelmäßigen) Pausen, auch wenn das absolut unrealistisch ist. Wo fängt es an, uns zu interessieren? Viel basischer arbeiten.

Es wäre dann fast besser, viel einfacher, quasi primitiv zu werden.

Nichts tun, aber nicht einschlafen. Wenn es zu kompliziert ist: Wie vereinfachen? Gibt es echte Widersprüche, oder ist es nur sehr komplex?

Register und Tonhöhe komplett trennen? Tonhöhe als Ausschnitt des Registers, aber IRGENDEINES Registers? Verschiedene Tonhöhen könnten dann nur aus verschiedenen Tonhöhenbereichen kommen, ähnliche Tonhöhen aus dem gleichen Tonhöhenbereich, oder sehe ich das falsch?

Sieht so aus, als ob Tonhöhe allein bzw. Tonbewegung allein wirklich nicht mehr interessant wäre. Needs to go into postproduction. Wobei sich dann automatisch die Frage stellt, was die Tonbewegung, und was die Unterteilung ist. Da sie grundsätzlich auf der gleichen materiellen Ebene operieren, können sie nicht voneinander getrennt werden. Was ja eigentlich gut ist. Welcome to detail: Es gibt dann eigentlich kein Detail mehr, jedes Detail ist wesentlich.

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Armaturen aus Massivgold, verchromt.

O.k., Klang und Pause, beide müssen irgendwie bemessen werden, beim Klang gibt es Vorgaben, bei der Pause keine.

Fenster auf, Fenster zu, fuck you. Oder aufgehen und wieder zugehen, wäre auch eine Möglichkeit. An den Schlag gebunden. Dynamisches Muster. Vielleicht: Absolut regelmäßiges Raster.

Zahl der Glieder
Art der Unterteilung
Grundtechnik
Klangfarbe

Alles innerhalb einer Oktave, nur ausnahmsweise in die angrenzenden Register von Sopran und Alt. Die Instrumente erweitern die Register in die übrigen Oktaven. Achtung: Register dürfen innerhalb des nächsten Registers (also bis zu kleine Terz) verschoben werden. No fuckin’ problem. Lustig: Die Theorie wird nachgeliefert. Ist aber normal: Austesten und nachjustieren.

Lustig, und ein bisschen bizarr: Dass oft die Lösungen, die einem weniger gefallen, die besseren, vielleicht sogar die eindeutig besseren sind, weil sie das Stück nicht runterziehen, nicht festmachen in einer bestimmten Haltung.

Auch lustig: Dass man den echten Fehlern sofort ansieht, dass sie echt und darum interessant sind, und die absichtlichen Fehler, mit denen man die echten Fehler imitiert, viel zu systematisch, viel zu vernünftig, viel zu gründlich sind, um wirklich interessant zu sein. Thanks for the fuckin’ mistakes!

Im Grunde sind die besten Stücke die one-offs, weil es die besten Ideen sind, die man nur einmal verwenden kann – weil sie so offensichtlich sind, wenn sie einmal draußen sind.

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und jetzt flenne ich

Vorteil ist dabei ohne Frage, dass in jedem vokalen Takt immer nur eine einzelne Silbe steht, die Textmenge je Takt also konstant ist. Ausschlaggebend für eine Verlängerung der Takte kann also nur die Anzahl der Elemente je Silbe, und die Anordnung des Materials im Takt sein.  Abgesehen davon, dass wir die Anzahl der Elemente je Silbe noch nicht kennen, soll das metrische Gerüst ja auch gerade kein Handschuh sein, der passgerecht auf das Material gezogen wird, sondern seine Eigenständigkeit bewahren.

Allerdings ist die Frage, ob das metrische Gerüst an bestimmte rhythmische Konstellationen vielleicht doch angepasst werden muss, da jede andere Entscheidung zu Ergebnissen führen würde, die so grotesk sind, dass sie nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden können. Oder die Silbenelemente durchorganisieren und davon das metrische Gerüst ableiten? Immer 8tel als Grundeinheit, oder verschiedene Werte? Eine Einheit, zwei Einheiten, drei Einheiten … und die dann so oder so anordnen.

Sollte man aber natürlich auch fragen, was es überhaupt sein soll – wie soll es sich denn anfühlen, wenn die Stimmen auseinandergezogen werden? Vielleicht willst du das ja so gar nicht? Vielleicht ja auch verstärken, ins Extrem treiben, den Prozess des Auseinanderziehens zum eigentlichen Thema machen?

Oder eben doch konsequent anpassen? Sozusagen rücksichtslos nach dem Rhythmus richten, ohne jede Gegenposition? Nur die Pausen als strukturierender Eingriff? Dann müssten die Pausen ja ziemlich penetrant sein, vielleicht sogar immer gleich lang, während sich die klingenden Takte ständig verändern.

Dieses Anpassen, Mitlaufen des Metrums macht mir immer noch Schwierigkeiten: Fühlt sich letztlich so extrem spießig an, Werte zusammenzuzählen und dann einen Takt daraus zu machen. Eigentlich genau das, was Metrum nicht sein sollte, aus meiner Sicht.

Merkt man doch sofort: Wenn etwas zu kurz oder zu lang ist, ist es wesentlich interessanter, als wenn es einfach nur passt.

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riesiges Potential, schwer auszuschöpfen

g/ä/v bezieht sich immer auf Elemente, oder auch auf Unterteilung?

Takte in voraus festlegen wäre ein bisschen sehr absurd, weil wir noch keine Ahnung haben, was für Material hinein soll. Oder wäre das gerade der Punkt: Zeitdauer und Zeitaufteilung unabhängig voneinander zu behandeln? Das würde so etwas wie nicht im voraus geplantes Quetschen oder Dehnen bedeuten, je nach dem, wie das Material dann tatsächlich aussieht, das in den Takt hinein soll. Aber wo würde das Metrum dann herkommen? Es fühl sich eigentlich nicht so an, als ob es eine gute Idee wäre, die Takte einfach wilkürlich, ohne Bezug zum Material, festzulegen.

Takte g/ä/v: Im Verhältnis wozu? Zueinander? Zur rhythmischen Struktur? Werte der rhythmischen Struktur (g/ä/v) gegenrechnen?

Würde dann automatisch zu irrationalen Unterteilungen kommen, wenn Metrum und Rhythmus nicht aufeinander passen.

Gut, irgendwie müssen die Takte vorher festgelegt werde, selbst wenn das nur ein psychologischer Vorteil wäre. Aber es muss zumindest arbeitstechnisch ein zeitliches Gerüst da sein, das eine eigene Position gegenüber Text und Musik einnimmt. Damit das Metrum nicht einfach nur an Text und Musik entlangläuft, sondern auch eingreift und strukturiert.

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Schnelligkeit

Mist: Double- und triple-time vergessen! Silben, Wörter, und zusammengesetzte Wörter. Ganz einfach eigentlich.

Problem: Tonhöhen horizontal könnte sich auf die Relationen innerhalb der Phrasen oder auf die Relationen zwischen den Phrasen beziehen. Which one will it be? Oder brauchen wir etwa einen doppelten Parameter? Außerdem sind die Entscheidungsmöglichkeiten, wenn sie realistisch sein sollen, stark von der Registrierung der Stimmen abhängig. So sehr, dass man eventuell die Registrierung ändern sollte, wenn man zu einem bestimmten Ergebnis kommen will.

Stockhausen, Stammheim und Heideger willkürlich zwischen normal, double und triple time wechseln lassen, mitten im Satz und vielleicht auch mitten im Wort.

Zusätzlichen Parameter konsonant-dissonant frei über das Stück verteilen. Anti-strukturell. Zeigen, dass er keine formale oder inhaltliche Bedeutung hat. Hässlichkeit (Konsonanz) steuern bzw. erzwingen.

O.k., es wird interessant, aber auch schwierig:

– Dissonanz/Konsonanz vs. Abstand
– Elemente vs. Unterteilung
– Rhythmus vs. Metrum

Wird man irgendwie lösen müssen, per Entscheidung oder so, wird man nicht drum rum kommen.

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Fixe Ideen

O.k., now that happens again. Nice. Sorrow.

schlimm
sehr schlimm
sehr sehr schlimm
sehr sehr sehr schlimm
sehr sehr sehr sehr schlimm
sehr sehr sehr sehr sehr schlimm
etc.

Tiefschlaf. Wortstapel.

Die Küche war komplett umgebaut: Neue Wand eingezogen, alles neu gestrichen (helles rostbraun), die Einrichtung war noch nicht wieder aufgestellt. Aber war ich nicht gerade eben am Kühlschrank gewesen und hatte einen Schluck Apfelsaft getrunken?

I am very hungry.
I don’t feel very well.

Klangfarbe sofort exakt bestimmen. Genau überlegen, was an welcher Stelle benötigt wird. Keine Rücksicht auf Ausführbarkeit und Bequemlichkeit. Wird ohnehin zur Hälfte wegkonventionalisiert. Macht aber keinen Sinn, sich schon im Voraus zurückzuziehen. So würde ich das zumindest heute sehen: Man verliert zuviel, wenn man schon im Voraus alles wegstreicht, was voraussichtlich nicht stattfinden wird. Dann wird halt noch weniger stattfinden, ist doch klar. Es wird garantiert nicht nach oben korrigiert.

Tage, an denen mehr oder weniger jeder, den du siehst, ein perfektes Fotomotiv abgeben würde. Außer, dass es schamlos wäre, ihn zu fotografieren. Funktioniert ja by the way nur, wenn die Leute sich nicht drum kümmern – oder wenn sie so sehr aus der Zeit gefallen sind, dass es keine Rolle spielt, ob sie über ihre Erscheinung nachdenken oder nicht. Sind wir mal wieder beim Thema: Nur die Fehler sind interessant, nicht der gelungene Auftritt. Und Fehler kann man eben nicht absichtlich machen. Insofern sind wir alle komplett draußen. Verloren.

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Eigentlich total spannend, ehrlich gesagt.

and over (Bad Brains): Ja, extrem, wie dann so ein Lebensfunke einfach verschwindet, eben warst du noch der Mittelpunkt des Universums, jetzt ist alles vorbei und hat keine Bedeutung mehr. Wie die Kräfte sich bündeln und dann wieder verlaufen.

S2M, Teil II und IV: Kann nur Material verwendet werden, das die Takte vollständig und lückenlos ausfüllt, sowohl die Stimmen, als auch die Instrumente betreffend. Insofern können die Materialverhältnisse genauso behandelt werden wie in Teil I und III, weil sie sich innerhalb eines homogenen Feldes bewegen, in dem es keine gegenseitigen Ausschlüsse gibt. Klar ist aber, dass das Material in Teil I/III ind Teil II/IV komplett unterschiedlich sein wird. Wobei: Wenn man in Teil I/III die klingenden Takte ohne Unterbrechung aneinanderreihen würde, hätte man natürlich auch eine vollständige klangliche Kontinuität.

S2M: Kann das sein, dass die horizontalen Materialvorgaben, die ja eigentlich nur die Instrumente betreffen, kompletter Unsinn sind? Das Material der Instrumente ist ja schon in seinem Verhältnis zu den Stimmen festgelegt, und kann nicht außerdem durch einen zweiten Parameter bestimmt werden. Es geht ja eigentlich nur darum, wie sich die Stimmparts auf die darum herumliegenden Instrumentalparts auswirken, und da geht es eigentlich nicht um das Verhältnis, sondern nur um die genaue Abgrenzung des Einflusses. Also wahrscheinlich löschen. Technisch alles am Text aufgehängt, lustigerweise, obwohl das am Ende wahrscheinlich nicht mehr erkennbar sein wird.

S2M: Lustig, nicht gesehen, nicht verstanden, die reinen Instrumentaltakte stehen ja nicht einfach für sich, sondern müssen mit den Vokaltakten verbunden werden. Es macht also keinen Sinn, so zu tun, als ob sie nicht auf die Stimmen bezogen wären. Insofern muss das Grundgerüst nochmal abgewandelt werden. Interessanter Fehler.

Was funktioniert, ist richtig: Macht schon Sinn, inkonsequent zu sein, wenn es dem Stück hilft. Wenn die Tonhöhen eine horizontale Verordnung brauchen, dann sollen sie sie haben. Wenn der Rhythmus das nicht braucht, dann eben nicht. Wenn das Material durch den Text vorgeordnet ist, braucht es keine zusätzliche horizontale Organisation. So eben: Was gebraucht wird, wird gemacht, was nicht, weggelassen. Und das Lustige ist, dass man es wirklich nur durch ausprobieren rausbekommt. Völlig unmöglich, alle Verzweigungen im Voraus durchzurechnen.

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total langweilig, klar, aber dafür völlig real

S2M: Im Moment fühlt es sich so an, als ob die horizontale Struktur überflüssig, vielleicht sogar hinderlich wäre, weil sie die Sache zu kompliziert macht, eine Ebene zu viel einbringt. Außer bei den instrumentalen Einwürfen, wo die Strukturierung des Materialbezugs zu den Vokalpartien absolut sinnvoll ist.

