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Zynischer Populismus

Die Frage ist ja schon, wie man so eine Konstruktion cool halten kann, wie man dafür sorgt, dass sie nicht zu gefrickelt wird, sondern eine gewisse Frische behält. Bei mir letztlich immer auch, ein Scheiß drauf, dass man die Konstruktion nicht zu ernst nimmt, sondern dass man mit ihr spielt, gegen sie arbeitet, sie kaputt macht. Dass es keinen Spaß macht, sie einfach nur auszufüllen, dass da irgendetwas herauskommen muss, das über die Konstruktion hinausgeht. Letztlich kann das aber auch eine Neurose sein, dass man ständig aus dem Haus entwischen will, das man sich selbst gebaut hat. Fixierung. Was wäre, wenn man sich übergenau, quasi wie ein Idiot, daran halten würde, es einfach ablaufen lassen würde, die Konstruktion durch Übererfüllung in Frage stellen würde? Die Frage ist aber auf jeden Fall: Was SOLL an der Konstruktion interessant sein? Was IST an ihr interessant? Schnelligkeit ist übrigens auch ein Faktor: Auf irgendeiner Ebene muss es schnell gehen, sonst wird es automatisch spießig. Wenn man zu lange darüber nachdenkt.

Total vergröbern: Nur Haupttöne und direkt daneben liegende Vierteltöne? Wäre dann ein echtes Raster, in das die Tonhöhenbewegungen eingefügt werden.

Warum sprechen die Leute immer von Seele, wenn sie es einfach nur bequem haben wollen?

Könnte es sein, dass nur diejenigen, die keine Vision haben, danach suchen? Dass diejenigen, von denen die Rezeption sagt, dass sie eine Vision haben, nie danach suchen, sondern sich ausschließlich darum kümmern, ihren Job so gut wie möglich zu machen?

Wahrscheinlich nicht ganz, man versucht ja doch, ein bestimmtes Gefühl, eine Grundhaltung zu kommunizieren, man würde immer sagen, nein, das geht nicht, das fühlt sich falsch an – insofern gibt es schon eine Art Richtungsmesser, der bewusst eingesetzt wird, um die eigene Arbeit zu steuern. Das ist nicht das, was ich will. Dafür stehe ich nicht. Das ist falsch. Nicht gut. Nicht gut. Falsch.

Pontormo 

Wichtig: Schattentöne definieren, nicht alles auf eine Ebene setzten, extreme Gegensätze AUCH AUF EINEM TON. Mit absolutem körperlichen Einsatz, AUCH FÜR DAS INSTRUMENT (Rameau/Korea)..

Drastik

Mikrophon direkt über dem Publikum aufhängen, Ergebnis über frontal aufgestellte Lautsprecher abspielen, das Publikum hört sich beim Zuhören selbst zu.

LOVE
HATE

Was ist das denn für eine Textsorte?

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OST

Ja, wäre interessant zu überlegen, was man is einem Genre wie dem Soundtrack machen könnte, besonders, wenn man wirklich das Material benutzt, das zum modernen Soundtrack gehört. Gibt ja eine ganze Menge von Dingen, die für sich genommen völlig bescheuert sind, aber im Soundtrack funktionieren.

J will die Welt verändern. M will eigentlich nur, dass man ihm folgt. Bisschen dünn vielleicht, insbesondere, da es nicht darum geht, eine bereits bestehende Gruppe zu schützen, sondern eine neue Gruppe zu etablieren.

So krasse Garagenauffahrten aus den 1970er Jahren, kann man leider nicht nachmachen, müssen ganz trocken unkünstlerisch gemeint sein, um wirklich toll zu sein. Selbst wenn man sie einfach kopieren würde, würden sie wahrscheinlich zu gut werden, um wirklich zu überzeugen. Lustigerweise echte Schönheit, eigenes Lebensgefühl, letztlich superoptimistisch, checkt nur niemand, merkwürdigerweise.

Nachkomponiert Teil III: Ballista/Who Came Before

Composed
Uncomposed

Nachkomponiert Teil IV: Zipcode/Untitled

Unangestrengtes Anstrengen: Wie kriegen wir die Einzelheiten, die handausgeführten Details weg, wenn wir für Instrumente schreiben?

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Oh, ich hab schon wieder eine Meinung, hallo!

Immer besser werden, und genau dadurch immer schlechter werden. Fieser Automatismus. Die ursprüngliche Idee verfeinern, und sie genau dadurch verlieren, überschreiben, bis sie im Grunde nicht mehr vorhanden ist. Ganz einfach, weil man das Interesse aufrecht erhalten muss, weil man nicht einfach eine Idee über einen langen Zeitraum unverändert durchziehen kann. Das ist übrigens der eigentliche Vorteil des Algorithmus: Dass der Zeitraum der Ausarbeitung auf Null verkürzt wird und damit mit all seinen Implikationen verschwindet.

Ich konnte nicht anders: Was ist das denn für ein merkwürdiges Argument? Ich glaube ganz fest daran. Es hat sich mir ganz einfach aufgedrängt. Ich kam nicht darum herum. Letztlich, am Ende des Tages, sind das aber genau die Argumente, mit denen wir wirklich arbeiten. Und zwar alle.

Rhythmic Theory, Future Tense: Percussion

D.R.A.M., #1EPICINTRO: Lustiges Bass-Drum-Staccato auf jede Silbe, ziemlich stressig

in der Flasche mit dem Propfen aus Gras stockt das ausgelassene Fett; die Windhose zieht sich zurück in Richtung Venus,

Cameron, Gossamer Bit: Ganz hübsch, wenn die Kleine Trommel nur noch ein Störgeräusch ist. Hängt aber wahrscheinlich vor allem mit der Art der Aufnahme zusammen.

unvermeidbarer Kater: Egal, wie genau Du im Voraus weißt, was auf Dich zukommt, Du kannst ihm nicht ausweichen, und Du kannst es auch nicht lindern. Nur abarbeiten.

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have a sad cum, baby!

Gabi Losoncy, Didn’t Take Much: Mit Samples auf Keyboard nachspielen.

Bizarres Pathos, wenn jemand etwas singt, das angeblich eine Bedeutung haben soll.

Tonalität als absolute Uneigentlichkeit.

alle Konsonanten weglassen/fast alle Konsonanten weglassen: Zahnloses Lallen, im Grunde viel unmittelbarer als artikuliertes Sprechen in seiner Wirkung, erinnert natürlich an Behinderte oder Kranke, die sprechen wollen, aber nicht können.

Sample Alice Coltrane/Turiya: Rama Rama einspielen: Sehr geile Ernsthaftigkeit/Abgespacetheit. Auf gewisse Weise total ernst zu nehmen. Kriegen wir so logischerweise nicht mehr hin.

Stammheimer/Stockhausen/Heidegger NICHT drei verschiedenen Personen zuordnen, sondern mehr oder weniger frei auf drei Stimmen verteilen, analog Frauenterzett.

Wunderwaffe Kompartmentisierung: Nicht zu viele Entscheidungen auf einmal treffen. Lieber präzise falsch, als ungefähr richtig.

Wo kommen denn die ganzen Schnarchsäcke schon wieder her? Dachte, die wären gerade abgetreten?

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That looks mighty uncomfortable.

Ist es tatsächlich nur eine Frage der fehlenden Detailtiefe, letztlich der Sorgfalt? Dann wäre die einfache Tonbewegung quasi aussagelos, neutral, ohne einen eigenen expressiven Wert.

Ist dann natürlich viel leichter, Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten auszuarbeiten, weil das Material selbst viel reichhaltiger und ausdifferenzierter ist.

Das Stück wird dann eigentlich zu einer Art systematischer Materialerkundung. Wie ein Plan, eine Karte. Nice. Durch ein festes Beziehungsnetz gesteuerte Materialerkundungen: Macht sogar Sinn.

2 Kategorien: Grundelemente + Unterteilungen

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Muss viel, viel böser sein.

Eingeschränkte horizontale Beweglichkeit um die vertikale Struktur zu betonen. Die man merkwürdigerweise wahnsinnig leicht verliert. Ist dann einfach nicht mehr da.

Wie ist das eigentlich mit echten Wiederholungen innerhalb einer einzelnen Stimme? Wird die Stimme damit automatisch in eine Art Begleitfunktion zurückgenommen oder sogar eher nach vorne geschoben?

Oktavierung einzelner Töne, um die Geste zu verstärken, ohne die Beschränkung des Tonvorrats aufzuheben.

Allerdings, natürlich, auch unangenehm, die Beschränkung auf einen kleinen Tonhöhenbereich, muss im Klang aufgehoben werden, um nicht spießig zu sein.

Problem: Einfache Geste und zusammengesetzte Geste, z.B. Doppelgeste. Das Material schlägt tatsächlich in etwas anderes um, ist weniger exponiert, wirkt abgesichert. Nicht gut. Ansonsten aber nur Streckung/Dehnung möglich, also ziemlich begrenzte Möglichkeiten, auf Zeitstruktur zu antworten. Und letztlich muss es eine Möglichkeit geben, zusammengesetztes Material zu verwenden, nur vielleicht nicht hier, am Anfang.

Folgeproblem: Was passiert dann mit Material, das man nicht strecken kann, weil es damit seine wesentlichen Eigenschaften, seine zugrundeliegende Geste verlieren würde? Bleibt da dann einfach ein Teil der Zeitdauer frei? Ist das nicht ein bisschen Betrug an der Idee des 1/4-Zwangs?

Dürfen wir das überhaupt zusammensetzen? Wird es dadurch nicht auf eine komplett andere gestische Ebene gehoben als das nicht zusammengesetzte Material? Das ist ja eigentlich das Fehlstart-Problem: Wie eine festgeschriebene Zeitdauer auszufüllen ist.

Wie wäre das denn: Das Instrument ERSETZEN durch etwas – irgendetwas – ganz anderes. Z.B. die Stimme durch das Instrument modulieren, ohne dass man das Instrument selbst hört. Und möglicherweise auch umgekehrt. Das klingt jetzt natürlich sehr nach Imitation. Könnte es da nicht etwas geben, das mehr in das Material eingreift? Nicht dieses bescheuerte Töne hin- und herziehen.

Wie kommt man aus der comfort zone wieder heraus? Warum wirkt das eine bequem, und das andere nicht, wenn es technisch gar nicht so verschieden ist? Der Takt muss auf jeden Fall eine Einheit bilden, eine integrierte Geste, am besten unangenehm, wenn es sowas überhaupt noch gibt. Jeder einzelne Takt. Am liebsten auch die (völlig regelmäßigen) Pausen, auch wenn das absolut unrealistisch ist. Wo fängt es an, uns zu interessieren? Viel basischer arbeiten.

Es wäre dann fast besser, viel einfacher, quasi primitiv zu werden.

Nichts tun, aber nicht einschlafen. Wenn es zu kompliziert ist: Wie vereinfachen? Gibt es echte Widersprüche, oder ist es nur sehr komplex?

Register und Tonhöhe komplett trennen? Tonhöhe als Ausschnitt des Registers, aber IRGENDEINES Registers? Verschiedene Tonhöhen könnten dann nur aus verschiedenen Tonhöhenbereichen kommen, ähnliche Tonhöhen aus dem gleichen Tonhöhenbereich, oder sehe ich das falsch?

Sieht so aus, als ob Tonhöhe allein bzw. Tonbewegung allein wirklich nicht mehr interessant wäre. Needs to go into postproduction. Wobei sich dann automatisch die Frage stellt, was die Tonbewegung, und was die Unterteilung ist. Da sie grundsätzlich auf der gleichen materiellen Ebene operieren, können sie nicht voneinander getrennt werden. Was ja eigentlich gut ist. Welcome to detail: Es gibt dann eigentlich kein Detail mehr, jedes Detail ist wesentlich.

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Armaturen aus Massivgold, verchromt.

O.k., Klang und Pause, beide müssen irgendwie bemessen werden, beim Klang gibt es Vorgaben, bei der Pause keine.

Fenster auf, Fenster zu, fuck you. Oder aufgehen und wieder zugehen, wäre auch eine Möglichkeit. An den Schlag gebunden. Dynamisches Muster. Vielleicht: Absolut regelmäßiges Raster.

Zahl der Glieder
Art der Unterteilung
Grundtechnik
Klangfarbe

Alles innerhalb einer Oktave, nur ausnahmsweise in die angrenzenden Register von Sopran und Alt. Die Instrumente erweitern die Register in die übrigen Oktaven. Achtung: Register dürfen innerhalb des nächsten Registers (also bis zu kleine Terz) verschoben werden. No fuckin’ problem. Lustig: Die Theorie wird nachgeliefert. Ist aber normal: Austesten und nachjustieren.

Lustig, und ein bisschen bizarr: Dass oft die Lösungen, die einem weniger gefallen, die besseren, vielleicht sogar die eindeutig besseren sind, weil sie das Stück nicht runterziehen, nicht festmachen in einer bestimmten Haltung.

Auch lustig: Dass man den echten Fehlern sofort ansieht, dass sie echt und darum interessant sind, und die absichtlichen Fehler, mit denen man die echten Fehler imitiert, viel zu systematisch, viel zu vernünftig, viel zu gründlich sind, um wirklich interessant zu sein. Thanks for the fuckin’ mistakes!

Im Grunde sind die besten Stücke die one-offs, weil es die besten Ideen sind, die man nur einmal verwenden kann – weil sie so offensichtlich sind, wenn sie einmal draußen sind.

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und jetzt flenne ich

Vorteil ist dabei ohne Frage, dass in jedem vokalen Takt immer nur eine einzelne Silbe steht, die Textmenge je Takt also konstant ist. Ausschlaggebend für eine Verlängerung der Takte kann also nur die Anzahl der Elemente je Silbe, und die Anordnung des Materials im Takt sein.  Abgesehen davon, dass wir die Anzahl der Elemente je Silbe noch nicht kennen, soll das metrische Gerüst ja auch gerade kein Handschuh sein, der passgerecht auf das Material gezogen wird, sondern seine Eigenständigkeit bewahren.

Allerdings ist die Frage, ob das metrische Gerüst an bestimmte rhythmische Konstellationen vielleicht doch angepasst werden muss, da jede andere Entscheidung zu Ergebnissen führen würde, die so grotesk sind, dass sie nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden können. Oder die Silbenelemente durchorganisieren und davon das metrische Gerüst ableiten? Immer 8tel als Grundeinheit, oder verschiedene Werte? Eine Einheit, zwei Einheiten, drei Einheiten … und die dann so oder so anordnen.

Sollte man aber natürlich auch fragen, was es überhaupt sein soll – wie soll es sich denn anfühlen, wenn die Stimmen auseinandergezogen werden? Vielleicht willst du das ja so gar nicht? Vielleicht ja auch verstärken, ins Extrem treiben, den Prozess des Auseinanderziehens zum eigentlichen Thema machen?

Oder eben doch konsequent anpassen? Sozusagen rücksichtslos nach dem Rhythmus richten, ohne jede Gegenposition? Nur die Pausen als strukturierender Eingriff? Dann müssten die Pausen ja ziemlich penetrant sein, vielleicht sogar immer gleich lang, während sich die klingenden Takte ständig verändern.

Dieses Anpassen, Mitlaufen des Metrums macht mir immer noch Schwierigkeiten: Fühlt sich letztlich so extrem spießig an, Werte zusammenzuzählen und dann einen Takt daraus zu machen. Eigentlich genau das, was Metrum nicht sein sollte, aus meiner Sicht.

Merkt man doch sofort: Wenn etwas zu kurz oder zu lang ist, ist es wesentlich interessanter, als wenn es einfach nur passt.

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riesiges Potential, schwer auszuschöpfen

g/ä/v bezieht sich immer auf Elemente, oder auch auf Unterteilung?

Takte in voraus festlegen wäre ein bisschen sehr absurd, weil wir noch keine Ahnung haben, was für Material hinein soll. Oder wäre das gerade der Punkt: Zeitdauer und Zeitaufteilung unabhängig voneinander zu behandeln? Das würde so etwas wie nicht im voraus geplantes Quetschen oder Dehnen bedeuten, je nach dem, wie das Material dann tatsächlich aussieht, das in den Takt hinein soll. Aber wo würde das Metrum dann herkommen? Es fühl sich eigentlich nicht so an, als ob es eine gute Idee wäre, die Takte einfach wilkürlich, ohne Bezug zum Material, festzulegen.

Takte g/ä/v: Im Verhältnis wozu? Zueinander? Zur rhythmischen Struktur? Werte der rhythmischen Struktur (g/ä/v) gegenrechnen?

Würde dann automatisch zu irrationalen Unterteilungen kommen, wenn Metrum und Rhythmus nicht aufeinander passen.

Gut, irgendwie müssen die Takte vorher festgelegt werde, selbst wenn das nur ein psychologischer Vorteil wäre. Aber es muss zumindest arbeitstechnisch ein zeitliches Gerüst da sein, das eine eigene Position gegenüber Text und Musik einnimmt. Damit das Metrum nicht einfach nur an Text und Musik entlangläuft, sondern auch eingreift und strukturiert.

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Eigentlich total spannend, ehrlich gesagt.

and over (Bad Brains): Ja, extrem, wie dann so ein Lebensfunke einfach verschwindet, eben warst du noch der Mittelpunkt des Universums, jetzt ist alles vorbei und hat keine Bedeutung mehr. Wie die Kräfte sich bündeln und dann wieder verlaufen.

S2M, Teil II und IV: Kann nur Material verwendet werden, das die Takte vollständig und lückenlos ausfüllt, sowohl die Stimmen, als auch die Instrumente betreffend. Insofern können die Materialverhältnisse genauso behandelt werden wie in Teil I und III, weil sie sich innerhalb eines homogenen Feldes bewegen, in dem es keine gegenseitigen Ausschlüsse gibt. Klar ist aber, dass das Material in Teil I/III ind Teil II/IV komplett unterschiedlich sein wird. Wobei: Wenn man in Teil I/III die klingenden Takte ohne Unterbrechung aneinanderreihen würde, hätte man natürlich auch eine vollständige klangliche Kontinuität.

S2M: Kann das sein, dass die horizontalen Materialvorgaben, die ja eigentlich nur die Instrumente betreffen, kompletter Unsinn sind? Das Material der Instrumente ist ja schon in seinem Verhältnis zu den Stimmen festgelegt, und kann nicht außerdem durch einen zweiten Parameter bestimmt werden. Es geht ja eigentlich nur darum, wie sich die Stimmparts auf die darum herumliegenden Instrumentalparts auswirken, und da geht es eigentlich nicht um das Verhältnis, sondern nur um die genaue Abgrenzung des Einflusses. Also wahrscheinlich löschen. Technisch alles am Text aufgehängt, lustigerweise, obwohl das am Ende wahrscheinlich nicht mehr erkennbar sein wird.

S2M: Lustig, nicht gesehen, nicht verstanden, die reinen Instrumentaltakte stehen ja nicht einfach für sich, sondern müssen mit den Vokaltakten verbunden werden. Es macht also keinen Sinn, so zu tun, als ob sie nicht auf die Stimmen bezogen wären. Insofern muss das Grundgerüst nochmal abgewandelt werden. Interessanter Fehler.

Was funktioniert, ist richtig: Macht schon Sinn, inkonsequent zu sein, wenn es dem Stück hilft. Wenn die Tonhöhen eine horizontale Verordnung brauchen, dann sollen sie sie haben. Wenn der Rhythmus das nicht braucht, dann eben nicht. Wenn das Material durch den Text vorgeordnet ist, braucht es keine zusätzliche horizontale Organisation. So eben: Was gebraucht wird, wird gemacht, was nicht, weggelassen. Und das Lustige ist, dass man es wirklich nur durch ausprobieren rausbekommt. Völlig unmöglich, alle Verzweigungen im Voraus durchzurechnen.

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Telephones

Ruhe, in jeder Hinsicht: Angenehm, unangenehm, man ist dann natürlich schon komplett auf sich zurückgeworfen, das Hirn schaltet sich ein und denkt denkt denkt, was kann ich nur machen, was ist bloss los, was denke ich denn da. Absolute Nichtbeschäftigung als Ultrabeschäftigung.

Tonhöhen/Lautstärke/Glissando-Triller: Spricht nicht wirklich etwas dagegen, das systematisch anzuwenden. Außer die Ausführung. Glottistriller.

Krass: Gehaltener Ton, dann winzige Bewegung, dann wieder gehaltener Ton, dann gestische Bewegung aus dem Ton heraus. Super Material.

Gerade-Triller-Bewegung-Gerade, etc.

Hat ja auch etwas sautrauriges, plötzlich so konzentriert zu arbeiten. So anstrengend: Was passiert denn da mit mir? Und produziert dann ununterbrochen, kann gar nicht mehr aufhören.

So anstrengend: Kann ich jetzt endlich mal aufhören? Oder soll das immer so weiter gehen? Sturm im Kopf.

Irgendwann dann doch erschöpft, obwohl so viel noch zu tun/zu denken wäre.

Lustig, dass die Männerstimme dann so völlig anders, letztlich quälend hässlich wirkt.

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flach flach flach flach flach

It’s so ugly!

Einfach irgendwas 
Keine unnötige Anstrengung
Keine Narration
Vor allem nicht zuviel Sinn
Das heißt aber auch
Keine Konstruktion
Kein Bemühen um Konsequenz
Konsequenz als Sinnhaftigkeit
Arbeiten mit dem was man hat 

Ist tatsächlich die Frage, ob man das nicht alles kappen sollte, ob es nicht besser wäre, ganz flach zu arbeiten, ohne Hintergrund, ohne Tiefenschärfe. Einfach nur benutzen, was gerade zur Hand ist, sich nur auf das beziehen, das für jeden präsent ist, absolut kein Geheimnis. Und wenn doch, ausschließlich technischer Art: Wie macht man das, wie geht das überhaupt?

Assez entspannt. Lustig.

Haus. Garten. Zaun. Ziemlich spießiges Grundmotiv. Da ist man als Stadtmensch doch froh, dass man das so gut wie nicht mitbekommt.

Serien von Fensterstreben: Geile Idee, sehr nüchtern, zumindest für unsere Augen. Im Prinzip viel interessanter als expressionistische Sonderformate.

Volumen, Proportion und Struktur: Letztlich krass hässlich und ein bisschen zu viel gewollt. Säulenhalle.

Nu de dos: Woher die ganzen Muskeln, Kraft, Volumen, Material?

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Sie finden uns in der Vorhölle.

Na ja, man muss sich halt immer Gründe ausdenken, warum das, was man gerade macht bzw. was man gerade gezwungen ist zu tun, richtig und gut ist. Anders geht es gar nicht -anders würde es nicht gehen. Deswegen hat notgedrungen jeder seine kleine Privatethik, in der genau das, was man selbst anstellt, nicht ganz so schlimm ist wie das, was die anderen tun.

Rollen-Promiskuität: Frage, ob das wirklich etwas bringt. Oder nicht einfach eine sehr bequeme Methode der Verfremdung ist. Auskomponierte, also im voraus festgelegte Rollenwechsel wahrscheinlich ohnehin keine Option, weil unspannend/verkrampft. Freie Rollenwechsel nur mit Stimmlagen/Registern statt Tonhöhen sinnvoll.

Eigentlich total klar: Jeder Rolle wird eine Hauptstimme zugeteilt, alle ausnotierten Passagen müssen von der Hauptstimme gesungen werden, alle frei notierten Passagen können von der Hauptstimme ausgeführt werden, können aber auch von anderen Stimmen übernommen werden.

Merkwürdig, dass auch und gerade die großen Provokatoren Sex nie wirklich explizit zeigen, als ob das nicht nur ein Tabu, sondern vor allem ein echter ästhetischer Fehler wäre, den man eben nicht macht. Auch Lars von Trier ist nicht wirklich explizit, sondern hält eher drauf, um zu zeigen, dass nichts dran ist. Interessant, dass sogar jemand wie Terre Thaemlitz entweder grob verpixelt oder Schwarzfilm einschneidet, um nicht explizit werden zu müssen. Als ob expliziter Sex wirklich nur dem reinen Gebrauchsfilm vorbehalten wäre. Eine Schwelle, die man nicht übertritt. Natürlich kann das auch mit Zensur zu tun haben, aber gerade dann, wenn man ohnehin alles zeigt, was die Zensur beanstanden könnte, kann die Entscheidung dagegen nicht mehr zensurbestimmt sein.

