Category Archives: Erinnerung/Gedächtnis

Tschilplaut

A record that doesn’t shrink away from the ambition of the big, behemoth, classic hip-hop record. It sweats out ambition. Yet he chooses to forgo elements of that very aspiration altogether through a careful attention paid to not taking himself too seriously.

One is tempted to say that the very function of the news media is to relegate recent historical experiences as rapidly as possible into the past.

Sex is not sexy. Sexiness is more about the promise than about the satisfaction. Actually quite obvious, isn’t it?

Fett, ölige Substanz, nimmt kaum Kälte an.

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Traubensaft, dunkel

Wieder reingefallen: Elektronik vs. Orchesterloop, ich denke, es gehört zusammen, finde es erstaunlich, dass man auf so etwas kommen kann, eigentlich sogar toll, in Wirklichkeit war nur noch ein weiteres Fenster im Browser offen.

Die blödeste, unerwartetste, am wenigsten naheliegende Option, die überhaupt nicht auffällig zu sein scheint, stellt sich oft als die beste Wahl heraus, wenn man sich für sie entscheidet. Man grübelt, findet nichts, grübelt weiter, und plötzlich denkt man, vielleicht, warum denn nicht, ja, sieht eigentlich toll aus, ist ja viel besser als die anderen Möglichkeiten.

Ab wann dämmert Einem eigentlich genau, dass die Toten wirklich tot sind, dass sie nicht einfach woanders sind, an einem anderen Ort, oder dass zumindest dieser Ort ganz anders sein muss, als alles, was wir kennen?

Es gibt keine halben Instrumente, und keine halben instrumentalen Aktionen: Wenn Du einem Instrument die Hälfte seiner Aktion wegnimmst, macht es aus der anderen Hälfte eine komplette Aktion, und zwar eine komplett andere Aktion. Eine halbe Aktion ist dann automatisch wieder eine ganze Aktion, und wenn die Halbierung betont würde, würde eben auch dies zu der neuen ganzen Aktion gehören.

Takte ABSICHTLICH falsch kopieren, immer etwas zu lang oder etwas zu kurz, damit etwas übersteht, ein Rest übrigbleibt, die Dinge nicht richtig zusammenpassen. Vielleicht nur als digitaler Effekt interessant, bzw. als Effekt mit festem Material, das nicht erst noch neu eingeführt werden muss. Dort wird sich die Idee einfach in der Aufführung einebnen und verschwinden. Faltungen, Färbungen, Spuren, alles Dinge, die Komponisten lieben, im Resultat aber als formale Idee letztlich keine Rolle mehr spielen und darum nur begrenzt, nämlich nur für den Komponisten, interessant sind. Schade drum, der Verlust ist aber vermutlich in Instrumentalmusik unausweichlich.

Empfang, riesige Halle, bei näherer Hinsehen fast fußballplatzgroß, viele Bilder, Museumshängung. Zaghafte Begrüßung, R. ist alt geworden, sehr kräftig im Gesicht, Altersflecken, ein ganz tolles Buch will er holen und geht schnell in einen anderen Raum. Ich sehe seinen breiten Rücken, offensichtlich braungebrannt vom Sommer, merkwürdige Frisur, teils lange, teils kurze Haare, kleiner Samuraizopf, offensichtlich gebleicht. Eine Frau beschwert sich über die Hintergrundsmusik, es läuft ganz leise Orchestermusik, klingt wie ein Tschaikowsky-Ballett, allerdings kein Nussknacker-Ohrwurm. In der Ecke ein DJ, Mitarbeiter von J., freundlicher Skandinavier, der mir seine neuartigen Kopfhörer zeigen will, Schalen, die direkt auf den Schädel gesetzt werden, er setzt sie mir auf, ich erschrecke, der Klang wirkt sehr laut, erst nachdem ich mich beruhigt habe, merke ich, dass die Knistermusik der Kopfhörer eher leise eingestellt ist, aber sehr direkt klingt, tendenziell unangenehm. Beschreibung. Da war ich. Gedächtnis. Albtraum.

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Ist das wirklich tröstlich (die Erinnerung)?

Gedächtnisleistung, z.B. im Dunkeln ins Bett zu finden, vielleicht auch noch in einer fremden Wohnung: Da ist der Stuhl, da ist der Schrank, da ist der Tisch. Kurzzeit-Topographie. Das allgemeine Wiederholungsgedächtnis reicht dafür meistens nicht, glaube ich. Zu wenig auf unmittelbaren Nutzen, auf unmittelbare Vergegenwärtigung ausgerichtet.

Tasten. Ausprobieren. Könnte da sein, vielleicht aber auch höher. Oder tiefer.

A song of tough love for a generation whose eyes have moved fish-like to the sides of its head, forward vision usurped by a numb need to survive the now, side-placed eyes scanning for any GARDE of which to be AVANT.