S2M, Materialrelationen in der Vertikalen: Muss man natürlich schon fragen, ob man das überhaupt will, ob das überhaupt sinnvoll ist. Klar und eindeutig ist, dass der Text eine gewisse Einheitlichkeit in der Vertikalen zumindest innerhalb der Stimmen einfordert. Klar ist aber auch, dass das Verhältnis Stimmen-Instrumente tatsächlich eine gewisse Variabilität vertragen könnte, ein flexibles Spiel mit Gleichheit und Verschiedenheit auf der Materialebene. Und dass die Instrumente untereinander nicht einfach wie ein homogener Klangkörper auftreten sollten, ist ohnehin offensichtlich.

Bleiben die Stimmen: Ganz sicher nicht so frei behandelbar wie das Verhältnis Stimmen-Instrumente und die Instrumente untereinander. Dennoch könnte es hilfreich sein, die Einheitlichkeit des Textes ansatzweise aufzubrechen. Beispielsweise, indem die zugrundeliegende Geste in allen Stimmen gleichbleibt, aber die Binnenstruktur (ähnlich) und die Anzahl der Glieder (verschieden) variiert wird. Was dann notwendigerweise zu Brüchen zwischen Materialebene und Rhythmusebene führen würde, wenn beispielsweise verschiedenes Material in gleichen Rhythmus hineingequetscht werden muss. Aber vielleicht ist genau das dann auch interessant dabei.

Die Stimmen müssen auf jeden Fall die führende Ebene bleiben, d.h. wenn das Verhältnis Stimmen-Instrumente gleich ist, muss der Wert der Stimmen automatisch in die Instrumente kopiert werden. Oder von vornherein ausgelassen werden. Relationspolyphonie statt Stimmpolyphonie. Alles muss immer auch, oder sogar grundsätzlich, homophon bleiben. Also erst Stimmen, dann Stimmen-Instrumente, dann ausixen, dann Instrumente.

Bei all dem ist das, was man die Klangfarbe nennen könnte, noch gar nicht berührt. Kann ja eigentlich nur heißen, dass ich Klangfarbe für kein strukturfähiges Material halte, obwohl sie den Auftritt des Stückes entscheidend prägt. Klangfarbe wäre dann so etwas wie die Inszenierung? Zusammen mit – allem anderen.

Lustig, dass wirklich jeder Tag komplett anders ist, fast in jeder Hinsicht, wenn man darauf achtet. Fällt besonders auf, wenn man versucht, seine Tage möglichst gleich zu gestalten, arbeitstechnisch. Kommt halt immer irgendwas dazwischen. Ist aber auch nicht wirklich schlimm. Muss dann halt anders gehen.

Selbstgerechtigkeit – auch was tolles.

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Luise Rainer

– That’s the job.
– So why do you do it?

Und was haben die Instrumente mit den Stimmen zu tun, z.B., was das Register betrifft? Erst einmal gar nichts. Völlig andere Welt, nicht wirklich vergleichbar. Auch nicht ohne weiteres zusammenzubringen, es sei denn, man würde die Instrumente künstlich auf den Umfang der Stimmen reduzieren. Was allerdings grundsätzlich eine Option sein könnte. Einfach alle in einen kleinen Raum zusammenzwängen und dann schauen, was passiert. Instrumente dennoch an einem anderen Ort.

Ein bisschen wirklich wie eine Skulptur, wie eine Masse, aus der man etwas herausschält. Angenehm konkret als Prozess.

legato
non legato
portato
staccato

Macht Sinn, nicht als Artikulation, sondern als rhythmische Werte.

Sly Stone: Hör’ Dir mal den Sound genau an! Eigentlich viel zu viele Instrumente, aber schön kompakt gesetzt, immer viel Druck, nie überflüssiges Gedudel. Eigentlich eine perfekte Maschine, die dann langsam in der Depression versinkt. Oder doch nicht. Sind ja auch am Ende noch perfekte Knaller dabei, die man eher auf den ersten Platten erwarten würde. Eigentlich eher Kunst als Musik und insofern wirklich toll.

Vielleicht ist es interessant, vielleicht ist es nicht interessant.

Who the fuck really cares? Just do your fuckin’ job!

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flammendes Grün

unmögliche Schnitte vorproduzieren

Elektronik (an/aus, Verstärkung, etc., im wesentlichen Mischpult) ganz normal rhythmisch ausnotieren, dann wie eigenes Instrument spielen.

shepard tone
shepard scale
risset glissando
tritone paradox

Licht an wie schneller Kameraschwenk: Du orientierst dich sofort, aber nicht ganz ohne Verzögerung. Als ob der Raum in seine Position schwingen würde.

Orchester durch zwei Türen hindurch gehört: Was bleibt, ist das unvermeidbare Pathos, das man ihm leider nicht austreiben kann. Eigentlich wie eine Art angeborene Seelenkrankheit, die allem eine falsche Betonung, eine falsche Farbe gibt. Als ob man das gesamte 19. Jahrhundert immer mit sich herumschleppen würde. Ein einfaches Entschlacken genügt da leider nicht. Eine Krankheit, die grundsätzlich alle klassischen Instrumente befallen hat, aber nirgends so heftig auftritt wie im Orchesterverband.

Wäre naiv zu denken, dass es das Problem bei Popmusik nicht gibt. Es ist aber mehr als einfach nur ein abgegriffener Klang. Eher eine Klanglichkeit mit falschem Anspruch: Ich bin so entspannt, ich bin so engagiert, etc. Immer nur, weil dieser Klang für diese Haltung steht, bzw. diese Haltung diesem Klang eingeschrieben ist: Er wird sie nicht mehr los, er kann sie gar nicht mehr loswerden.

Alter Porsche, sowas wie moosgrün: Super Idee, wahrscheinlich aber nachgespritzt, also einfach nur Design. Schade.

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AND I DIDN’T REALIZE IT!

Tipps für gegen die Hitze:
– Was tun, wenn es heiß ist?
– Haus und Zimmer kühlen
– Halten Sie den Computer kühl
– Die richtige Kleidung bei Hitze
– Besser schlafen in warmen Nächten

Immer wieder lustig: Die Bassdrum mit einem schnellen Sopranrhythmus durchlaufen, oder sogar diesen ersetzen zu lassen. Interessante Aggressivität, fast ein bisschen versteckt, weil nicht wirklich im Vordergrund, aber offensichtlich vorhanden.

ganz wichtig: Unterschied zwischen zusätzlichem Schlag und Aufteilung eines Schlages

Grundwerte Noten: 2/3/4, nicht 5?

Oder alles rauh, ff, Horrorkabinett, einfach um eine gewisse Grundenergie zu produzieren?

als ob man sich aussuchen könnte, was man als nächstes tut

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klagten sie über und litten sie unter

Takte/Metrum (Rhythmus horizontal):
– durchschnittliche Dauer Takt/Silbe g/ä/v?
– in absoluter Dauer oder in metrischer Dauer (Tempo/Schläge) denken?
– da das Tempo weitgehend stabil ist, warum nicht tatsächlich in Schlägen denken?
– 1/8 oder 1/4?
– für schnelle und langsame Tempi gleiche metrische Konstruktion benutzen, damit der Unterschied der Tempi deutlich wird?
– gibt ja ziemlich viele verschiede Arten von g/ä/v für den rhythmischen Bereich: Müssten die nicht alle unterschiedlich behandelt werden? Oder sind die v’s schon alle aufgelöst durch das Springen in den nächsten Takt?
– o.k., dann muss also im voraus geklärt werden, wie sich die g/ä/v’s in den einzelnen Gruppen und in der Beziehung zwischen den Gruppen verhalten, d.h. wie sie satztechnisch verarbeitet werden.
– allerdings: Wenn die v’s immer schon aufgelöst werden durch Springen in den nächsten Takt oder Aufteilung auf zwei Takte, dürften die einzelnen Takte auf keinen Fall verlängert werden – vielleicht müssten sie sogar kürzer sein als die normalen g- und ä-Takte. Dann gäbe es eigentlich nur g- und ä-Takte, und über die v’s müsste man gar nicht nachdenken. Nachprüfen in der Tabelle, möglicherweise ändern.
– wird wohl unweigerlich zu Kollisionen zwischen den einzelnen Satzmodellen kommen, die durch die dazwischenliegenden, die Sprünge unterbrechenden Pausen noch verstärkt werden. Soll das so sein? Oder lieber auseinander ziehen?
– ganz wichtig natürlich: Pausentakte. Kürzer, länger, gleich oder ähnlich lang wie die gespielten Takte? Gibt es eine Art Grunddauer, wie einen Grundschlag, auf den sich alle anderen Werte als Abweichungen beziehen können? Könnte ja auch, z.B., ca. doppelt so lang sein wie der bespielte Takt etc.
– Takte mit mehrteiligem Material länger oder gleich lang wie Takte mit einfachem Material?

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total lustig

Relationen:

Stimmen Material
Stimmen Tonhöhen
Stimmen Rhythmus (Platzierung)

Stimmen/Instrumente Material
Stimmen/Instrumente Tonhöhen
Stimmen/Instrumente Rhythmus (Platzierung)

Instrumente Material
Instrumente Tonhöhen
Instrumente Rhythmus (Platzierung)

Gesamt Material horizontal
Gesamt Tonhöhen horizontal

– Gesamt Rhythmus horizontal: Wäre das dann das Metrum?

Das würde heißen, dass das Ensemble in der Vertikalen als zwei unterschiedliche Gruppen, und in der Horizontalen als eine einheitliche Gruppe behandelt wird. Macht das irgendwie Sinn?

Ein engine für den Rhythmus, ein engine für die Tonhöhen, und ein engine für das Material: Macht Sinn, nicht alles auseinander zu rupfen, ist einfach viel leichter zu denken, viel übersichtlicher.

Exzellente Idee immer wieder endgültige Abschiede zu beschreiben, mit angemessenem ernst, aber ohne Pathos. Einer bleibt, einer geht, beiden ist klar, dass sie sich wahrscheinlich nie wieder begegnen werden, was der Erzähler dann auch gleich bestätigt. Wie im echten Leben halt, völlig normal, kommt im Roman aber fast nie vor, oder wenn, mit übertriebener Betonung (Murakami).

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Slow slow slow.

Unzählige MÖGLICHE Parameter – wieviele brauchst Du und wie willst Du sie verarbeiten?

Schlachten 2: Motette:
– Warum eigentlich nicht tiefes Metal-Grunzen? Was spricht dagegen? Schöngesang einfach wegnehmen.
– Möglicherweise horizontale Organisation vervollständigen. Gibt dann immer noch ohne Ende Lücken.
– Vorbereitetes Material nur als Vorschlag betrachten. Vielleicht sogar nur als Widerstand. Entscheidend ist die Situation vor Ort.
– Frage: Wo sollen die Taktdauern herkommen? Sollen sie an den Text angepasst werden oder nicht? Fest steht, dass jedem Takt immer genau eine Silbe zugeordnet ist. Insofern gibt es in dieser Hinsicht keine Notwendigkeit, auf den Text Rücksicht zu nehmen. Es ist also letztlich nicht der Text, sondern das Material, das unterschiedliche Taktlängen erzwingen würde. Und natürlich seine Platzierung im Takt.
– Teil I/III vs. Teil II/IV: Material muss Takt immer komplett ausfüllen, dann genügt es, die Pausentakte wegzunehmen, um einen ununterbrochenen Verlauf zu erzeugen. Wahrscheinlich sollten aber dennoch die Takte in II/IV tendenziell länger sein als in I/III, um das Gefühl von Kontinuität und damit den Gegensatz zu I/III zu verstärken
– Kontinuität also doch auch hier aus Diskontinuität zusammengesetzt.
– g/ä/v unterschiedliche Taktlängen? Weiß nicht, ob das wirklich Sinn macht, schließlich springen die Silben ja zum Teil auf den nächsten Takt.
– Tempounterschied 116/112 vs. 84/80 würde allerdings wahrscheinlich genügen, um den Eindruck von Kontinuität zu verstärken.
– Gibt es überhaupt v’s innerhalb eines Taktes?
– Problem bei den langsamen Teilen: In den Instrumentaltakten muss das Instrument den Takt allein komplett ausfüllen, es entsteht also zwangsläufig eine neue Form von Material, die eigentlich auch Rückwirkungen auf die Gesangpartien haben müsste. Bzw. in den Gesangpartien vorausbedacht werden muss.
– Alles benutzen, was schon da ist, und dann weitermachen. Die Ruine wird fertiggebaut.
– Rhythmisch ausmontiertes Meckervibrato

Licht: Daniel Rybakken, MARK 27

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Im Moment weiß ich noch nicht einmal, was sich worauf bezieht.

Goya: Der Himmel voller Frauen.