Wenn Leute etwas schon können, ist es meistens nicht mehr so wahnsinnig interessant, leider.

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wüst/verloren

Fassung mit Text, dann Fassung ohne Text, dann Fassung mit Text usw., bis Text und Musik unabhängig voneinander aufeinander reagieren. Entwicklungsarbeit.

Ohne Tonhöhen – mit Tonhöhen – ohne Tonhöhen, etc.

Daegeum: Oberlippe in den Mundwinkeln aufhängen, dazwischen hängen lassen. Lustig, wie schwierig, und auf Dauer auch anstrengend es ist, einzelne Körperteile bewusst zu entspannen. Kann leicht total verkrampfen und funktioniert dann logischerweise überhaupt nicht mehr.

Geräuschverstärkung Gayageum: Dass dann alles, was man macht, automatisch eindrucksvoll klingt.

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Welcome to Selbstbetrug!

Summen
Schlagen
Klopfen

Alles viel zu pathetisch, viel zu sehr um Authentizität bemüht, ohne sie jemals in Reichweite zu bekommen. Die einzigen wirklich kaputten, und daher einsetzbaren Klänge wahrscheinlich tonal.

In dem Moment, in dem man etwas kann, oder sich auch nur realistisch vorstellen kann, wie es wäre, es zu können, wird es automatisch reizlos. Schade eigentlich. Bin nicht sicher, ob man darüber hinwegkommen kann. Vielleicht sucht man sich deswegen ständig Aufgaben, die man nicht wirklich bewältigen kann.

Viel zu expressiv: Funktioniert tatsächlich gar nicht, völlig vorbei, und eben auch schon lange nicht mehr wirklich ausdrucksvoll, whatever that actually means.

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als ob alle krank wären

zeitgemäß
nicht mehr zeitgemäß
nie zeitgemäß gewesen

reicht tatsächlich nicht mehr: interessant

fast als ob es besser wäre, schlechter zu sein

Pulsieren/in Bewegung halten: Funktioniert, ist aber letztlich ein bisschen zu flach (Lawrence English, For/Not for John Cage). Trotzdem schön.

Ideal: So schreiben, als ob es jeder könnte.

basically we are all waiting for permission to die

Was würdest du tun, wenn du WÜSSTEST, dass alles, womit du dich beschäftigst, nicht MIT dir, sondern VOR dir verschwinden wird?

Deutlichkeit: Like aufgespritzte Lippen oder so?

Recaredo Brut Nature Gran Reserva 2008

Stolen Friend: Chorpassagen ganz einfach halten, blockhaft, quasi einstimmig, einzelne Szenen sehr deutlich voneinander trennen. Absolut homophoner Satz, Besetzung orchestral aufspalten. Immer Gruppen. Möglicherweise einzelne Solisten/Protagonisten hervorheben. Besetzungsstärke variieren, orchestral denken. Orchester Verdopplung + reine Begleitung. Muss Szenen zusammenfassen, Pausen artikulieren. Quasi keine Substanz. Bitte keine Einwürfe! By the way: Was aber dann? Eindeutige Begleitung: Super Erfindung.

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Überdruss

Körperliche Ungeduld: Ich will jetzt endlich/ich halte das nicht mehr aus. Ganz interessant: Kommt ja offensichtlich vom Kopf her, äußert sich aber fast ausschließlich über den Körper. Zappeln, Stillstehen, Umhergehen, auf der Stelle treten, etc. Was macht der Kopf denn da?

Das ist meine Arena: Ja, stimmt, das Studio ist deine Arena, wo du geprüft wirst. Du darfst nichts anderes tun als… Wagnis, das genau darin besteht, dass man nichts anderes tun kann als das, was man sich vorgenommen hat, egal, wie unangenehm das auch werden sollte.

Anschauen, aber nicht anfassen. Höchstens Aufschreiben: Genau richtig, nur so kommt man auf Ideen, alles andere ist Ablenkung. Nachdenken ist aber erlaubt.

Irgendwie dann halt auch wieder total egal: Die Wort-Bild-Maschine.

Eigentlich nur die Wort-Maschine.

Fiskalpakt. Läuft auf Hochtouren.

Ab und zu.

Ziemlich animalisch.

Anthony Naples: Angenehm depressiv-euphorisch.

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gelbgrau

So was wie: Was willst Du wirklich hören? Gibt es etwas, was Du wirklich hören willst? Bist Du in der Lage, das kompromisslos umzusetzen?

Rudolph Grey: Maskierung von Gesten, um Geste auszuschalten.

Boardwalk Empire: Verdammt viele gute Ideen, phantastisches Script.

Z.B. Dilloway/Lescalleet, Western Nest: Einfach mal nachspielen, 1:1 übersetzen, könnte viel interessanter sein, als sich etwas Neues auszudenken.

Life after life.

Den Strich MALEN. Das Sprechen z.B. MURMELN.

PLAKATKUNST

Drastik
Langeweile
Zeitlosigkeit

quälend

f-Moll als qualitativer Regulator
Unisono als quantitativer Regulator

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Realitätseroberung

Soziale Entschlusskraft: Wie wäre es denn nun am besten? Jetzt, sofort, hier entscheiden. Klar, natürlich abwägen, aber schnell. Keine Verzögerung.

Ein Jahr ist eine sehr lange Zeit. Wie sagt man nochmal: Da kann viel passieren.

Ein bisschen Feedback hier, ein bisschen Feedback dort, und dann – ab in die Klapsmühle!

Innenleben: Lustig, dass da gar niemand ist.

Liegeton als Eigenwert: Gradierung von Bewegung.

Krieg: Zahl der Stimmen hat nichts mit der Zahl der Sänger zu tun. Zahl der Sänger vs. Zahl der Personen. Außer Heidegger alles Hosenrollen?

Frauenprofil/Männerprofil: Wenn es ein Mann ist, könnte es ein -, wenn es eine Frau ist –

Mangelnde Deutlichkeit der Männerstimmen, besonders in der tiefen, aber auch in der hohen Lage: Zuviel Material, das mitschwingt.

Einstimmigkeit als grundsätzliches Problem der Sänger und Bläser. Gilt auch für außereuropäische Musik. Fragmentieren wirksam, aber eigentlich nur Behelf.

offensiv langweilig vs. defensiv, quasi aus Versehen langweilig – letzteres natürlich faktisch viel langweiliger, tendenziell unerträglich

Schwarz wie die Nacht: Bisschen mehr Dringlichkeit wäre vielleicht auch nicht schlecht.

Genau vorstellen, was es sein soll, immer wieder überprüfen. Was genau ist die Idee des Stückes, was braucht das Stück, um diese Idee zu erfüllen? Glaube nicht, dass es sich von selbst ergibt.

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Einkaufszettel

Wie wäre es denn mit einem Wunschzettel?
Super Idee, lass uns das machen!
Also ich –

Können wir das bitte einmal doppelt ausschlagen?
Wie jetzt, einmal oder doppelt?

Moschee von Mopti, Mali

she demands a father figure

Hanshugo

jetzttot

wie böse darf man eigentlich sein (PR)?

brutal klauen

schreiender, vielleicht auch klagender Klavierton, nicht laut

Scutellariae Radix
Pinelliae Radix
Bupleuri Radix
Zingiberis Recens Rhizoma

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Poolcide

Death Metal zum Entspannen: Schöner Sound, klingt echt gut. It actually does. Tatsächlich trotz tiefgelegter Gitarren keine echter Bass, daher nie echter Druck, sondern nur Lautstärke, Sound eben, Schallwand. Man könnte fast annehmen, dass die Gitarren tief-, und der Bass hochgelegt ist, tiefe Mittellage als Meer, in dem sich alles trifft. Weite Perspektive. Schönheit, wenn man so will.

Wahrscheinlich ist es böse, sich zu ärgern, weil es einfach überhaupt nichts bringt.

– Does that mean we have a problem?
– Oh yeah. Yes, we do.

Was sollte denn genau vorkommen?
Was für Techniken wolltest Du denn verwenden?

Monk, Blue Note: Hi-Hat klingt wirklich wie Blechschüssel, Marching Band.

Jochen Hein

Dahin gehen, wo es am hässlichsten ist.

Schmeckt irgendwie nach Kohle oder so?
Wie, nach Geld?
Nee, verbrannt halt.
Ach so.

Schärfe als eine Art Duft: Tatsächlich wirklich scharf, aber nicht wirklich mit dem Geschmackskörper verbunden, eher darüber schwebend, wie ein Hauch. Als ob man ihm den Körper weggenommen hätte – was man ja tatsächlich auch hat.

Genaue Vorstellung vs. Verfahrensweisen: Soll es das denn wirklich sein? Nur, weil es passt? Weil du so vorgehen willst? Weil du weißt, wie man damit umgeht? Oder solltest du nicht vielleicht besser darüber nachdenken, was tatsächlich am Ende des Arbeitsprozesses stehen soll? Wobei es ja den Mythos gibt, dass man sich dafür nicht interessieren soll, dass man es darauf ankommen lassen soll, was am Ende als Ergebnis steht, und den eigenen Verfahrensweisen vertrauen. Könnte durchaus kompletter Unsinn sein. Du darfst nicht darüber nachdenken. Schau einfach, wie du Schritt vor Schritt setzt. Das ist ja wahrscheinlich so etwas wie Gottvertrauen: Der liebe Gott wird dir schon helfen! Die Konstruktion wird dir schon helfen, wenn du wirklich an sie glaubst. Wirklich? Warum sollte das so sein?

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Desideratum

Li Gang: Ultragrobe Leinwand, quasi pixeliert. Gute Idee: Pixel zurück in greifbares Material übersetzen.

Lautstärke als primärer, aber natürlich nicht einziger Ausdruck von Intensität: Fühlt sich tatsächlich so an wie.

Dunkle, scharf geschnittene, rechteckige Höhlen/Löcher, deren Grund wir nicht erkennen können.

cis fis h fis cis

Katastrophische Stimmung, auch wenn eigentlich gar nichts passiert. Fast nichts. Alles wird als ein Zeichen gelesen. Wikinger. Komisch.

Lully/Rock, Couperin/Pop oder so

ich möchte nicht noch mehr Verwirrung stiften, aber

na ja, wie war’s denn so?
sag doch mal
sei doch nicht so

Dinge, die unangreifbar scheinen und den Qualitätsstandard für die nächsten

Under the skin, OST: Extra schlecht spielen, und zwar richtig schlecht, und das dann auskomponieren, wäre vielleicht auch mal eine super Idee.

I hate Meinungen: Immer krass selbstgefällig, egal wer, egal was, am schlimmsten, wenn sich jemand auch noch Mühe gegeben hat damit. Die Kolumne: Nervt total.

Senni: Bassdrum immer mit Oberstimme, kompletter, perfekter Schatten. In gewisser Weise fast nicht zu hören. Funktioniert super.

Was wollen wir da eigentlich? Was wollen wir eigentlich wirklich hören? Wie groß darf die Abweichung zwischen Ziel und Resultat wirklich sein? Was würde passieren, wenn wir Ziel und Mittel radikal vereinfachen würden? Womit nicht gesagt wäre, dass wir herausbekommen würden, was wir hineingetan haben, aber es wäre zumindest leichter zu überprüfen. Ganz einfache Bilder. So muss es sein. Genau so muss es sein. Logischerweise keine Erfolgsgarantie.

Detail auf Detail.

Hellblau
Hellgrün
Grau
Gelb
Rot
Dunkelblau

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Registrierung als vertikale Montage.

Den neutralen Bereich vermeiden. Dahin gehen, wo es weh tut.

Entscheidungsgrundlage: Wie es am richtigsten aussieht.

in the editing room: Oktave höher, Oktave tiefer, lass uns doch mal –

Jarvis Cocker analysieren

Schering Gebäude: Alles richtig gemacht, toll. Meisterwerk der Raumerfassung.

Nicht nur, dass du nicht mehr da sein wirst, sondern auch, dass du all dies nicht mehr mitbekommen wirst. Es wird für dich nicht mehr da sein.

Geschmacklosigkeit als positive Eigenschaft.

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Tonlage: Gesteigerte Emphase

don’t you ever doubt my decisions (again)

Der Traum – von was eigentlich?

Es fühlt sich so besser an. Na ja, ja. Wahrscheinlich ja. Wahrscheinlich ist das alles.

Don’t versteck your fuckin’ self. Meaning: Don’t be too careful about your decisions. Rather risk than shy away.

Registrierung als Stimmführungsproblem. Kontrapunkt aus Bausteinen. Erinnerungsmischmasch.

Stimmung als Entscheidungsgrundlage: Heute neigen wir zu dieser Entscheidung, morgen zu jener. Auch bei sehr enger Konstruktion ein Punkt, an dem das gelebte Leben in das Stück einfließt. Natürlich kaum bewusst nachvollziehbar, aber offensichtlich auch und vor allem die konkrete Erscheinungsform des Stückes prägend.

Schnell schreiben, um den Einfluss des Lernens, des Klügerwerdens beim Arbeiten zu minimieren.

Homogene Phrasen aus inhomogenen, nicht zusammengehörenden Bestandteilen zusammensetzen: Gegensatz zwischen Konstruktion und Resultat. Schon ziemlich interessant, wie gut das funktioniert.

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Oder es gibt gar keine befriedigende Option.

Auch lustig: So wenig Zeit zu haben, dass jede Entscheidung sitzen muss, oder, wenn sie nicht sitzt, trotzdem stehen bleiben muss. Und das gilt nicht nur für das aktuelle Stück, sondern auch für das nächste, und für das übernächste auch. Ist doch toll. Hilft. Weil man weiß, es geht eben nicht schneller, es geht nur genau so, in diesem Tempo, deswegen wirst du keine Zeit haben, das Ganze nochmal zu machen. Alles, was da ist, muss auch verwendet werden.

die neutrale Position/die starke Position/die schwache Position: Gibt es eine schwache Position? Absichtlich wahrscheinlich nicht, denn wenn sie absichtlich gesetzt ist, ist sie allein aus diesem Grund schon wieder stark, vielleicht sogar besonders stark.

vielleicht, wenn es nur schwache Positionen gibt:

– nee, das geht gar nicht
– das auch nicht
– und das auch nicht

Positionswechsel, um des Positionswechsels willen vs. Positionswechsel, die das Material tatsächlich in eine andere Position bringen: How would you define that?

Pseudoexpressivität: Oh, kann der hoch spielen! Klingt das aufgeregt! Ich wusste gar nicht -. Dass -. Abwägen. Die am wenigsten aufgeregte Position. Oder eben doch gerade nicht. Sprache.

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Traubensaft, dunkel

Wieder reingefallen: Elektronik vs. Orchesterloop, ich denke, es gehört zusammen, finde es erstaunlich, dass man auf so etwas kommen kann, eigentlich sogar toll, in Wirklichkeit war nur noch ein weiteres Fenster im Browser offen.

Die blödeste, unerwartetste, am wenigsten naheliegende Option, die überhaupt nicht auffällig zu sein scheint, stellt sich oft als die beste Wahl heraus, wenn man sich für sie entscheidet. Man grübelt, findet nichts, grübelt weiter, und plötzlich denkt man, vielleicht, warum denn nicht, ja, sieht eigentlich toll aus, ist ja viel besser als die anderen Möglichkeiten.

Ab wann dämmert Einem eigentlich genau, dass die Toten wirklich tot sind, dass sie nicht einfach woanders sind, an einem anderen Ort, oder dass zumindest dieser Ort ganz anders sein muss, als alles, was wir kennen?

Es gibt keine halben Instrumente, und keine halben instrumentalen Aktionen: Wenn Du einem Instrument die Hälfte seiner Aktion wegnimmst, macht es aus der anderen Hälfte eine komplette Aktion, und zwar eine komplett andere Aktion. Eine halbe Aktion ist dann automatisch wieder eine ganze Aktion, und wenn die Halbierung betont würde, würde eben auch dies zu der neuen ganzen Aktion gehören.

Takte ABSICHTLICH falsch kopieren, immer etwas zu lang oder etwas zu kurz, damit etwas übersteht, ein Rest übrigbleibt, die Dinge nicht richtig zusammenpassen. Vielleicht nur als digitaler Effekt interessant, bzw. als Effekt mit festem Material, das nicht erst noch neu eingeführt werden muss. Dort wird sich die Idee einfach in der Aufführung einebnen und verschwinden. Faltungen, Färbungen, Spuren, alles Dinge, die Komponisten lieben, im Resultat aber als formale Idee letztlich keine Rolle mehr spielen und darum nur begrenzt, nämlich nur für den Komponisten, interessant sind. Schade drum, der Verlust ist aber vermutlich in Instrumentalmusik unausweichlich.

Empfang, riesige Halle, bei näherer Hinsehen fast fußballplatzgroß, viele Bilder, Museumshängung. Zaghafte Begrüßung, R. ist alt geworden, sehr kräftig im Gesicht, Altersflecken, ein ganz tolles Buch will er holen und geht schnell in einen anderen Raum. Ich sehe seinen breiten Rücken, offensichtlich braungebrannt vom Sommer, merkwürdige Frisur, teils lange, teils kurze Haare, kleiner Samuraizopf, offensichtlich gebleicht. Eine Frau beschwert sich über die Hintergrundsmusik, es läuft ganz leise Orchestermusik, klingt wie ein Tschaikowsky-Ballett, allerdings kein Nussknacker-Ohrwurm. In der Ecke ein DJ, Mitarbeiter von J., freundlicher Skandinavier, der mir seine neuartigen Kopfhörer zeigen will, Schalen, die direkt auf den Schädel gesetzt werden, er setzt sie mir auf, ich erschrecke, der Klang wirkt sehr laut, erst nachdem ich mich beruhigt habe, merke ich, dass die Knistermusik der Kopfhörer eher leise eingestellt ist, aber sehr direkt klingt, tendenziell unangenehm. Beschreibung. Da war ich. Gedächtnis. Albtraum.

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Gier vs. Gier

Hat ja übrigens etwas Herzloses, Arbeit.

Dumpf, ganz dumpf, minutenlang völlig abgedunkelt, schön (Caribou).

Wie Haselnussmus-Atem, Schwarzer Tee, diese Art von Eindrücken, die man instinktiv vermeidet. Warum eigentlich? Erinnert uns an – 

Weil Du’s noch nicht kannst, kannst Du noch nicht darüber nachdenken, was Du da eigentlich machst, oder was Du machen solltest. Beim zweiten Versuch fängst Du an nachzudenken. Gnade des Nichtkönnens.

Dynamikvibrato vs. Tonhöhenvibrato
Bogenvibrato vs. Bogenwechsel

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die Wespe auf die Stirn küssen

Kalter Kaffee.

Ganz interessant, wenn es eigentlich egal ist, wie es weitergeht, Hauptsache, es geht irgendwie weiter. Trifft leider aus heutiger Sicht auf ziemlich viel klassische Musik zu. Gut gemacht, sorgfältig gearbeitet, wahrscheinlich auch tolle Ideen, aber der Klang wird dann eigentlich nur noch durchgehalten, fortgesponnen, und die Verteilung des Materials entspricht komplett den Erwartungen. (Das Ende kommt nicht am Anfang und umgekehrt.) Man kommt rein, setzt sich hin, checkt den Klang, und weiß dann im wesentlichen, was passieren wird. Und passieren kann. Gilt logischerweise auch für Stücke, die man nicht kennt, deren Stil aber bekannt ist. Bestimmte Formen von 20. Jhdt. Musik in dieser Hinsicht absolut ehrlich, weil es einfach immer weiter geht. Reine Ausdehnung: 10 Minuten dies, 5 Minuten das.

Sex z.B.

The good die first
And they whose hearts are dry as summer dust
Burn to the socket.

what. ever

why does it feel so wrong?
why does it all feel so wrong?
it should be ONLY work, NOTHING else, maybe

Mikroklima Brot/Papier

Während man schläft, kann man sich nicht langweilen, oder? Im Schlaf natürlich schon.

Appetit, oder eben gerade kein Appetit, und trotzdem Hunger.

Original und Kopie nach unten oder nach oben (Verdopplung/Transposition): Es ist klar, dass das Material identisch ist, aber es kann nicht mehr entschieden werden, welches das Original und welches die Kopie ist.

Tonhöhenvibrato vs. Dynamikvibrato vs. Tremolo

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my share of regrets

Form
Material
Inhalt
Aussage

08 Essen
09 Arbeit
10 Arbeit
11 Büro
12 Büro
13 Essen
14 Putzen
15 Cafe
16 Einkaufen
17 Arbeit
18 Lernen
19 Sport
20 Sport
21 Essen
22 Essen
23 Arbeit
24 Putzen
01 Arbeit
02 Schlafen
03 Schlafen
04 Schlafen
05 Schlafen
06 Schlafen
07 Schlafen

Lesen
Textarbeit
Notenarbeit

Ausruhen funktioniert nicht so richtig

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Stinkt und klebt.

FOMO: Smart Girls Making Stupid Choices

Ganz interessant die Idee zu glauben, dass die wirklich wichtigen Dinge nicht in der Welt, aber auch nicht in den Köpfen, sondern eigentlich auf dem Papier geschehen. Soviel zur Abneigung gegen Elektronik. Dagegen: Kunst als Schreibsystem.

Entscheidungen, z.B. Rheinmetall: Wer rechnet denn das alles durch, wer hält den Distinktionsgewinn gegen den wirtschaftlichen Nachteil, wer nimmt die Gefahr der juristischen Niederlage nach welchen Überlegungen in Kauf? Es glaubt ja wohl niemand, dass es sich hier um moralische Entscheidungen handelt, dass hier eine Entscheidung getroffen wird, weil sie für moralisch richtig gehalten wird. Aber wie genau kommt man zu dem Schluss, dass die möglichen Vorteile die möglichen Nachteile überwiegen. Ist das eine einfache Rechenaufgabe, die mögliche Wählerstimmen aufschlüsselt (nicht nur, was die tatsächliche Sachentscheidung, sondern auch, was die politische Profilierung in der Koalition betrifft), oder ist es letztlich vielleicht doch auch persönliche Eitelkeit oder, wieder durchgerechnet, der Versuch, sich als Person in die gewünschte politische Position zu bringen? Spielt das alles zusammen eine Rolle, wird aber dennoch nicht ausgerechnet, sondern aus dem Moment entschieden, und ist das das, was man politischen Instinkt nennt?

The problem with young people, starting in about the 1960s, is that they tend to live too intensely inside their own social moment, and thus tend to see all existence past age thirty or so as somehow postcoital. It’s then that they’ll relax, settle back, sad animals, to watch and learn that life, instead of being rated a hard R, or even a soft R, rarely even makes it into distribution. Tends to be too slow.

We just want to do the bare unavoidable minimum. Pay taxes, die.

Schaut gut aus.
Schaut schlecht aus.
Schaut gar nicht aus.
?

Happy to be able to see at all. Anything.

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Dann plötzlich nur noch Fehler.