Der Stuhl war ungefähr hier, vielleicht ein wenig weiter links, oder doch weiter rechts, größer, kleiner, breiter, tiefer? Im Dunkeln fühlt sich alles anders an, als es im Hellen ausgesehen hat. Im Hellen genaue Verortung nicht notwendig, da jederzeit nachvollziehbar, im Dunkeln die einzige Orientierungsmöglichkeit überhaupt, wenn es nicht um einfaches Vorwärtstasten gehen soll.

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Erschreckend

Eitelkeit und Lüge: Noch so ‘ne geistreiche Beobachtung und ich kotze.

Melodie = Umwege: Gehe NICHT direkt auf, ziehe NICHT … Antilogik. Da könnte man doch noch mal. Abschweifen.

Müllauto/Straßenreinigung: Lang gehaltener Ton/Intervall, Brummen ohne Anfang und Ende, ab und zu leichte Tonhöhenabweichungen, gar nicht demonstrativ, aber eindeutig präsent, eigentlich sogar fast Vordergrund des Geräuschspektrums, nur durch den Mangel an Veränderung als eine Art Hintergrund wahrgenommen. Schön.

Alle wenden sich wieder der Musik zu. Keiner mag sie, aber man ist sich einig, dass es besser ist, als gar nichts zu haben in der Nacht.

Kalter Rauch, Bier, fettgetränkte Speisen, alles schon ein bisschen älter: Geruch der Jugend, selten geworden, aber nicht völlig verschwunden. Z.B. wenn man sich in der Kneipe ein Eis geholt hat. Schon damals komisch gewesen, aber nicht eklig, eher fremd, heute vor allem Erinnerung.

Ziemlicher Unfug, den Diederichsen in der vorletzten de:bug ever über Cage verzapft: so ist das leider SEHR kurz gedacht und als Argument ziemlich peinlich.

Komponieren als bürokratische Übung: Alles sehr still.

Vorläufiger Umriss:
zwei große Bogen:
1. Aufmerksamkeit, Langeweile, ADS, Maschinen vs. Menschen bei der Verrichtung stumpfsinniger Arbeit.
2. Individualität vs. Integration in größere Strukturen – Steuern zahlen, einsamer Wolf im IRS vs. Teamplayer.
David Wallace verschwindet nach hundert Seiten.
Kern der Sache: Realismus, Monotonie. Plot als Abfolge von Vorbereitungen auf drohende Dinge, die nicht eintreten.
David Wallace verschwindet – geht im System auf.

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Ich muss da mal kurz was nachkucken.

Ja, fällt mir gerade ein: Der Unterschied zwischen etwas, woran man sich erinnert oder rekonstruierend zu erinnern versucht, und etwas, was einem gerade einfällt. Es fühlt sich natürlich grundsätzlich besser an, wenn man etwas direkt aufschreiben kann, man hat das Gefühl, dass man den Gedanken in seiner ursprünglichen Gestalt unmittelbar festgehalten hat. Im Gegensatz dazu fühlt sich das Erinnern immer ein wenig angestrengt an. Da war doch noch was, was ich aufschreiben wollte, wie war das nochmal, da ging’s um, so war das aber nicht, das klang irgendwie besser, überzeugender, wie war das bloß? So richtig krieg’ ich es nicht wieder hin, aber irgendwie so muss es gewesen sein, auf jeden Fall ist es darum gegangen. Fühlt sich jetzt gar nicht mehr so wichtig an, nicht mehr so prägnant, so schlüssig, viel zu angestrengt. Und man denkt natürlich, dass das jeder sofort merken wird. Fünf Wochen später weiß man selbst nicht mehr, was das unmittelbare Notat war, und was die Nachschrift.

Du kannst den Schnitt nicht sehen, keine Chance. Du weißt nur, dass er da gewesen sein muss, weil Du jetzt etwas anderes siehst als vorher. Aus dem gleichen Grund würdest Du aber auch nicht wissen können, dass es keinen Schnitt gab, wenn Du immer noch das Gleiche siehst.

Das ist übrigens ein Nachteil der nicht zeitgebundenen Künste: Dass da der Schnitt ganz offen daliegt, jederzeit erkennbar, jederzeit benennbar. Kann nur im Kopf, als Effekt, dann wieder verschwinden.

Deswegen ist der Schnitt so wahnsinnig interessant: Es gibt ihn gar nicht, er ist weniger als ein Moment, er ist gar nicht da, Du kannst nur rückschließen, dass er da gewesen sein muss.

Den Schnitt, der nicht da ist, isolieren: Das wäre doch mal eine interessante Aufgabe.

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Quasi der Wald.