Spricht einiges dafür, dass das eigentliche Problem darin besteht, die Stimmen auf eine einheitliche Gestik, also einheitliches Material festlegen zu wollen, als ob sie eine einzige, in sich aufgespaltene Stimme wären, oder als ob man die gleichen Silben der gleichen Wörter immer gleich aussprechen würde. Der Imitationseffekt ist einfach viel zu stark und wirkt tendenziell lächerlich. Stattdessen müssten Annäherungen, Abgrenzungen, Grade von gleich und verschieden stattfinden, die Stimmen müssten sich gegenseitig bekämpfen, vielleicht sogar auslöschen, sich gegenseitig überschreiben. Klar, dass dadurch das Material wesentlich vielgestaltiger und damit auch amorpher wird: Es ist eher eine Masse von Stimmen als ein einheitlicher Vortrag.

Aufgaben:
– Parameter Material
– Rubrik Silbenaufteilung
– Rubrik Binnendifferenzierung
– Teil II/IV Ablösung/Übernahme
– Drittes Vorspiel ohne Hauptteil
– Neue Taktdisposition???
– Rhythmische Unterteilungen ähnlich/verschieden???

Wird dadurch viel abstrakter, abstrakte Masse, und abstrakt ist in diesem Fall echt, real. Danke.

Bleiben natürlich jede Menge Fragen offen, z.B. was passiert mit dem vorbereiteten Material. Und was hat das für Konsequenzen für die anderen Teile, z.B. und vor allem reworking of Kolik?

Eigentlich will man das ja alles gar nicht. Überhaupt nicht. Bitte nicht. Bitte nicht.

Ausdrucksproblem: Bitte nichts sagen. Nie.

Additiver Rhythmus ist scheiße. Widerstandslose Anpassung an das Material ohne jeden Widerstand. Öde.

– Schmeckt ja super, das Pistazieneis.
– Ist aber grüner Tee.
– Ah, klar, natürlich.

Erst das Wahrscheinlichste annehmen, dann aber sofort den Fehler verstehen, wenn eine neue Information dazukommt. Wie ein Kippbild, bei Geschmack ist die Wahrnehmung wahrscheinlich besonders anfällig für Irrtümer. Was, wenn die Zusatzinformation falsch war, wenn es doch Pistazie ist: Kannst Du Dein Kippbild dann noch einmal umstellen?

Stirbt der einfach so arschmäßig weg, der Arsch!

Auch eine geile Idee: Farbe völlig unabhängig von Struktur auftragen, aber nicht völlig frei, sondern so, als ob sie sich auf eine darunterliegende Struktur beziehen würde, die allerdings nichts mit der tatsächlichen Struktur zu tun hat. Gegensatz, Baby, Konflikt. Fehler is King!

I think I’m not interested.
That’s what I feel.
I hope you can
FUCKIN’ ACCEPT THAT!

PVS, Collateral Damage: Schöner Grundrhythmus

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Steineichenwälder

Strophenweise arbeiten, jede Strophe einmal Minhee, einmal Kaleidoskop, also sehr blockhaft. Verständlich sind beide nicht.

Oder eben auch bei Kaleidoskop Hölderlin auf koreanisch (als Umschrift). Hm, vielleicht ein bisschen überengagiert.

Straße als erleuchteter Inselstreifen im Meer der Dunkelheit. Tatsächlich bekommt die durch ihre Beleuchtung eine merkwürdige Gegenständlichkeit.

Den falschen Schuh angezogen (li/re) und es nicht gemerkt? Kaum denkbar. Eher: Richtig angezogen, aber falsch gedacht.

nicht unpolitisch, sondern antipolitisch

– Mal was ganz langweiliges machen, ich meine, so richtig langweilig.
– Gibt’s so was überhaupt? Wahrscheinlich ja nicht absichtlich – wird ja automatisch spannend, wenn du es absichtlich machst.

Stimmen zerstören,
Stimmen überblenden,
als ob sie

immer wieder gleich
immer wieder genau gleich

Wie ist das, kann es eine andere künstlerische Kritik geben als die Verdrängung durch etwas Neues? Ist nicht alles andere letztlich Bullshit?

Aus dem Fenster schauen: Der totale Horror und die totale Schönheit.

Rätsel: Ganz geil, wenn sie nicht aufgelöst werden. Fast beunruhigend. Als ob das Symmetriebgefühl gestört oder der Gegenschuss fehlen würde. Einfacher Trick, aber sehr effektiv (Murakami).

Blau vs. grau, hellblauer Himmel vs. helldunkelgraue Gewitterwolken: Superschön.

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Böse Ideen

Death’s dynamic shroud.wmv: 

Instrumentation 

Runtergepitchte und hochgepitchte Stimmen 

Schlag als sehr grobe Pixelierung, alles auf diese Pixelierung als Referenz gepackt 

Lustiger Lärm, schnelle Wechsel, aber als Ganzes eben auch sehr konsequent durchgezogen

Im Prinzip die ganze Zeit zu laut/zu direkt/zu nah

Wir wäre es denn, tatsächlich mal ein Stück mit glasklar durchgezogenem Schlag zu schreiben, wo kein einziger Schlag ausgelassen wäre?

Alles laut, und da alles reinpacken

Wäre definitiv was für Kaleidoskop, z.b. auch das Maurizio/Licht-Material auf diese Weise umarbeiten (unbedingt MIT Stimmen, und eben auch gleichzeitig spielen und singen)

Vielleicht sogar Textbruchstücke einbauen

Macht es irgendeinen Sinn, Schlag gegen Tempo auszuspielen?

Echten Text nehmen, aber Wortgrenzen bei Aufteilung nicht beachten (korrekte Deklamation aber ansatzweise beibehalten)

Auf keinen Fall stimmübergreifend vervollständigen

Textfragmente könnten sinnlos auf Musikfragmente gelegt werden

Macht glaube ich Sinn (vielleicht sogar als Brutalhölderlin)

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Aufteilen oder Ausschmücken.

You don’t work, you play (Siloti).

Zierlich, hübsch, filigran.

Maurizio/Licht: Zustand I etc.

Aktuelle Grundideen der Architektur:

Gestapelte Boxen.

Baurichtlinien wörtlich nehmen und damit ad absurdum führen: Landschaft, Sonneneinstrahlung, Windrichtung als Grundlage für Ausrichtung der einzelnen Komponenten

Insgesamt: Unkonventionelle Anordnung von konventionellen Gebäudeteilen nach Regeln, die nicht aus dem Gebäude selbst verständlich sind. Quasi die Suggestion der flexiblen Anpassung an die Umgebung einen grundsätzlich konventionellen Gebäudes. Kann ich nachvollziehen. Würde ich wahrscheinlich auch so machen. Ist aber inzwischen ziemlich aufgebraucht als Ideenreservoir.

Und natürlich die ganze digitale und dekonstruktivistische Architektur. Die wirkt aber inzwischen doch SEHR alt und verbraucht: Das Verfallsdatum liegt VOR der Fertigstellung.

Historische Architektur, z.b Kirchen: Als visuelles Feld oft extrem komplex, quasi unverständlich, wenn man nicht wüsste bzw. sich nicht darauf verlassen könnte, dass alles so ist wie immer. Dass es keine Ausnahme von der Regel, Missachtung der Symmetrie geben kann. Aktuelle Architektur in diesem Spannungsfeld zwischen Visualität und Konstruktion viel einfacher, weil letztlich deckungsgleich: Es gibt keinen echten Unterschied zwischen dem, was man sieht, und dem, was tatsächlich gebaut ist.

Übelkeit: You don’t feel what I feel. You don’t understand me.

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Waldrop: Punkt. Stopp.

Was passiert im Moment: Text als Grundmaterial, Aufteilung in Silben, Strukturierung der Silben, Kontur der Bewegung, Einsetzen in Gerüst. Und was machen dann die Instrumente, wenn sie sich nicht an das Textgerüst hängen können? Woher kommt das Material tatsächlich und welche Funktion könnte es haben?

Wie kommen die Dinge denn zusammen? Wie folgen sie aufeinander? Reine Willkür.

Möglicherweise feste metrische Einheiten als Gegengewicht zur flexiblen Anpassung an den Text.

Doch noch Parameter zur Materialgenerierung einführen? Könnte sich zum Beispiel auf die Strukturierung der Silben und ihre Kontur beziehen und würde dieses letztlich doch auch ziemlich doofe Aushorchen des Textes formalisieren. Da die Silben alle einzeln verarbeitet werden, wäre es sogar ziemlich einfach durchzuführen. Rhythmus würde sich dann nur noch auf die Gesamtdauer der Silbe, nicht mehr auf ihre Binnenstruktur beziehen. Würde auf jeden Fall das Problem der Imitation limitieren und damit eigentlich vermeiden. Das Material würde dadurch amorpher werden und sich nur an einzelnen Stellen konkretisieren. Man könnte dann das gesamte Geflecht noch einmal neu steuern und Anzahl und Position der Momente größter Deutlichkeit im Voraus festlegen (Parameter addieren und Durchschnitt nehmen als neuer Überparameter: D=(3+3+3)/9). Gefühlslosigkeit einüben. Tatsächlich ist beabsichtigte Emotionalität ja immer wahnsinnig nervend in der Kunst – und letztlich völlig unemotional, weil überhaupt nicht berührend.

Schweren Herzens: Ganz interessant, dass sich das wirklich so anfühlt. Sorge. Trauer. Zweifel.

Ist dann eigentlich ein Abschied vom Wort-Ton-Verhältnis, wie ich mir das vorgestellt habe. Auch wenn man das wahrscheinlich nicht so wahrnehmen wird. Thanks to Gagok.

Sportswear: Eine der genialen Eigenschaften von Margiela war die subtile Annäherung an Sportswear, die jetzt leider komplett verloren gegangen ist. Das ist ja eines der wesentlichen Probleme von Kleidung: Dass Sportswear im Grunde öde, weil allbeherrschend, und formelle Kleidung lächerlich, weil nur noch ein leeres Zeichen, geworden ist. Das eine geht nicht mehr ohne das andere.

Nochmal zurücktreten und schauen, was du da eigentlich gerade machst.

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unregelmäßige Architektur

Wie ist denn das, wenn die Stimmen einander ablösen sollen, können sie doch nicht mehr vertikal aufeinander bezogen bleiben, oder?

Oder ist alles, was übereinander liegt, aufeinander bezogen, und alles andere nicht? Also trotz einander ablösender Stimmen weiterhin konsequent vertikal gedacht.

Gut, zu dem Zeitpunkt haben wir gedacht, dass die Position in der Zeit und die Kontur die wesentlichen Parameter sind. Aber woher kommt das Material selbst, das durch diese Parameter organisiert wird? Ist es der Text, die Stimmen, die Instrumente, die grundlegenden Voraussetzungen des Stücks, oder muss da noch mehr dazukommen? Ziemlich klar, dass Stimmen mit Text und Instrumente ohne Text nicht das Gleiche sind, obwohl man versuchen könnte, sie möglichst gleich zu behandeln. Man könnte z.B. versuchen, das gesamte Material aus dem Text abzuleiten und dann diejenigen Parameter, die kompatibel sind, vertikal und horizontal auf die Instrumente zu übertragen. Das wäre dann wohl die klassische Imitation, besonders, wenn das Material durch die Vorgaben des Textes geprägt ist. Im Moment ist ja jedes Modul tatsächlich nur eine einzige Silbe, der Text ist also in dieser Aufteilung maximal flexibilisiert, keine Betonungen, keine Rhythmen, der reine Sprachklang. Der Zwang zur Nachbildung von Syntax würde dadurch weitgehend zerstört. Wahrscheinlich kann man sich dann sogar erlauben, auf den Text einzugehen, weil der primäre Sprachzusammenhang weitgehend zerstört ist.

Und was soll daran genau interessant sein? Müsste da nicht viel mehr Äußerlichkeit, viel mehr Manipulation dazukommen? Um zu zeigen, dass Text und Musik einander zugeordnet sind, aber unabhängig voneinander existieren.

Was träume ich denn da die ganze Zeit für einen Scheiß? Schemen, Ahnungen, habe ich nicht dies gesehen oder das erlebt. Nein, hast du nicht, hast du nur geträumt, wobei das in der unmittelbaren Erinnerung tatsächlich verschwimmt. Erst mit größerem zeitlichen Abstand verschwinden die Träume in der Erinnerung, während die realen Erlebnisse weitgehend abrufbereit bleiben. Man sagt nicht, ja, ich erinnere mich, damals habe ich dies oder das geträumt, aber schon, damals ist dies oder das passiert, habe ich dies oder das erlebt.

Wenn die Stimmen in Teil II und IV einander ablösen sollen, kann es dann überhaupt eine rhythmische Synchronisierung geben? Gleich in der Zeit dürfte es dann nicht einmal als Ausnahme geben, höchstens ähnlich, vor allem aber verschieden.

Stimmen unter sich, Stimmen und Instrumente, Instrumente unter sich: Eigentlich logisch. Aber was sollen sie eigentlich machen? Geht es wirklich nur um den Text?

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Katalog von Stimmfarben männlich/weiblich

Vaporwave: Absolute Musik, ALSO Musik über Musik

Mandelmus mit Eigelb-Konsistenz. Auch ähnlich klebrig.