4 pains:

birth
aging
illness
death

rust + bone: Merkwürdig grobschlächtiges Drehbuch, gerade im Vergleich zu Un Prophète. Nach einiger Zeit hat man das Gefühl, immer im Voraus zu wissen, was als nächstes geschieht, auch wenn das nicht stimmt. Bestes Beispiel: Junge auf zugefrorenem See, Vater dreht sich weg, logischerweise bricht Junge ein. Ziemliche Unart bei sehr vielen Filmen, funktioniert natürlich immer, wenn man Spannung aufbauen will, ist aber die primitivste aller möglichen Methoden, eine Szene aufzubauen. Interessant übrigens, dass es trotzdem immer wieder funktioniert, dass man tatsächlich bis zu einem gewissen Grad mit zittert, obwohl der Verlauf so offensichtlich ist. Wahrscheinlich einfach nicht vollständig beherrschbare Reaktion auf reale oder imaginäre Gefahr. Es ist allerdings nicht so, dass jede Gefahr, die eingeführt wird, auch immer zum Vollzug führt, z.B. geht man als Zuschauer tendenziell davon aus, dass, nachdem sie am Anfang ihre Beine verloren hat, er bei seinen Straßenkämpfen am Ende seinen Verstand verlieren wird. Das wird nie explizit nahegelegt, liegt aber die ganze Zeit in der Luft: Es gibt eigentlich keinen in der Storyline verankerten Grund dafür, dass es ihm am Ende tatsächlich gelingt, Profi zu werden. Problem: Wahrscheinlich kann man in einer Filmerzählung das Unheil nicht einfach aus dem Nichts zuschlagen lassen, wenn man eine Geschichte aufbauen will. Es muss also gewisse Andeutungen von Gefahr, von Dingen, die geschehen könnten, geben, eine Art Möglichkeitsraum, in dem sich die Figuren bewegen. Wäre interessant, wie wenig da reicht, wie viel da sein muss, um als Erzählung zu funktionieren. Ob es interessanter ist, wenn möglichst wenig angedeutet wird, ob vielleicht doch die direkteste Vorbereitung diejenige ist, die am besten funktioniert, ob es sinnvoll ist, sehr viele Möglichkeiten anzudeuten, die dann gar nicht mehr berührt werden und einfach verschwinden, oder ob es besser ist, absolut geradlinig exakt das zu geben, was die Erzählung benötigt. Ich könnte mir vorstellen, dass es einen gewissen Spielraum geben muss, damit der Film nicht völlig durchschaubar wird, aber nicht zu viel, damit der Zuschauer sich nicht über die vielen falschen Fährten ärgert. Was könnte man mit falschen Fährten machen, wenn man sie nicht einfach verschwinden lassen will? Echter erzählerischer Realismus würde vermutlich Gefahr nur in den seltensten Fälle vorbereiten, da sie uns im realen Leben eher unvorbereitet trifft. Es ist letztlich der allwissende Erzähler, der reflektierende Zuschauer, der die Gefahr sieht, in die der Protagonist läuft, nur in den seltensten Fällen der Protagonist selbst.

Wichtig: footwork-bassdrum

45 Minuten Sicherheit. Perverse Psychologie: Endlich Zwang. Du kannst nicht anders. Du darfst nicht anders. Plötzlich hältst Du Dich daran. Warum nur?

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Lost. Again. Trust. Faith.

M&A/Quay: Gut verstecktes Vier Jahreszeiten-Zitat

Witze, die vorgetragen werden, als wären sie keine Witze, aber eben nicht demonstrativ stoisch wie bei Keaton, sondern lässig ernst, als ob man eine ganz normale Geschichte erzählen würde.

Notation:

Dummheit ist böse.

Nichts + Nichts = Nichts
Pause + Pause = Pause

nicht in sich strukturierbar, nicht zwei Pausen, sondern eine längere Pause

Das Überflüssige, das Nichtnotwendige: Regel und über die Regel hinaus erfüllen?

Ziemlich bizarre Angewohnheit, alle Abstufungen als musikalische Skalen zu denken, gerne als diatonische mit wechselnder Zuordnung, damit unterschiedliche Strukturen frei aneinander angepasst werden können. Eine Art Vorstellungshilfe, die aber ganz klar nicht den eigentlichen Gegenstand vorstellt, sondern nur seine Ordnung vorstellbar und damit nachvollziehbar und handhabbar macht. Möglicherweise für einen Musiker nicht zu vermeiden, weil die grundsätzlichen Skalenstrukturen fest ins Hirn eingebrannt sind. Diatonisch ja übrigens viel leichter singbar/vorstellbar als chromatisch.

Das gleiche gilt natürlich auch für mechanische Arbeitverläufe wir Abtippen, Abzählen etc., die wir immer auf einfache Rhythmen herunterbrechen, um sie besser beherrschen und in gewisser Weise automatisieren zu können. Ein bestimmter Bewegungsablauf (und wenn es nur die Zählbewegung des Mundes, vielleicht zusammen mit dem Deuten des Fingers auf das zu zählende) in einer bestimmten Rhythmisierung etabliert und so genau wie möglich wiederholt, um die Fehleranfälligkeit zu minimieren und die Geschwindigkeit (immer im gleichen Rhythmus) erhöhen zu können. Zeitersparnis. Nichts denken, nichts vorstellen müssen.

Süßkirschen + Pastis: Wie füreinander gemacht, aber ziemlich pervers, guilty pleasure. Wie Salzkaramellen vielleicht. Übrigens erstaunlich robustes Obst, wenn man darüber nachdenkt, pralle Haut, kräftiges Fleisch.

Entspannte Konzentration: Läuft alles von alleine, ohne Anstrengung, fehlerfrei. Dann wieder Ermüdung, geistiges Abschweifen, grobe Schnitzer: Wo bin ich? Wo war ich? Unüberwindbare Müdigkeits-Wand. Weitermachen und leiden. Durchkämpfen. Warten, dass es vorübergeht. Stichwort: Langeweile. Aufmerksamkeits-Kapazität. Irgendwann einfach verbraucht. Schwer, damit umzugehen. Eigentlich inakzeptabel. Aber unausweichlich. Hilft nur das berühmte Aussitzen.

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Instrumentation als Ausschnitt

Gut. Wenn das nicht geht, was geht dann?

Das Einzige, was einen in solchen Situationen weitermachen lässt, ist, dass man sich nicht umbringen will. Was nicht heißt, dass es einen vernünftigen Grund geben würde, sich nicht umzubringen. Eher im Gegenteil.

hm
hm
hm hm
hm
hm
hm hm hm

Kolik/Hirn: Future/Shit

Die Mär von der verlorenen Seele, die durch die Liebe zu ihrer Bestimmung zurückfindet: Storymuster, die offensichtlich so viel Glaubwürdigkeit für uns haben, dass sie, ohne sich zu verbrauchen, quasi unbegrenzt eingesetzt werden können.

Rauschen, z.B. kurzes und langsames Verschieben eines Leinenbandes auf Holzfußboden (dicht, sanft) oder eines Plastikbandes auf dem gleichen Untergrund (hell, dünn). Warum genau sollte man das eine dem anderen vorziehen – klingt schöner?

Nicht enttäuscht sein, wenn etwas nicht funktioniert, ohne zu lügen, ohne sich selbst etwas vorzumachen: Schwierige Aufgabe. Zu sagen, es ist egal, Hauptsache, es ist überhaupt etwas geschehen, ist natürlich eine Lüge und als solche ziemlich leicht durchschaubar. Möglicherweise könnte man aber auch diese Position auf eine höhere Ebene bringen, etwa, zu wissen, dass es eine der häufigsten Selbstbetrugs-Lügen überhaupt ist, und die dazugehörige Haltung trotzdem, als reale Arbeitsbasis, beizubehalten.

TV eigentlich immer über Vertrauen und Verrat: Weil man soviel Zeit hat, die Vorzeichen zu ändern?

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Your place in society

Den Zweifel für 45 Minuten suspendieren.

Design: Rötlicher Schimmer, vielleicht auch rosa, kaum sichtbar.

Ja, klar, Reue: Angeblich bereut ja niemand nichts. Allein das könnte schon Zeichen genug sein, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, mal wieder ein bisschen mehr zu bereuen. Wenn Du dies machst, bereust Du das, wenn Du das machst, bereust Du dies. Es geht ja gar nicht unbedingt um Fehler, sondern um all das, was man nicht machen konnte, weil man sich für etwas anderes entschieden hat. Lustigerweise fällt da das Bereuen auf der Mikroebene (gehen wir heute abend hierhin oder dorthin) deutlich leichter als auf der Makroebene (hätte ich bloß/wie konnte ich nur). Wahrscheinlich eine gigantische Verdrängung. Die Vernunft sagte mir, dass ich nicht bereuen soll.

Maurizio/Licht, Teil IV: Möglicherweise Material nochmal halbieren, weil sich Einsatzdauern im Mittelwert halbieren. Material dadurch mehr und mehr entcharakterisiert. Würde man es danach wieder augmentieren, würde es tendenziell nur noch einfache Glissandi und Haltetöne geben. Der Weg zum stehenden Klang. Daraus könnte man am Ende wieder einzelne Akkordschnitte/Tonknackse ableiten. Oder Knacks-Unisoni.

Ob es möglich ist, die Direktheit des Instrumentalklangs zu brechen, ohne ihn ins Geräuschhafte oder ins Ultraleise zu verfremden. Tatsächlich hat der direkte Instrumentalklang ein Pathos, das in gewisser Weise nicht mehr brauchbar scheint. Dem eine gewisse Peinlichkeit anhaftet. Manchmal scheint es, dass ultrakonsonantes Material dieses Pathos vielleicht brechen könnte, möglicherweise einfach, weil es eine gewisse klangliche Normalität ausstrahlt. Dass Dissonanz das unzeitgemäße Pathos betonen oder sogar steigern würde. In der Elektronik extrem leicht, Direktheit zu brechen, weil sie in ihrer mechanischen Übermittlung von vornherein Inbegriff von Indirektheit ist. Gleichzeitig nichts leichter, als mittels Klangbearbeitung zusätzliche Aspekte von mehr oder weniger deutlicher Indirektheit einzuarbeiten. Insofern ist ein aufgenommenes oder verstärktes Instrument automatisch schon verfremdet. Vielleicht ist es gar nicht der zusätzliche Peng, der Verstärkung so erfolgreich macht, sondern tatsächlich dieses Betonen von Indirektheit, das dem aktuellen Selbstverständnis der Welt am besten entspricht. Trotzdem fände ich es natürlich nicht besonders interessant, dem einfach so nachzugeben. Man sollte schon einen triftigen Grund haben, diese Mittel anzuwenden, oder eben schauen, ob man ihre Konsequenzen nicht auch ohne direkte Übernahme der Mittel in der Instrumentalmusik realisieren kann.

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Erschreckend

Eitelkeit und Lüge: Noch so ‘ne geistreiche Beobachtung und ich kotze.

Melodie = Umwege: Gehe NICHT direkt auf, ziehe NICHT … Antilogik. Da könnte man doch noch mal. Abschweifen.

Müllauto/Straßenreinigung: Lang gehaltener Ton/Intervall, Brummen ohne Anfang und Ende, ab und zu leichte Tonhöhenabweichungen, gar nicht demonstrativ, aber eindeutig präsent, eigentlich sogar fast Vordergrund des Geräuschspektrums, nur durch den Mangel an Veränderung als eine Art Hintergrund wahrgenommen. Schön.

Alle wenden sich wieder der Musik zu. Keiner mag sie, aber man ist sich einig, dass es besser ist, als gar nichts zu haben in der Nacht.

Kalter Rauch, Bier, fettgetränkte Speisen, alles schon ein bisschen älter: Geruch der Jugend, selten geworden, aber nicht völlig verschwunden. Z.B. wenn man sich in der Kneipe ein Eis geholt hat. Schon damals komisch gewesen, aber nicht eklig, eher fremd, heute vor allem Erinnerung.

Ziemlicher Unfug, den Diederichsen in der vorletzten de:bug ever über Cage verzapft: so ist das leider SEHR kurz gedacht und als Argument ziemlich peinlich.

Komponieren als bürokratische Übung: Alles sehr still.

Vorläufiger Umriss:
zwei große Bogen:
1. Aufmerksamkeit, Langeweile, ADS, Maschinen vs. Menschen bei der Verrichtung stumpfsinniger Arbeit.
2. Individualität vs. Integration in größere Strukturen – Steuern zahlen, einsamer Wolf im IRS vs. Teamplayer.
David Wallace verschwindet nach hundert Seiten.
Kern der Sache: Realismus, Monotonie. Plot als Abfolge von Vorbereitungen auf drohende Dinge, die nicht eintreten.
David Wallace verschwindet – geht im System auf.

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It’s sad, but it’s sad.

Ich muss noch zur Post: Die Post ist im Bahnhof untergebracht, irgendwo in Zentralasien. Ich will mein Fahrrad zurückschicken, das ich nicht mehr brauche, weil ich mir hier eines leihen kann. Man tritt durch eine unscheinbare Nebentür ein. Der Bahnhof ist ein großes, burgähnliches Schloss. Ich weiß gar nicht, wo hier die Züge fahren sollen. Oben eine große Sonnenterasse mit Fischbecken. Schöne, große Karpfen, zwei in typischer Koi-Färbung, zwei auffallend bunt. Plötzlich erscheint ein gigantischer Fisch, deutlich über mannshoch und entsprechend lang, er sieht aus wie ein vergrößerter Zierfisch in metallisch-blau. Er steckt mehrmals seinen Kopf mit der riesigen Schnauze aus dem Wasser, dann kommt er mit seinem ganzen Leib nach oben, lehnt sich mit den Vorderflossen auf die alte Steinbrüstung und scheint den Blick ins weite, tiefliegende Tal zu genießen.

Die Idee, dass etwas richtig und etwas anderes falsch ist: So muss es sein, so ist es richtig, das geht gar nicht. Bis der nächste kommt und eine bessere Idee hat – natürlich auch nur für diesen Moment.

Einzeltakte merkwürdigerweise interessanter, wenn sie unverbunden, also im Gesamtzusammenhang vereinzelt bleiben. Vielleicht, weil sie sonst zu sehr wie einfache Verbindungsstücke wirken. Banal. Rein kontextbezogen im Unterschied zu in sich komplexen Instrumentenverbindungen. Wie Bauklötze/Steckverbindungen, die am schönsten sind, wenn sie getrennt bleiben.

Übrigens auch nicht gut, wenn völlig unverbunden. Am besten, die Möglichkeit einer Verbindung offen halten, aber nicht ausführen.

Kinder sprechen oft wie schlechte Schauspieler, oder wie Schauspieler, die ein Script bekommen haben, das so schlecht ist, dass sie nicht wissen, wie sie es sprechen sollen. Vielleicht ist das Script ja wirklich so schlecht. Oder die Kinder schauen zu viel fern. Da klingt nämlich alles so bizarr unecht frisch abgelesen.

Forsythien-Gelb neben Kirschblüten-Rosa: Klingt nicht nur schrecklich, sieht auch fürchterlich aus. Stört sie aber nicht weiter. Nicht zu viel erklären. Umständlichkeit.

Tri Repetae: Interessante musikalische Metapher, total kaputte CD, Rauschen als Oberfläche, näher/ferner, Unterbrechungen, falsche Wiederholungen, etc. Leider nicht mehr abspielbar

Nicht auf die Form, auf die Leerstelle schauen (3:4)!

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Tony Cragg, Caught dreaming, 2006, Jesmonite

Im Kopf Gegenstände/Auswahl/Optionen mit Tonhöhen nummerieren/markieren, geht automatisch, lässt sich eigentlich gar nicht vermeiden. Diatonische Melodien. Wäre interessant, mal ein Stück daraus zu machen: Wenig Tonhöhen, aber eben nicht betont wenige: Nicht eine, nicht zwei, aber sicher eben auch nicht zwölf. Quasi Kinderlied, Abzählreim, was es ja genau wäre. Sonic Youth-Technik: Kinderlied mit mikrotonalen Abweichungen.

Dunkle Ahnung: So müsste, so könnte es gehen. Was wäre, wenn man tatsächlich entscheiden würde: So muss es gehen. Quasi Entscheidungshoheit für korrekte Option beanspruchen: Ableiten, entscheiden, durchführen. DAS ist die richtige Entscheidung.

In gewisser Weise die absolute Verzweiflung/Konfrontation mit der absoluten Verzweiflung.

Improvisation: Rhythmus, Reihenfolge, Regel. Zufall. Visuelles Feld, optische Verteilung. Visueller Reiz, Entscheidungspunkt.

waking
sleeping
dreaming
nothing

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always been, always been

Nummernkontrolle: Inhaltsleer, aber bestimmungsstark. Phantastische Denkkrücke

Alles was mir passiert, passiert auch jemand anderem.
Es gibt nichts, was mir passiert, das nicht auch jemand anderem passiert.
Macht also schon Sinn, von sich auf andere zu schließen.

Polyphonie: Dass man nicht überall zugleich sein kann. Dass man nicht mehrere Stimmen auf einmal schreiben kann. Dass man also eine Stimme nach der anderen Stimme schreiben muss. Dass also Dinge, die gleichzeitig erklingen, nicht gleichzeitig geschrieben worden sind. Gilt natürlich auch für die Konstruktion: Dass die einzelnen Teile der Konstruktion nacheinander ausgearbeitet werden. Dass also Aspekte, die in einem Klang gleichzeitig, weil vereint, erscheinen, nacheinander, also ungleichzeitig durchgeführt werden. Dass also Schichten, die sich auf den gleichen Gegenstand beziehen, aber unabhängig voneinander ausgearbeitet werden, im Ergebnis nur noch konzeptuell, aber nicht zeitlich voneinander unterschieden werden können. Das Gefühl der individuellen Zeitkurve, die aber im Ergebnis vollständig aufgelöst wird bzw. sich mit anderen Zeitkurven unauflöslich vereint. Notar. Zeichnung. Strich. Berührung. Eigentlich selbstverständlich und darum irgendwie auch falsch: Selbstüberschätzung. Präsenzüberschätzung.

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The idea is that it doesn’t matter.

Guston: Interessant, dass man denken kann, dass das grob gemalt ist. Wahrscheinlich auch eine Qualität dieser Malerei, dass die Feinheit versteckt ist und mit Deutlichkeit aufgewogen wird.

BECAUSE THAT’S WHAT I DO.

Das tolle beim Lesen ist natürlich, dass man die Informationen so wahnsinnig schnell abrufen kann. Wenn man will.

Kleidung/Körperbewusstsein: Eben wirklich etwas komplett anderes, ob du einen hohen oder tiefen Kragen trägst – z.B.

Enthusiasmus
Euphorie

Wird das Leben jetzt immer so spannend bleiben?
Was wird in den nächsten 45 Minuten passieren?
Ich freu’ mich schon so!

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Verzweiflung, offensichtlich.

Ein lauter Streicher-Klang, so kurz, dass man nicht sicher ist, ob er überhaupt da gewesen ist. Vielleicht einrahmen. Dynamik-Fehler/Abstimmungen.

Als ich noch. Uneigentlich. Nicht so persönlich-expressiv.

– Der Takt ist meine Liste!
– Oh nee, der wieder!
– Doch, das stimmt. Das ist die Wahrheit.

– Die gibt es, die –

If it’s not in the Schale, it doesn’t feel like Frühstück.

Nimmt seinen Abschied. Mit jedem Mal. Ein bisschen mehr. Am Ende ist man eigentlich schon gar nicht mehr da. Vielleicht.

It does make you think, doesn’t it? And I’m not talking about the last ten years.

Das Problem mit echten Tönen ist logischerweise, dass sie wirklich da sind. Lookalike. Soundalike. Not the point.

HiJ
JHi

HiC
CHi

Teppich: Übersetzung von Relief (Textil) in Plan (Foto). Eigenes Muster, weder Relief, noch Plan. Vielleicht Plan als Abbildung von Relief.

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darüber/davon

Zuviel geredet, zuwenig getan.

Nachdenken macht Spaß. Tatsächlich: Mühelosigkeit des Nachdenkens im Gegensatz zur Banalität des Ausformulierens.

Aktion – Nichtaktion: Was wäre eine Nichtaktion? Etwas, das vollzogen werden müsste, aber nicht wirklich geschehen würde. Sehen/Hören.

Dinge, die interessanter sind als vs. Pflichten: Du müsstest Dir das wirklich anschauen, das ist wichtig. Fernsehen vs. Arbeit. Auf der anderen Seite möchte man ja auch eine gewisse Leichtigkeit haben, eine gewisse Mühelosigkeit, das ist ja nicht total falsch. Im Gegenteil, irgendetwas an der Anstrengung, Ernsthaftigkeit, Durcharbeitung fühlt sich tatsächlich falsch an, besonders, könnte man sagen, wenn das Ergebnis dem Aufwand nicht entspricht. Man möchte total ernsthaft und besonnen sein, aber es steht gar nichts da. Man müsste sich das anschauen, aber es ist so uninteressant, so zäh. Man hätte halt schon gern so eine Art Flow, irgendwas, was einen trägt, das sich von selbst ergibt. Qualität harter Arbeit: Das ist ja immer wieder die Frage, was das genau ist. Es kann ja nicht einfach nur die Menge der Arbeit sein, viel hilft viel, sondern eher die Härte, die Genauigkeit der Fragestellung, die Ausdruckskraft der Lösung, der überwundene Widerstand, der in das Ergebnis einfließt. Alles offensichtlich ziemlich vage.

What the fuck is work? Ganz viel Arbeit ist offensichtlich vor allem Drücken vor Arbeit. Lieber das machen als jenes. Macht mehr Spaß, ist leichter, ist nicht so wahnsinnig unangenehm. Wenn Arbeit unangenehm ist, zäh, ist sie dann automatisch auch langweilig? Weil man so beschwerlich voran kommt? Oder ist da noch etwas anderes, für das Langeweile nur ein Symptom ist? Irgendeine Form von innerem Widerstand, quasi Fehlverhalten, z.B.

Die Banalität dessen, was tatsächlich da ist, im Gegensatz zu den Dingen, die man sich nur vorstellt/vorstellen kann.

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Charles Fleury, Sieur de Blancrocher

Was würde denn eigentlich übrigbleiben, wenn man alle Ablenkung, alle Entäußerung, den gesamten Informationsfluss wegnehmen würde? Was würde von uns übrigbleiben, wenn wir uns komplett isolieren und nur noch auf unsere unmittelbare Gegenwart konzentrieren würden?

Die implizite DFW-These, dass der Sinn menschlicher Existenz in der Selbstvergessenheit konzentrierter Arbeit liegt, ist zwar verführerisch, aber leider nicht ganz, oder vielleicht sogar gar nicht zutreffend.

Kann aus meiner Sicht eigentlich nur dort gelten, wo Arbeit wirklich unangenehm ist, wo wir Angst vor ihr haben, weil wir nicht wissen, ob und wie wir sie bewältigen können. Langeweile könnte da ein Teilaspekt sein, scheint mir aber eher ein körperliches Problem als eine geistige Aufgabe zu sein. Da geht es dann eher um die Frage, wie wir es schaffen, sitzen zu bleiben und weiterzuarbeiten, obwohl jede Faser unseres Körpers nach Abwechslung schreit. Dem Verstand ist das eigentlich ziemlich egal, glaube ich. Er kann sich anderweitig beschäftigen.

Ansonsten ist Arbeiten nämlich genau das Gleiche wie Fernsehen: Es zerstört Zeit. Man freut sich, dass die Zeit so angenehm, weil unbewusst, vergeht.

Don’t talk about bewusstes Fernsehschauen. Doesn’t exist by definition. The whole point is to lose consciousness of your situation.

Denken ist unheimlich entspannend. Man kann alles, was einem im Lauf des Tages in den Kopf gekippt worden ist, wieder herauskippen. Ist ein bisschen wie aufräumen: Klärt.

Wir akzeptieren die Tatsache, dass jemand stirbt und dann einfach weg ist, nur, weil uns nichts anderes übrigbleibt: Es ist die Realität. Aber in jeder anderen Hinsicht komplett inakzeptabel.

Mal was ganz anderes: Was machst du eigentlich, wenn du nicht arbeitest, und wenn ja, warum?
Gute Frage, hab’ ich vergessen.

You look like shit. I wanna look like shit, too.
Well, you will real soon.

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postdigitale Wichtigtuer-Diskussion

So schwierig, sich ein genaues Bild, eine genaue Vorstellung zu machen! Klar, Du weißt, was Du willst, in diese Richtung soll es gehen, so soll es sich anfühlen, das soll vorkommen, das soll passieren, das nicht. Aber wenn es darum geht, konkret zu werden, zu planen, die Form zu bestimmen, zerfällt alles in Staub. Fast. Wie bekommst Du das, was es sein soll, mit dem, wie Du es machst, mit seiner konkreten Ausführung zusammen. Oft das eigentliche Problem, die eigentliche Schwierigkeit des Schreibens. Ist Malen auch Schreiben?