Beim Lesen der Sprache, und vielleicht sogar der Bedeutung nachstolpern: Man hat eigentlich alles verstanden, man könnte ohne weiteres wiederholen, worum es gerade gegangen ist, aber man hat das Gefühl, dass man den Satz doch nicht vollständig nachvollzogen hat, dass man vielleicht den Rhythmus nicht richtig verstanden hat oder den Wortklang, oder dass man einfach ein bisschen zu oberflächlich gelesen hat. Passiert eigentlich immer, wenn man sich genau das fragt: Ob man den gerade vergangenen Satz wirklich vollständig verstanden hat. Lass uns ihn nochmal lesen. Und nochmal. Und nochmal. In Wirklichkeit kommt man weder der Bedeutung, noch dem Rhythmus auch nur ein bisschen näher, es ist eher so, dass das Lesen langsam in eine Art Kurzzeit-Auswendiglernen übergeht, irgendwann können wir den vollständigen Satz auswendig wiederholen, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir nicht wirklich mehr verstanden als beim ersten Durchgang. Es ist eher eine Art schlechtes Gewissen, fast, als ob wir den Sätzen, wenn wir sie nicht wieder und wieder wiederholen, Unrecht tun würden, das uns stocken und zurückschauen lässt. Und die Einsicht, dass es nicht wirklich eine tiefere Bedeutung hinter dem, was wir sofort verstanden haben, gibt, so dass es auch keinen natürlichen Endpunkt unserer Wiederholungsbemühungen gibt, die uns weiterlesen lässt.

Eine Alternative wäre: Sich zu zwingen, durchgehend schnell zu lesen, ohne irgendeine Form von Unterbrechung und Rückschau zu erlauben. Das durchzuhalten wäre eine echte Konzentrationsübung, da wir uns dann tatsächlich ohne jede Unterbrechung konzentrieren müssten, um dem von uns gelesenen Text gerecht zu werden, sprich, wie im Kino, nichts zu verpassen, und mit Sicherheit wesentlich anstrengender als ein langsames Lesen mit Vor- und Rückschau. Kann nicht zurückgedreht werden, läuft ab wie eine Aufführung, auf deren Fortgang wir keinen Einfluss haben.

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hundekotgelb

alles arco, alles gestrichen: Kein Pizzicato, kein Battuto, kein Saltando. Das reine Streichgeräusch in allen denkbaren Varianten. Staccato, wenn überhaupt, nur als arco-Impuls.

Ist das jetzt wieder vorbei mit der Tonhöhe/Tondauern-Sprache? Nie mehr gemacht, später (Ton/Geräusch-Abstufungen). Plötzliches Wiedererwachen des Interesses, natürlich auch/vor allem wegen Entwurfsplanung Maurizio/Licht, wo das Geräusch Teil der ursprünglichen Idee war. Merkwürdig, dass man auf solche Sachen dann wieder zurückkommt, gerade wenn man nicht damit gerechnet hat.

Klangdifferenzierung als Prachtentfaltung

Insistierender und differenzierter Lärm: Moe

Sunset Blvd, Abzweigung vor Westwood, Jimmy Rodgers Park, Star Maps, Traumprotokolle.

Geräusche verdoppeln, um Tonhöhengehalt herauszufiltern. Quasi Anleitung zum Hören. Was gemeint ist. Was gemeint war. Ich wollte … ich … damit …

Einzelheiten, Details, Beobachtungen, Kleinstereignisse, in – was eigentlich? – gegossen. Völlig bizarr, dass man sich das alles merken kann. Wobei – eigentlich ja nicht merken, eher wird es eingeschrieben, mehr oder weniger willkürlich aufgezeichnet. Das Bild, der Text, der Ton ist dann da, ohne dass man etwas dafür getan hat – und ohne dass man ihn bewusst wieder aufgerufen hat.

im Grunde ein Wunder, dass die ganze Scheiße immer noch zusammenhält

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§22: Die Erinnerung

– Do nothing.
– I beg your pardon?
– If you have no move, Mr Thompson, you do nothing.
– He’s under attack, Arnold.
– All the more reason for patience. I’ve made my living, Mr Thompson, in large part as a gambler. Some days I make 20 bets, some days I make none. There are weeks, sometimes months in fact, when I don’t make a bet at all because there simply is no play. So I wait, plan, marshal my resources. And when I finally see an opportunity, and there is a bet to make, I bet it all.

Vorort, Straße, altmodische Limousinen im Tiefschnee: Vergessen zu atmen.

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Wo die Reise hingeht

Radio: Eine Ansage nach der anderen, keine Beiträge. Komplette Sendungen werden angesagt, dann die nächste Sendung. Angesagt. Keine Beiträge. Die Maschinerie dreht durch. Schließlich nicht enden wollende Pausenmusik, dann Knacksen und Stille. Nach einer Weile in eine laufende Sendung hineingeschnitten, allerdings keine der zuvor angesagten. Wäre ziemlich toll als experimenteller Radiobeitrag, war aber nur ein echter Fehler. Kommentarlos gesendet. Hat also vermutlich auf dem Sender niemand gemerkt.