Dass man immer nur das versteht, was man selbst gerade macht.

Beten als Metapher für … Glück, z.B.

Nichts ist alles. Du sein Schein. Auch nicht schlecht.

Stoffwechsel: Auch was schönes.

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Jugend. Verwirrung. Sex.

Motette: Drittes Vorspiel ohne Hauptteil.

Vibrato als Rhythmus: Ziemlich offensichtlich eine Art Tonwiederholung.

Motette: Schlagzeug nur reiben und streichen, nicht schlagen. Höchstens Stoppschlag.

Akkordeon: Muskulär, kräftig, kurze, körperliche Gesten, satter Klang.

Hitze: Frösteln, Unempfindlichkeit der Außenhülle, Gefühl von Ledrigkeit.

Woher weiß der Körper, dass es heute heiß wird, wenn es eigentlich noch ziemlich kühl ist?

Schmerzhafte Sommerfrische: Wie gesagt, Frieren im Sommer, unterschätzt, ignoriert, man tut so, als ob es das nicht gäbe. Wahrscheinlich hat man sich aber in Wirklichkeit immer darüber gewundert. Merkwürdiges Phänomen.

Yuji Yoshida: Plötzlich hatten alle Probleme, und plötzlich waren sie wieder weg. Andere Probleme. Verordnete Massenpsychose. Bisschen erschreckend, wie zeitbefangen das ist.

Zwei alte Männer, gelbe Tasche, schwarze Schrift: Ich komme leiser, als du denkst.

O.k., durchbeißen, so lange nachdenken, bis es stimmt.

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Übriggebliebener Klang.

Terzette: Pausen zwischen allen Silben
Duette: Überhaupt keine Pausen mehr, durchlaufendes Klangband, quasi strukturierter Halteton

Silbe-Pause-Silbe-Pause: Bild-Schwarzfilm-Bild-Schwarzfilm

Krach ist weiß, Pause ist schwarz

Spielen mit Länge/Struktur der Silben und Länge der Pausen

Ultra einfaches formales Konzept, überdeutliche Gestalt

Theater, Sommer, Frieren am Morgen, Kälte auf der Haut, Schmerzen

Die Pausen halten das Stück eigentlich zusammen.

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abgehacktes Tremolo

Der Satz muss vertikal bleiben, er darf nicht in die Horizontale rutschen, deswegen müssen die Stimmen immer direkt aufeinander bezogen bleiben, gerade bei Text.

Orchesteroboe per Sampler einspielen: Nicht, weil es auf das Gleiche hinauskommt, sondern, weil es komplett anders klingt. Pathetische Instrumente, antipathetische Einspielung.

Ein Problem: Es gibt keinen Bruch. Das Prinzip wird einfach durchgezogen, Silbe an Silbe gereiht, es ist ein bisschen wie ein Strickmuster, das sich durch den Text hindurcharbeitet. Statt auch mal etwas ganz anderes zu tun. Z.B. eine Silbe ganz lange ziehen, einen quasi stehenden Klang aus vielen aufeinanderfolgenden Einzelbewegungen zusammenzusetzen (S2M).

Uninteressant, weil alles auf den Text ausgerichtet ist. Vor allem die Zeitstruktur setzt dem Text überhaupt keinen Widerstand entgegen.

Mit der Verantwortung kommt die Angst. Mit der Angst kommt der Stillstand.

Nicht schützen. Niemals sich selbst schützen. Schon gar nicht als Performer. Und demonstrativer Nicht-Schutz ist natürlich auch ein Schutz. Die sichere Zuflucht.

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Maurizio 7b Break: 5:16-5:38

Für tonale Übermalungen möglicherweise Vinylversion nehmen.

Schon interessant, dass auch Dinge, die man sehr lange für absolut unantastbar gehalten hat (X ist definitiv der bestaussehende Schriftsteller der Welt), irgendwann ihre Anziehungskraft verlieren. Wahrscheinlich, weil sie einfach nicht mehr in die Zeit passen, der Rahmen, in dem man sie sieht, sich geändert hat.

Da stellen wir uns die Frage: Wie platt darf es sein/wie platt muss es sein. Im Theater scheint es da keine Schmerzgrenze zu geben. Was nicht unbedingt für das Theater spricht.

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Obsessive Vertikalität: Immer alles gleichzeitig.

Nächste Frage: Soll es dabei bleiben, dass das gleiche Wort in verschiedenen Stimmen grundsätzlich die gleiche Tobhöhengeste zugeteilt bekommt, obwohl dadurch der Effekt von Homophonie und Fugato deutlich verstärkt wird? Schadet diese feste Zuteilung dem Stück, oder gibt sie ihm gerade einen festen, durchschaubaren Rahmen, in dem es sich bewegen kann?

Tonbewegung quasi nur Trägermaterial

Vielleicht viel zu flexibel als Struktur? Müsste viel statischer sein (Susanne Kennedy)? Vielleicht auch viel zu intakt, die Wörter und Silben viel zu intakt gelassen. Allerdings ist hier natürlich klar: Wenn man sie nicht mehr versteht, ist es egal, ob sie intakt sind oder nicht. Insofern ist hier der Bewegungsspielraum sehr klein.

Weit verbreiteter Irrtum: Stolz auf die eigenen Fehler zu sein, weil man glaubt, sich darüber zu definieren.

Geil, wie schlecht es allen geht. Und denen, denen es gut geht, geht es wahrscheinlich auch nicht so toll. Man sieht es nur nicht so deutlich.

Komplett ohne Twist. Krass.
Are all the clichés true?
Wahrscheinlich wirklich komplett platt.

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wimmern

immer Schleim auf der Stimme, auch wenn da gar keiner ist

Irgendwo muss dann auch Deutlichkeit, Prägnanz, Peng herkommen, die Kraft, sich auch gegen eine größere Besetzung durchzusetzen, z.B., indem man das Prinzip, das man aufbaut, auch gleich wieder zerstört.

Bei drei Stimmen würde sich der verschieden-Einsatz auch schon um zwei Takte verschieben. Wenn da gleich-Einsätze stehen, gibt es das gleiche Problem wie bei den Instrumenten, nämlich Verdopplungen in einer Stimme. Quasi nicht zu vermeiden. Ist auch völlig klar, wenn man mit verschiedenen Graden von Verzögerung arbeitet.

Es gibt natürlich noch das entgegengesetzte Problem: Wenn das Material um ein oder zwei Takte nach hinten versetzt wird, fehlt es dort, wo es eigentlich vorgesehen ist, d.h. da, wo eigentlich etwas sein sollte, ist jetzt nichts – was eigentlich inakzeptabel ist, es sei denn, man versteht es als Verwerfungen des Systems: Einige Stellen gegen das System verdoppelt, einige Stellen gegen das System leer.

Und was ist mit den Vorspielen, by the way? Kann da irgendetwas ausgeglichen werden?

Pansori: Kein echter Anfang, und erst recht kein Schluss (auf musikalischer Ebene jedenfalls).

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ja, das traue ich mir zu

Unstimmigkeit: Wenn die rhythmische Ebene zwischen Stimmen insgesamt und Instrumenten insgesamt verschieden ist, müssten die Instrumente auf die nächste Einheit springen, wodurch sich, zumindest bei der Bewegung von Phrase zu Phrase eine vertikale Schichtung ergibt, die Differenz produziert. Was aber, wenn dort schon etwas steht? Wenn das Verhältnis zwischen Stimmen und Instrumenten dort gleich ist? Das müsste ja heißen, dass an dieser Stelle eine Schichtung innerhalb der Instrumente stattfinden muss, d.h. dass die Instrumente zwei verschiedene Materialien gleichzeitig spielen müssen. Oder, dass man sie auseinanderzieht, dass die Instrumente Zeit bekommen, beide Materialien nacheinander zu spielen, so dass eine Pause in den Stimmen entsteht. Die Pausen in den Stimmen wären dann also keine Gliederung im Wortsinn, sondern würden sich aus der Konstruktion des Verhältnisses zwischen Stimmen und Instrumenten ergeben. Was eigentlich eine interessante Idee ist.

Aufteilung: Geste + Innenbewegung. Könnte z.B. auch Triller sein? Auf der anderen Seite hat der Triller gestisch natürlich eine völlig andere Bedeutung als ein einfaches auf-ab oder eine ähnliche Binnengliederung einer Grundbewegung und wird auch dementsprechend anders wahrgenommen.

Triller – Klangfarbe – Stimmklang? Was stimmt, ist, dass man auf die Binnenbewegung zusätzlich einen Triller legen könnte, dass sie sich also nicht notwendigerweise auf der gleichen Ebene bewegen. Und dass man den Triller tendenziell eher als Klangfarbe, nicht als Grund- oder Binnenbewegung hört, dass es also auf jeden Fall Sinn machen würde, diese beiden Elemente zusammenzuziehen. Wäre allerdings eine neue Ebene, das ist klar.

Und die Aufteilung, Binnenbewegung ist dann immer noch eine relativ grobe Festlegung, wie eine erste Modifikation von Grundelementen.

Tonhöhen erstmal komplett weglassen, nur vom Klang und seiner Bewegung ausgehen? Möglicherweise Grundregister (hoch/mittel/tief) festlegen, die dann je nach Stimmtechnik eine andere Bedeutung bekommen. Oder: Man legt im voraus fest, dass eine bestimmte Technik nur in einem bestimmten Register stattfinden kann/darf.

Flüstern + Druck geht natürlich, ist überhaupt kein Problem. Warum macht man das dann nicht? Viele Nuancen als Übergang möglich, leicht realisierbar.

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ich will, dass es mir gut geht

Gelbe Nektarine und rote Johannisbeere. Cassis natürlich auch toll. Schreibsprache vs. Sprechsprache. Koriander, wo kommt der denn her? Korsika, Brin d’Amour.

Dödel
Trudel
Dudel

Hintergrundverzierung: Der geschlagene Rhythmus spielt in diesem Tempo fast keine bewusste Rolle, ist mehr selbstverständliche Markierung als Teilhaber am Voranschreiten.

interessanterweise komplett andere Stimmtechniken bei Gagok und Pansori

Relationen gehen wahrscheinlich immer davon aus, dass sie sich eigentlich auf das Gleiche beziehen, dass die Ableitungen eigentlich auf einen gemeinsamen Ursprung bezogen werden können, auch wenn es den nie gegeben hat bzw. wenn es sich dabei nur um die Konstruktion des aufeinander bezogen seins, sich voneinander absetzens geht, quasi ein leerer Raum, sonst nichts.

Gesetzt: Dass ein Wort innerhalb einer Phrase immer die gleiche Form von Grunddeklamation beibehält. Kann man das so setzen? Ist das im Ergebnis nicht eine ganz starke Annäherung an Imitation/Fugato?

Nur Rhythmus und Tonhöhen in Relation setzen, oder auch Material? Wenn nicht, würde man dann nicht voraussetzen, dass das Material grundsätzlich immer homogen bleibt und nur durch rhythmusbedingte Zeitverschiebungen Differenzen aufbauen kann?

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Telephones

Ruhe, in jeder Hinsicht: Angenehm, unangenehm, man ist dann natürlich schon komplett auf sich zurückgeworfen, das Hirn schaltet sich ein und denkt denkt denkt, was kann ich nur machen, was ist bloss los, was denke ich denn da. Absolute Nichtbeschäftigung als Ultrabeschäftigung.

Tonhöhen/Lautstärke/Glissando-Triller: Spricht nicht wirklich etwas dagegen, das systematisch anzuwenden. Außer die Ausführung. Glottistriller.

Krass: Gehaltener Ton, dann winzige Bewegung, dann wieder gehaltener Ton, dann gestische Bewegung aus dem Ton heraus. Super Material.

Gerade-Triller-Bewegung-Gerade, etc.

Hat ja auch etwas sautrauriges, plötzlich so konzentriert zu arbeiten. So anstrengend: Was passiert denn da mit mir? Und produziert dann ununterbrochen, kann gar nicht mehr aufhören.

So anstrengend: Kann ich jetzt endlich mal aufhören? Oder soll das immer so weiter gehen? Sturm im Kopf.

Irgendwann dann doch erschöpft, obwohl so viel noch zu tun/zu denken wäre.

Lustig, dass die Männerstimme dann so völlig anders, letztlich quälend hässlich wirkt.

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Wiedergabe

Maschine
Maschine

Wie ist das eigentlich mit drei Stimmen, ist die letzte Stimme dann um zwei Silben gegenüber ihrem eigentlichen Bezug versetzt, d.h. würden dann immer drei verschiedene Silben zeitlich aufeinander bezogen werden?

Und klar ist, dass zusammen mit den Instrumenten die Sache nochmal komplizierter wird.