Symbolismus: Interessant die vielen Album-Cover, die ganz offensichtlich als graphisches Symbol funktionieren. Eine rätselhafte Anordnung, die erst einmal nur gut aussah, die aber nur deswegen so gut funktioniert, weil sie suggeriert, dass sie etwas bedeutet. Sozusagen ein Symbol für nichts. Sie stellt etwas dar, aber der Autor weiß genau so wenig wie der Betrachter, was. Er hat aber natürlich auch gesehen, dass da etwas ist, dass es an einem bestimmten Punkt, als er eine zusätzliche Linie nach oben gezogen hat, plötzlich geklickt hat, dass da etwas entstanden ist, was vorher nicht da war: Eine graphische Bedeutung.

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Unz-Unz-Unz-Unz

How the hell did this get so sad so fast?

Merkwürdig, dass einem dann immer wieder doch etwas einfällt, gerade wenn man denkt, dass es gar nicht geht. Sinn der Arbeit. Warten. Quälen. Zeit.

Mad Men: Orchestrierung der Gefühle, virtuose Kontrolle, vor allem auch in der zeitlichen Abfolge, herauszögern, überraschen, vor sich hin laufen lassen, ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, und jetzt der ganz große Knall. Der allerdings auch nicht völlig umgedämpft, damit es danach auch noch weiter gehen kann. Grandiose Schauspieler-Führung, unübertreffbares Timing der unscheinbar Geste.

DMD KIU LIDT: Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit. Klingt gut. Stimmt das? Kann man das so stehen lassen? Würde man natürlich gerne, klar. Aber.

Die Hure/Die Herzogin: Ganz interessant der Gegensatz zwischen anzüglicher Kleidung und neutraler Gestik. Man erwartet die ganze Zeit, dass die Ansage des Kostüms eingelöst wird, es wird aber noch nicht einmal darauf Bezug genommen.

In gewisser Weise waren die Jahre im Gefängnis die glücklichste Zeit meines Lebens.

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Hochmut

Selbstkontrolle
Totaldisziplin

I can’t take any more bad news, Lane.

Land der roten Steine: Merkwürdige Idee, eine Landschaft, die man faktisch nicht sehen kann, immer wieder von anderen Standpunkten aus zu beschreiben. Quasi eine Übung in geometrisch-perspektivischer Beschreibungskunst und Vorstellungskraft, die gleichen landschaftlichen Fixpunkte in immer neuen perspektivbedingten Konstellationen vorzustellen. Obwohl diese Fixpunkte mit neuen Einzelheiten konkretisiert werden, bleiben sie papieren, weil die Erklärungen und Beschreibungen trotz aller Anstrengungen nicht wirklich anschaulich werden. Die Namen der Felsformationen bleiben die einzige Möglichkeit, wiederkehrende Fixpunkte zu identifizieren, was vielleicht auch daran liegt, dass die unterscheidenden Charakteristika nur für den, der sie tatsächlich sehen kann, erkennbar und erinnerbar sein können. Also letztlich eine Übung, die nicht erfolgreich sein kann. Trotzdem neigt man dazu, zu Ende zu lesen, vielleicht aus Faszination für die letztlich knochentrockene Prosa. Man fragt sich, warum macht er das? Warum tut er sich das an? Warum quält er sich so? Er kann nicht wirklich denken, dass er auf diese Weise ein Verständnis für die Landschaft wecken kann. Auch die seltenen Andeutungen einer Geschichte sorgen eigentlich nicht wirklich für Entspannung, sondern lassen eher die Zähigkeit der Beschreibungsprosa noch deutlicher spürbar werden.

Unbeschwertheit
Unbekümmertheit
Unschuld

kaufen: Now we’re talking!

Zeitdruck, Komma, produktiver: Entscheidung muss jetzt fallen, auch wenn es offensichtlich gar nicht möglich ist, eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Es muss einfach irgend etwas passieren.

Ist es am Ende einfach eine Frage des Durchhaltens – oder Nichtdurchhaltens?

unbedingte Zuneigung
bedingungslose Liebe

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Gesichtslosigkeit

El cardenal infante Fernando de Austria cazador, 1632-34, Museo del Prado

Francisco Lezcano, el Niño de Vallecas, 1635-45, Museo del Prado

Esopo, 1638, Museo del Prado

El bufón Don Diego de Acedo, el Primo, 1644, Museo del Prado

Mariana de Austria, 1652, Museo del Prado

La infanta Margarita, 1654, Kunsthistorisches Museum
Grau-rosa, komplett verwaschen, dazu eine Diagonale in Renoir-Türkis.

La infanta margarita, 1656, Kunsthistorisches Museum

El príncipe Felipe próspero, 1659, Kunsthistorisches Museum
Behängt mit Amuletten, unheimlicher Nebenraum rechts hinten, Hündchen genauso gebrechlich wie das Kind.

La infanta Margarita en traje azul, 1659, Kunsthistorisches Museum
Grau gegen blau, Bordürenbahnen mehr und mehr verwischt.

La infanta Margarita en traje rosa, 1663, Museo del Prado
Grau gegen rosa, weiße Krikelage wie Schriftzeichen auf Bordüren.

Las meninas, Mazo-Kopie, 1660, Kingstons Lacy, The Bankes Collection
Warum würde man das Original skizzenhaft und in klein kopieren wollen? Königspaar ausgelassen, Rücken-Bilder etwas deutlicher als im Original. Bewegungen so natürlich wie (nur) bei Velazquez.

Mythological painting: Orchestermusik/Orchestrierung
taste for paradox
formal and narrative experimentation

Deutsche Stimmen: Sprachklang/Sprachmelodie

Verwischen/Unschärfe: Vielleicht doch versetzen? Antikontur.

Zählen, um sich die Zeit zu vertreiben, zählen, um die Zeit zu markieren: Jetzt mache ich noch x mal dies, y mal das, und z mal jenes, und dann …

Don’t show off!

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Körte 6 10:00 17.01.2014

Cold Front Productions

Lustig, eine echte Maloche down hier im Büro.

Improvisation. Alles Improvisation. Alles improvisiert. Die Reihe. Der Algorithmus.

Total Trauer: The caretaker.

Gleiche Intervallkonstellation einmal als Tonhöhen/Klänge, einmal als Tonfolge/Spannungsverhältnis. Müsste eigentlich möglich sein.

Oh nee, wann ist denn endlich die erste Stunde rum? Die Zeit kriecht. Ja, so ist das im Büro. Zeigt, wie viel in wenig Zeit geht, aber auch, wie langsam sich Zeit anfühlt, wenn man darauf achtet. Wenn man sich quält. Einzige erlaubte Ablenkung: Notizen. Nachdenken. Nichts tun. Aber eben nicht: Etwas anderes tun. Schlafen ist z.B. auch nicht erlaubt, logischerweise. Wäre wie etwas tun, sich ablenken, die quälende Zeit nicht aushalten. Nachdenken macht ja übrigens eigentlich immer Spaß, ist nie unangenehm, wahrscheinlich, weil man nicht wirklich etwas tun muss, weil man nicht in die Ausführung gehen muss, weil man noch nicht so weit ist, zu sehen, wie die Ideen sich in der Ausführung auflösen, verschwinden. Tolle Idee – aber nur so lange, wie man sie nicht anwendet. Letztlich das Reich des Traums, wo alles geht, was man sich kurz vorgestellt hat, wo man für einen Moment überzeugt war, dass ein bestimmter Gedanke vollständig evident ist. Ausführung wäre dann der Text, die Argumentation, wo dann plötzlich nichts mehr zusammenpasst. Nachdenken ist viel leichter als tun, weil es keinen Widerstand kennt.

Letztlich ganz normal, dass es einem schlecht geht, by the way. Den meisten Menschen auf der Welt geht es schlecht. Und den anderen natürlich auch.

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§22: Die Erinnerung

– Do nothing.
– I beg your pardon?
– If you have no move, Mr Thompson, you do nothing.
– He’s under attack, Arnold.
– All the more reason for patience. I’ve made my living, Mr Thompson, in large part as a gambler. Some days I make 20 bets, some days I make none. There are weeks, sometimes months in fact, when I don’t make a bet at all because there simply is no play. So I wait, plan, marshal my resources. And when I finally see an opportunity, and there is a bet to make, I bet it all.

Vorort, Straße, altmodische Limousinen im Tiefschnee: Vergessen zu atmen.

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Small Town Boy

Es MUSS unangenehm sein. Ist doch eigentlich klar. Sonst ist es keine richtige Arbeit. Am besten selbstverständlich unangenehm. Gar nichts besonderes. Ganz normal. Endlich eine richtige Arbeit! 9 – 5 = 8. Ganz egal, ob es funktioniert oder nicht funktioniert. Einfach sitzen bleiben. Nachdenken. Zeit absitzen. Langweilen. Meditieren. Geht nicht ohne ein gewisses Desinteresse. Quasi Heiterkeit. Ein bisschen abgelöst. Nicht über alles gleich ärgern. Intellektuelle Abgeklärtheit. Verzweiflung.

9-12
15-18
20-22

oder so.

9-12
13-17
20-22

oder so.

10-13
15-18
20-22

oder so.

Du bist jetzt bei Dir selbst angestellt. Ich bin mein bester Angestellter: Mitarbeiter des Monats.

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Stimmt/Stimmt nicht

So einfach soll es dann doch nicht sein. Eher unglücklich, unangenehm, peinlich.

a past thought is not perceived,
a present thought is not perceived,
and future thoughts are not perceived.

eigentlich egal, ob es ein Fehler ist, oder nicht, oder sehe ich das falsch?

Actress: Zustand, stehen lassen, verdeckte Entwicklung, untergründige Dynamik

Was war eigentlich gestern noch mal? Wo bekommst du deine Informationen her? Brauchst du überhaupt Informationen? Für deine Arbeit?

Auch Arbeit kann eine Disziplin sein. Arbeit ALS Disziplin. Also so etwas wie ein Eigenwert.

Was man nicht lesen kann: Richtig geschrieben, aber dennoch falsch gelesen. Weil die falsche Assoziation stärker ist als die richtige.

Ausformulierung: Trägheit vs. Schnelligkeit

Paul Perry/Alamut: Das war’s, wiedergefunden.

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pretty good privacy

Der Wunsch, etwas zu sagen. Etwas auszudrücken. Eine Weltsicht darzulegen. So wäre das. So hätte das gewesen sein können.

Alles ganz normal. Was würde darüber hinausgehen? Kann es überhaupt etwas geben, das darüber hinausgeht?

Routine
Disziplin
Bescheidenheit
Demut
Wut

Information: Macht es überhaupt Sinn, dass … Stimmt schon. Natürlich könntest du etwas finden.

Ist das aber wirklich so? Macht es wirklich Sinn, nach Zeichen zu suchen? Offensichtlich auch Gier, Zwanghaftigkeit, Ablenkungsbedürfnis. Könnte man ohne leben?

Zufriedenheit. Neugierde. Ein geglücktes Leben: Vielleicht gehört da der eklatante Fehler, die eklatante Schwäche auch dazu?

Horror vacui

Qual

Hölle des Schweigens

Ja, genau so, so sollte es sein. Das wollte ich … Das ist ja aber genau nicht so, wie es funktioniert. Der Mehrwert des Nichteinlösens, des Verfehlens, des Darüberhinausschießens.

Ist das heute noch so? Wäre es nicht besser, genau zu treffen? Exakt das einzulösen, was man (sich selbst) versprochen hat? Kann es immer noch um kreative Abweichung gehen?

Kurzzeitige Einbildung, dass man etwas versteht. Dass man etwas verstehen könnte. Dass es etwas zu verstehen gibt.

Dann vorbei.

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Ein glückliches Leben

Unbeteiligt: Frage wäre schon, wie wichtig es ist, an etwas innerlich beteiligt zu sein, um zu einem überzeugenden Ergebnis zu kommen. Ein mögliches Maß der Beteiligung ist natürlich die Menge der Arbeit, die im Ergebnis steckt, unmittelbar gekoppelt an die Sorgfalt, mit der das Ergebnis erarbeitet worden ist.

Wie ist das denn im echten Leben, ist es da gut, beteiligt zu sein, oder nicht? Es gibt ja beispielsweise so etwas wie ein persönliches und ein unpersönliches Mitleid: Ist eines besser als das andere? Man könnte annehmen, dass man etwas verpasst, wenn man nicht innerlich beteiligt ist, dass man nicht wirklich mitlebt. Auf der anderen Seite könnte man sich auch in der Beteiligung verlieren, in etwas aufgehen, das nicht unbedingt zu einem selbst gehört, sich darin verzehren. Ganz offensichtlich bei jeder Form von Leidenschaft.

Die Idee beruht nicht auf Beteiligung. Niemals? Könnte nicht der Idee die Beteiligung notwendigerweise vorausgehen? Kann man über etwas nachdenken, an dem man nicht in irgendeiner Weise beteiligt ist? Ist die Idee vielleicht sogar das Ende der Beteiligung? Dann hast Du es geschafft, dann bist Du darüber hinweg gekommen. Du hast das Problem gelöst.

Und jetzt das Detail, die Ausführung. Wirklich ohne Beteiligung, quasi automatisiert? Kannst Du das mal bitte hier rüber schaffen? Echte oder gedachte Assistenten helfen Dir, Beteiligung zu vermeiden.

Aber das muss doch -.
Nein, eben nicht. Damit hast Du gar nichts zu tun.

D.h., alle Entscheidungen müssen im Voraus getroffen werden. Oder, wenn das Ergebnis nicht befriedigt, noch einmal komplett neu entworfen werden. Der Herstellungsprozess als Zwang zur Nichtbeteiligung, als Zwang zur Konzeptualisierung.

Was ist dann aber, wenn die Details entscheidend sind, wenn die Details entscheidend sein sollen? Wenn ich mir etwas anschauen will, wenn ich eine echte Oberfläche sehen will, nicht einfach nur eine im Voraus konzipierte Farbe? Eine Oberfläche, die als solche interessant ist, nicht einfach nur als Einlösung ihrer Konzeption. Wenn ich das Objekt als Objekt, und nicht als Idee anschauen will?

Anschauen und weggehen, verstehen und vergessen. Wobei natürlich auch die Ideen-Malerei von der Spannung zwischen Kunstobjekt und Nichtausführung lebt, also sich letztlich auf ihre nicht eingelöste Oberfläche bezieht. Negation von Oberfläche, Automatisierung von Berührung.

Objekt mit Oberfläche vs. Objekt ohne Oberfläche

Mit dem Schlag vs. gegen den Schlag

Niemals am gleichen Tag nachschauen!

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Le Freak

Alles leise, auch Kolik? Wäre zu einfach. Aber es geht ja erst einmal nicht um den Schwierigkeitsgrad, sondern um die richtige Antwort. Trotzdem. Würde funktionieren, wäre aber zu offensichtlich. So etwas wie ein billiger Trick.

Ich kann nicht aufstehen.

Nicht ausruhen in der –

Abrufbereit.

Merkwürdig, dass alles Lesen sich plötzlich, wenn es nicht ganz schnell geht, wie Zeitverschwendung anfüllt. Als ob man Zeit ausfüllen würde, fast absitzen, wohl auch, weil man schnell weiß, wohin die Reise geht, schnell versteht, dass die Ausbeute begrenzt sein wird, die Zeit aber unendlich lange dauert.

Der ausgearbeitete Text, der Essay, der wohlkonstruierte Roman, letztlich fast immer viel zu umständlich, ohne wirklich Grundsätzliches bereitstellen zu können. Auch hier natürlich Wallace, der das Problem komplett, und von beiden möglichen Enden, auf den Punkt bringt.

Das Suchen nach Brotkrumen, nach etwas Verwertbarem, etwas, das einen weiterbringt, eine neue Perspektive enthält, inmitten von einem Ozean von gepflegter Normalität, lohnt sich das wirklich? Ist das vielleicht sogar doch Teil der Jobbeschreibung?

I have no fuckin’ idea. Gehört das dazu? Das abchecken, verwerfen, nochmal anhören, löschen, sichern?

Selbstbetrug als Stellenbeschreibung: Ist halt viel angenehmer, immer etwas zu tun zu haben. Horror vacui.

wir wären gerne
wir müssten

Why would anybody listen to that shit?

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Kontrollverlust

Big Problem: Wie wollen/sollen wir leben? Was wäre, wenn wir alles auslassen würden, was nicht zu unserer Arbeit gehört? Würde das unser Leben verbessern? Oder sogar verschlechtern?

Bad choices. Quasi totale Uninformiertheit. Nur noch sehen, was zur Arbeit gehört. Lässt sich natürlich auch ziemlich schwer durchhalten. Nur noch aufschnappen, was sich nicht vermeiden lässt. Was wäre das für ein Leben? Auf jeden Fall das totale Antinetz. Wieweit wäre das sinnvoll?

Auf der anderen Seite: Inwieweit ist es denn sinnvoll, um jeden Preis Bescheid wissen zu wollen? Sich auszukennen?

Wesentliche Anschlussfrage: Kann das alles aus sich selbst heraus funktionieren? Was passiert, wenn man die Verbindung kappt? Letztlich: Gehört Information zur Arbeit oder nicht?

Im Prinzip natürlich eine Art Fachidiot als Konsequenz, ist ja völlig klar.

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stumm

Zu kurz/zu lang

was dir wichtiger ist
auswählen
weglassen

brauchst du überhaupt noch etwas?

die Zeit, in der man etwas NICHT konnte
Aufgaben stellen, die man nicht bewältigen kann
das Nicht-Können produktiv machen
das Beherrschte ist zugleich auch das Langweilige

nicht am Anfang
nicht am Ende
und nicht aufeinanderfolgend

ich mag DIES,
ich mag DIES,
und ich mag DIES

DAS gefällt mir,
DAS gefällt mir,
und DAS auch

kälter, Kälte, viel mehr Kälte

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Ausschließlichkeitsanspruch

wäre ja doch schön, wenn es noch etwas anderes gäbe, nicht einfach nur

das perfekte Produkt

können wir das noch irgendwie ein bisschen stören, bitte?

Eine rein musikalisch motivierte Geste könnte auch eine Störung sein – plötzlich weg vom Text, und zwar nicht etwas wie über den Text hinaus gehen, sondern tatsächlich etwas anderes, während die Musik bis dahin eng am Text entlang gefahren ist. Plötzlich ein viel zu langer Ton, eine viel zu lange Phrase, die innerhalb des Textes, innerhalb seiner Silbenstruktur überhaupt keinen Sinn ergibt, die den Text nicht transportiert, sondern letztlich unterbricht.

Gute Idee!
Ja, finde ich auch.
Na ja.

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Scherzen

Was wäre denn, wenn die Instrumente einfach etwas ganz anderes machen würden? Tonhöhen und Register, rhythmisches Verhältnis zu Stimmen entsprechend Planung, ansonsten aber völlig frei eingesetzt.

Nur warum/wie genau?

Material Stimmen/Instrumente: g/ä/v?

Wäre interessant mit Vorgreifen/Nachgreifen. Dann müssten die Phrasen wirklich fest und eindeutig zugeordnet werden (Anfang/Ende/Überschneidung).

Schlagzeug: Auch unbestimmte Instrumente den Registern zuordnen? Dann müssten Instrumente und ihre Register im Voraus ausgewählt/zugeordnet werden.

Was bedeutet das eigentlich genau, wenn man etwas als unsinspiriert bezeichnet? Ist es einfach nicht gut genug, fehlt ihm die Intensität, hat es keinen Fluss, wirkt es zu sehr erarbeitet? Geistlos, ideenlos? Es fehlt die Überraschung, das Besondere. Der Punkt, an dem es in etwas Neues, Eigenes umschlägt.

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die Sorge um sich

yes, sure

Man denkt, man kann etwas nochmal so machen, wie man es schon gemacht hat. Vielleicht hofft man es auch. Ist aber nicht. Geht überhaupt nicht. Ist genau das, was gar nicht geht. Soviel zu: Etwas gelernt haben. Vielleicht ist das eine Bedeutung von Personalstil: Das abarbeiten, was man gelernt zu haben glaubt. Und was danach übrig bleibt.

quäl dich!
mach ich doch!
das nennst du quälen?

nur gestimmtes Schlagzeug? dadurch eine Art Kontinuität erzeugen? möglicherweise Brüche nicht durch Instrumentenwechsel, sondern durch Registersprünge erzeugen?

reiben
streichen
oder einfach an/schlagen?

Die Instrumente sprechen zusammen mit den Stimmen, nehmen den Sprachgestus vorweg oder lassen ihn nachklingen. Das wäre eine Sichtweise und eine Begründung.

Das Gegenteil wäre ein rein instrumental gedachter Satz, in den die Stimmen eingepasst werden.

Dritte Möglichkeit: Instrumentaler und vokaler Satz, unabhängig voneinander konzipiert und ohne nachvollziehbare Synchronisation übereinandergelegt.

Werfen
Nochmal werfen
Nochmal werfen
Bis es dir gefällt
Bis du zufrieden bist

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it’s a struggle in a very confined space

Ist es zu kompliziert? Ist es zu einfach? Warum glaube ich da jetzt gerade nicht dran? Was muss ich tun, um daran glauben zu können?

Zuversicht als künstlerisches Problem: Um etwas zu verkaufen (Auftrag, Aufführung), musst du zuversichtlich sein, um an den Punkt zu kommen, wo du ein gutes Stück schreiben kannst, musst du alle Zuversicht hinter dir lassen.

Einfach ein schlechtes Stück schreiben. Ein schlechtes Stück akzeptieren, um ein gutes Stück schreiben zu können. Küchenpsychologie. Aber trotzdem nicht falsch.

durchziehen, als ob du es nicht könntest – du kannst es ja auch wirklich nicht 

Erst Pause, dann Ton: Pausendauer bestimmt Tondauer, nicht umgekehrt.

Pause: Bisschen auch wie eine Farce – gleich geht’s weiter.

Kameraposition – die Position des Beobachters, der Ort der Bilderzeugung: Was wäre das denn genau?

Binnenpause = Artikulation
Einheit: Note(n) + Pause

Artikulation um jeden Preis!

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alles Stückwerk

Eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem erwähnenswert: Vor der Erfindung der Fotographie war Malen natürlich auch eine Gedächtnisleistung, und wahrscheinlich auch eine Art Abstraktion von der Zeit, Zusammenfassung. Man konnte nicht einfach den Himmel fotographieren und dann abmalen, sondern musste sich entweder möglichst genau merken, wie er zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgesehen hatte, wenn einem dieser Zeitpunkt besonders wichtig war, und etwa in einer schnellen Skizze, einer Art Kurzschrift, festhalten – die aber auch schon eine längeren Moment zusammenfassen würde, da sie ja nicht die quasi ausdehnungslose Belichtungszeit der Fotographie, sondern einen gewissen Zeitraum der fortschreitenden Skizzierung benötigen würde. Oder man musste das Typische eines bestimmten Himmels, vielleicht auch eine gewisse Emotionalität, die der Himmel haben sollte, konstruieren, und damit einen deutlichen Abstraktionsschritt vom tatsächlichen Himmel weg vollziehen, auch wenn das nicht unmittelbar offensichtlich, weil nicht nachprüfbar, und dem Maler wahrscheinlich auch gar nicht bewusst war.

Nicht Stimmigkeit, sondern Unstimmigkeit, die Produktivität birgt. Altes Problem: Man kann nicht absichtlich unstimmig sein. Vielleicht kann man so lange an etwas arbeiten, bis es unstimmig wird. Ich meine damit allerdings nicht, dass etwas lebendig wird, sondern dass es tatsächlich nicht mehr zusammenpasst, und dadurch Bewegung erzwingt.

Schlagzeug: Nur Riffelung, oder fast nur Riffelung, verschiedene Grade, verschiedene Geschwindigkeiten, quasi Mikrorhythmus, regelmäßige Mikroimpulse in unterschiedlicher Dichte. Sonst ausschließlich gedämpfte Schläge, ebenfalls unterschiedliche Dämpfungsgrade und Dämpfungsmethoden.

Schwestern verdoppelt, spiegelbildlich auf Boden ausgestreckt, leicht gekrümmt, Rücken an Rücken. Eine sieht etwas kräftiger aus als die andere, gesünder, vielleicht auch jünger.

meinetwegen ruhig ins Extrem gehen, was Ausdruck, Dynamik, Tempo etc. betrifft, aber subtil = traurig

Völlig surrealer Sommer: Heiß/Kalt, Sonne/Regen, Heuschnupfen/Klarsicht. Man duckt sich so ein bisschen weg, hilft aber nicht wirklich. Einzige Option: So gut es geht arbeiten.