Manie des Bewahrens, Aufschreibens: Das ist ja wohl das eigentliche Thema. Was würden wir machen, wenn wir das nicht machen würden? Wie sähe unser Leben dann aus? Tiefe Sinnkrise. Symptome: Nichts wegwerfen wollen. Alles wegwerfen wollen. Nachsinnen. Erinnern. Wie das war. Staunen. Wie das ist. Eigentlich ja dann: Befreit vom Nachdenken. Einfach da sein, und irgendwann wieder weg sein. Sieht allerdings nicht so aus, als ob das irgendetwas besser machen würde.

Vorne Licht, hinten Ensemble: Licht hält das Gesicht nach vorne, Beschallung kommt also notwendigerweise von hinten, es sei denn, man würde sich entscheiden, auf das Licht komplett zu verzichten. Man hört auch, wenn man nicht hinsieht. Quasi Asymmetrie: Normalerweise würde man sich immer umdrehen, wenn etwas von hinten kommt, hier muss man sich aber mit der Situation abfinden: Entweder Licht von vorne und Klang von hinten, oder kein Licht und Hinwendung zum Klang. Entscheidungszwang. Bilde mir ein, dass das was sagt.

Guston: Arbeit
To the Wonder: Arbeit
Bronsky Beat: Arbeit

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What a year!

Was war DAS denn? Chaotischstes Jahr EVER. Auch poptechnisch insgesamt eher deprimierend. Einzige echte Überraschung für mich Feldman, Violin and Orchestra, Widmann, HR Sinfonieorchester, Pomarico: Hätte nicht gedacht, dass es jemandem gelingen würde, die Intensität und den Extremismus von Paul Zukofsky aufzubringen, ohne ihn zu imitieren. Auch wenn das Ergebnis im Detail sehr ähnlich ist, wirkt es nie wie bloßes Nachspielen. Lichtblick im Popbereich Zomby, With Love, die sonst offensichtlich niemand mochte. Glasklare Wut. Sonst viel gut, wenig toll. Schade. Bin nicht sicher, ob das die Mühe noch lohnt. Schon das ganze Jahr nicht. Sicher. Eher Qual als Erkenntnis.

hors concours:
Morton Feldman: Violin And Orchestra, Widmann, HR Sinfonieorchester, Pomarico

lang:
01. Zomby: With Love
02. Oneohtrix Point Never: R Plus Seven
03. Jai Paul: Leak
04. Four Tet: Beautiful Rewind
05. Julia Holter: Loud City Song
06. Deniro Farrar: The Patriarch
07. Prefab Sprout: Crimson/Red
08. Autre Ne Veut: Anxiety
09. Rashad Becker: Traditional Music Of Notional Species Vol. I
10. Bill Orcutt: A History Of Every One
11. The Flaming Lips: The Terror
12. James Ferraro: NYC, Hell 3:00 AM
13. Donato Dozzy: Plays Bee Mask
14. Riccardo Donoso: As Iron Sharpens Iron/One Verse Sharpens Another
15. Dawn Richard: Goldenheart
16. Daughn Gibson: Me Moan
17. KA: The Night’s Gambit
18. Toshiya Tsunoda: ο κόκκος της ανοιξης
19. Fear Of Men: Early Fragments
20. Stara Rzeka: Cień chmury nad ukrytym polem
21. Alan Licht: Four Years Older
22. William Basinski + Richard Chartrier: Aurira Liminalis
23. Steve Mason: Monkey Minds In The Devil’s Time
24. Gunnar Haslam: Memesiak
25. Ill Professor: Wire & Air
26. Conforce: Kinetic Image
27. The Black Dog: Tranklements
28. Kaeptn Peng & Die Tentakel Von Delphi: Expedition Ins O
29. IVVVO: Occult
30. The Knife: Shaking The Habitual
31. blackoutbeach: Blues Trip
32. Phork: Entertainment
33. John Grant: Pale Green Ghosts
34. Hatred Surge: Human Overdose
35. TM404: TM404
36. DJ Taye: Just Coolin’
37. Run The Jewels: Run The Jewels
38. Touché Amoré: Is Survived By
39. Virile Games: Wounded Laurel
40. Glasser: Interiors
41. CocoRosie: Tales Of A Grass Widow
42. Earl Sweatshirt: Doris
43. Cloud Boat: Book Of Hours
44. Taku Sugimoto & Moe Kamura: Live In Saritote
45. Xiu Xiu: Nina
46. The Field: Cupid’s Head
47. Lawrence: Films & Windows
48. Phoenix: Bankrupt!
49. Ceephax: Cro Magnox
50. Rome Fortune: Beautiful Pimp

