Category Archives: Malerei

HBSL

Graham Lambkin: Interessanter Weg, mit normaler Musikalität umzugehen. Nicht unbedingt als Zitat, eher als selbstverständlicher Teil des abgebildeten Weltausschnitts, allerdings dennoch immer expressiv eingesetzt.

Gurke nicht nur als wässriger, aber intensiver Duft, sondern auch als erdiger, fester Geschmack.

There was a point where I was still getting my head around the desk and you know, I think that was a good time to be writing music. Making mistakes is the most exciting thing you can do. There’s tons of mistakes on the record.

Beckmann: Spiegel als Montageinstrument. Komplett neues Bild durch Umstellen des Spiegelausschnitts. Völlig real, aber in keiner Weise nachprüfbar für den Betrachter, nicht mal bezüglich Wahrscheinlichkeit/Plausibilität.

Kolik, Proportionskanon: Jede Szene neuer Einsatz, jede Szene neues Intervall. Langsamere Stimme auch leiser, vielleicht nur Schatten der Hauptstimme. Immer zweistimmig, oder auch noch mehr Stimmen? Gleicher Intervallabstand, oder Anpassung in Bezug auf vokale Gestik? Akkumulation der Verzögerung oder für jede Szene neuer Einsatz?

Leider bei weitem nicht so spannend wie es klingt.

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alles Stückwerk

Eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem erwähnenswert: Vor der Erfindung der Fotographie war Malen natürlich auch eine Gedächtnisleistung, und wahrscheinlich auch eine Art Abstraktion von der Zeit, Zusammenfassung. Man konnte nicht einfach den Himmel fotographieren und dann abmalen, sondern musste sich entweder möglichst genau merken, wie er zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgesehen hatte, wenn einem dieser Zeitpunkt besonders wichtig war, und etwa in einer schnellen Skizze, einer Art Kurzschrift, festhalten – die aber auch schon eine längeren Moment zusammenfassen würde, da sie ja nicht die quasi ausdehnungslose Belichtungszeit der Fotographie, sondern einen gewissen Zeitraum der fortschreitenden Skizzierung benötigen würde. Oder man musste das Typische eines bestimmten Himmels, vielleicht auch eine gewisse Emotionalität, die der Himmel haben sollte, konstruieren, und damit einen deutlichen Abstraktionsschritt vom tatsächlichen Himmel weg vollziehen, auch wenn das nicht unmittelbar offensichtlich, weil nicht nachprüfbar, und dem Maler wahrscheinlich auch gar nicht bewusst war.

Nicht Stimmigkeit, sondern Unstimmigkeit, die Produktivität birgt. Altes Problem: Man kann nicht absichtlich unstimmig sein. Vielleicht kann man so lange an etwas arbeiten, bis es unstimmig wird. Ich meine damit allerdings nicht, dass etwas lebendig wird, sondern dass es tatsächlich nicht mehr zusammenpasst, und dadurch Bewegung erzwingt.

Schlagzeug: Nur Riffelung, oder fast nur Riffelung, verschiedene Grade, verschiedene Geschwindigkeiten, quasi Mikrorhythmus, regelmäßige Mikroimpulse in unterschiedlicher Dichte. Sonst ausschließlich gedämpfte Schläge, ebenfalls unterschiedliche Dämpfungsgrade und Dämpfungsmethoden.

Schwestern verdoppelt, spiegelbildlich auf Boden ausgestreckt, leicht gekrümmt, Rücken an Rücken. Eine sieht etwas kräftiger aus als die andere, gesünder, vielleicht auch jünger.

meinetwegen ruhig ins Extrem gehen, was Ausdruck, Dynamik, Tempo etc. betrifft, aber subtil = traurig

Völlig surrealer Sommer: Heiß/Kalt, Sonne/Regen, Heuschnupfen/Klarsicht. Man duckt sich so ein bisschen weg, hilft aber nicht wirklich. Einzige Option: So gut es geht arbeiten.

Eine Ecke, eine Kante, ein Hindernis übersehen: Dumpfer Knall, Bewusstlosigkeit

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Mondrian

Schnelligkeit durch Isolation: Viele vereinzelte, isolierte Striche.

Dichter Wechsel von Maßstäben im Grid: Gefühl von Geschwindigkeit.

Im Prinzip wirklich so etwas wie musikalischer Rhythmus, mit dem das Auge über die Bildfläche streift.

Satz 1: leisest möglich, Satz 2: lautest möglich, abhängig von Klangtyp und Aktion.

Interesse für Ozean logischerweise kein Zufall: Schnelligkeit und Komplexität.

Baum
Ozean
Kirche

all same

Von der Zeichnung zur Farbe, und dann beides zusammen.

Dicke der Linie, Farbe der Linie.

Reines Gitter: Schnelligkeit der Kombination.

2 bit painting, aber halt viel besser.

Weiß als Leere, Nicht-Material.

Grau.

Was ist dann schwarz als Fläche? Ein Loch in der Leere?

Schattierungen von Leere.

Extreme Asymmetrie, bis ins Detail getrieben. Fast nur als bedeutungsgetrieben vorstellbar.