Eine Ecke, eine Kante, ein Hindernis übersehen: Dumpfer Knall, Bewusstlosigkeit

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Mode/Pop

Journalismus

U-Bahn: Hörgerät klemmt an Wandknopf

1 Ornament/2 Silbe/3 Silbe/4 Bindung/5 Bindung/6 Bindung

1 Anzahl Einheiten/2 Dauer gesamt/3 Aufteilung/4 Pause/5 Gesamt/6 Bindung

Grundsätzliche instrumentale Kontinuität etablieren, dann unterbrechen, aber nicht zerstören.

Aufteilung kann Ersatz für Anzahl Elemente sein.

Aufteilung immer gebunden.

Pause Takt
Pause Zeile
Pause Phrase

Man versteht es nicht, wenn man es nicht systematisiert. Und wenn man es nicht versteht, kann man nicht damit arbeiten.

Konzept als Möglichkeitsraum: Alle Möglichkeiten offen halten und damit auch nahelegen/denkbar machen.

Don’t let the air conditioning fool you, son. You are here, too. You ARE suffering.

Festspiele als Mediamarkt der Kultur: Pop als preiswerter Köder, um die Leute ins Haus zu bekommen und ihnen dann die teure Weiße Ware (Waschmaschinen = Hochkultur) verkaufen zu können). Ziemlich fieses Konzept – aber alle sind glücklich: Let’s fuckin’ survive. Even if we don’t.

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Schlachtvieh

Maybe a little too secure, a little too confident.

Motivation einfach, dass irgendetwas gehen MUSS.

Parallelmontage geht allerdings wirklich überhaupt nicht mehr. Völlig nervendes Kunstmittel.

Synchrone und sukzessive Einsätze: Gestische Bedeutung der Tonhöhe verändert sich komplett. Man könnte fast sagen, dass der gleiche Ton nicht die gleiche Tonhöhe ist.

Das Gefühl, plötzlich sterben zu müssen. Jetzt, hier, auf der Stelle. Völlig klar, warum hat man das bloß nicht früher verstanden. Allerdings, was hätte es geändert, wenn man es verstanden hätte. Heidnischer Aberglaube. Hysterie.

Akkorde als Pathosgeste. Nicht bestimmte Akkorde, sondern der Akkord an sich, drei oder mehr verschiedene Töne gleichzeitig. Merkwürdige Idee.

Romantischer Brutalismus: So würde ich auch gerne heißen. Paul Rudolph.

Es muss schnell gehen, sonst ist es nicht toll.

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who the fuck am I kidding though?

No clue. Irgendwas stimmt nicht. Es fühlt sich nicht richtig an. Und es läuft natürlich auch nicht flüssig, klar. Also versucht man es anders. Und dann nochmal anders. Weil man keine bessere Idee hat, versucht man etwas völlig Unsinniges. Geht eigentlich gar nicht. Geht vielleicht doch. Plötzlich ist man auf einer anderen Stufe. Geht das ganze natürlich wieder von vorne los.

Homeland: Tue ich jemandem Unrecht, wenn ich sage, dass das fast grotesk langweilig ist? Und dass hier die Spannung wirklich nur darin besteht, dass man sich fragt, wann es endlich weitergeht? Dennoch selbst hier der Serien-Effekt, dass man sich, ob man will oder nicht, in die Figuren hineindenkt, etwas hinzugibt, was sie eigentlich nicht haben, höchstens suggerieren.

Bei aller Schwäche, trotz des völlig durchschaubaren Plots, fragt man sich trotzdem, wie es weitergehen wird, wie die Figuren sich entwickeln werden. Die Geschichte an sich treibt, auch wenn sie noch so doof ist, auch wenn sie noch so dürftig erzählt ist. Vielleicht hat die Figurenkonstellation einen gewissen Wert, eine gewisse Faszination, die über das Banale hinausgeht.

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Filed under Film, Methode

Tulga Tollu

Impuls: Damit es vorbei ist.
Spannung: Wann ist es endlich vorbei?

Immer
Alles
Zusammen

nach dem Gefühl entscheiden: wenn das Gefühl stimmt
bis zur Erschöpfung: emotionale Leere

warst du offen?
warst du konzentriert?
hast du alles gegeben?

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Filed under Dramaturgie, Methode

Na, Sie haben auch schon mal besser ausgesehen!

Sport: Ist es vielleicht auch hier so, dass die Dauer, die Zeit und die Langeweile, die damit verbunden ist, das Wissen, das man bis zum Ende durchhalten muss, eben auch als Zuschauer, zur Spannung beiträgt? Ist zum Beispiel ein Tennismatch nur dann wirklich spannend, wenn man als Zuschauer wirklich jeden einzelnen Punkt durchleidet, wenn man auch alle langweiligen Punkte mitnimmt, um am Ende das Ergebnis emotional verstehen zu können? Steigt die Spannung mit der Langeweile? Braucht das Erleben tote Momente, um echte Spannung aufbauen zu können? Jetzt muss ich noch dies aushalten, jetzt muss ich noch das aushalten, noch zwei Spiele usw., ist ja letztlich nicht anders als im Horrorfilm der dunkle Gang, das drohende Unheil, der lange Weg zum Showdown, eben die gesamte Strecke, die nicht verkürzt werden kann.

Müsste man sich auch bei Beethoven noch mal genauer, ausschließlich auf Dramaturgie bezogen, anschauen.

Trash Humpers: Vielleicht viel besser, als man denkt. Vielleicht ja tatsächlich Porträt einer Haltung, eines Lebensgefühls, das wir sonst nicht kennen. Extreme Betonung von Nutzlosigkeit und Normalität. Leben ohne jede Transzendenz. Realität. Möglicherweise wirklich nur sichtbar in der extremen Randexistenz, aber auf alle zutreffend.

Jeden Takt teilen? 1/1, 1/2, 1/3, 1/4, 1/5: Etwas passiert in der Mitte des Taktes. Bruch, Schnitt, Schweigen.

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man muss bereit sein dafür

What the fuck am I doing?

Volker hat recht, Pultbeleuchtung muss in Lichtkonzeption einbezogen werden: Vielleicht wie ein Funzeln, Aufglimmen, das Licht entsteht mit der Musik, aber die Musik lässt das Licht entstehen (was faktisch/technisch ja wahrscheinlich wirklich so sein wird). Weißes Licht als Licht-Licht. Einfache Leuchten oder gefilmte/projizierte einfache Leuchten. Klingt einfach, ist aber wahrscheinlich ziemlich kompliziert.

Künstler/Verantwortung: Bad idea. Kann nicht gut gehen.

So verschwurbelte Stimmungen, geistige Verkrampfungen, aus denen man meint, niemals mehr herauskommen zu können. Und dann plötzlich einfach weg, vergessen. Ein bisschen wie Krankheiten, die entsetzlich sind, wenn man sie hat, aber vergessen, wenn vorbei. Hat bei Stimmungen meist mit Umgebung oder Aufgaben zu tun, dann totale Panik, wie, wenn ich da nicht mehr herauskäme, wie, wenn ab sofort alles so bleiben würde, wie es jetzt aktuell ist, nämlich schrecklich? Klar sagt die Lebenserfahrung, dass das vorbeigeht, die Vernunft sagt, glaub der Erfahrung, aber es fühlt sich eben nicht so an, als ob es so wäre. Die unmittelbare Evidenz sagt das Gegenteil. Sie sagt: Das ist von nun an Dein Los. Wie konntest Du nur so unvorsichtig sein, Dich hier hinein zu begeben? Gleichzeitig gilt real weiterhin, dass man nicht alles auslassen kann, was einem unangenehm ist, dass man nur lernt, wenn man den Hirn- und Gefühlskrampf riskiert. Oft stärkste, aber nicht unbedingt wichtigste Eindrücke. Eher Ergänzung als wesenhaft.

Chor/Ockeghem: Verlängerter Atem, über die offensichtliche Metapher des ins Unendliche fortgesetzten hinaus natürlich auch eine körperliche Metapher, fast schon eine Beschreibung eines tatsächlich nicht möglichen Zustandes, über den Atem hinaus getragen. Macht tatsächlich Sinn: Schwerelosigkeit, Auflösung der lebenswichtigen Körperfunktionen, Sieg über den Tod. Religiöse Phantasie.

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Pseudologie

Gelassenheit/Entspanntheit: auch nicht schlecht, besonders wenn man sich die ganzen verbiesterten Gesichter anschaut.

Überprüfbarkeit
Vergleichbarkeit
Machart
Suggestion

Den Programmtext einfach mitlaufen lassen. Nur: Dann musst du den wieder erklären.

Rausgeflogen: O.k., und was machen wir jetzt? Träum’ fuckin’ weiter!

Was Du Dir vorstellen kannst, und was Du Dir nicht vorstellen kannst. Etwas ganz einfaches, einfach nur Achtel. Ich fühle das halt nicht. Ich glaube nicht daran. Nur als Parodie.

but, you know, you never know

warum ist das gut, und warum will ich das nicht?

der macht das: DER macht DAS. Personen als Instrumente. Einerseits totale Beschränkung, es geht dann eben nur mit DIESER Person und keiner anderen, andererseits Feindifferenzierung aus Erfahrung, die sonst nicht möglich wäre. Der macht das nämlich, der macht immer das, deswegen kennt er sich dabei so gut aus. Er hat seine eigene Sprache entwickelt, die sich aber auch auf genau dies beschränkt. Hong Chulki.

Das Licht der Herrschaft/Herrlichkeit.

Die Scheinwerfer der Macht.

Interessant, was einem alles nicht gefällt. Und zwar gar nicht. Z.B.

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Filed under Material, Methode, Neue Musik, Pop

everything is fremdbestimmt

Vor meinem geistigen Auge:
Raum, exakt wie dieser, nur leer.
Ich sehe das Licht, den Boden, die Unebenheiten der Bohlen, Staub, Dreck, alles andere ist weg, leergeräumt.

Musik läuft. Wollen wir nicht ein bisschen Musik hören? Läuft doch. Oh, stimmt.

Lächeln in der Stimme: Das ist so traurig. Das ist so erschütternd. Worüber freut die sich denn so?

Aus Fernen, aus Reichen.

Unglaublich, wie schnell man aus etwas draußen ist, wie schnell man aber auch wieder rein kommt: Wie habe ich das nur gemacht? Absolut keine Ahnung. Ach so, ja, genau. Ja, so war das. Eigentlich ganz einfach. Irre. Welten dazwischen. Irgendwie auch traurig. Ausgeliefert. Auch wenn es eigentlich immer funktioniert.

Grundbedingung: Man muss verstehen, wie viel Arbeit es ist, etwas zu tun. Wie viel mehr Arbeit, als man jemals für möglich halten würde, in vergleichsweise einfache Ergebnisse gesteckt werden muss. Man muss es selbst machen, um es zu verstehen, und man vergisst es sofort wieder, wenn man es nicht mehr macht. Deswegen kann man es auch niemandem erklären. Der Invest. Hilfe.

gut, o.k.

Der Vorteil, Entscheidungen nicht mehr zurücknehmen zu können, und das zu wissen. Es muss halt alles passen, und wenn es nicht passt, muss es auch passen. Lernen. Weitergehen.

Shoegaze Punk

ja, schon

Dinge immer dann tun, wenn man gerade NICHT will, warten, bis es nicht mehr anders geht, bis man es nicht mehr vermeiden kann, könnte exakt der richtige Moment sein, um neues/anderes Material einzuführen, so lange herauszögen wie nur möglich, und dann eben doch liefern, KANN gar nicht falsch sein.

Beruf: problem solving

Wie im echten Film: Ist der kleine Junge wirklich gerettet, oder wird der böse Riese zurückkommen?

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Filed under Dramaturgie, Form, Methode

Rote Varis

Unisono: Das ist so dermaßen lustig, das muss man einfach machen. Tja, leider sind offensichtlich gute Ideen meistens ziemlicher Schrott. So auch hier.

never/older

Frage wäre, was interessiert, was hält das Interesse, wenn nichts passiert. Allerdings auch: Was würde das überhaupt heißen, dass nichts passiert. – Wirklich gar nichts?

Geduld/Tugend/Laster

Grundmodus Faseln

mur Rauschen
eigentlich nur Rauschen

Schläge zusammensetzen: Totale Staccato-Verpixelung

Rad-An1: Schöne Idee, irgendwann, aber auf keinen Fall in der Mitte des Tracks, ganz wo anders hinzugehen.

einfach nochmal lesen, anders auslesen, die gleichen Daten anders auslesen

zynisch, deprimierend, deprimierend zynisch

ready when you’re ready
ready when you’re not ready
:always ready

tot stellen
nicht bewegen
hell wach

This is fuckin’ symphonic!

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lauwarmer Saubazi-Salat

ihr müsstet dringend daran arbeiten, Dinge gut zu finden, die euch nicht gefallen

Wenn Du schon gleich einen bestimmten Ausdruck hineinlegst, kann es nicht mehr wirklich ausdrucksvoll werden. Dann ist es einfach vorgekaut, vorverdaut. Schnittchen. Kauf. Let it fuckin’ speak for itself.

Schwarzer Pfeffer/Leder

strenger, böser

Instrumentation Dvorak Cellokonzert zum Teil ziemlich perfekt im Sinne von glatt-effektiv-geschmacklos – so ein bisschen wie bonbonfarbener Sextraum. Sollte man sich mal genauer anschauen.

Fernsehen ist wie einen 100-Euro-Schein anzünden und zuschauen, wie er verbrennt. Und der 100-Euro-Schein ist dein Leben. Vorteil: Kurz und schmerzlos. Nachteil: Man hat nicht sehr viel davon. Eigentlich hat man gar nichts mitbekommen.

Lustig, dass mit einer bestimmten Tonhöhe Teile des Registers automatisch ausgeschlossen sind. So dass man sich dann zwischen Tonhöhe und Register entscheiden muss. Ich will aber … Geht halt nicht.

Aussitzen können. Warten können. Ist natürlich wirklich eine eigene Qualität. Wirst du nicht ganz ohne auskommen können.

No worries, just shame.

Okay. Let’s have fun.

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Wunschvorstellung/Wunschkonzert

Falsche Entscheidungen, Fehlentscheidungen: Toll! Alles total falsch, alles total anders gekommen, und gerade deswegen interessant. Die besten Stellen fallen einfach weg. Und das Lustigste ist: Du weißt überhaupt nicht, was stattdessen kommt. 

Komplett gegen jede Planung. Und das ist im Übrigen ja auch etwas, was Planung interessant macht: Dass man sie nicht beherrschen kann. Dass man aber sehen kann, dass man sie nicht beherrscht. Dass die Abweichung deutlich wird. Und dass sie uns dadurch zwingt, etwas zu tun, was wir eigentlich nicht tun wollten. Und auch nicht hätten tun können. Notwendiger Umweg oder so.

Komisch, dass es so befriedigend ist, gegen sich selbst vorzugehen. Jedenfalls, wenn es einem gelungen ist. Man hat selten so sehr das Gefühl, das Richtige getan zu haben.

– Ich mag es, wenn die Dinge einfach so liegen bleiben
– Na, da wird mir manches klar. Deswegen ist es hier immer so unordentlich.
– Ich lasse gerne alles hängen. Und wenn ich was Neues aufhängen muss, hänge ich es einfach drüber.
– Manchmal muss man aber auch was abhängen.

where would you like to live?
how would you like to live?
in what kind of space would you like to live in?
what are your –

fuck fuck fuck fuck fuck fuck fuck fuck fuck.
please!
please!!!

Lustig: Wenn man sich mal entscheidet, nicht von vorne nach hinten zu arbeiten, entscheidet die Konstruktion, dass man es doch tun muss. Wenn man hinten etwas ändert, kann man nicht mehr sehen, wie es vorne hätte sein sollen.

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am Ende Unisono-Piepsen

Frisches Schwarzbrot merkwürdigerweise erfrischend – how the fuck come? Knusper, Feuchtigkeit, Elastizität, saurer, leicht fruchtiger Nachgeschmack – was noch?

Melodie und Begleitung kann ein tolles Konzept sein – vgl. Doo Wop. Warum funktioniert das da so verdammt gut? Vielleicht tatsächlich die extreme Einfachheit des Satzes, in der dann jede Mini-Abweichung ein Ereignis ist. Lustig, dass da auch das Klimper-Klavier wie ein exterritoriales Ereignis wirkt. Übrigens zum Teil tatsächlich wie Samples arrangiert: Ein bisschen Schlagzeug hier, ein bisschen Klavier da, ganz wenig Saxophon dort, bloß nicht zu viel wovon auch immer. Super Idee. Ziemlich professionell gedacht.

Hat eigentlich schon mal jemand drüber nachgedacht, wie Titel in der textlosen Popmusik funktionieren? Oder ob sie überhaupt funktionieren? Wenn es keinen konkreten Bezug gibt (z.B. Textsample), ist der Titel ja mindestens so arbiträr wie in der Neuen Musik. Ein ganz normaler Techno-Track mit revolutionärem Titel: Ich meine, ich verstehe schon, dass damit eine bestimmte Stimmung erzeugt wird, auch für den Produzenten selbst, aber, naja, das war doch schon mit Text schwierig, wie soll es denn dann ohne gehen?

Man könnte sagen, dass im Pop die Person des Produzenten enger mit dem Stück verbunden ist als in der Neuen Musik, dass sie mehr für das Stück, für die Haltung des Stücks steht, dass die kultivierte Anonymität vieler Elektronik-Produzenten gerade wieder eine persönliche Haltung ist, die zu Stück und Titel dazugehört, aber das ist ja letztlich auch nur eine Art Stimmungsbild, dessen konkreter Nutzen sehr begrenzt ist.

Letzter Versuch: Der Titel ist die Message des Stückes, das Stück wird geschrieben, um den Titel zu transportieren. Nicht undenkbar, vielleicht wirklich eine Art Gleichwertigkeit zwischen Titel und Stück, die sich gegenseitig rechtfertigen. Das müsste dann letztlich auch für Stücke gelten, die einfach nur durchnummeriert sind:  Unknown 001, #001-004. Der stärkste Ausdruck, der in diesem Zusammenhang mit einem Titel zu erzeugen war?

Lenin-Museum Bischkek: Als ob die Steinplatten nur abgelegt wären. Schöne Idee.

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Abbildung vs. Konstruktion

Verletzte, die auf der Straße herumliegen. Grobschlächtiger Mann mit Kopfwunde wird unter Auto hervorgezogen: Wie geht es Ihnen denn?

Künstlichkeit: Offensichtliche Eingriffe, quasi Fehler, zum Beispiel Abwürgen des Klangs, dann fortsetzen und Ende, tatsächlich körperlicher Schock, wäre durch instrumentale Pause nicht herzustellen. Das Mechanische als das Künstliche. Wobei das Mechanische hier natürlich das Digitale ist, witzigerweise. Übrigens auch mechanisch, hör mal auf Deine Festplatte.

Wenn’s bei die nicht rasselt, rasselt’s halt woanders.

aaa aaa aa aaa aaa aa: tonwiederholungen, Bruchstücke einer Melodie, Telefonsignal im Hintergrund, ist es da, ist es nicht da? Eindeutig Lautsprecherklänge.

Wäre interessant, jetzt einfach alles wegzunehmen. Einfach alles wieder abzutragen, was man aufgebaut hat. Alles einzuebnen. Eine blanke Fläche gegen alle Details.

do I lie?

Funktionen der Eingrenzung: Anzahl Stimmen, Ausschnitt Vorbild, Ausschnitt Abbild

und dann gleichzeitig, alles zusammen, alle zusammen

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Klavier

gleiche Stimme mehrmals gleichzeitig verschieden interpretieren

Trommel: Rim Shot/Schnarrsaiten/Dämpfen

So, wie die Vertikale flexibel eingeschränkt und wieder erweitert wird, schließlich auch die Horizontale einschränken: Du hast nur Platz für zwei/einen/halben Schlag etc. Zusätzliche Frage: Wo soll dieser Ausschnitt in Bezug auf den Takt und in Bezug auf das Sample liegen? Ist der Takt ignorierbar? Ist das Sample ignorierbar? Synchrone Ausschnitte gegeneinander verschieben? Asynchrone Ausschnitte ihrer ursprünglichen Lage entsprechend spielen? Asynchrone Ausschnitte übereinander legen? Vollständigkeitswahn. Ausschließen.

Ruhe: Ruhe – na ja.

Takt vs. Sample: Takt greift aus Sample gegebene Dauer ab. Dauer maximal Sample-Länge. Dauer über Takt fällt weg. Schweller oder Schnitt. Forte-Ausbrüche mit Wiederholungen auffüllen.

Kann mir mal jemand erklären, warum Konservative so irrsinnig niveaulos sind? Die deutschen Konservativen e.V.: Danke, Papst Benedikt!

Im Traum Angst gehabt, einzuschlafen, dann aufgewacht. Echt passiert!

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Grammatik des Fehlers

grammatikalische Fehler im atonalen Raum

Zucker auf Zucker, z.B. Marmelade auf Honig: Geht überraschend gut

Abschattierungen zwischen Ton und Rauschen + Rauschen im gleichen Rhythmus

DAFÜR sollen wir die Goldmedaille bekommen?
Nun ja, wir mussten INTENSIV schlagen.

Bassarie murmeln

Orgelsolo

und noch mal überarbeiten
und noch mal überarbeiten
bis es eben stimmt
letztlich völlig egal, womit man angefangen hat

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Unreifer Scheiß

tolle, angenehm grobe Konstruktion

6/7: Welche Nie Nicht?

Instrumentation:
1.) Volumen Spielraum
2.) Position Spielraum
3.) Positionierung im Spielraum

Ein riesiges, vielgliedriges, hässliches Krustentier, das über die Landschaft hinwegrollt.

Formeln
Beschwörungen
Zaubersprüche

Wenn du ein Wort dafür findest, ist es weg.

Schämen: Auch hier können beide recht haben. Egal, was du machst, du wirst dich dafür schämen. Es gibt keine Möglichkeit, hier herauszukommen, ohne sich dafür zu schämen.

Idee ausgeschwitzt
Pulsschlag verloren

Maurizio/Licht: Einstimmig beginnen, langsam reinschleichen, quasi Mahler 10
Regelmäßige Aussetzer + Dämpfung = Schwarzfilm (Schedelbauer)
Abbildung und Gegenstand langsam gegeneinander verschieben
Taktbruchteile
Am Ende ganz aus dem Raster fallen (oder gerade wieder hineinrutschen)

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Ausdrucken

Nicht zu schlau sein wollen. Stehen lassen.

Kaum sprichst Du es aus, ist es weg. Was war das noch mal? Was wollte ich damit sagen? Was war der verdammte Punkt? Strange: Bedeutung als Gefühl.

Ganz schön pathosselig/Welcome to Morricone-land. Und da dann auch ein bisschen dünn. Wird dann, ehrlich gesagt, wieder zum Effekt degradiert. Merkwürdigerweise gerade, wenn es gut gespielt ist. Weil es dann so durchsichtig ist. Offensichtlich. Deutlich. Man versteht es sofort. Trompeten 1-4 à 4.

Everybody knows everything. Stimmt nicht.

Auch gut: einfach Brummen (ER, Osaka). Warum nicht ein Stück schreiben, das so funktioniert?

Plattenrauschen/Knistern: Deutlich interessanter, wenn es aufgenommen ist (auch unbeabsichtigt), als wenn man sich wirklich damit herumschlagen muss.

Too much.
I like.
Yes.
I do.

Ich bin dafür da: Interessante Aussage. Vielleicht ist das wirklich so.

Wie der Schlaf sich herabsenkt. Tut er das? Schnee.

Being Beauteous: Anti/Gegen-Henze – gleiche Besetzung? Sopran, Harfe, 3 Bratschen, 3 Celli

Boris Charmatz
Xavier Le Roy
Laurent Chétouane

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And so – you just wait.