kurz:
Actress: Grey Over Blue
Joey Anderson: Above The Cherry Moon
Julio Bashmore & Kowton: Mirror Song
Calculon: Feel EP
Covered In Sand: Heaven’s Gate Suicide
∆ ∆: Skyway
Aaron Dilloway: Songs About Jason
Walter Ego: Heaven EP
Evans: No Way Back EP
George Fitzgerald: Thinking Of You
Troy Gunner: Masks/The Valley
Graze: Graze EP
Jaw Jam: The Truth
Lakker: Deathmask EP
Moiré: Never Sleep
Anthony Naples: El Portal EP
OL: Cover/Vertical Race
DJ Rashad: Rollin’ EP
Gerry Read: Crave Enjoy A Day Out
Recondite/Julien H Mulder: Shift 003
Dawn Richard: Whiteout EP
Rolando: D & N’s EP
Trade: SHEWORKS005
Umbra: Abrasive
Zacarocha: Use Me EP

mixtape/compilation

AHNNU vs. D/P/I: SHE WAS NO TAME THING
Arca: &&&&&
Demdike Stare: The Weight Of Culture
Steve Hauschildt: S/H
Nguzunguzu: FADEMIX004
Prostitutes: Used Illusions Pt. I & II/Blowing Up The Workshop
Levon Vincent: Little White Earbuds Podcast 149
Walls: Ecstatic
Wanda Group: A SLAB ABOUT HOW ELSIE DIED AROUND A MONTH AGO
Western Tink: Mobbin No Sobbin Presents The Rise Of Tinkavelli

Das war doch FURCHTBAR, oder?
Ja, GRAUENHAFT.
Das kann man wohl sagen.
Na ja, ham wa wieder was erlebt.
Ja, ham wa wieder was erlebt.

Oder auch nicht. Erinnerung: Wenn man sich nicht damit beschäftigt, muss man sich auch nicht daran erinnern.

PS: Gerade nochmal angehört. Wenn ich ehrlich bin, ist James Ferraro, NYC, Hell 3:00 AM doch wirklich toll. Fand ich jedenfalls heute. Eindeutig zu schlecht platziert.

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Klavierwand

Gandolfini

Haydn: Bisschen mehr Tapferkeit wäre vielleicht auch nicht schlecht.

Sich langsam verschiebender Abtastvorgang: Schnelle Bewegung, aber langsame Veränderung. Aufleuchten und Verschwinden. Quasi Wiederholung, dadurch Verlängerung. Harter Schnitt/weicher Schnitt, laut/leise, hell/dunkel, etc. WICHTIG!

nur antasten/berühren

Un film comme les autres: Tout se résume dans l’esthétique et l’économie politique.

Verloren & vergessen: Meinen Lieblingsblog der Nuller Jahre gibt es nicht mehr. Ich habe mir nicht gemerkt, wie er hieß, wer ihn gemacht hat, hatte ich ohnehin nur durch Zufall rausbekommen und mir nicht notiert, das Lesezeichen muss ich aus Versehen gelöscht haben, weil der Link tot war. Ist also komplett weg, verloren, nicht wiederholbar. Tolle Metapher für das Gedächtnis, einfach weg, so halt, keine Spur.

Cinéastes/Eric Borg: Glückliche Zeiten. Das Paradies. Die Erinnerung. In der Erinnerung.

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jedem Jugendtrend hinterher

Ich weiß noch nicht einmal mehr genau, ob es gestern oder vorgestern passiert ist. Aber doch, es war gestern, nachdem ich lange Zeit gewartet hatte.

Interessant, wie viel geschieht, auch wenn nichts geschieht. Und zwar noch nicht einmal Innenleben oder sowas, sondern einfach nur Handlungen, alltägliche Verrichtungen, Nachdenken, Lesen, Arbeiten, Nachschauen – eine eigene Welt, voll ausgestattet, letztlich völlig normal und nüchtern. Unvermeidbar.

Übertriebener Ehrgeiz auf der einen Seite, gähnende Langeweile auf der anderen. Is that it? Vorsichtige Beharrlichkeit: Das kann es ja wohl auch nicht sein, oder?

Wäre allerdings immer noch die Frage, was erwarten wir von einem Stück? Soll es knallen? Muss es knallen? Oder kann es seine Intensität wo anders her holen. Geht es auch ohne Intensität? Was wäre dann das auslösende Moment, letztlich der Kick?

Nicolas Boetsch: Because that’s what’s art for, to be happy and to do what you want to do.