Beschneiden aller Farbflächen als Betonung des Ausschnitthaften aus dem großen Ganzen. Vielleicht auch das Abbrechen einzelner Linien so gemeint.

Weißer, ausladender Rahmen als Überleitung in den realen Raum?

Winziger Ausschnitt aus: Alles. Zufällig auch Farbe dabei.

Schwarz auf schwarz.

Double Lines: Bring the beat back one more time. Hier dann Farbe auch als eingeschlossene, abgeschlossene Fläche. Genug Dynamik in den Linien. Weiß wird zur Fläche mit eigenständiger Bedeutung. Extremform von Rhythmus. Plötzlich schaut man durch das Gitter hindurch und das Weiß beginnt zu strahlen.

Farbe als Streifen. Quadrat als Farbe.

Eugène Leroy

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The Art of destruction.

Tableau Nr 4/Composition Nr VIII (1913): Chaos der Natur
Composition Nr VI/Composition 9 (1914): Chaos der Stadt
Jeteé et ocean 4 (1914): Ordnung der See

Rhythmus und Variation: Reines Raster.

Linie bricht ab, Farbfläche bleibt begrenzt, Linie auf grau, Linie auf Farbe.

Hintergrund?

Auch innerhalb eines Bildes, an einer Fläche beides möglich.

Schwarz auf dunkelblau.

Hellblau, grau, weiß.

Vertikalen auf Raute: Gerader Abschluss.

Farbstreifen am Rand, halbe Linien am Rand.

Versetzte Linien: Sieht aus wie, ist aber nicht.

Weiße Kunstblumen.

Doppelte Linie wird zur Fläche.

Viermal das gleiche Bild (1929-1932). Dreimal das gleiche Bild (1929-1930).

Alles weiß gestrichen.

Double ligne: Neue Komplexität. Auch optisch: Strahlend.

Composition Nr 12, 1936-1942, Ottawa: Perspektivische Verzerrung, Elastik, Gitter, Aggressivität.

Die vielen weißen Punkte auf den Kreuzungen.

Jetzt Linien immer bis zum Rand geführt.

Auch schön: Alles sofort wieder vergessen.

Einfachheit und Komplexität: What the hell is it?

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DRESDEN

Jan Vermeer van Delft, Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster (um 1659)

Verschwommen wie ein missglücktes Foto: wie ist er darauf gekommen?

Giuseppe Maria Crespi, Die Sieben Sakramente (um 1712-15):

Taufe
Firmung
Abendmahl
Beichte
Letzte Ölung
Pristerweihe
Sakrament der Ehe

Horrorfilm, viel Schwarz, wenig (schmutziges) Weiß, quasi Goya, aber 100 Jahre früher: wie kommt er darauf?

Ismael Mengs, Selbstbildnis (um 1714)
Anton Raphael Mengs, Des Künstlers Vater, Ismael Mengs (1745)

Jan Kupecky (1667-1740), Selbstbildnis

laute, breite Schläge, die dazu neigen, gleichzeitig zu klingen, auch wenn sie gegenseitig versetzt gespielt werden

zufällig zusammen, obwohl sie eigentlich aufeinander reagieren sollen?

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Franz Gertsch, Gemälde 1969-2005

Huaa…! 1969

Hanne-Lore 1970
Brecht, Hanne-Lore, Silvia 1970
Maria und Benz 1970
Vietnam 1970
Junkere 1970
Ohne Titel (Stilleben mit Plattenspieler) 1970
Stillleben 1970
Markus Raetz 1970
Urs Lüthi 1970
Jean-Frédéric Schnyder 1970
Harald Szeemann 1970
Kranenburg 1970

Luciano Castelli I 1971
Maria mit Kindern 1971
Saintes Maries de la Mer I 1971
Aelggi Alp 1971
Saintes Maries de la Mer II 1971

Medici 1971/72
Luciano Castelli 1971/72
Saintes Maries de la Mer III 1972
Meerstudie I 1972
Meerstudie II 1972
Meerstudie III 1972
St. Guilhem 1972

Franz und Luciano 1973
Gaby und Luciano 1973
At Luciano‘s House 1973

Luciano und Cornelia 1974
Spiegelkabinett 1974
Barbara und Gaby 1974

Marina schminkt Luciano 1975
St. Guilhem II 1975

Luciano I 1976
Lucianos Leibchen (Fragment I) 1976
Lucianos Leibchen (Fragment II) 1976
Lucianos Leibchen (Fragment III) 1976
Lucianos Leibchen (Fragment IV) 1976
Luciano II

Irène und Luciano 1977

Patti Smith I 1977/78
Patti Smith II 1978

Patti Smith III 1979
Patti Smith IV 1979
Patti Smith V 1979

Selbstbildnis 1980
Küste bei Bandol 1980
Irène 1980

Tabea 1981

Verena 1982

Christina I 1983
Christina II 1983
Christina III 1983
Christina IV 1983

Johanna I 1983/84

Johanna II 1985

Gräser I 1995/96

Gräser II 1996/97
Gräser III1997

Silvia I 1998

Gräser IV 1998/99

Silvia II 2000

Silvia III 2003/04

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