Ganz interessant, wie man immer wieder allmählich zu wählerisch wird und sich das dann wieder abgewöhnen muss, davon wegarbeiten muss, oder warten, bis es vorbei ist, bis diese Haltung von alleine zusammenbricht

Felswände, schroff, eigentlich eine riesige Höhle, oder ein Überhang, der in seiner Schwere über uns zu schweben scheint: Bild, Screen, Bewegung, Leinwand.

Nee, das geht jetzt wirklich gar nicht: Alles, was man auslässt, weglässt, was wegfällt, weil es nicht passend scheint oder weil es nicht aussprechbar ist. Es bleiben nur die Reaktionen, Antworten, Anschlüsse, die noch nicht einmal unbedingt auf die Fehlstellen verweisen, erst recht nicht auf das, was fehlt. Eher scheinen sie auf sich selbst zu verweisen, mit sich selbst zufrieden zu sein. Schweben im Raum.

Wie wäre das: Streichquartett tritt auf, setzt sich, spielt einige Takte, und steht gleich wieder auf, um hinter der Bühne zu verschwinden. Nach einigen Minuten kommt es zurück, spielt diesmal etwas längere Taktfolge, und tritt sofort wieder ab. Und so fort: Dauer der Auftritte und Dauer der Pausen exakt auskomponiert, keinerlei Reaktion auf das Publikum, kein Verbeugen, kein Warten, bis das Publikum ruhig ist, keine Rücksicht auf Applaus. Auch zuletzt einfaches Abtreten und dann, vielleicht nach vorherbestimmter Zeit, letzter Auftritt für Applaus, um die Gesamtdarstellung des Stückes zu definieren. Etwa 40 Minuten, wie Zwei/2240. Quasi Parallelstück. Auf keinen Fall auf der Bühne bleiben, kein pathetisches Warten, keine Ungeduld, keine Bedeutung. Könnte auch in der Zwischenzeit etwas anderes passieren (Interpreten/Publikum), nur die exakten Zeitabstände müssen eingehalten werden.

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Filed under Methode, Stücke, Streichquartett, Uncategorized, ZWEI/2240: Song Cycle

Not done.

Unterteilungen:

/1-
/7

SW: Ganz schön viel Wut. Klar Testosteron-gesteuert, aber trotzdem gut/ernstzunehmen.

Gebläse. Weeknd. Wieder gehört. Immer noch super. Gottseidank.

It might be enough to do anything at all as long as it is anything at all and not just nothing. Seriousness. Whatever that fuckin’ is. Which is actually not true.

Pakistanisches Staccato: Durchlaufende Impulse, schnelle Ablösungen, leichte Beschleunigungen und Verlangsamungen, kurze Pausen, kurze Einwürfe, sozusagen alles an diesen Pulsen aufhängen. Können alles aufnehmen. Einzelne, doppelte oder dreifach Impulse, plötzlich extreme Beschleunigungen, dann auslaufen, fast gar nichts, einzelne Silben oder Silbenfolgen, lange Pausen, vielleicht auch plötzlich alles viel langsamer. Dann wieder Ausbruch von Impulsfolgen, einige Silben werden übernommen, quasi verdoppelt oder wiederholt, die meisten aber einfach weitergesponnen, einzelne Wiederholungen auch innerhalb der Phrase, fast immer Überlappung von Phrasen, merkwürdiger Wechsel von langen und kurzen Phrasen, einzelnen Verdopplungen und unvorhergesehenen Pausen. Natürlich auch: Zwei verschiedene Phrasen, die nebeneinander herlaufen. Das aber eher selten, meisten behält eine der beiden Phrasen die Oberhand über die andere und löst sie schließlich ab/ersetzt sie. Kurzer Singsang. Phrasenbewegungen hoch/runter/wellenförmig. Tolle Binnenrhythmen.

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Filed under Form, Gesang, Material, Methode, Piece of Shit, Pop, Stücke, Text, ZWEI/2240: Song Cycle

Beide nicht nehmen

Tonhöhe als Geste bzw. Definition von Gestik: Die Bewegung wird enger/weiter, springt weit, dann eng, oder umgekehrt, usw.

Verzierungen ultraschnell

Gesang

Lully

Verzierungen Streicher: Streichquartett

Alles voller Verzierungen

Abel Tesfaye

Wischen

Verzierung ignorieren, so tun, als ob sie nicht da wäre: Expressive Geste.

Schreien auf Tonhöhe

In eine Position bringen, in der du nicht mehr nachdenken kannst. It’s too fuckin’ complicated, oder so. Oder eben nicht. Entscheiden, dass es auch so gehen muss.

Der liebe Gott ist Überforderung. Just CAN’T get it.

Fuck voting.
Fuck liking.

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Filed under Material, Methode, Piece of Shit, Pop, Stücke, Uncategorized, ZWEI/2240: Song Cycle

Zitat als Autorität

MMM: schlechte Witze aber subtil = gute Witze

1.) Anschläge/Takt vs. Anzahl Töne
2.) Unterteilungen/Takt vs. Anzahl Anschläge

Verhältnis Anzahlt Töne/Anzahl Anschläge:
Wenn 1 Tendenz zu Tonwiederholungen

Streichquartett: Viel zu viele Töne, vielleicht aber auch o.k., muss dann total durchgeknallt werden als Stück.

Unterteilung/Schlag hochrechnen auf Unterteilung/Takt – was dann heißen würde, dass es nur eine Unterteilung je Takt je Stimme geben kann. Abgesehen von Subunterteilungen = Verzierungen

Komisch, dass es im Fernsehen immer um Verrat geht. Muss mit der Dauer zu tun haben.

Mehrklänge NICHT als Sammlung von Tonhöhen behandeln

Verzierungen als
Binnenrhythmus
Körperrhythmus
Gesten

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Filed under Form, Material, Methode, Mode, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle

Oder was auch immer.

Rust
Remnants
Rails

Unterteilungen Schläge/Takte: ein vernünftiges Argument, Unterteilungen auf Takte zu beziehen, wäre, dass die Takte dann in ihrer Funktion mehr sind als reine Materialspeicher, sondern tatsächlich auf einem durchgehenden Schlag beruhen – wenn auch u.U. in verschiedenen Stimmen unterschiedliche Schläge.

Gegenargument: Die Vergleichbarkeit der Unterteilungen je Schlag fällt weg, da der Bezugsrahmen der Taktlängen sich ständig ändert. Einzige Möglichkeit wäre hier, auf Schläge bezogene Unterteilungen proportional auf Takte umzurechnen (was sicher ziemlich wilde Unterteilungen zur Folge haben würde), oder die Unterteilungen nicht grundsätzlich auf 4tel, sondern auf den jeweiligen Nenner des Taktes zu beziehen, so dass sich ausschließlich komplette Schläge ergeben, die dann auch identisch je Takt unterteilt werden könnten.

Vorteil dabei wäre, dass die Unterteilungen flexibel zwischen den Instrumenten ausgetauscht werden könnten.

Tremolo-Rhythmus gegen linke Hand-Rhythmus

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Blawan/Moodymann

It ain’t what you got, it’s what you do with what you have, you understand?
And it ain’t what you do, it’s how you do it.

I agree. Do I?

Als Komponist muss man ein Gefühl dafür entwickeln, wann es sich lohnt, ein Stück nochmal zu überarbeiten, und wann eben nicht. Das ist sicher auch eine Erfahrungssache, hat aber auch damit zu tun, dass man versteht, was man gerade erreichen kann, dass man ein Gefühl dafür entwickelt, was für ein Potential in einem selbst zu einem bestimmten Zeitpunkt steckt. Es geht nicht immer darum, das optimale Stück zu schreiben, sondern eher darum, dass man für sich selbst, für das, was man jetzt gerade kann, das Optimale herausholt. Dass man nicht zu früh aufhört, aber eben auch nicht zu spät. Dass man nicht schludert, dass man das Potential ausschöpft, dass man dem Stück aber auch eine gewisse Frische lässt, dass man es nicht überschreibt. Der eine gibt zu früh auf, der andere kann nicht los lassen. Und die richtige Entscheidung hat nicht nur mit dem Stück zu tun, an dem man gerade arbeitet, sondern auch damit, wie man sich weiterentwickelt: Wenn man immer zu kurz tritt, wird man sich nicht angemessen entwickeln können, wenn man sich ständig verrennt, natürlich auch nicht. Hat sicherlich auch mit Personalstil zu tun: Es wird zur Signatur, zum Erkennungsmerkmal, in welchem Zustand man seine Partituren hinterlässt.

Aha. Ist das so?

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etwas Fremdes

Gegenstände

schamlos

Antihermetik

Frage wäre ja, wie lange etwas überhaupt erkennbar bleibt.

total offenlegen

ich mache Dinge, die ich nicht tun sollte

na ja, und sonst so?

eigentlich gerade eben kein neues Material daraus machen, sondern so lassen, wie sie sind

einfach hinstellen

was passiert, wenn man sie?

komplett alles reinwerfen

alles offen

allerdings nicht einsetzen, nicht auf etwas zielen, nicht einfach nur benutzen

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Bild ohne Ton

Einfach kopieren, und zwar wörtlich, was wäre das? Erstmal wäre es eigentlich keine Kopie, sondern das Original, denn es geht ja um Noten, nicht um Töne, und Noten verändern ihren Sinn nicht, wenn sie von anderer Hand geschrieben sind. Es würde sich also z.B. nur der Name des Komponisten ändern, oder der Titel, oder die Auswahl der Sätze. Aber es wäre eben keine Stilkopie, und auch kein Zitat, sondern etwas anderes. Ich zitiere einen ganzen Satz. Ich zitiere eine komplette Satzfolge. Es gibt keinen Rahmen für das Zitat, sondern eben nur das Zitat.

and then it’s o-ver

Spectrum/Captain Memphis: Total vernoiset, ganz geil.

TEMPS
L’HABITUDE

Zeit
Langeweile
Folter
Doku

Don/Richter: Wäre interessant, auszuprobieren, was da passiert. Unterschiedliche Zeitfenster. Du hast jetzt nur Zeit für. Da muss jetzt alles rein. Oder weglassen. Was da nicht reinpasst, fällt weg. Wird abgeschnitten. Nachvollziehbar, spürbar allerdings nur, wenn das Material über diese Schnitte hinausstrebt (Bewegungsenergie, unterbrochene Wiederholungsschleifen oder implizite Proportionen).

Exponentialfunktion: Viel viel vs. viel wenig

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Medienwechsel/Offenheit

Sound: Tatsächlich ja doch ziemlich entscheidend dafür, ob wir etwas mögen oder nicht, wenn der Sound nicht stimmt, ist es ziemlich schwierig, dennoch überzeugt zu sein. Bisschen vielleicht wie ein Fingerabdruck, nicht wirklich manipulierbar, nicht wirklich kontrollierbar, definitiv keine intellektuelle Entscheidung.

absolute Kontinuität, totale Intensität, dumpfes Pulsen: Wahrscheinlich nur mit Klangmanipulationen, die individuellen Ausdruck verhindern, auf Instrumenten möglich (luxury problems). Verdecken, nur halb durchscheinen lassen.

Kontinuität: Nur Rauschen, ganz leichte Andeutungen von Ton. Studie. Den GEGENSATZ zwischen Ton und Rauschen absolut vermeiden. Ja nicht das Eine aus dem Anderen entwickeln. Rauschdreiklang. Immer wieder. Anschwellen/abschwellen. Zu schnell. Was machen die da überhaupt?

Na ja, ist ja klar: Wenn’s läuft, sind alle zufrieden, dann hat man alles richtig gemacht, wenn nicht …

hätte schreiben können
die vielen Stücke
die man

ganz lustig, dass, wenn ein Stück fertig ist, man wirklich in einer anderen Welt steht

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Richter/Loch

Ausdrucksdaddelei zum sterben langweilig. Interessant, dass das dar nicht mehr geht. Andererseits gibt es eben schon daddelartige Musik, die dann doch funktioniert, meinetwegen Black Bananas. Als ob da das Gedaddel beherrscht wäre, ausgearbeitet wäre, als Komposition funktionieren würde. Bisschen wie eine Intelligenzentscheidung gegenüber einer Gefühlsentscheidung. Auch das Überspitzte funktioniert dann viel besser. Echtes Überspitzen ist vielleicht auch eher eine Frage der Konstruktion als des direkten Ausdrucks.

Medienwechsel: Bisschen problematisch, wenn es nur darum geht, Dinge zu zeigen, die man sonst auf der Bühne nicht sehen könnte. Interessanter wäre ein unnötiger Medienwechsel um des Wechsels willen. Also willkürlich, nicht vernünftig. Nicht praktisch.

Nicht unbedingt die Frage, warum folgt b auf a, sondern was ist zwischen a und b. Was passiert da?

Wen man so will: Was ist da, wo der Punkt steht? Was passiert zwischen zwei Sätzen? Letztlich eine tote Zone. Einfach Dinge aneinanderkleben. Zukleistern. Dann merkt man’s nicht mehr. Rhythmus z.B. könnte eine Lösung sein. Prosa. Und das Objekt der Gegenstand.

Die Löcher zwischen den Sätzen. Alles nur Kleber.

Oder: Das dazwischen, und das, wozwischen es ist, trennen. Auseinandernehmen und neu zusammensetzen. Sozusagen die Kanten extra komponieren.

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goldenes Licht

Die Bühne wird in tiefe Melancholie gehüllt sein. Trauer sinkt auf das Publikum herab. Langsames Stampfen.

4.10. 12:23
5.10. 15:52

3 Tage
7 Monate
9 Jahre

Lustig ist eine Kategorie des Geistes

Merkwürdig, wenn dann ein Entzündung einfach so wieder verschwindet.

ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-

nom

form follows energy: Was wäre das denn in Musik? Was wären denn Regeln, die innerhalb eines bestimmten Aspekts/Parameters Sinn ergeben, die man aber normalerweise nicht verwenden würde, weil sie alle anderen Parameter bizarr verformen würden? Und genau das wäre dann das Tolle daran: Das man einen einzelnen Parameter auf Kosten aller anderen Parameter durchgesetzt hat, und das Ergebnis exakt dadurch sinnvoll-sinnwidrig und deswegen interessant ist. Dass man das Ergebnis nachvollziehen, aber dann eben doch nicht nachvollziehen kann. In gewisser Weise etwas gegen jedes gute Benehmen/Geschmack durchsetzen und eben dadurch eine höhere Form von Geschmack beweisen. Für den Moment.

alles böse
alles schlimm
alles schlecht
alles egal

still
leise
halb laut
laut
ganz laut

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christliche Ikonographie

Unterschied zwischen Bewegung und Nicht-Bewegung

Lüge: Nur 0 und 1?

CW: Man könnte denken, dass man diese Bilder nur im Original wirklich sehen kann, eigentlich ist es aber so, dass man sie auch im Original nicht erkennen kann, der Punkt ist nur, dass man genau das nur erkennen kann, wenn man das Original sieht. Auf eine technisch gar nicht so geheimnisvolle Weise verliert das Bild seinen Ort.

in sich hineinhorchen: stimmt das so? kann man das so lassen? muss da noch etwas geändert werden? macht es Sinn, hier noch etwas zu ändern?

Entscheidungsfindung

Gefühlsfrage

die Theorie für den Moment

lebt noch

betrübt

Seele

well, it’s amazing tennis

it’s been amazing tennis

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From Strength To Strength

Stimmt eigentlich nicht.

nicht zurückschauen

every hand a different problem

kurze Euphorie-Phase, dann wieder Stillstands-Marter, beide gleich unsinnig

CW: Interessante Entscheidung, sein Leben der Produktion zu verschreiben. Fast wie Kollektionen, eine Bildgruppe nach der anderen Bildgruppe. Wirkt bei einem so konzentrierten Maler natürlich viel anstrengender als bei jemandem, der spielerischer mit seiner Arbeit umzugehen scheint, auch wenn die Anstrengung vielleicht die gleiche ist. Themen, die wieder aufgegriffen werden, wirken fast wie Versuche, sich selbst zu beweisen, dass man nicht mit jeder Werkgruppe alles neu machen muss.

Girl With Curious Hair: so brilliant you wanna cry.

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Filed under Film, Kunst, Literatur, Methode

Eule

liegt auf dem Rücken, möchte am Bauch gekrault werden

Keine zu genaue Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll, haben, schränkt die Arbeit zu sehr ein. Auch grundlegende Veränderungen während der Arbeit zulassen.

Hände, wie von jemand anderem, als gehörten sie nicht mir.

Shredderklang

Schmeckt ein bisschen wie Milch.

Ich war relativ sicher, dass es egal ist, was ich mache. Fehler müssen auch gut sein, müssen stehen bleiben können, müssen bis zu einem gewissen Grad auch erkennbar sein, sonst ist es nicht interessant. Fehler erzwingen. Ooops – lauter Fehler! Konzept 100% Fehler.

– Memory is a wonderful thing if you don’t have to deal with the past.
– Interesting.

Normalerweise kommt dann jemand von hinten und überrascht die Person im Bild, die sich unbeobachtet gefühlt hat. Die Kamera steht also für den Beobachter, der Zuschauer ist der Beobachter, gerade weil das Bild suggeriert, dass niemand zuschaut.

wenn er so aus dem Bild herausschaut, wird er gleich … Ja, was eigentlich? Ist das wirklich nur die Richtung des Blicks? Ist es die Art des Blicks? Weiß der Schauspieler, wie er schauen muss, um bei uns eine bestimmte Erwartung zu erzeugen? Hat das irgendetwas mit Realität zu tun, schaut man wirklich so, wenn etwas dieser Art auf einen zukommt? Oder ist es eine reine Filmsprache, die irgendjemand irgendwann erfunden, entwickelt hat, und die sich dann langsam verfestigt hat, bis sie zu einer fixierten Gramatik geworden ist, die jeder, der jemals mit Film in Berührung gekommen ist, beherrscht. Wenn das so wäre, wäre es natürlich extrem interessant, herauszubekommen,wie sich die Bausteine dieser Grammatik langsam herausgebildet haben, wer sie zuerst angewendet hat, wer sie weiterentwickelt hat, und ab wann sie einfach nur noch übernommen wurden.

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Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Film, Form, Methode

BLAU/SCHWARZ

Nachspiel: Skelett. Nur noch Konsonanten. Nur noch Geräusche. Macht logischerweise Sinn.

Wo gehört es denn hin?

Vorspiel: Fleisch. Nur Vokale. Ton.

Wie willst Du erinnert werden?

Es geht hier nicht um Dankbarkeit, oder irgendetwas in diese Richtung, sondern darum, ob es ein Bedürfnis gibt, ob ein echtes Interesse besteht, und wenn nicht, hat sich die ganze Sache von alleine erledigt, ist doch eigentlich klar, oder?

Unwichtiges wichtig, gerade weil es unwichtig ist.

Zeit als Ziffernfolge, Menge von Anschlägen: Eindeutige Zuordnung von Ereignis und Zeitabschnitt.

Nicht sparen, darauf ankommen lassen. Wenn es am Ende nicht reicht, hat es eben nicht gereicht. Nicht haushalten. Es sei denn: Haushalten als Verschwendung. Haushalten als künstlerisches Ziel.

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Filed under Methode, Oper, Text

Optimismus

everything is way too convenient

Musikalität unterbinden/verhindern

Doku = Zeit

Vokalklänge und Instrumentalklänge ununterscheidbar machen: Würde voraussetzen, dass die Darstellung absolut ironie- und pointenfrei ist, dann könnte man tatsächlich auf den Reichtum der Klanggebung reagieren und nicht einfach nur den normalen Gebrauch der Werkzeuge negieren. Totale Verschmelzung und gleichzeitig doch ein vorsichtiges Auseinanderhalten, eine minimale Differenz, die Instrumente und Stimmen voneinander absetzt. Basis müssen Geräusche sein, die nur ausnahmsweise den Bereich der Tonhöhen berühren. Vielleicht aber auch, dass sich die Stimmen von den Geräuschen zu den Tonhöhen vorarbeiten, und umgekehrt die Instrumente von den Tonhöhen zu den Geräuschen.

hall of fuckin’ shame

Ist doch toll: Du musst nur einen einzigen Buchstaben hinzufügen, und schon sieht es aus wie ein richtiges Wort.

3 Bläser, 3 Streicher, 6 Sänger, alle mikrophoniert:

fck y!
fck d!

there’s a lot of signals you don’t wanna send

Vielleicht auch Schlagzeug/Klavier? Wäre doch auch schön, oder? Kann ich noch ein bisschen … ? Oder vielleicht … ?

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Filed under Gesang, Methode, Oper, Projekte, Stücke

Einfach irgendwas.

Was machen die denn da?

Jetzt machen die das. Und jetzt …

Instrumentation gegen Material verschieben. Material homogenisieren.

Artikulation = Material oder so.

Oder eben kontinuierliche Materialveränderung auf plötzliche Instrumentationswechsel legen. Hard Edge vs. Soft Edge.

Etwas bleibt gleich, und etwas ändert sich total, und zwar egal, was die Struktur nahelegen würde. Oder: bleibt auch gleich, aber an ganz anderer Stelle. Zwei völlig verschiedene Strukturen aufeinander gelegt. Oder: Ähnliche Strukturen, aber stark gegeneinander versetzt, oder sich gegeneinander verschiebend.

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Filed under Form, Methode, Stücke, Untrust

Gib Disfunktionalität, bitte.

Nicht zu viel Sinn machen. Might be a problem. Schauen, was passiert, nicht vorausplanen. Nicht versuchen, vorauszusehen, was alles passieren kann. Dennoch: Unmöglichkeiten vermeiden oder akzeptieren? Ausrechnen und streichen oder stehen lassen?

Wenn es zu ordentlich wird: Hilfe!

Eigenschaften gegeneinander verschieben.

Alles klein-klein, eng, bewegungslos. Alles zu sehr auf Nummer Sicher: Ordentlich, gut gemacht, risikolos. Muss man gar nicht mehr anprobieren, passt eh.

Ziemlich bizarre Entscheidung klassischer Veranstalter, die Akustik der Säle durch elektronische Hilfmittel aufzupolieren. Wesentliches Motiv, ein klassisches Konzert zu besuchen, kann eigentlich nur die Präsenz des instrumentalen Klangs sein, wie sie sich elektronisch nicht vermitteln lässt – und zu der Unausgeglichenheit an verschiedenen Punkten im Raum notwendig gehört. Auch wenn man die elektronische Verbesserung nicht bewusst erkennt, wird man nicht vermeiden können, die fehlende akustische Präsenz des Klangs wahrzunehmen – und unbewusst enttäuscht sein. Letztlich klingt es dann doch so wie zu Hause auf der Stereoanlage, nur schlechter: Elektronik nur einsetzen, wenn man sie als solche auch hören soll.

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Filed under Klassik, Methode

POST MORTEM

Niemand sagt, dass es leicht sein soll. Aber es muss auf irgendeiner Ebene eben doch Peng machen, das ist es. Es darf nicht NUR mühevoll sein. Und dazu macht ein vereinheitlichtes Konzept eben doch Sinn. Das AUSDENKEN hat so etwas leicht Widerwärtiges: Dass man sich fragt, was man will, und das dann auch macht/ausführt. Ist halt nicht gerade das, was man Überraschung nennt. Und ist überhaupt nicht KALT. Vorschrift, auch unsinnig: Bitte ausführen.

Vernünftig sein/Zusammenpassen: Einerseits bescheuert, andererseits könnte es bei bestimmten Anforderungen die einzige Möglichkeit sein, überhaupt etwas zustandezubekommen. Bestimmte Dinge KÖNNEN halt nicht zufällig aufeinandertreffen, weil sie unausführbar sind. Also müssen sie von vornherein vermieden/verhindert werden. Regeln könnten da nützlich sein. Nur: Ab einem gewissen Grad von Komplexität der Aufgabe müssen die Regeln notwendigerweise so kompliziert werden, dass sie als Regeln nichts mehr taugen. Regel sollen ja vereinfachen, Entscheidungsprozesse verkürzen, nicht einfach nur die Sachlage beschreiben.

Mal wieder so eine Frage: Gefällt es mir nicht, weil ich nicht weiterkomme, oder komme ich nicht weiter, weil es mir nicht gefällt? Arbeite ich schlecht, weil ich deprimiert bin, oder bin ich deprimiert, weil ich schlecht arbeite?