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alles Stückwerk

Eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem erwähnenswert: Vor der Erfindung der Fotographie war Malen natürlich auch eine Gedächtnisleistung, und wahrscheinlich auch eine Art Abstraktion von der Zeit, Zusammenfassung. Man konnte nicht einfach den Himmel fotographieren und dann abmalen, sondern musste sich entweder möglichst genau merken, wie er zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgesehen hatte, wenn einem dieser Zeitpunkt besonders wichtig war, und etwa in einer schnellen Skizze, einer Art Kurzschrift, festhalten – die aber auch schon eine längeren Moment zusammenfassen würde, da sie ja nicht die quasi ausdehnungslose Belichtungszeit der Fotographie, sondern einen gewissen Zeitraum der fortschreitenden Skizzierung benötigen würde. Oder man musste das Typische eines bestimmten Himmels, vielleicht auch eine gewisse Emotionalität, die der Himmel haben sollte, konstruieren, und damit einen deutlichen Abstraktionsschritt vom tatsächlichen Himmel weg vollziehen, auch wenn das nicht unmittelbar offensichtlich, weil nicht nachprüfbar, und dem Maler wahrscheinlich auch gar nicht bewusst war.

Nicht Stimmigkeit, sondern Unstimmigkeit, die Produktivität birgt. Altes Problem: Man kann nicht absichtlich unstimmig sein. Vielleicht kann man so lange an etwas arbeiten, bis es unstimmig wird. Ich meine damit allerdings nicht, dass etwas lebendig wird, sondern dass es tatsächlich nicht mehr zusammenpasst, und dadurch Bewegung erzwingt.

Schlagzeug: Nur Riffelung, oder fast nur Riffelung, verschiedene Grade, verschiedene Geschwindigkeiten, quasi Mikrorhythmus, regelmäßige Mikroimpulse in unterschiedlicher Dichte. Sonst ausschließlich gedämpfte Schläge, ebenfalls unterschiedliche Dämpfungsgrade und Dämpfungsmethoden.

Schwestern verdoppelt, spiegelbildlich auf Boden ausgestreckt, leicht gekrümmt, Rücken an Rücken. Eine sieht etwas kräftiger aus als die andere, gesünder, vielleicht auch jünger.

meinetwegen ruhig ins Extrem gehen, was Ausdruck, Dynamik, Tempo etc. betrifft, aber subtil = traurig

Völlig surrealer Sommer: Heiß/Kalt, Sonne/Regen, Heuschnupfen/Klarsicht. Man duckt sich so ein bisschen weg, hilft aber nicht wirklich. Einzige Option: So gut es geht arbeiten.

Eine Ecke, eine Kante, ein Hindernis übersehen: Dumpfer Knall, Bewusstlosigkeit

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Eule

liegt auf dem Rücken, möchte am Bauch gekrault werden

Keine zu genaue Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll, haben, schränkt die Arbeit zu sehr ein. Auch grundlegende Veränderungen während der Arbeit zulassen.

Hände, wie von jemand anderem, als gehörten sie nicht mir.

Shredderklang

Schmeckt ein bisschen wie Milch.

Ich war relativ sicher, dass es egal ist, was ich mache. Fehler müssen auch gut sein, müssen stehen bleiben können, müssen bis zu einem gewissen Grad auch erkennbar sein, sonst ist es nicht interessant. Fehler erzwingen. Ooops – lauter Fehler! Konzept 100% Fehler.

– Memory is a wonderful thing if you don’t have to deal with the past.
– Interesting.

Normalerweise kommt dann jemand von hinten und überrascht die Person im Bild, die sich unbeobachtet gefühlt hat. Die Kamera steht also für den Beobachter, der Zuschauer ist der Beobachter, gerade weil das Bild suggeriert, dass niemand zuschaut.

wenn er so aus dem Bild herausschaut, wird er gleich … Ja, was eigentlich? Ist das wirklich nur die Richtung des Blicks? Ist es die Art des Blicks? Weiß der Schauspieler, wie er schauen muss, um bei uns eine bestimmte Erwartung zu erzeugen? Hat das irgendetwas mit Realität zu tun, schaut man wirklich so, wenn etwas dieser Art auf einen zukommt? Oder ist es eine reine Filmsprache, die irgendjemand irgendwann erfunden, entwickelt hat, und die sich dann langsam verfestigt hat, bis sie zu einer fixierten Gramatik geworden ist, die jeder, der jemals mit Film in Berührung gekommen ist, beherrscht. Wenn das so wäre, wäre es natürlich extrem interessant, herauszubekommen,wie sich die Bausteine dieser Grammatik langsam herausgebildet haben, wer sie zuerst angewendet hat, wer sie weiterentwickelt hat, und ab wann sie einfach nur noch übernommen wurden.

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So many.