Pausen/Zäsuren

verschieden bedeutet immer: länger

Echte, vollständige Verschiedenheit wäre wahrscheinlich das, was aus den systematischen Vorgaben komplett herausfallen würde: Wäre lustigerweise in der Konsequenz wahrscheinlich die statischste, am wenigsten bewegte Passage des Stücks

Männliche Gagok-Stimme: Wie kunstlos, schmucklos, tendenziell hässlich, sogar quälend, gar nicht mit weiblichem Gagok vergleichbar.

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Sky Backdrop

Vielleicht so: Wenn die Stimmen so direkt aufeinander bezogen sind, könnte man sie entweder immer synchron in eine neue Klangfarbe wechseln lassen und so eine Art homogene Überstimme mit geringfügiger Binnendifferenzierung schaffen, oder eben prüfen, ob die Klangfarbe das Register ersetzen kann, dass die Stimmen im gleichen Register, aber mit unterschiedlicher Klangfarbe entsprechend Auseinanderfallen wie früher in unterschiedlichen Registern.

Das Gitter ist also so eng, dass jeder Einsatz entweder bei der vorhergehenden, oder bei der nachfolgenden Silbe strukturell einrastet. Zeitlich kann es gestaucht und gedehnt werden. Was ist aber mit Mehrfach-Silben, komplexen Melismen? Auf die einzelnen Teile der Melissen bezogen könnte der gewünschte enge Bezug nur dann realisiert werden, wenn alle Stimmen immer das gleiche, bzw. die gleiche Art von Melisma ausführen, so dass die Teile des Melismas auf die gleiche Art einrasten können wie vorher die Silben. Das würde wahrscheinlich heißen, dass die Melissen entweder gestreckt werden, oder Pausen beinhalten, und dann in ihren Einzelteilen tatsächlich wie Silben behandelt werden müssen. Vielleicht wäre das Ausfüllen, Strecken tatsächlich die beste Möglichkeit, weil dadurch ein Klangband entstehen würde, das eine Art Gegengewicht zur vorherrschenden Kleinteiligkeit darstellen könnte.

Und wenn dann plötzlich jemand durchdrehen würde? Das muss es ja auch geben können, den totalen Bruch, das Ereignis, das überhaupt nicht, und zwar in gar keiner Weise, nicht formal, nicht inhaltlich, in das etablierte Feld integriert werden kann.

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Filed under Gesang, Schlachten 2: Motette

Geistervariationen

Was würde Dich denn daran interessieren?

Und wenn man Anzahl, Dauer und Richtung der Tonbewegungen je Silbe wirklich völlig unabhängig vom Text entscheiden würde? Möglicherweise Dynamik und Klangfarbe (also die beiden Parameter, die am offensichtlichsten mit der musikalischen Interpretation des Textes verbunden sind) unabhängig vom Text bestimmen. Text einrichten, und dann Musik absolut rücksichtslos auf dieses Gerüst legen.

The module would then constitute the new form of the object (the new result of reification) in an informational universe.

Immer Silben auf Silben bezogen – sie können aber auch falsch bezogen sein: Ähnlich wäre dann, wenn sie leicht nachhinken, verschieden, wenn sie vorgreifen, d.h. kurz vor der nächsten Silbe einsetzen oder sogar mit ihr zusammenfallen. Was dann heißt, dass Silben immer vertikal aufeinander bezogen bleiben, nur manchmal eben falsch. Alles, was wie eine Art Fugato wirken könnte, wird im vertikalen Zusammenhang versteckt.

Gerade dann, wenn die Einzelstimmen im Gesamtgefüge aufgehen, würde es aber erst recht Sinn machen, über Klangfarben nachzudenken. Warum? Weil der rhythmisch-metrische Satz die Einzelstimmen soweit entindividualisiert, dass man ihnen wieder eine gewisse Eigenständigkeit zugestehen kann. Wobei ja wahrscheinlich die Stimmen ohnehin immer synchron die Klangfarbe wechseln, so dass nur das Register als tatsächliche Individualisierung übrig bleibt. Und auch das wollten wir ja eigentlich streichen bzw. minimieren, also so eng wie möglich in ein einziges Register zusammenrücken.

immer
aufeinander
bezogen
kompakt
zusammenstauchen

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Filed under Klassik, Schlachten 2: Motette

Listening/rotes Blut

Kurze Töne
Lange Töne
Sehr lange Töne

Kurze Phrasen
Lange Phrasen
Sehr lange Phrasen

Ist ein in sich strukturierter Ton ein Ton oder eine Phrase, bzw. was ist der Unterschied zwischen einem strukturierten Ton und einer Phrase?

Es hat gar nichts miteinander zu tun.
Gar nichts? Keine expressiven Absichten?
Nein, gar nichts. Einfach nur Stimme.

Motette: Müsste wohl alles an einem gemeinsamen Strang entlanglaufen, Stimmen und Instrumente. Nicht zwei Elemente im Nachhinein zusammenfügen.

Vorspiel: Streichtrio + Schlagzeug
Trio: Terzett + Streichtrio
Duo: Duett + Bassklarinette

Vorspiel: Bassklarinette + Streichtrio
Trio: Terzett + Streichtrio
Duo: Duett + Schlagzeug

Silben und Töne haben nichts miteinander zu tun.

z.B. eine einzige, quasi ausfransende Linie als Basiskonzept

Oder, anders herum, der gemeinsame Bezugspunkt wäre dann die Linie, auch dort, wo sie gar nicht vorhanden ist.

Zeitstruktur strenger fassen: Nicht einfach nur an Text anpassen, eher im Gegenteil, Text in Zeitstruktur zwingen.

Zäsur/Generalpause
lange/sehr lange Töne

wirklich Dynamikwechsel als Dramaturgieverstärkung, oder eher einheitliche Dynamik?

stehende Klänge

Und dann kam mir Herr Köhler entgegen.

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School of velocity

Unverschämt verschmiert.

Verwischen als Bewegung und Verwischen als Ungenauigkeit, Andeutung.

Craquelé wie Signatur im Hintergrund, extreme Ungenauigkeit im Vordergrund.

Zum Teil wirklich krass unscharf, fast ein bisschen vulgär-aggressiv: Portrait d’homme, Rom

Mazo im Prinzip perfekte technische Kopie seines Schwiegervaters. Man kann das also lernen – und verlernen, denn manches ist dann wieder grauenhaft misslungen.

Die eigene Krakelee kopieren – und kopieren lassen. Auch ein geiler Schachzug. Quasi Christopher Wool.

Das flüchtige, kaum hörbare, schnell vorübergehende, innerhalb eines im Grunde sehr handfesten, fast überdeutlichen Gerüstes: erstaunlich, dass das so wahnsinnig gut funktioniert.

Fühlen sie sich wohl?
Ja, es geht mir sehr gut.
Prima.

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Filed under Gesang, Kunst, No Longer Gagok, Today I Wrote Nothing Vol. 1

Filature/craquelé

Stummfilm/Stillleben + Untertitel: gute Idee. Sehr sehr langsam: Auch gut. The scene of crime.

Kurzes Kleid + lange Schleppe: Fast wie angehängt, zwei verschiedene Teile (Apollon).

Lange, bestickte Ärmel, sehr lange, sehr bestickte Ärmel.

Alles tendenziell nicht exakt lesbar, nicht exakt sichtbar.

Bitte auch die Bänder und die Gürtel voll besticken.

Einfach so, Bänder eben, eigentlich super Idee.

In Seide eingehüllter Hut, quasi verhüllt/versteckt.

Irgendwann geht einem der viele Luxus allerdings auch ein bisschen auf die Nerven, man denkt sich, müsste doch auch ohne gehen. Super Training für die Augen allerdings.

Vorder und Rückseite genau gleich: Lustig.

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Filed under Mode

flach flach flach flach flach

It’s so ugly!

Einfach irgendwas 
Keine unnötige Anstrengung
Keine Narration
Vor allem nicht zuviel Sinn
Das heißt aber auch
Keine Konstruktion
Kein Bemühen um Konsequenz
Konsequenz als Sinnhaftigkeit
Arbeiten mit dem was man hat 

Ist tatsächlich die Frage, ob man das nicht alles kappen sollte, ob es nicht besser wäre, ganz flach zu arbeiten, ohne Hintergrund, ohne Tiefenschärfe. Einfach nur benutzen, was gerade zur Hand ist, sich nur auf das beziehen, das für jeden präsent ist, absolut kein Geheimnis. Und wenn doch, ausschließlich technischer Art: Wie macht man das, wie geht das überhaupt?

Assez entspannt. Lustig.

Haus. Garten. Zaun. Ziemlich spießiges Grundmotiv. Da ist man als Stadtmensch doch froh, dass man das so gut wie nicht mitbekommt.

Serien von Fensterstreben: Geile Idee, sehr nüchtern, zumindest für unsere Augen. Im Prinzip viel interessanter als expressionistische Sonderformate.

Volumen, Proportion und Struktur: Letztlich krass hässlich und ein bisschen zu viel gewollt. Säulenhalle.

Nu de dos: Woher die ganzen Muskeln, Kraft, Volumen, Material?

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Filed under Kunst, Methode

Katze vs. Frau

Komplett unwirkliches Licht, als ob ständig drei Sonnen oder vier Filmstrahler leuchten würden.

Durchaus viel Sex, aber dann nicht zu genau hinschauen, etwas verschwimmen lassen, ein bisschen wie auf alten Fotos, die den Eindruck erwecken, als ob sie alles zeigen würden, obwohl sie es tatsächlich gar nicht tun.

In gewisser Weise unverschämt, schamlos, vielleicht sogar geschmacklos.

Und dann verschwindet alles in Farbe, wird in Farbe ertränkt.

Auf groteske Weise den männlichen Blick realisiert.

Ein bisschen auch so, als ob man die ganze Zeit schielen würde. Verzerrt.

Vieles, besonders das bürgerliche Leben wie eine absolute Persiflage, wahrscheinlich nicht bewusst, aber umso deutlicher.

Völlig bescheuerte, aber genau deswegen o.k. Witze, wie Hund an Tischkante.

Dicke Jäger, quasi Baselitz.

Das bürgerliche Leben: Totalkritik.

Voll bizarres Extremlicht auf den Tisch und die rot-rosa Ecke.

In gewisser Weise noch greller als z.B. Beckmann, weil es keinerlei Versuch zu verstehen oder zu erklären gibt.

Viele Katzen by the way, sehr viele Katzen.

Ehrlich gesagt, die Schrecklichkeit des ganz normalen, total friedlichen Lebens verdammt gut wiedergegeben.

Mini-van Gogh-influences.

La palme: Frau im Schatten.

Interieur blanc: Frau fast nicht zu sehen.

Lass alles rein. Mach die Augen auf. Arschloch.

Happiness/unhappiness: Boys, be careful!

Die Nacht ist genauso hell wie der Tag. Aufdringlich, zu nah, eigentlich unangenehm.

Könnte man ja auch bei all der Leuchtkraft für supertraurig und unheimlich halten.

Extrem merkwürdig normalisierte Detailsicht: Alles gleich wichtig.

Wenn du das Bürgertum kritisieren willst, musst du selbst bürgerlich sein, sonst nimmst du eine Position ein, die genauso klein und piefig ist wie das Bürgertum selbst. Vielleicht sogar noch piefiger, weil ohne Realität, ohne Leben.

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Filed under Kunst

Der Sepik

Hidden objects 

Wassertrommel: Stimme des Krokodils

Klangbrett 
Fischmaske

Amerikanerinnen: Glottis durchgehend nach unten gedrückt, einheitliches Knarzen, quasi Klangverstärkung, quasi Selbstpersiflage.

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Filed under Gesang, Kunst

Maurizio/Licht: Zustand II

To feel safe doesn’t mean you are safe.

Female Gagok: Hinkender Triller, quasi Punktierungen.

Arroganz entspringt direkt dem Bedürfnis, recht zu haben, sowohl intellektuell, als auch in Mikro- und Makro-Entscheidungen. Und wer möchte nicht recht haben, besonders, wenn es um das eigene Leben geht?

Wahrscheinlich Konsonanten tatsächlich mit relativ wenig Einfluss auf den eigentlichen Sprachklang. Man müsste also mit den Vokalen den Sprachklang wesentlich bestimmen können, einschließlich seiner expressiven Implikationen.

Bilder
Bileder
Bilederer

Charlottenburg, Hasskrämpfe, Verstörung: Bürgerlichkeit will eat us up. From both ends.

Was ist das eigentlich genau, wenn die Haare so auftoupiert sind, dass man nicht sieht, wie wenige es sind, und so locker gelegt werden, dass man nicht sieht, wie sie auftoupiert sind? Sieht man so oft, dass es kaum noch auffällt. Vielleicht einfach ein Fortschritt in der Haarpflege-Industrie? Oder haben wir uns tatsächlich geändert in unserer Vorstellung, wie Haare auszusehen haben? Betrifft vor allem Büroangestellte, und Leute, die aus irgendeinem Grund wie Büroangestellte aussehen wollen.

Übergriffigkeit: Eine Handlung kann übergriffig sein, eine Einladung zu einer Handlung bis zu einem gewissen Grade natürlich auch. Kommunikation ohne Übergriff ist fast unmöglich – oder zumindest extrem langweilig. Ein ständiges Spiel, was geht, und was nicht.