Dynamik an Spieltechnik koppeln: Macht Sinn, ist aber verdammt spießig.

Das Ausdenken möglichst verhindern.

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Filed under Methode, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle

men

Ganz angenehm, wenn Dinge, die man tut, Konsequenzen haben, selbst dann, wenn sie unangenehm sind. Es ist dann leichter, daran zu glauben, dass, was man tut, nicht völlig egal ist. Das gilt logischerweise auch für die kompositorische Arbeit: Wenn es für ein Stück letztlich egal ist, ob Du Dich so oder so entscheidest, warum machst Du es dann überhaupt?

Bleed: Verdeppt. Zu viel Bass.

Breth/Lulu: Wo steht denn eigentlich geschrieben, dass man Opern nicht anfassen darf? Was ist denn das für ein braves Nachbeten von Dingen, die angeblich so perfekt sind, dass man sie in keiner Weise modifizieren darf?

War doch gut. Ist doch gut. Wird doch gut. What a fuckin’ lie.

Black Metal. Dark Soul.

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Schwachsinn.

Gibt natürlich viele verschiedene Formen von Entscheidungen. Die bewusst getroffenen, die unbewusst getroffenen, die, deren Konsequenzen man sich bewusst ist, und die, deren Konsequenzen man sich nicht bewusst ist, Entscheidungen ohne weitere Bedeutung, und Entscheidungen, die den Rest eines Lebens bestimmen, weil sie nicht mehr rückgängig gemacht werden könne. Das muss gar nicht so dramatisch sein, wie es sich anhört, es kann sich beispielweise um eine einfache technische Irreversibilität handeln.

Melodien für Millionen: Das Rauschen

Klangfarben-Dramaturgie

Ich bringe mich in Situationen, in denen ich nicht anders kann, als –

vorurteilsgesteuerte Textautomaten

– You can never escape your fate. Submit with honour to a duel with my son.
– I agree.

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all absolutely non-sensical

Die Entscheidung ist der eigentliche und einzige Punkt, an dem sich das Ich zeigt – letztlich, weil es sich da auch nicht zeigen kann, aber deutlich wird, wie sehr es im Kern von seiner Umgebung definiert wird. Quasi überpersönliches Ich. Ich will in einer Komposition die Entscheidung hören, ansonsten bleibt sie marginal.

Bei Entscheidungen wird das Individuum in die Ecke gezwungen. Und dadurch definiert. Deswegen sind sie so interessant. Auch wenn es persönlich nichts mit dem Thema zu tun hat, ist das Individuum die überhöhte Entscheidung.

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oder hatten wir das schon?

Letztlich ist der Entscheidungsprozess natürlich auch ein Lernprozess, bei dem man am Ende mehr weiß als am Anfang. Konsequenterweise müssten dann die ersten Entscheidungen weniger sachkundig sein als die späteren. Darüber nachdenken, wie man damit arbeiten, wie man diese Dynamik ausnützen kann, um das Stück zu stärken, oder ob es sinnvoll ist, den Entscheidungsprozess mit sich selbst kurzzuschließen, und so die einzelnen Entscheidungen immer wieder neu zu überprüfen, um so den Informationsspielraum immer weiter zu verkleinern.

Hat mich von Anfang an interessiert. Letztlich ist die Wiederholung wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, der Entscheidungsdifferenz musikalisch auszuweichen.

Streichquartett 1984: Ein Jahr lang versucht, einen musikalischen Gedanken fortzuspinnen, um dann eine Folge von variierten Wiederholungen an einem Nachmittag auszuarbeiten. Eine mögliche Option: Den Entscheidungs- und Ausarbeitungsmoment radikal verkürzen.

born
dead
dying
young
tonal
atonal
traditional
modernistic
not
true
in
painting
somehow

und noch einmal zurück zu

XXXXXXXXXXXXX HIER ZU XXXXXXXXXXXXX

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direktes Resultat

gelbbraunes Sofa, grober, leinenartiger Stoff, flache, rechteckige Kissen, Stil 1950er oder 1960er Jahre

Moodymann: Auch Schwäche zulassen. Du kannst nicht in jedem Takt genial sein wollen. Du kannst nicht in jedem Takt alles geben. Oder: Wenn du es versuchst, bist du es nicht. Wenn du es versuchst, machst du alles kaputt. Gelingt es dir gerade nicht. You know what I mean. Schwächen stehen lassen. Die dann oft zu den besten Stellen werden, gerade weil sie die Oberfläche des Stückes aufbrechen.

unbeherrscht/unbeherrschbar

Das hat wahrscheinlich tatsächlich etwas mit dem Leben zu tun. So sehr du dich auch bemühst, ein perfektes Stück zu schreiben, kannst du nie alle Entscheidungen zum gleichen Zeitpunkt treffen. Und wenn du sie nacheinander triffst, wirst du eine gewisse Inkonstistenz auch bei größtem Bemühen nicht vermeiden können. Du veränderst dich einfach, während du Entscheidungen triffst, und durch jede einzelne Entscheidung.

Kann sein, dass in der Malerei, wo man immer das Ganze vor Augen hat und am Ganzen arbeitet, oder in der Literatur, wo die Sprache in gewisser Weise einen festen Rahmen vorgibt, sich diese Probleme so nicht stellen. Selbst in der tonalen Musik mit ihren tonalen Formen dürfte der Halt so groß sein, dass jede Abweichung dankbar akzeptiert wird. Aber in der atonalen Musik scheint das Problem unvermeidbar zu sein – und gleichzeitig eine perfekte Metapher für ein abstraktes Leben abzugeben. Den Serialismus und seine Nachfolgestrategien könnte man als eine gigantische Maschine ansehen, mittels derer das Problem negiert werden soll. Denn lösen kann man es natürlich nicht einfach dadurch, dass man die Entscheidungsprozesse formalisiert und dadurch ihre zeitliche Ausdehnung verleugnet. Man könnte denken, dass dadurch ein wesentliches Problem der Neuen Musik, aber auch ein Punkt, an dem sie lebensrelevant werden könnte, weil sie zumindest auf einer technisch-kompositorischen Ebene lebensrelevante Fragen behandelt, bewusst verschwiegen oder einfach ignoriert wird.

Das Leben zeichnet sich in jeder Zeile ab: Was war möglich/was war nicht möglich.

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Ja, jetzt fängt es an zu nerven.

Komisch, dass das Ausführen von Dingen so langweilig ist. Nicht nur für den Autoren, sondern auch für den Leser. Als ob es interessanter wäre, nur anzudeuten. Als ob das Ausführen eine pedantische Angelegenheit wäre, da es eh schon klar ist, was man sagen will. Als ob man eine Sache verschließen würde, die besser offen bleiben würde. Gleichzeitig ist es natürlich auch sehr bequem, offen zu halten, nur anzudeuten, nicht zu erklären: Es klingt besser, cooler, es ist letztlich nicht widerlegbar, und man sieht selbst nicht die Schwächen der Idee. Die Ausführung ist ja oft schon die Widerlegung. Wenn man nicht lügt.

Gleichzeitig: In der Kunst ist das nicht ganz so, da ist die Ausführung viel wichtiger, die Idee weniger wichtig. Es kommt mehr darauf an, wie es gemalt ist, nicht was. Da kann die Ausführung für den Maler extrem langweilig sein, für den Betrachter jedoch spannend. Am liebsten hätte man natürlich beides zusammen.

Frage: Warum ist das so langweilig? Alles soll immer interessant sein. Nie mehr Quälen. Aber vielleicht geht es ja tatsächlich gerade um die Langeweile, um die Quälerei. DFW.

Und die Kurznotiz kann eben genau so nerven wie die ausführliche Beschreibung. Man muss nur genug/zu viel davon hineinstellen.

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Pray to God, but row for shore.

In a string quartet you more or less know everything. So you have to CREATE THE UNKNOWN. Was interessiert, ist das, was man nicht weiß, logischerweise.

Mikroton-Abweichung = Polyphonie? Also daraus eine STIMME machen? Analysieren. In EINER Stimme ist die Abweichung klare Absicht: Eindeutigkeit.

Womit anfangen? Was ist die Hauptstruktur – wenn es überhaupt eine gibt?

Vielleicht geht es ja gerade um die Dinge, die man NICHT hört?

etwas abmalen vs. etwas konstruieren

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Doch eines Tages

Wie ist das: Ist Tonhöhe noch der entscheidende Parameter, der uns eine Struktur als einstimmig oder mehrstimmig wahrnehmen lässt? Wahrscheinlich.

Ist dann letztlich gar nicht so viel, was man auf einer einfachen Ebene parametrisieren kann.

Geisteskraft: Wenn du müde bist, kannst du keine Entscheidungen treffen. Entscheidungen sind keine Frage der Vernunft, sondern der verfügbaren Kraft. Kunst besteht fast ausschließlich aus Entscheidungen, deshalb muss man ausgeruht sein, um arbeiten zu können. Oder sich gerade die Entscheidungskraft wegarbeiten.

Zu wissen, wie das Ergebnis aussehen soll, bedeutet noch lange nicht, dass man auch weiß, wie man da hin kommt. Normalerweise braucht es viele verschiedene zusätzliche Motivationen, um eine Struktur auch wirklich ausführen zu können.

Anfang Streichquartett: Was hält mich hier außer der Grundidee am Laufen, was kann ich zusätzlich machen, um die Dinge am Laufen zu halten? Im Grunde Tricks, private Überzeugungsarbeit, die hier gefragt ist.

Technik als Überzeugungsarbeit.

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Religion und Vaterland

1. gleich
a) weniger
die nahen behalten, die entfernten weg
b) gleich
alle behalten
c) mehr
alle behalten, die nahen dazu
2. ähnlich
a) weniger
die nahen behalten, die entfernten weg
b) gleich
alle behalten
c) mehr
alle behalten, die entfernten dazu
3. verschieden
a) weniger
alle weg, die entfernten dazu
b) gleich
alle weg, die entfernten dazu
c) mehr
alle weg, die entfernten dazu

Zahl: ja
Nummer: nein

Loincloth: My music is not my job. My music’s my garden. Ziemlich extreme Einstellung zu Arbeit und Produktion. Love it.

Wold: Totale Aggressivität und absolute Ruhe, nicht als Gegensätze, sondern in einem Punkt zusammengebracht. Konzentration.

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Filed under Form, Methode, Pop

Wassermann

Arbeitstechniken: Oft genügt es, etwas einmal gesehen zu haben, einmal ausgearbeitet zu haben, um zu wissen, dass es so nicht geht, dass man in eine andere Richtung weiterarbeiten muss. Das Merkwürdige dabei ist, dass die Fakten oft schon vorher auf dem Tisch gelegen haben, dass es eigentlich möglich gewesen wäre, die gleichen Schlüsse ohne diesen Zwischenschritt zu ziehen, dass es aber einfach nicht geht, dass man quasi den Fehler abarbeiten muss, um in eine andere Richtung gehen zu können. Die Vorstellungskraft ist nicht konkret genug, um das logisch offensichtliche Resultat des falschen Schritts anschaulich vorwegzunehmen. Danach muss man sich das Ergebnis kaum mehr anschauen, man hat es eigentlich schon während der Ausarbeitung abgehakt und darüber nachgedacht, in welche Richtung der nächste Schritt gehen muss.

The Zone: Einstimmige Piano-Melodie, dann zweiter Ton dazu/einstimmige Piano-Melodie, dann einzelner Ton durch Artikulation einer zweiten Stimme zugeordnet. Nic/Mann.

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If I ever had the chance again, I’d probably do the same.

Methode Aufzeichnung Erkenntnis: Viel kreative Energie fließt in das Ausarbeiten von Aufzeichnungssystemen, nicht für die Musik selbst, sondern für ihre Konstruktion. Wie stelle ich die Konstruktion, ihre Parameter, dar, damit ich mit der Darstellung möglichst direkt, intuitiv arbeiten kann. Manchmal denke ich, dass mit der richtigen Darstellung der Parameter schon die halbe Arbeit getan ist. Was natürlich so nicht stimmt. Aber erst dann kann die Arbeit wirklich beginnen. Und wenn die Darstellung geglückt ist, gibt es eine gewisse Sicherheit, dass die Arbeit nicht mehr missglücken kann. Allerdings: Ziemlich viele Darstellungsmethoden für ein einziges Stück notwendig. Besonders für DIESES. Erst wenn ALLE geglückt sind, kann die Arbeit beginnen. Ach ja, vielleicht noch das: Wenn die Arbeit erst einmal begonnen hat, sind auch Fehler willkommen.

Lustig, so daherzureden, etwas zu meinen, aber nicht wirklich zu verstehen: Aber da IST etwas! Ich sehe es ganz GENAU!

Was ist eigentlich mit den ganzen Mikroerkentnissen, wo du für eine Millisekunde ahnst, dass etwas so oder so sein könnte? Schreibt da jemand mit? Sind die für etwas gut?

Meinungen nicht als falsch oder richtig, sondern als Meinungen, also als etwas, das von jemandem gemeint wird, darstellen. Als eigenen Gegenstand, Realität, beschreiben. Was jemand meint, ist genauso Realität, also Gegenstand der Darstellung, wie der Gegenstand, über den er etwas meint. Tatsächlich kein Unterschied. Don’t judge. Wenn eine Meinung verworfen wird, ist dies auch wieder nur eine Meinung von vielen, ein Gegenstand wie alle anderen Gegenstände (Houellebecq).

Hipster und Anti-Hipster als Anti-Anti-Hipster: Grundsätzlich gibt es ja kaum etwas Dooferes, als Tristan für die beste Wagner-Oper zu halten, einfach weil es so offensichtlich und deswegen phantasielos/unoriginell ist – und so natürlich auch nur auf einer ziemlich primitiven Ebene stimmt. Trotzdem ist es hilfreich, wenn jemand von außen, ohne Bescheidwiss-Zwang, kommt und einen ganzen Film auf Tristan aufbaut. Zeigt, wie völlig bizarr dieses Stück ist und aus allem herausfällt, was wir unter Musik verstehen. Ein Musiker dürfte das niemals machen. Würde aber eben auch anders mit der Musik umgehen, sie raffinierter, indirekter, bescheidwisserischer, und deswegen uncooler einsetzen. Effekt fällt leider sofort wieder weg, wenn man es sich als normale Musik anhört – auch wenn es dann immer noch stimmt. Offensichtlichkeit, Direktheit oft hilfreich, aber nicht jedem erlaubt. Oberschlau geht gar nicht.

Spieltechniken als einfache Pedale, die einander überlagern: Feld von Möglichkeiten

Tristan als Totenhaus (Melancholia): Vielleicht würde die Tristan-Musik zu einem anderen Sujet viel besser passen. Musik der Verzweiflung? Musik der Trostlosigkeit? Schwärze. Aber Musik der Liebe? Und umgekehrt: Janácek viel zu harmlos für sein Sujet.

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be locker

Benehmen
Anstand
Herz
Ehre

Oopsala
Oops
Upsalla
Uppsala

Tonhöhen als Aufhängung der Konstruktion, die dann die übrigen Parameter im Detail beeinflusst, aber nicht entscheidend prägt. Die Geste hat natürlich eine andere Bedeutung, wenn sie einen großen oder einen kleinen Ambitus hat, wenn sie auf einem hohen Ton oder auf einem tiefen Ton ausgeführt wird, bleibt aber grundsätzlich die gleiche. Stimmt das? Gilt das auch für das Hinzufügen oder Wegnehmen von Tonhöhen?

Was ich meine, ist Folgendes: Wenn die Orte, an denen etwas eingetragen wird, feststehen, und überall das Gleiche eingetragen wird, ist es logischerweise egal, wie man es einträgt, weil das Resultat in jedem Fall identisch sein wird (in einem quasi digitalen Schriftsystem). Warum hat man dennoch das Gefühl, die Einträge auf eine bestimmte Art und Weise ausführen, ihnen sozusagen eine unsichtbare persönliche Prägung geben zu müssen? Der für das Resultat irrelevanten Aktion eine Bedeutung geben zu müssen?

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sometimes you win, sometimes you lose

frame: Alles, was gezeigt wird, sieht automatisch bedeutsam aus.

Konvention
Erwartung
Sonst würde man es ja auch nicht zeigen
Logik

Gottfried Eimer

sich selbst überlisten

Leyland Kirby: Synthesizer & Klavier
Bill Evans: Fender Rhodes

Immer 3er-Gruppen, auch wenn es keinen Sinn macht: Aberglaube, dass die Reihenfolge des Auftrags auch bei einer völlig regelmäßigen Oberfläche eine Rolle spielt. Dass die Aktion zählt. Aber: Eine Partitur ist kein Gemälde.

Der Beruf Promi bildet ja wohl die scheußlichsten Charaktere heraus, die sich vorstellen lassen. Das Problem dabei: Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass das Gegenstück dazu, der Bewunderer, weniger hässlich ist.

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Wir sind tot! Ich sterbe!

Synchronisation Text/Musik
Sprechstimme/Singstimme komplett synchronisieren: Stockhausen/Stammheimer

Das, was nicht mehr kontrollierbar ist, ist dann das Stück.

Bisschen erschreckend, was so alles durch einen Kopf hindurchzieht pro Tag. Schon die Spuren sehen hinterher nach unglaublich viel aus, sind aber gar nichts im Vergleich zu der Datenmasse, die tatsächlich bewältigt wird.

Durchlässigkeit

Aus den Wolken fallen Gegenstände auf die Erde.

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Empfindlichkeit

Kann man machen, sieht ok aus, hilft aber nicht.
Hilft nicht?
Kickt nicht, bringt uns nicht weiter.
Aha.

How are you?
Fine.
And now?

How is your day today?
Good.
And how is it now?

Rücksichtslos sein, vor allem gegen die eigenen Ideen. Wenn es so nicht geht, muss es eben anders gehen. Nicht um jeden Preis festhalten an Dingen, die man für gelungen hält.

Genießer sind natürlich auch schrecklich, genau wie Nicht-Genießer. Man kann’s nicht nur nicht jedem recht machen, sondern keinem.

Do you wanna cry or do you wanna shout?

wütend, extrem wütend

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Pragmatismus

Man kann übrigens nicht wirklich sagen, dass klassische Musik im Gegensatz zu Popmusik keine rhythmische Prägnanz hat, in gewisserweise ist der gebrochene Rubato-Rhythmus der Klassik viel aufdringlicher als der durchlaufende Beat der Popmusik. Könnte sogar sein, dass genau das ein Grund für die Randdasein von Klassik ist: Die Inkompatibilität des klassischen Rhythmus mit dem alltäglichen Leben.

Die Auswahl muss in irgendeiner Weise konsistent sein, damit man die Brüche wahrnehmen kann.

Solange über etwas nachdenken, bis man nicht mehr weiß, was man tut.

Ganz interessant, dass es immer wieder vorkommt, dass man nach vielen Versuchen zur ersten Idee zurückkehrt. Man dachte, man muss das genauer machen, man muss sorgfältiger damit umgehen, aber am Ende stellt sich heraus, dass es das beste ist, dass Konzept knallhart durchzuziehen. Mit allen Härten.

Sich anstrengen als Eigenschaft? Verdienst? Erziehung? Etc.

Keine gute Bedeutung.

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Was uns zur Verfügung steht:

Bei allen Regeln, bei allen Strategien, die man sich ausdenkt, ob klug oder dumm, intelligent oder bescheuert, ist natürlich immer entscheidend, dass sie ausführbar, also PRAKTISCH sind. Letztlich das entscheidende Kriterium. Und dass herauskommt, was herauskommen soll, vorausgesetzt, das ist bestimmbar. Alles andere ist Verzierung.

Untrust: Absolute Musik mit Text. Einfach so schreiben. Warum eigentlich nicht. Später arrangieren, wenn sinnvoll. Dinge zusammenbringen, die eben NICHT zusammengehören.

Patience has become my second nature.

Formale Metapher: Filmriss (fffff)

Dynamik als wesentliches dramaturgisches Steuerungselement

this is true, but not good: shame on you – don‘t excuse yourself with honesty

Dramaturgien übereinander legen, einander überlagern.

Boys don‘t cry: Ziemlich wirkungsvoll, wenn die Katastrophe von Anfang an allen komplett klar ist, wenn man nur noch mitleidet und irgendwie hofft, dass sie vielleicht, gegen jede Wahrscheinlichkeit, doch nicht eintritt. Hängt natürlich vom Mitgefühl mit der Hauptfigur ab. Letztlich relativ geniale Tragödienkonstruktion. Absturz – down, down, down. Unausweichlichkeit.

Manche Witze werden tatsächlich dadurch lustiger, dass man sie wiederholt. Und zwar nicht variiert, sondern einfach nochmal macht. Wie ein Baby. Die Variation kommt schon dadurch zustande, dass man sie nicht exakt wiederholen kann, bzw. dadurch, dass die Wiederholung dem Witz etwas neues hinzufügt. Und zwar jedesmal. Einzige Frage, ob es dann der Witz ist, über den wir lachen, oder seine sinnlose Wiederholung – ist die Wiederholung der eigentliche Witz geworden? Irgendwie schon, auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass das nicht mit jedem Witz geht: Eher Gesten, kurze Pointen, Sinnlosigkeiten, als Witze, die man wirklich erzählen muss. Die ja eigentlich sowieso fast immer doof sind. Forget Witzeerzähling.

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we go WAY back

Im Prinzip kontrolliert ja schon die Eingrenzung des zur Verfügung stehenden Materials die möglichen Veränderungen innerhalb eines bestimmten Abschnitts. Insofern müsste der Grad der Veränderung nicht unbedingt zusätzlich kontrolliert werden. Vielleicht könnte die Variabilität des Materials überhaupt als Grundparameter zur Kontrolle aller anderen Parameter eingesetzt werden.

Variabilität eingrenzen – verengen – stecken bleiben – I hear you – I feel you

0 Variabilität = Wiederholung

Dafür müsste allerdings tatsächlich im Voraus geklärt werden, welche Parameter überhaupt die Konstruktion bestimmen sollen.

Der Takt ist die Einheit, ganz klar.

Innerhalb der einzelnen Abschnitte je Parameter NIE wesentliche Veränderungen, damit die Abschnitte in den anderen Parametern deutlich werden können?

In der Regel tut man zuviel.

Nicht alles ausformulieren: Wo sinnvoll, Parameter frei lassen und nur Möglichkeiten je Abschnitt festlegen, damit Parameter in der Ausarbeitung aneinander angepasst werden können.

g/ä/v als erste Vorstrukturierung für ALLE Parameter? Auch dafür müssen aber erst die Parameter festgelegt werden, logischerweise. Oder eben gerade nicht: Abstrakte Vorstrukturierung, u.U. auch ohne Rücksicht auf Zeitverlauf.

Irgendwo hier, zwischen A und B, muss etwas passieren.

Etwas tun, was man nicht kann, ist auch eine Art von Verstellung.

sudden drop in temperature

Na dann streck dich mal ein bisschen!

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We have begun our descent.

Richard Youngs, Amplifying Host: Going in and out of phase with itself, quite beautifully. Use that.

It‘s a new situation.
Why? In terms of what?

Zahl der Töne
Dissonanzgrad

Nicht den Grad der Veränderung, sondern die Veränderung selbst bestimmen, dann soviel wiederholen wie möglich. Einfach ausführen. Don‘t think, just do it. Don‘t get …

überambitioniert

give up/gib auf: Lustig, dass manche Dinge einfach zu schwer zu denken sind, um ausgeführt werden zu können. Man kann sie denken, man kann sie sich vielleicht auch vorstellen – SO könnte es sein, DAS wäre toll – aber dann geht es nicht mehr weiter, die Ausführung übersteigt schon in der Detailkonzeption die individuellen Fähigkeiten. Egal, wie lange man daran herumprobiert, irgendwann muss man einsehen, dass man es nicht kann. Es geht einfach nicht. Und

Relax – it‘s only

a ghost

das dürfte schon besser sein würden

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And then I died.

Das lustige an Listen ist, dass selbst bei einer doofen Liste so wahnsinnig viel Gedankenarbeit, Auswahlarbeit, Wissensarbeit dahinter steht, und am Ende kommt eben nur eine Liste heraus. Trotzdem bleibt immer klar, wie wichtig Listen sind. Eigentlich die einzige Möglichkeit, den Überblick zu behalten.