Less Talk
More Action

Charaktere, die in der Erinnerung zusammenfließen: Lateinlehrer/Französischschüler. War der nun so und der so oder andersherum oder waren sie vielleicht wirklich beide gleich/ähnlich?

Warnpiepsen Mikrophonpfeifen

Elektronik als Zitat: Wäre eine Möglichkeit, ein Instrument daraus zu machen.

It’s all much worse than you think.

PR: Ich verändere Material, indem ich es unverändert wiederhole. Die Aussage ist: Das Verhalten des Materials zur Häufigkeit seiner Wiederholung.

Bild mit Ton hier wesentlich prägnanter in der Wahrnehmbarkeit von Schnitt und Wiederholung – auch wenn sie gegeneinander verschoben sind.

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practically

Schon auch interessant, was man vergisst. Dafür sind diese Aufzeichnungen ja auch da: Um zu prüfen, wieviel eine Notiz, die im Moment der Niederschrift glasklar ist, tatsächlich transportieren kann, wenn ihr unmittelbarer Zusammenhang weggefallen ist. Wieviel Erinnerung sie speichert, wieviel neue Zusammenhänge sie herstellen kann – oder auch nicht. Der Leser ist dann derjenige ohne spezifische Erinnerung. Und der Schreiber wird langsam, allmählich zum Leser.

Neue Musik auf Alten Instrumenten – na ja, ist es ja immer, oder?

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selbstgerecht

HYBH: Alles, was dich schon immer interessiert hat, einfach hineinwerfen in das Stück.

disambiguation

Aufschreiben ohne Frage auch ein Abhaken, Erledigen, Wegdrücken als Selbstschutz. Damit ich nicht mehr drüber nachdenken muss. Kann man gut oder schlecht finden. Vergegenwärtigen und Auslöschen.

Bassdrum: Schnitt/Auslöschen/Schwarz – schnelles Crescendo vs. radikales Decrescendo

Rothmann, Der Hunger der Vergesslichkeit: Interessante Strategie, eine Pointe so zu unterspielen, dass sie fast verschwindet und das Unterspielen der Pointe zum eigentlichen Ereignis – und realen Erkenntnisgewinn – des Textes wird.

nothing ever changes: Was, wenn sich wirklich gar nichts ändern würde? Wenn wir nur das Gefühl hätten, dass sich etwas ändert, aber in Wirklichkeit in einer Art Zeit-Gallert stecken würden, der nur minimale Hin- und Rückbewegung als Zittern erlaubt? Illusion einer Bewegung: Träum’ weiter!

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design does matter

Auch das übrigens eine Frage von Gedächtnis: Dass du weißt, wo du die Füße hinsetzen musst, wenn du schon nicht mehr hinschaust (funktioniert eben auch im Gelände). Gilt erst recht für Vierbeiner, bei denen der Kopf längst vorbei ist, wenn die Hinterbeine aufsetzen. Und die, sozusagen, die beiden Beinpaare gleichzeitig im Kopf behalten müssen.

Kann es sein, dass Bescheidenheitsgesten IMMER, AUSNAHMSLOS Unbescheidenheit ausdrücken? Denkbare Ausnahme wäre vielleicht, wenn es sich um zwingende Etikette handelt. Wenn ich wirklich bescheiden bin, muss ich das ja wohl nicht betonen.

Stimmt. Mein Vater hatte mal sehr schöne Handschuhe, bei denen die Nähte nicht nach außen, sondern nach innen gedreht waren.

Lichtblitz: 16 Stimmen, 16 Streicher, wieviele Bläser? Was für eine Funktion hätten Schlagzeug, Klavier und Harfe?

2/2/2/2//2/2/0 (Haydn)
2/2/2/2//2/2/0 (Mozart)
2/2/2/2//2/2/0 (Beethoven 1/2/7/8)
2/2/2/2//3/2/0 (Beethoven 3)
1/2/2/2//2/2/0 (Beethoven 4)
3/2/2/3//2/2/3 (Beethoven 5)
3/2/2/2//2/2/2 (Beethoven 6)
3/2/2/3//4/2/3 (Beethoven 9)
2/2/3/2//2/1/1 (Strauss)

Nochmal nachschauen, nochmal überlegen.

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Illusion des Aufschreibens

Auf der anderen Seite wäre natürlich vieles komplett weg, wenn man es nicht aufschreiben würde, z.B. Arbeitsnotizen: Einzige Möglichkeit, weggehen zu können, wiederzukommen, und zu wissen, wo man gewesen ist.

everybody’s talkin’ ’bout

Lichtstrahl tanzt in der Mitte: Ihr seid alle Spastis, Ihr wollt alles viel zu einfach haben, Ihr wollt euch nicht anstrengen, Ihr wollt alles vorgekaut bekommen, Ihr seid alle Idioten, Gott strafe Euch!