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Su Hui

Rollenverteilung durch Register aufbrechen. Ein bestimmtes Register kann eben nur von einem bestimmten Stimmtyp gesungen werden, und wenn eine Rolle verschiedene Register enthält, muss sie auf verschiedene Sänger aufgeteilt werden. Wäre die Frage, ob man in einer Männeroper tatsächlich Frauenstimmen wegen der größeren Klarheit und Flexibilität bevorzugen sollte, so dass es quasi nur Hosenrollen gibt, und vielleicht einige wenige Männerstimmen, wo man eine vorübergehende Übereinstimmung von Rolle und Stimme herstellen will.

Maurizio/Licht, Installation: Oder radikal vereinfachen, z.B. ein einziges Signal verwenden und, wenn überhaupt, nur an wenigen Stellen aufspalten. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, die mehr Klarheit und weniger Abbildung hineinbringt. Also durch Vereinfachen statt durch Verkomplizieren Distanz schaffen.

If it don’t make money, it don’t make sense (Dom Kennedy).

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Filed under Gesang, Krieg, Maurizio/Licht, Oper, Pop

Costas Array

Ignaz Friedman, Pariser Str. 21

난 괜찮다고 또 웃으며 Good Bye: Schweller mit dem Schlag, Schweller gegen den Schlag, Schweller, die sich gegen den Schlag verschieben. Am Lautstärkeregler herumspielen (Maurizio/Licht, Radio).

Das ist dies. Und das ist das. Geballte Klugscheißerei. Wie gut, dass wir mal wieder auf der richtigen Seite stehen und alle, die es wollen, daran teilhaben lassen können. Harald Schmidt für Arme. Und dann noch schnell im Verzeichnis der bequemen Provokationen geblättert: Adolf Hitler, 9/11, Osama bin Laden. Ist ja echt aufregend. Na ja, eigentlich nicht. Allenfalls der Mut zum totalen Trash. Ist auch nicht wirklich größenwahnsinnig. Würde nur sehr gerne größenwahnsinnig sein. Und tut die ganze Zeit so, als ob. Aber immer mit der nötigen argumentativen Absicherung, immer auch den Beweis integrieren, dass man es eigentlich gar nicht so meint. Vielleicht, im besten Fall, geil zynisch.

Stimmfarbe im Flüstern erkennbar (ausspielen).

Schlachten 2: Motette mit Registerschattierungen vorschreiben. Erst dann genaue Tonhöhen ausarbeiten.

Vaporwave als Klassik: Absolute Musik. Wahrscheinlich wirklich.

Mahler 9, letzter Satz, als statische Ikone.

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Filed under Gesang, Klassik, Neue Musik, Pop, Schlachten 2: Motette

Paukenschlegel

Ultra lang ausklingende Becken

Mit Rasselbündel angeschlagen

Ultra kleines Becken

Laute Schläge plus winziges Ticken: Besen, oder so.

Mit Stil schlagen, aber auch druckvoll tippen.

Geil voll krass sanft auf den Punkt treffen.

Besen auf Zarge: Quasi gedämpft.

Gerade Synkope gegen Triole.

8tel Synkope gegen 16tel Synkope.

Nicht besonders betonen, sondern ganz normal voll reinhauen.

Senkrechte Schlegel, horizontal und vertikal.

Anfassen und loslassen.

What the fuckin’ hell are we doing here?

Michele Rabbia

Friends, of course.

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Filed under Material, Pop

Tschilplaut

A record that doesn’t shrink away from the ambition of the big, behemoth, classic hip-hop record. It sweats out ambition. Yet he chooses to forgo elements of that very aspiration altogether through a careful attention paid to not taking himself too seriously.

One is tempted to say that the very function of the news media is to relegate recent historical experiences as rapidly as possible into the past.

Sex is not sexy. Sexiness is more about the promise than about the satisfaction. Actually quite obvious, isn’t it?

Fett, ölige Substanz, nimmt kaum Kälte an.

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Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Politik, Pop, Uncategorized

Negativ/positiv.

Völlig bescheuerte Überblendungen zwischen Blatt und Schnitt, die dann doch ausgemalt werden. Quasi Primärmaterial betonen. Macht merkwürdigerweise Sinn: Funktioniert.

Ausschnitt angestückelt als Binnenzeichnung.

Im nachgeknüpften Teppich Papierschattierungen komplett beibehalten: Völlig irre und obsessiv. Heißt aber auch, dass alle Unvollkommenheiten komplett bewusst und Absicht sind. Sieht dann als Teppich ziemlich kaputt aus. Schnittunvolkommenheiten nur ansatzweise nachwebbar. Werden letztlich durch vorgegebene Körnigkeit des Materials aufgehoben.

Sehr krass: Ausschneidestoffe mit verschiedenfarbigen Garnen auf Robe nähen lassen. Letztlich totale, inhaltlich und formal nicht nachvollziehbare Differenzierung. In gewisser Weise Lob der Sinnfreiheit, Nichtlogik, Antikonsequenz.

Und dann wieder offensichtliche Stückelungen aus einem Stück nachschneiden lassen.

Darauf bestehen, die Farben zusammenzukleben, auch wenn man sie ganz einfach anmalen könnte (Hintergrund).

Glasfenster: Teils gerahmt, teils gemalt.

Eine Kachel hinter einer Kachel vor dem Rahmen.

Druck Fehlschlag, weil man nicht sehen kann, was vorne und was hinten liegt, und ob die Formen aus einem Stück oder zusammengesetzt sind.

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Filed under Form, Kunst, Montage

Striche als Gliederung im Ozean.

Cut out composition. Made entirely out of negative leftovers.

Dunkles Rot gegen leicht helleres Scharfrot: Direkteste mögliche Dissonanz als cutout.

Auch interessant: Das Anpassen, aber minimal Verpassen, sichtbare Anstückeln, vielleicht aus praktischer Notwendigkeit, vielleicht aber eben doch als direkte gestalterische Entscheidung.

Eindeutig eine Art digitaler Effekt: Entweder hier oder dort, aber kein Verwischen möglich.

Auch das Verschneiden als eine Art Perfektion, weil es die Schneidebewegung perfekt wiedergibt.

Ganz bizarr: Einen Hintergrund aus verschiedenen, einander beißenden Rostflecken zusammenzusetzen.

Große Formen aus kleinen Teilen zusammengesetzt, die in der Gesamtform verschwinden. Gleichzeitig Nähte, Unstimmigkeiten, Schnittkanten überall erkennbar. Fast, als ob die Einzelteile Pinselstriche wären. Oder, als ob die Einzelteile doch eine eigene, vielleicht skulpturale Bedeutung hätten.

Hintergrund aus verschiedenen Farben falsch zusammengeleimt.

In gewisser Weise auch die Frage: Warum so groß? Warum so riesig? Wofür die Skizzenstriche, die überall stehenbleiben?

Das Malen selbst dann quasi als Anstreichen.

Und dann das ganze Riesenbild noch aus mehreren Paneelen in unregelmäßiger Grössenfolge zusammensetzen.

Oder eine Figur aus komplett unterschiedlichen Farben zusammensetzen und ausgerechnet dort, wo sie sich mit einer anderen Figur überlappt, die gleiche Farbe nehmen.

Vogel, dessen Flügel sich in Rundung berühren. Als Form völlig sinnlos, aber dennoch nachvollziehbar.

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roter Lampionhimmel

ja, schön

Da denkst Du, Du bist eitel, musst aber irgendwann feststellen, dass Du eher unter als über dem Eitelkeitsdurchschnitt liegst. Wirst Du wahrscheinlich nie begreifen, dass andere noch unvergleichlich viel mehr Aufwand betreiben als Du selbst.

ganz wichtig: Räuspern, Husten, Klicken einbauen (Sibirien, Black Deer)

Wirklich genial an The Fall ist, dass der Zwang zum kostbaren Lied, zur begrenzten Zeit völlig aufgehoben ist, dass die Lieder produziert werden wie Tracks, am Stück, nicht limitiert, quasi Meterware. Darf es ein bisschen mehr sein?

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Sie finden uns in der Vorhölle.

Na ja, man muss sich halt immer Gründe ausdenken, warum das, was man gerade macht bzw. was man gerade gezwungen ist zu tun, richtig und gut ist. Anders geht es gar nicht -anders würde es nicht gehen. Deswegen hat notgedrungen jeder seine kleine Privatethik, in der genau das, was man selbst anstellt, nicht ganz so schlimm ist wie das, was die anderen tun.

Rollen-Promiskuität: Frage, ob das wirklich etwas bringt. Oder nicht einfach eine sehr bequeme Methode der Verfremdung ist. Auskomponierte, also im voraus festgelegte Rollenwechsel wahrscheinlich ohnehin keine Option, weil unspannend/verkrampft. Freie Rollenwechsel nur mit Stimmlagen/Registern statt Tonhöhen sinnvoll.

Eigentlich total klar: Jeder Rolle wird eine Hauptstimme zugeteilt, alle ausnotierten Passagen müssen von der Hauptstimme gesungen werden, alle frei notierten Passagen können von der Hauptstimme ausgeführt werden, können aber auch von anderen Stimmen übernommen werden.

Merkwürdig, dass auch und gerade die großen Provokatoren Sex nie wirklich explizit zeigen, als ob das nicht nur ein Tabu, sondern vor allem ein echter ästhetischer Fehler wäre, den man eben nicht macht. Auch Lars von Trier ist nicht wirklich explizit, sondern hält eher drauf, um zu zeigen, dass nichts dran ist. Interessant, dass sogar jemand wie Terre Thaemlitz entweder grob verpixelt oder Schwarzfilm einschneidet, um nicht explizit werden zu müssen. Als ob expliziter Sex wirklich nur dem reinen Gebrauchsfilm vorbehalten wäre. Eine Schwelle, die man nicht übertritt. Natürlich kann das auch mit Zensur zu tun haben, aber gerade dann, wenn man ohnehin alles zeigt, was die Zensur beanstanden könnte, kann die Entscheidung dagegen nicht mehr zensurbestimmt sein.

Wenn Leute etwas schon können, ist es meistens nicht mehr so wahnsinnig interessant, leider.

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hassenswert

Tonhöhenrichtung (Glissando) + Mikrobewegung

Ein Problem bei komponierter Musik: Man darf nichts Doofes machen, in gewisser Weise darf man auch nichts Einfaches machen, man darf nicht einfach laufen lassen. Es läuft immer so eine Art Qualitätssiegel-Anspruch mit, der viele Dinge nicht nur als Vorurteil, sondern auch tatsächlich unmöglich macht, was heißt, sie sind dann wirklich schlecht, wenn sie in komponierter Musik vorkommen, weil es sich der Komponist zu einfach gemacht hat. Aber wahrscheinlich schadet das der Musik.

Je weniger Talent, desto mehr Bosheit: Gilt im wesentlichen für alle Lebensbereiche. Allerdings, Talent allein, die reine Tugend, hilft auch nicht wirklich weiter.

Kleidung tragen, die einem nicht steht, aber nicht so offensichtlich, dass man merkt, dass sie einem nicht stehen soll. Als ob man die Kleidung, die einem nicht steht, genau so, wie sie ist, lieben würde. Absolut keine Ironie, auch nicht in Bezug auf das soziale Umfeld: Schwierige Aufgabe, nicht nur, weil sie eine genau Analyse des aktuellen Geschmacks voraussetzt, sondern vor allem, weil sie die totale Selbstverleugnung bis ins kleinste Detail einfordert, die man tatsächlich nur schwer aufbringen kann. Nicht das geringste Signal aussenden, dass es einen doppelten Boden gibt.

Margiela: Wenn man Fehler zum Prinzip macht, muss man verdammt sorgfältig arbeiten.

Low Jack: Tibet-Chant über Bass-Drum, bisschen offensichtlich, bisschen platt, aber trotzdem gute Idee.

Handgesungene, äh, handgemachte Musik, wirkt halt schon ein bisschen lächerlich, kitschig, so an seine eigenen Gefühle zu glauben und sie herauszusingen, ist halt, egal, wie gut es gemacht ist, irgendwie vorbei. Authentizitätswahn. Gerade eben nicht authentisch in seiner Wirkung, interessanterweise. Hätte man nur nicht dran geglaubt!

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Nur mit der Oberlippe spielen.

pressen + hauchen

Material: Möglichst tot, möglichst verbraucht. Auf der anderen Seite willst du natürlich auch einen gewissen Zugriff haben. Was würdest du dann mit 0-Material machen?

Brett auf Pauke (weißes Rauschen)
Gong auf Brett (Heulen)
Bogen auf Nagel (reine Töne)
Einhändige Stoppschläge, quasi Ausschnitte aus Wirbel (Praller)
Runde Metallplatten mit eingebauten Glissando (ziemlich lang und weit)

Stimme/Instrument – Instrument/Stimme

Sidsel Endresen: Every fuckin’ Michael Jackson grunt.

Wenn nicht nur für eine kurze Geste, sondern für eine oder mehrere Phrasen verwendet, kann Einatmen tatsächlich auch mehr als ein doofer Effekt sein, quasi Samurai-Stimme (auch bei Frauen).

Auch bei Sprechen/Sprechsingen/Singen in kleinen, umstellbaren Modulen denken, die frei beweglich sind. Auseinandernehmen, Lücken, Löcher, Luft: Unbedingt vermeiden, dass das einfach so wie am dramaturgischen Schnürchen abläuft.

Stimmt auch wieder. Natürlich.

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Singstimme als Ausnahme

komplett egal, aber gut

Sprechstimme: Realer Ambitus vs. möglicher Ambitus

Das Problem: Man kann nichts dagegen sagen. Wie willst Du dagegen argumentieren? Ist doch eh alles richtig. Bringt’s aber genau deswegen leider gar nicht.

By the way: Uninteressant ist nicht das Gleiche wie langweilig.

professioneller Konzertaufbau
superprofessioneller Konzertaufbau
Konzertaufbau als Performance,
aber eben nicht als Witz

Schablone, logischerweise (KG):
– Kann ich mal eine Stimmschablone haben, bitte?
– Wieso, haben Sie doch eh.
– Na, nicht so eine. Eine richtige.
– Ach so, ne richtige. Nee, ne richtige haben wir nicht. Hatten wir noch nie.
– Stimmt.

Reaktion braucht Zeit (Keaton). Pause. Zoom. Mikrophongeräusch. Leere Bühne.

Man sieht Masse, hört aber nur eine Stimme.

Extrem durchbrochener Satz mit einzelnen Verdopplungen, zum Teil einander überlappend, zum Teil voneinander abweichend. Z.B.

krasser Durst: Warum denkt man eigentlich, wenn man sehr durstig ist, dass Bier oder Wein oder Saft oder whatever den Durst besser löscht als z.B. Wasser? Und warum fühlt sich das tatsächlich manchmal so an?

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wüst/verloren

Fassung mit Text, dann Fassung ohne Text, dann Fassung mit Text usw., bis Text und Musik unabhängig voneinander aufeinander reagieren. Entwicklungsarbeit.

Ohne Tonhöhen – mit Tonhöhen – ohne Tonhöhen, etc.

Daegeum: Oberlippe in den Mundwinkeln aufhängen, dazwischen hängen lassen. Lustig, wie schwierig, und auf Dauer auch anstrengend es ist, einzelne Körperteile bewusst zu entspannen. Kann leicht total verkrampfen und funktioniert dann logischerweise überhaupt nicht mehr.

Geräuschverstärkung Gayageum: Dass dann alles, was man macht, automatisch eindrucksvoll klingt.

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keine schlechte Idee

Auraverweigerung (Isa Genzken): Ist doch eine super Idee, was kann man denn da dagegen haben, wenn man es schon erkannt hat? Quälen.

Merkt das ernsthaft niemand, dass das alte Whitney eines der tollsten Museen der Welt war, gerade weil es von außen so abweisend und von innen ein bisschen wie ein luxuriöses Parkhaus gewirkt hat? Ein bisschen Arroganz, ein bisschen Bosheit muss einfach sein, sonst wird das ganze Theater zu einer unerträglichen Anbiederei.

Fugeneinsamkeit, langsames Kreisen, obsessive Themenfixierung, Kontrapunkt als Ablenkung, kalte, in sich ruhende Schönheit.

Bratschen-Solo: Gleichartige, quasi wiederholte Gesten, Gesamtbewegung immer von oben nach unten, erhöhter Bogendruck, viel zu laut für den vertikalen Zusammenhang.

Gurkenduft

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Planet trillaphon

Irrer brummt vor sich hin: Klangband, geringer Ambitus, fast Monoton, durchlaufend, aber eben kein Parlando.

Murmeln. Sabbern. Brummen. Einzelne Wörter verständlich. Oder ohnehin nur einzelne Wörter.

Motette: Mehr Geräusch als Gesang, mehr Geste als Tonhöhe. Geräusche, Sprechstimme, Singstimme. Tonale Schnitte als wesentliche Motivation für exakte Notation, sonst ungefähre Notation eigentlich effektiver im Hinblick auf das gewünschte akustische Ergebnis.

Stimmt, das wollten wir eigentlich machen.

schwarzbraun
blauschwarz
blaubraunschwarz

Endredaktion: Alles schärfen, alles auf den Punkt bringen, deutlich machen, das Material wie von außen noch einmal anfassen und zur größtmöglichen Direktheit bringen. Oder umgekehrt. Jedenfalls die Position schärfen, deutlich machen, warum man tut, was man tut.

Nochmal Motette: Eigenen Parameter für tonale Klänge einrichten. Meaning: Einfach für alles, was vorkommen soll, eigene Parameter einrichten (Song Cycle).

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Langeweile

Und dann zündete ich eine Nebelkerze an, und noch eine Nebelkerze, und noch eine Nebelkerze, und alle wussten, dass es sich höchstwahrscheinlich um Nebelkerzen und nicht um echte Kerzen handelte, aber das spielte keine Rolle, da es niemand beweisen konnte.

Schmutzige alte Männer: Auch was schönes. Vielleicht auch ein bisschen ungerecht: Warum sollen sie denn kein Recht haben, schmutzig zu sein?

Irgendwie komische Textfassung, ist dann als Material plötzlich da, in der Welt, vorhanden. Wie echtes Material.

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Dänke, Berlin!

Vokale sind völlig überschätzt. Konsonanten natürlich auch.

Das Gefühl, dass letztlich alle ausnahmslos versagt haben: Die einen haben es zu gut, die anderen zu schlecht, aber niemand hat es richtig gemacht.

Kurze, extrem dichte Passagen, aber nicht wie plötzliche Ausbrüche von Aktivität, sondern eher beiläufig, selbstverständlich, als ob sich hier beispielsweise zwei Schichten kurzzeitig, an ihren Rändern, überlagern, dann aber wieder unabhängig voneinander, ohne Berührung, weiterlaufen würden. Gleichzeitig aber so dicht gepackt mit verschiedenartigen, einander widersprechenden Aktionen, manche auch verschwindend leise, wie Reste von Aktionen, die man gar nicht wahrnimmt, dass das Ohr und der Verstand kaum folgen können, nur spüren, dass da etwas sein muss. Es letztlich auch wissen, aber nicht analysieren können.

Phonation: Verengen und hauchen gleichzeitig. Ist natürlich niemand bereit zu tun, macht aber absolut Sinn und ist völlig normal im echten Leben.

Sänger/Ausbildung: Das Falsche könnte vielleicht auch darin liegen, dass das, was ein ausgebildeter Sänger tut, wirklich nur ein ausgebildeter Sänger tun kann. Während Instrumente auch von einem nicht ausgebildeten Laien sinnvoll traktiert werden können. Und es zumindest theoretisch zu ähnlichen Ergebnissen kommen könnte – wenn auch nicht in vergleichbarem Maß kontrolliert.

Harry L.: Bitte, lass mich nicht allein.

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Geld

liebevolle Ironie

Graue Haare so färben, dass unter der Blondierung Schwarz durchscheint (Madonna): Ziemlich geile Idee.

Cembalo als Pixelierung von Empfindungen (Händel/Dantone).

Comté/Trüffel

Das verlorene Reich
Die seltsamen Augenblicke
Emotionale Unbegrenztheit

Michel Djerzinski

Körperhaltung der Besitzenden: Nicht gerade schön oder kleidsam, eher auf eine unangenehme Art selbstbewusst, vielleicht Stolz, vielleicht das Gefühl, auf der sicheren Seite zu sein, vielleicht aber auch tatsächlich die Vorstellung, dass sie Dich jederzeit kaufen könnten, falls das nötig sein sollte.

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Drexciya

Tierischer Volksfreund

Trink o Auge, was die Wimper hält,
Von dem goldenen Überfluss der Welt.

Es wird einen Zeitpunkt geben, zu dem die Summe der Sinnenfreuden, die man noch vom Leben zu erwarten, geringer ist als die Summe der Schmerzen (kurz gesagt, man spürt tief im Inneren, wie sich der Zähler dreht – und der Zähler dreht sich immer in derselben Richtung). Diese rationale Bilanz der Sinnenfreuden und Schmerzen, die jeder früher oder später zu ziehen gezwungen ist, führt ab einem gewissen Alter unweigerlich zum Selbstmord.

Diesmal waren alle Karten gemischt, alle Spiele gespielt und die letzte Runde ausgeteilt worden, und sie endete mit der endgültigen Niederlage.

nur hohe Stimmen
nur tiefe Stimmen
alle Stimmen in hoher Lage
alle Stimmen in tiefer Lage

Man geht in einen anderen Raum und denkt, man hört die Musik weiter – sie ist aber schon längst aus. Ein bisschen wie auf Rauhfasertapeten starren und Bilder sehen.

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Be my guests!

This is so boring!
Let’s make it even more so.
Let’s make it UNBEARABLY boring.

Feldman, String Quartet (II): Tatsächlich müsste man fragen, was das genau bedeutet, da rumzusitzen und vier Personen zuzuhören, wie sie ihre Instrumente bedienen. Ist tatsächlich etwas anderes, wenn es verstärkt ist, leichter zu verfolgen, schärfere Fokusierung, keine Höranstrengung. Merkwürdigerweise steht weniger der Klang im Vordergrund, als die körperliche Tätigkeit, das, was die Personen wirklich tun. Wenn man das Stück schon öfter gehört hat, spielt natürlich eine Riesenrolle, was man wiedererkennt, und was man nicht wiedererkennt. Was ist anders, was ist gleich. Was hat man so noch nie gehört – was erstaunlich häufig vorkommt. Mit anderen Worten: Auch hier große Bandbreite von Spielmöglichkeiten, die merkwürdigerweise mehr mit der körperlichen Verrichtung als mit intellektuellen Entscheidungen zu tun zu haben scheinen. Dinge, die man erst gar nicht erkennt, und dann merkt, ah, das soll das sein. Faktisch denkt man über die Verknüpfung der Motive eigentlich nicht nach. Man erkennt nur, wenn etwas wiederkommt, innerhalb der Aufführung, oder in Bezug auf frühere Aufführungen, die man gehört hat. Stimmt nicht ganz: Man denkt schon auch, das hatten wir schon, war aber irgendwie anders. Und natürlich denkt man, das hatten wir aber definitiv noch nicht. Oder: Aha, da kommt das wieder. Eigentlich durch diesen Wiedererkennungseffekt ziemlich statisch: Es kommt wieder, oder es kommt nicht wieder, so ein bisschen ja/nein bzw. 0/1-Entscheidung, zumal es ja keine Überleitungen gibt. Im Grunde hört man dann ab einem bestimmten Punkt nicht mehr wirklich zu. Ist dann vielleicht auch nicht mehr so spannend, wenn man im Wesentlichen das gesamte Material bereits kennt und die Detailvarianten nicht wirklich nachvollziehen kann. Ist ja auch wirklich eine komische Ruhigstellung des Publikums, ohne irgendeine körperliche Aktivität stundenlang an dem gleichen Ort sitzen zu müssen. Im Prinzip ist es möglich, dass es auch für das Publikum gut ist, wenn die Musterwechsel nach und nach weniger werden und schließlich fast ganz wegfallen: Die Wechsel zwischen den Mustern sind auf Dauer in ihrer Willkür doch ein wenig nervend, man denkt fast, oh nein, noch ein Wechsel, oh nein, schon wieder neues Material. Allerdings freut man sich, wenn etwas ganz neues kommt, lustigerweise. Also stört offenbar die Verankerung, Absicherung in der Wiederholung. Wechselmotiv leicht versetzt wird unabsichtlich zu punktiertem Rhythmus – der hier eigentlich verboten ist wie in der gesamten Neuen Musik, weil er sehr tonal schwache Zeit und starke Zeit unterscheidet. Inbegriff des Auftakts. Notizen, um den Kopf wach zu halten: Geht tatsächlich besser, wenn man etwas aufschreibt, als wenn man nur so vor sich hindenkt. Ganz klar: Neues kommt besser als Wiederholung, vielleicht aber nur, wenn es die Wiederholung als Grundlage gibt. Endlich was Neues! Schon auch lustig dass sich das so viele anhören. Akkord + Pizzicato: Ziemlich super. Lustig dann das Pizzicato in das nächste Muster mit reinzunehmen. Dann so etwas wie ein Pizzicato-Marsch. Lustig, wenn die Sachen dann plötzlich ganz anders klingen, als man es gewohnt ist: Andere Betonung, andere Dynamikverteilung, anderes Gestikverständnis, anderer Klang. Falsch? Richtig? Jedenfalls offen für Abweichungen. Natürlich auch Unvollkommenheiten, technisches Unvermögen. Das klappt einfach nicht. Fortissimo-Akkord dann tatsächlich als Gewicht: Muss man nicht so spielen, funktioniert aber. Betonung. Im Prinzip ganz schön viele Möbel, die da in der vierten Stunde noch rumstehen. Die müssen doch alle noch weg. Oder war es das genau jetzt, setzt jetzt der Leerstand ein? Anfänge von neuen Mustern klingen oft wie Auftakte, obwohl sie das gar nicht sind. Lustig, dass die Akkordpaare am Ende dann plötzlich komplizierter als die eigentlichen Muster wirken, möglicherweise wegen der mehrfachen Zuordnungsmöglichkeiten. Wirkt tatsächlich, als ob die Dichte zunehmen würde, obwohl sie faktisch abnimmt. Es ist dann irgendwann tatsächlich egal und auf jeden Fall interessant. Erstaunlich, dass die ganzen Leute bleiben und zuhören.