Das bürgerliche Lager: Interessant, auf was für einem ultra-prolligen Niveau die sogenannten bürgerlichen Parteien im Wahlkampf agieren. Als ob sie sagen wollten: Wer intelligent ist, wählt uns ohnehin nicht. Oder: Wir wollen von gar niemandem gewählt werden, der nicht völlig bescheuert ist. Oder: Wer intelligent ist, wählt uns nicht wegen unseres Wahlkampfes, sondern wegen der persönlichen Vorteile, die er davon hat.

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Wie man liest was man liest

Wenn ich mal kurz was fragen dürfte: Die vielen Sachen, die man sich gerne merken würde, aber unmöglich merken kann, die alle super interessant sind, aber zu wenig Bezug zum realen eigenen Leben haben um im Hirn die Bereitschaft zu erzeugen, sie abzuspeichern. Bei mir z.B. französische Barockmusik, würde ich gerne alles wissen, alles verstehen, gerne auch unwichtige Fakten, aber hat viel zu wenig Bedeutung für meine Lebenswelt – auch als Komponist -, so dass ich nicht mal den Hauch einer Chance habe, sie mir zu merken. Als Musikwissenschaftler wäre die Sache anders, weil mein Leben anders wäre. Aber so haben die Dinge keine echte Bedeutung in meinem Leben, für meine Arbeit. Was macht man nun mit all den Dingen, die man liest, gerne abspeichern würde, aber genau weiß, dass man sie sich niemals merken wird? Markieren gibt einem das Gefühl, wenigstens etwas getan zu haben, wenigstens eine Spur hinterlassen zu haben, aber die Hoffnung, dass damit auch dem Gedächtnis geholfen wird, täuscht fast vollständig. Die vielen Markierungen, von denen man später gar nicht mehr weiß, warum sie überhaupt an dieser Stelle stehen, im Moment aber wichtig gewesen sind. Exzerpieren geht in die gleiche Richtung, man hat etwas getan, man weiß, wo man nachschauen könnte, wenn man müsste, aber viel mehr ist es eben auch nicht. Nicht ganz unähnlich die Notizen, die ich hier mache, und auch nicht sicher, ob ich die Ideen, die ich aufschreibe, festhalten oder loshaben will. Tendenziell haben sie keine wesentliche Bedeutung mehr, wenn sie einmal aufgeschrieben sind, und könnten auch vergessen werden.

Könnte man natürlich auch für eine Gnade halten, dass das Gehirn sofort ausfiltert, was man brauchen kann und was nicht, bleibt aber dennoch die Frage, wofür man die Massen von Material aufnimmt, wenn man sie sofort wieder vergisst. Vielleicht um einen Eindruck zu haben – was stimmt: Der Eindruck, den man von einem Buch, einem Artikel hat, bleibt. Sicherlich auch, weil man immer hofft, dass etwas dabei ist, das man sich wirklich merken kann, weil es sich zu merken lohnt. Mit anderen Worten: Jagen und sammeln, logischerweise findet man in den meisten Fällen nichts und muss weiter suchen. Trotzdem eine ziemlich merkwürdige Lebensweise.

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GANZ ANDERS

Nochmal zu Erinnerung/Gedächtnis: Bewusste Erinnerung beschränkt sich meistens auf das, was du auch in Worten beschreiben kannst. Eine Wohnung, die du in größeren zeitlichen Abständen mehrfach besucht hast: Es mag sein, dass deine Beschreibung korrekt ist, dass du mit einiger Anstrengung auch eine große Zahl von Details korrekt wiedergeben kannst, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wohnung, wenn du sie das nächste Mal besuchst, doch ganz anders sein wird, als du sie beschrieben hast. Selbst, wenn du die Höhe der Decke korrekt angegeben hast, wird sie in Wirklichkeit höher oder niedriger scheinen, der Flur wird breiter oder schmaler wirken, und die Atmosphäre, die Stimmung wird ganz anders sein, als du sie in Erinnerung gehabt hast. Ein kleiner, fast unbewusster Schrecken, aber doch ein wahrnehmbarer Schrecken. In Wirklichkeit ist immer alles ganz anders, als wir es uns gedacht haben. Nur die Gewohnheit, die alltägliche Wiederholung, lässt uns darüber hinwegsehen.

Natürlich sind das nur Feinheiten, und selbstverständlich können wir uns nicht an jedes Detail erinnern, aber ist das ein Grund, nicht beunruhigt zu sein? Mach eine Probe: Versuche, dich an einGesicht zu erinnern, das du jeden Tag siehst – du wirst über Banalitäten nicht hinauskommen, vielleicht auch deshalb, weil wir jeden Tag anders aussieht.

Details in der Zeit.

Stehen in der Zeit.

From time to time you die.

Giacometti.

Kind of bad taste.

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