Ben is exactly where he wants to be.

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Filed under Film, Form, Maurizio/Licht, Neue Musik

Welcome to Selbstbetrug!

Summen
Schlagen
Klopfen

Alles viel zu pathetisch, viel zu sehr um Authentizität bemüht, ohne sie jemals in Reichweite zu bekommen. Die einzigen wirklich kaputten, und daher einsetzbaren Klänge wahrscheinlich tonal.

In dem Moment, in dem man etwas kann, oder sich auch nur realistisch vorstellen kann, wie es wäre, es zu können, wird es automatisch reizlos. Schade eigentlich. Bin nicht sicher, ob man darüber hinwegkommen kann. Vielleicht sucht man sich deswegen ständig Aufgaben, die man nicht wirklich bewältigen kann.

Viel zu expressiv: Funktioniert tatsächlich gar nicht, völlig vorbei, und eben auch schon lange nicht mehr wirklich ausdrucksvoll, whatever that actually means.

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komisch

Antiauthentizität als zeitgemäße Form von Modernität: Wahrscheinlich nur mit tonalen, vielleicht sogar nur mit diatonischen Klängen möglich, weil allen anderen Klängen eine authentizistische Rauhheit eingeschrieben ist. Es sei denn, die Klänge selbst würden künstlich (= elektronisch) geglättet. Akustische Instrumente natürlich auch Erzeuger von klanglicher Authentizität, wahrscheinlich aber nicht im gleichen Maß wie Atonalität.

Don’t wait, just work. No matter what.

Brown like hell,
Stupid like shit.

David Tamburini

Zuviel Ehrgeiz,
zuviel Trauer.

As banal as it gets

//e-e-a-c-a-e/d-e-gis-h-gis-e//d-c-h

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als ob alle krank wären

zeitgemäß
nicht mehr zeitgemäß
nie zeitgemäß gewesen

reicht tatsächlich nicht mehr: interessant

fast als ob es besser wäre, schlechter zu sein

Pulsieren/in Bewegung halten: Funktioniert, ist aber letztlich ein bisschen zu flach (Lawrence English, For/Not for John Cage). Trotzdem schön.

Ideal: So schreiben, als ob es jeder könnte.

basically we are all waiting for permission to die

Was würdest du tun, wenn du WÜSSTEST, dass alles, womit du dich beschäftigst, nicht MIT dir, sondern VOR dir verschwinden wird?

Deutlichkeit: Like aufgespritzte Lippen oder so?

Recaredo Brut Nature Gran Reserva 2008

Stolen Friend: Chorpassagen ganz einfach halten, blockhaft, quasi einstimmig, einzelne Szenen sehr deutlich voneinander trennen. Absolut homophoner Satz, Besetzung orchestral aufspalten. Immer Gruppen. Möglicherweise einzelne Solisten/Protagonisten hervorheben. Besetzungsstärke variieren, orchestral denken. Orchester Verdopplung + reine Begleitung. Muss Szenen zusammenfassen, Pausen artikulieren. Quasi keine Substanz. Bitte keine Einwürfe! By the way: Was aber dann? Eindeutige Begleitung: Super Erfindung.

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Fehleinschätzung

Implizierter Aggressivitätsanspruch, den man vielleicht gar nicht wirklich vertreten will. Und gar nicht mitgedacht/mitgemeint hat.

Das wäre wahrscheinlich genau der Vorteil von Tonalität: Ihre Uneigentlichkeit. Während alle anderen Tonhöhenorganisationen angestrengt ihre Eigentlichkeit behaupten. Und genau so klingen. Distanz. Nicht immer gleich direkt ins Gesicht drücken. 

An was halten wir da eigentlich fest die ganze Zeit? Und aus welchen Gründen?

Elektronik steht natürlich auch für Uneigentlichkeit, eigentlich der Inbegriff von Uneigentlichkeit in der Musik – allerdings nur in Bezug auf die Art ihrer Klangerzeugung und den Rückbezug des Klangs auf seine Erzeugung.

Uneigentlichkeit: So etwas wie nicht offensichtliches Vorführen. Dinge ablaufen lassen. Der Dichter spricht schon lange nicht mehr. Hat er je gesprochen? Oder dachte er nur, dass er spricht?

Vorführen als Aspekt von Ironie.

Musizierfreude, direkter Ausdruck etc. geht in diesem Zusammenhang natürlich gar nicht, es sei denn, sie werden selbst vorgeführt, nachgespielt.

Zu einem vollständigen Konzept würde wahrscheinlich auch gehören, wieviel Arbeit und wieviel Zeit für die Ausführung benötigt wird. Durchrechnen.

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Filed under Elektronik, Klassik, Musiktheorie, Neue Musik

mise en abime

keine Aktivität

Es hat kein Geheimnis (Atonalität). Das stimmt ja sogar: Alles ist exakt das, was es ist, nicht mehr, und nicht weniger. Nicht, dass das wirklich noch ein Thema wäre. aber vielleicht eben doch. Das Problem ist nicht, dass man es nicht versteht, sondern dass man es viel zu schnell versteht, und danach nichts folgt, weil nichts folgen kann. Wenn das Angenehme an tonalen Klängen nicht ihr Wohlklang, sondern ihre Mehrdeutigkeit wäre?

Geräusche sind nicht atonal: Atonalität ist die Negation von Tonalität. Geräusche sind die Negation von Tonalität UND Atonalität. Tonale vs. atonale Geräusche?

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Filed under Musiktheorie, Neue Musik

Überdruss

Körperliche Ungeduld: Ich will jetzt endlich/ich halte das nicht mehr aus. Ganz interessant: Kommt ja offensichtlich vom Kopf her, äußert sich aber fast ausschließlich über den Körper. Zappeln, Stillstehen, Umhergehen, auf der Stelle treten, etc. Was macht der Kopf denn da?

Das ist meine Arena: Ja, stimmt, das Studio ist deine Arena, wo du geprüft wirst. Du darfst nichts anderes tun als… Wagnis, das genau darin besteht, dass man nichts anderes tun kann als das, was man sich vorgenommen hat, egal, wie unangenehm das auch werden sollte.

Anschauen, aber nicht anfassen. Höchstens Aufschreiben: Genau richtig, nur so kommt man auf Ideen, alles andere ist Ablenkung. Nachdenken ist aber erlaubt.

Irgendwie dann halt auch wieder total egal: Die Wort-Bild-Maschine.

Eigentlich nur die Wort-Maschine.

Fiskalpakt. Läuft auf Hochtouren.

Ab und zu.

Ziemlich animalisch.

Anthony Naples: Angenehm depressiv-euphorisch.

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gelbgrau

So was wie: Was willst Du wirklich hören? Gibt es etwas, was Du wirklich hören willst? Bist Du in der Lage, das kompromisslos umzusetzen?

Rudolph Grey: Maskierung von Gesten, um Geste auszuschalten.

Boardwalk Empire: Verdammt viele gute Ideen, phantastisches Script.

Z.B. Dilloway/Lescalleet, Western Nest: Einfach mal nachspielen, 1:1 übersetzen, könnte viel interessanter sein, als sich etwas Neues auszudenken.

Life after life.

Den Strich MALEN. Das Sprechen z.B. MURMELN.

PLAKATKUNST

Drastik
Langeweile
Zeitlosigkeit

quälend

f-Moll als qualitativer Regulator
Unisono als quantitativer Regulator

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Realitätseroberung

Soziale Entschlusskraft: Wie wäre es denn nun am besten? Jetzt, sofort, hier entscheiden. Klar, natürlich abwägen, aber schnell. Keine Verzögerung.

Ein Jahr ist eine sehr lange Zeit. Wie sagt man nochmal: Da kann viel passieren.

Ein bisschen Feedback hier, ein bisschen Feedback dort, und dann – ab in die Klapsmühle!

Innenleben: Lustig, dass da gar niemand ist.

Liegeton als Eigenwert: Gradierung von Bewegung.

Krieg: Zahl der Stimmen hat nichts mit der Zahl der Sänger zu tun. Zahl der Sänger vs. Zahl der Personen. Außer Heidegger alles Hosenrollen?

Frauenprofil/Männerprofil: Wenn es ein Mann ist, könnte es ein -, wenn es eine Frau ist –

Mangelnde Deutlichkeit der Männerstimmen, besonders in der tiefen, aber auch in der hohen Lage: Zuviel Material, das mitschwingt.

Einstimmigkeit als grundsätzliches Problem der Sänger und Bläser. Gilt auch für außereuropäische Musik. Fragmentieren wirksam, aber eigentlich nur Behelf.

offensiv langweilig vs. defensiv, quasi aus Versehen langweilig – letzteres natürlich faktisch viel langweiliger, tendenziell unerträglich

Schwarz wie die Nacht: Bisschen mehr Dringlichkeit wäre vielleicht auch nicht schlecht.

Genau vorstellen, was es sein soll, immer wieder überprüfen. Was genau ist die Idee des Stückes, was braucht das Stück, um diese Idee zu erfüllen? Glaube nicht, dass es sich von selbst ergibt.

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HBSL

Graham Lambkin: Interessanter Weg, mit normaler Musikalität umzugehen. Nicht unbedingt als Zitat, eher als selbstverständlicher Teil des abgebildeten Weltausschnitts, allerdings dennoch immer expressiv eingesetzt.

Gurke nicht nur als wässriger, aber intensiver Duft, sondern auch als erdiger, fester Geschmack.

There was a point where I was still getting my head around the desk and you know, I think that was a good time to be writing music. Making mistakes is the most exciting thing you can do. There’s tons of mistakes on the record.

Beckmann: Spiegel als Montageinstrument. Komplett neues Bild durch Umstellen des Spiegelausschnitts. Völlig real, aber in keiner Weise nachprüfbar für den Betrachter, nicht mal bezüglich Wahrscheinlichkeit/Plausibilität.

Kolik, Proportionskanon: Jede Szene neuer Einsatz, jede Szene neues Intervall. Langsamere Stimme auch leiser, vielleicht nur Schatten der Hauptstimme. Immer zweistimmig, oder auch noch mehr Stimmen? Gleicher Intervallabstand, oder Anpassung in Bezug auf vokale Gestik? Akkumulation der Verzögerung oder für jede Szene neuer Einsatz?

Leider bei weitem nicht so spannend wie es klingt.

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Großer Freund von Sinnlosigkeit

Druck hinter Steg
Umwicklung vs. keine Umwicklung
Position ändern
ohne Umwicklung Gliss. möglich
direkt an Steg Doppelklang möglich
mit Umwicklung Spaltklang möglich
Kreischen nur auf Stoff möglich
mit Dämpfer kein unterbrechungsfreier Wechsel

Hoteldämpfer
Holzdämpfer
Gliss. C-Saite Press.
Druck-Gliss., unendliches Glissando, quasi Risset: Startet immer wieder von der gleichen Tonhöhe

arco saltando perpetuo
Fingergeräusche Kolophonium
sehr starker Druck + Tremolo
ab und zu Knacks

Fingernägel Saite längs genauer untersuchen

Warum muss man sich eigentlich über alles lustig machen, was man nicht versteht? Ganz fiese, aber weit verbreitete Eigenschaft. So etwas wie hundertprozentige Absicherung der eigenen Durchschnittlichkeit.

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Spiegel/Montage

Bronzino
Del Sarto
Pontormo
Fiorentino

Neben Dir sitzt eine ehemalige Mitarbeiterin von Dir.

J.C.F. Bach: Schleichendes Klarinettensolo, wie ausgewürgt, herausgebrochen, Anfang und Ende kaum hörbar – kann doch nicht so gemeint sein, oder? Oder lassen sich die authentischen Instrumente auf dieser Dynamikstufe gar nicht anders spielen? Wenn ja, extremes Ausdruckspotential: Zu spät da, zu früh weg. In too much too soon.

Virtuosität, reine Virtuosität, so etwas wie Spaß an der Bewegung, am Schwierigen, Schnellen, in seiner Schnelligkeit vielleicht nicht mehr nachvollziehbaren und deswegen umso wirkungsvolleren: Auch eine merkwürdige Erfindung. Schnelligkeit geht sozusagen in Geräusch über, etwas, das man in seinen Einzelheiten nicht mehr wahrnehmen kann.

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