Rekord: 5 Wochen Aufräumen und sonst nichts. Die Wohnung leer geräumt. Erstaunlich, was man alles wegwerfen kann. Was sich alles von selbst erledigt. Aber auch, was sich gar nicht erledigt, wo man immer wieder ran muss, wo es nie einen echten Abschluss gibt.

IM: Der Weg des geringsten Widerstands – für alle Beteiligten.

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Don‘t forget to register to vote.

You can‘t escape being yourself.

Das bist doch nicht Du!

Tonwiederholungen
Schwermetall
Intensität
Tremolo

Interesse definieren: Warum mache ich dies und das? Was interessiert mich daran?

Was interessiert dich denn daran? Verschiedene Formen von Interesse: Direktes Interesse, das, womit ich mich beschäftige, das, was mir gefällt, vernunftgesteuertes Interesse, ich muss mich damit beschäftigen, weil. Logischerweise Mischungen in verschiedenen Graden.

Denken

You crossed the border from lubricated to morose.

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Lust

Frage, wie sich Interesse entwickelt: Kann man sich für etwas interessieren, für das man sich nicht interessiert? Wie findet man heraus, was man wirklich will? Ist das spontane Interesse wirklich das beste Indiz? Es könnte ja auch sein, dass man sich selbst im Weg steht und gar nicht erkennt, wofür man sich wirklich interessiert. Gibt es einen anderen Weg, das eigene Interesse zu prüfen, als die aktuellen Interessen abzuarbeiten? Ideen als Interesse. Man hat eine Idee, weil man sich für etwas interessiert. Interessegesteuerte Ideen. Man tut etwas, weil man sich für das Ergebnis interessiert. Oder einfach nur machen? Denkfehler.

Ja, genau das ist die Frage: Was steuert unser Interesse? Ich finde das uninteresant. Ich habe keine Lust, das zu tun. Ist Lust interessegesteuert? Oder ist Lust gleichbedeutend mit Interesse? Ich habe keine Lust dazu. Ich würde gerne. Ich würde viel lieber.

Können wir uns – bei freier Wahl – gegen unser Interesse entscheiden, oder ordnen wir dann nur ein Interesse einem anderen Interesse unter? Künstlerische Entscheidung: Wodurch gesteuert, wenn nicht durch unser Interesse?

Das würde ich gerne hören.

Das sieht vielversprechend aus.

Natürlich immer durch Erfahrungen beeinflusst, Eindrücke, Informationen, der Punkt, an dem man sich gerade befindet. Aber auch den kann man nur begrenzt beeinflussen, in der Regel werden die Erfahrungen, die man macht, durch die eigenen Interessen beinflusst. Abgesehen von nicht steuerbaren Faktoren, Schicksal, über die wir hier nicht sprechen. Das heißt, man ist immer man selbst, egal was man tut.

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This is – the …

Lichtblitz: Dauern Musik festlegen, Dauern Text festlegen, Schnitte festlegen, Material einfügen, Text applizieren.

zoom in/zoom out

Frequenzanalysen grundsätzlich linear/polyphon

Ausschnitt horizontal/vertikal, vergößern/verkleinern, transponieren, unregelmäßig versetzen (Tonhöhe/Dauer), ergänzen: Was könnte hier passiert sein, hätten wir gleich genauer hingeschaut.

Lichtblitz
Licht/Maurizio
Kolik
Zwei/2240: Song Cycle

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Verstehen: Rhythmus, Tempo, Zuordnung

Catch My Heart: Totale Verlangsamung, aber, natürlich, die Stimme selbst kann nicht verlangsamt werden, es sei denn man würde sie im Detail transkribieren und dann sich selbst singen lassen, wobei sie dann die verlangsamten Details mit ähnlichen Mikroelementen wie das Original versehen würde – Einschwingvorgänge, Friktionen, Unregelmäßigkeiten, Manierismen.

Das gleiche gilt natürlich auch für Instrumente: Es ist dann halt einfach nur ein ganz normaler langsamer Satz, mehr nicht. Man müsste das instrumentale Spiel selbst, letztlich die Körperfunktionen verlangsamen.

Oper: Nahsicht und Fernsicht, kann nur funktionieren, wenn ein formaler Zugang zu Zeitlupe, Echtzeit und vielleicht auch Zeitraffer gefunden wird, insbesondere, aber nicht nur, in Hinsicht auf den Text. In diesem Sinn die konventionelle Lösung von Rezitativ und Arie leider unübertroffen.

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Gleichung

Bogenlänge
Bogenort
Bogendruck

Lautstärke

Saite – Lage

Tempo = Schläge / Dauer
Schläge = Tempo * Dauer
Dauer = Schläge / Tempo

Zeit / Beschäftigung = Leben

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Notizen, um sich wach zu halten.

Wird jetzt nicht mehr in Frage gestellt.

Immer wieder durchgehen.

tasto
Behinderung
hängt

Ablenkung als Erfrischung

Entscheidung/Anwesenheit: Man war da gewesen.

Immer wieder wiederholen: Das letzte Wort, der letzte Satz.

Nachdenken ist Wiederholen.

Prüfen

Ausschließen

Die aggressivere Variante: Warum?

Eile, Druck als Entscheidungshilfe. Stress. Ungeduld.

Entscheidungsbild/Vorlage Statistik: In welchen Situationen habe ich mich wie entschieden?

Das Gefühl, dass es jetzt gut ist.

Panisches Wiederholen

Jetzt ist es aber gut.

Durchziehen

Aufregung

Perfekt

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Sorgfalt

Einfach irgendwann Schluss machen, wenn es nicht mehr besser, sondern nur noch anders wird. Das heißt, wenn es keinen qualitativen Unterschied mehr macht, ob man weiterarbeitet oder nicht. Das Stück pendelt sich auf einer bestimmten Ebene ein. Im Unterschied zu: Die erste Idee ist immer die beste.

Kriterien, wenn es keine Kriterien gibt: Es geht nicht mehr weiter.

Letztgültiges Kriterium, wenn man immer weiter arbeiten könnte: Abgabetermin.

Die Entscheidung im Moment – aber in welchem Moment?

Entscheidungsfähigkeit definitv eine Frage der körperlichen Befindlichkeit: Wenn Du müde bist, kannst Du keine Entscheidungen fällen. Also darfst Du auch nicht müde sein, wenn Du arbeitest. Es sei denn, Du führst nur aus, oder Du willst ein gewisses Kontrolldefizit provozieren.

Das Komische ist nur, dass Du dann irgendwann auch wirklich den Sack zu machen musst. Du musst dann die Entscheidung, wie Du sie in einem bestimmten Moment getroffen hast, akzeptieren, auch wenn Du aktuell anders entscheiden würdest.

Logischerweise auch die Frage, ob es eigentlich von Stimmungen abhängt, wenn man plötzlich alles gut findet, was man gemacht hat, oder von Erschöpfung. Insofern gehört Selbstbeobachtung definitiv zur Stellenbeschreibung. Und Nichtentscheidbarkeit ist vorprogrammiert.

Zu viele Entscheidungen am Stück und plötzlich akzeptiert man alles. Ziemlich klare Begrenzung der Entscheidungskapazitäten, deutliche Linie, eindeutige Verknüpfung mit aktueller Lebenskraft. Alles andere ist Autopilot – was natürlich auch toll sein kann.

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Utopie der Zusammenarbeit

SPEAR: Situation jedes Mal neu und nicht wiederholbar

Dinge, die man in der Partitur nicht sieht (z.B. Saiten). Klangfarben und Tonhöhen: Vorstellungen von Tonhöhen auf Instrumenten und ihre Variationsmöglichkeiten (Abdunkeln, Aufhellen).

Falsche Verzögerung, Einschnitt in Klang, Divergenz zwischen Instrumenten und Elektronik.

Künstlichkeit von Elektronik nicht verstecken, sondern betonen: Man könnte Liveelektronik im Verhältnis zum instrumentalen Satz programmieren, man könnte aber auch ein geschlossenes System programmieren, das sich öffnet und schließt, unabhängig davon, ob das betreffende Instrument spielt oder nicht. Bzw. die Instrumente müssten dann auf die Elektronik spielen.

Kurze Schlaglichter, wie ausgeschnitten, mit Rand, Knacksen, betont, absolut keine Verblendungen.

Kneipe, französischer Wirt: Träume meist durch Ort definiert. Heißt das, dass Räume viel wichtiger sind als wir denken?

Gigantische Installation von Rainald: Ein Haus in einem Haus in einem Haus. Anmutung von Messehallen. Eine RG Bar. In einem Raum ein Haufen von alten (oder neuen) Musikkassetten mit Schwarzweiß-Cover, darunter eine von Girls Girls. Auf einem der Dächer ein Kurzauftritt von Lambchop: Die Band schreitet als Chorusline nach vorne Richtung Publikum, die Reihe teilt sich, in der Mitte taucht für fünf Sekunden Kurt Wagner auf, grinst wie Aphex Twin, und verschwindet wieder.

Rauschen – Mikrophonabstand – Feedback

Ben Assiter
Rob McAndrews

West Wing

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Helle Mitte

Aufräumen als Lebensaufgabe (ganz einfach Zimmer aufräumen und so).

Mit zusammengebissenen Zähnen singen.

La condition humaine (Kobayashi): Sehr offensichtliches Spiel mit Spannung-Entspannung, aber trotzdem überzeugend, weil im Detail stimmig, und weil man das Gefühl hat, dass auch die Teile, die die Storyline nicht voranbringen, einen wesentlichen Beitrag zur Aussage des Films, zur vollständigen Beschreibung des Gegenstands darstellen. Insofern eine extrem konventionelle Dramaturgie durch Ernsthaftigkeit überzeugend erfüllt.

Es gelingt ihm deutlich zu machen, dass die leisen Passagen nicht einfach nur ein dramaturgischer Trick sind, sondern dass sie eine echte Funktion im Gesamtwerk haben, dass sie dazugehören, dass etwas fehlen würde, wenn sie nicht da wären. Das Bild wäre unvollständig, wir würden Informationen vermissen, und letztlich wäre die Storyline auch zu geradlinig, um überzeugend zu sein.

Ab einem bestimmten Punkt geht das natürlich weit über formale Überlegungen hinaus. Bestimmte Entscheidungen, insbesondere einen neun Stunden Film ohne auch nur den geringsten Hoffnungsschimmer enden zu lassen, erfordern echten, realen Mut.

Dolgopolov: Ganz schön schnell erwachsen geworden, als Tennisspieler. Kaum zu glauben, dass das geht: Gestern unbeherrschtes Küken, heute erfahrener Gewinner. Als ob er in der Zwischenzeit jahrelang gespielt hätte.

Wortwahl: Komisches hin und her, hier dies, hier das, dann umgekehrt, dann wieder das Gegenteil, dann passt es plötzlich. Merkwürdiges herantasten, vorarbeiten, zufallsbestimmt.

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Liar!

Geschenkpapier: Zufällige Verteilung eines festgelegten Musters, in der Regel falscher Maßstab und genau deswegen interessant. Nicht die Passgenauigkeit, sondern das Falsche, das sich Sperrende macht Zuordnungen bemerkenswert.

Falsche, nicht passende Maßstäbe übereinanderlegen, Ergebnis zufällig, aber festgelegt, und natürlich einem Gesetz folgend.

Am tollsten sind absurde Gedanken, die ernst gemeint sind.

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Land of Treason

Falsche Transkription – richtiges Ergebnis.

Etwas TATSÄCHLICH nur zum Spaß machen. Kann man logischerweise nicht entscheiden, denn man kann nicht entscheiden, wann man Spaß hat, und wann nicht, und vor allem, ob man es aus Spaß macht oder nicht.

Kann man über seine Motive entscheiden? Oder stehen Motive fest, ergeben sie sich aus der Geschichte eines Lebens? Kann man das Motiv, warum man etwas tut, ändern? Abgesehen von äußeren Einflüssen wie neuen Informationen, neuen Argumenten, etc. Natürlich kann man selbst darüber nachdenken, und dabei seinen Standpunkt verändern – wenn die Handlung dennoch gleich bleibt, könnte sich das Motiv mit dem Standpunkt verändert haben, und wenn es nur wäre, dass man an seiner Entscheidung festhalten will, obwohl man eigentlich nicht mehr dazu steht. Das wäre allerdings kein willentlicher, direkter Einfluss auf das Motiv, sondern eine Veränderung des Zusammenhanges, in dem das Motiv angesiedelt ist, woraus sich dann erst die Veränderung des Motivs ergibt – also eine indirekte, nicht direkt beherrschbare Änderung.

Übrigens tatsächlich ein ECHTES künstlerisches Problem.

Z.B. Hérault de Séchelles: Könnte ein Lieblingsbuch werden, obwohl fast alles, was darin steht, faktisch Unsinn ist (nur so als Beispiel).

obwohl faktisch alles Unsinn ist

Neue Burial klingt leider wie jemand, der wie Burial klingen will. Trotzdem: Begnadeter Erzähler.

B.M.: I love your style. You look so normal.

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hässlich, Hässlichkeit

absolute Bequemlichkeit als künstlerische Tugend

Licht a capella: Jetzt kann es nur noch um Inszenierung gehen.

akkumulieren

etwas vollständig, aber auch im Detail sehen, anhalten, aber auch laufen lassen, auseinander nehmen, aber auch zusammensetzen

horizontaler Schnitt: logischerweise nicht immer die gleichen Kombinationen

aufbohren – in die Struktur eindringen

like you wanna cry: Kulturlandschaften, Konrad Witz

Fesseln

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Der Augenblick ist die Entscheidung.

Aktion:
P Pizzicato
B Battuto
T Tratto

Klangtyp:
S Stoppschlag
A Ausklingen
H Halten

1/6 = Schnitte
5/16 = Verzögerung

ist eben etwas anderes

Textur

gefühllos

Habe ich ein Problem mit dem direkten Ausdruck? Weiß ich zu genau, was ich wo haben will? Ist das Element der Entdeckung zu sehr eingeschränkt? Was würde passieren, wenn ich total offen lassen würde, wohin das Stück gehen soll?

Dafür bräuchte man allerdings eine Erfindungsmaschine, eine Konstruktion, die das Stück zusammenhält und das Material generiert.

Streichquartett: 1, 2, 3, 4

Strenge lockern, nicht mit Strenge anfangen, im Voraus festlegen, sondern erarbeiten. Nicht-Strenge wegarbeiten. Widerstand, nicht Arrangement.

Kunst soll unverständlich sein

pas la peine

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Architecture of Pain

Maurizio/Licht: Ambient/Drone

absolute Regelmäßigkeit

Verzögerungen/Haken

Dynamik

Monumentalität/Wirkung

Again: Palermo/NYC

unterschiedliche Formate INNERHALB regelmäßiger Abstände

alles immer genau gleich lang

hohe Aktivität – niedrige Dynamik – verschwommene Konturen

Kolik wie Zwei/2400: schnell/leise vs. langsam/laut?

langsam Schreien: Anti-Naturalismus

Merkwürdige Entscheidungsfindung, wenn sich etwas falsch ANFÜHLT: Du versucht mit allen Mitteln an einer bestimmten Entscheidung festzuhalten, auch wenn du vielleicht von Anfang an nicht völlig davon überzeugt warst, vielleicht hast du dir einzureden versucht, dass es so gehen müsste, dass es gar nicht so wichtig ist, ob du es so oder anders machst, hast wochen- oder monatelang darum herumgearbeitet, und plötzlich merkst du: Es geht wirklich gar nicht. Es fühlt sich einfach falsch an. Es stimmt nicht.

Frage wäre, ob Entscheidungen jemals auf andere Art getroffen werden, ob nicht nach Aufzählung aller Vernunftsgründe am Ende gewählt wird, was sich besser anfühlt.

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im Zweifel

Unsinn muss immer möglich sein. Sinnlosigkeit muss immer greifbar bleiben.

Was ist eigentlich mit absoluter Regelmäßigkeit? Was spricht dagegen? Könnte ja, z.B., auf verschiedene Parameter angewendet werden. Takte, Tempi, Phrasierungen, Taktanzahl, Dauer, etc.

1/3 oder 2/3 aus 3:5 notationstechnisch nicht möglich; nur durch Tempowechsel fingierbar. Auf irrationalen Unterteilungen basierende irrationale Takte nur notierbar, wenn sich die zugrundeliegende Unterteilung auf die 1 (Ganze) bezieht. Schade, weil unflexibel: Kein freier Schnitt möglich. Es sei denn, Feldmanesk, Wiederholungszeichen in irrationale Unterteilungen setzen. Wiederholungszeichen als Schnitt also. Mit anderen Worten: Gar nicht so exzentrisch als Notation, tatsächlich einzige Möglichkeit, ein bestimmtes Ergebnis ohne irritierende Tempowechsel zu erreichen.

Mutter
Wiederholungen
Geschichten

Keine Unterteilung (nur auf die Eins) ist auch eine Unterteilung.

Alles improvisieren, einen Parameter nach dem anderen? Das hätte den eindeutigen Vorteil, dass es sinnlos wäre. Sinnlos und unbeherrschbar.

alles immer sofort vergessen

für den Zweifel

Passwort: dirty hands

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Phänomenologie des musikalischen Materials

Einzeln – Zusammengesetzt
Leise – Laut
Schnell – Langsam
Pizzicato – Arco

Aber NICHT: Geräusch – Ton oder umgekehrt

Das Gleiche, aber ohne Vorbild. Im Grunde Nachzeichungen tatsächlich Fortführung der in Potemkin 1 begonnenen Materialkonstruktion.

a) Wie kann man Material zusammensetzen, ohne Spielfiguren zu benutzen?
b) Wie kann man Spielfiguren einen neuen Sinn geben?

Als Komponist interessiert mich nur notierte Musik. Musik, die nicht am Gegensatz zwischen Klang und Notation arbeitet, mangelt es an genau diesem Komplexitätsverhältnis. Es sei denn, sie wäre etwas ganz anderes, nämlich Pop, Welt etc.

Charms: Dub war Spielfiguren? Kaum zu glauben, aber wahr.

Streichquartett: Von der Menge des verwendbaren Materials her theoretisch total beherrschbar.

Totales Scheitern. What the fuck do you want?

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Überlappung

Jeder Parameter eine eigene Dimension?

Parameter-Gefüge als eine Art zellulärer Automat, allerdings mit chaotischen Regeln? Also offensichtlich kein Automat. Geschlossener, aber elastischer RAUM.

Grade der Veränderung: Kann alles sein, es geht nur darum, dass Veränderung stattgefunden hat – oder eben nicht.

Im Traum Zeitung gelesen: Der große Wolfgang Michael ist tot. Schönes Foto, kurze Notiz. Völlig geschockt. Über die vielen liegengebliebenen Projekte nachgedacht.

Parameter als Beschreibungskategorien. Je nach dem, welche Kategorien du auswählst, wird deine Beschreibung anders ausfallen. Je nach dem, wie deine Beschreibung ausfällt, wird dein Gegenstand aussehen. Besonders, wenn, wie hier, die Beschreibung die Vorlage für den Gegenstand ist.

Gegensatz zwischen Kategorien, die einen Zustand beschreiben – quasi eine Tatsache, eine Realität -, und Kategorien, die eine Veränderung beschreiben. Natürlich ist eine Veränderung auch eine Realität, aber wenn sie ausschließlich als Veränderung beschrieben wird, ohne Ausgangs- und Endpunkt, ist die Realität des Ergebnisses gar nicht, oder nur mit Mühe, ableitbar.

Im Grunde kann der erste Teil im Wesentlichen nur aus Einzelaktionen bestehen, der zweite im Wesentlichen nur aus zusammengesetzten, komplexen Aktionen. Um die Klangmasse zu artikulieren, zu bündeln, und um eine gewisse Kontinuität herzustellen. Was klar heißt, dass für den zweiten Teil andere Kriterien gelten müssen als für den ersten Teil.

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Be safe! Be safe! Enjoy your life!

Lustig, dass man sich mit jedem Stück ersteinmal die Nase blutig schlagen muss, um überhaupt rein zu kommen. Wahrscheinlich kann man die Anforderungen erst richtig einschätzen, wenn es wirklich weh tut. Sprich: Egal, wieviel Erfahrung man hat, man unterschätzt das Stück immer, man denkt, es müsste so, es müsste so gehen, das kann ja nicht so schwierig sein, bis man irgendwann merkt, dass es eben nicht um Ideen, sondern um Arbeit geht. Was nicht heißt, dass die Ideen unwichtig sind, wenn man Glück hat, kommt man am Ende zu ihnen zurück.

Enwicklung statt Veränderung:

Register
Lautstärke
Harmonik
Spielweise
Metrik
Gestik

Überlagerte Entwicklungen, die zusammenfallen, aber auch unabhängig voneinander nebeneinander her laufen können.

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Was ist die Geschichte?

Die Frage ist, wie man nicht-sprachähnliches Material zum Sprechen bringt, wie man die Entscheidungen durchsichtig hält, wie die Varianten gestisch bleiben, allerdings immer nur gerade so. Jeder Schritt muss eine Entscheidung, und nicht einfach nur eine Ausführung sein. Das könnte natürlich heißen, dass es gar kein Kalkül geben KANN, dass von Takt zu Takt komponiert werden MUSS.

Immer auch Phrasierungen andeuten. Phrasierungsähnlich, aber keine echten Phrasierungen (M.B.R.M.M.P.P.).

Ja, stimmt, ist eine Lüge, stimmt nicht, ist gar nicht frei, da ist nur der Takt, sonst nichts, und darin kann alles frei platziert werden.

Schlag als Einheit

von Schlag zu Schlag in Schlägen denken

Klar, man kann natürlich auch die Instrumente oder die Zahl der Instrumente im Voraus festlegen, die Frage ist nur, ob das was bringt. Das Problem ist, dass es im Moment so aussieht, als ob sich das Material tatsächlich aus sich selbst entwickeln könnte, dass die Parameter nicht getrennt behandelt werden sollten, ich finde nur, dass diese Arbeitsweise so wahnsinnig öde und eigentlich auch spießig, weil viel zu unmittelbar ist. Und ich glaube, dass sie auch dem Stück unweigerlich eine gewisse Drögheit gibt. Es fehlt dann die Härte, der Rahmen, die Genauigkeit, ist alles viel zu nett, zu schön, letztlich zu persönlich auf die falsche – nämlich dumme – Art.

Wie viel
Wie lange
Wie oft

Und warum?

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Leere erzeugen

Einfache Skalierung logischerweise nur bei doppelwertigen Eigenschaften möglich. Schwarz – Weiß, Hell – Dunkel, Laut – Leise. Was aber, wenn eine dritte oder vierte Option in ein Eigenschaftsfeld mit eingeschlossen werden muss? Dass man das DARSTELLEN kann, ist mir klar. Aber wie man damit ARBEITET, wie man es DENKT, ist die Frage. Wenn z.B. die verschiedenen Optionen sich gegenseitig bedingen bzw. voneinander abhängig sind.

Breitwandlärm und plötzlich – Stille. Wie weggezogen. Stille als Schlag ins Gesicht.

Regelmäßigkeit vs. Unregelmäßigkeit: Regelmäßigkeit hinter Unregelmäßigkeit verstecken und umgekehrt. Der Vordergrund, die sichtbare Entscheidung bleibt unerklärt, man spürt aber, dass sie durch ein dahinterliegendes Kalkül motiviert ist.

Architektur: Grid und Anti-Grid. Dort allerdings immer der Nutzen bzw. die Benutzung als notwendiges, unvermeidbares Kalkül. Zufällige Anordnung und systematische Nutzung. Warum sind die Fenster so verteilt – und nicht anders? Die Frage stellt sich lustigerweise erst, wenn sie nicht regelmäßig angeordnet sind. Form.

Nicht-hierarchische Formen von Gruppierung und Aufteilung: Regeln festlegen, innerhalb derer frei platziert werden kann, innerhalb derer jede Platzierung Sinn macht. Macht und Fragilität. Viele Optionen und dann für eine entscheiden. Kriterium (Koolhaas, Sanaa)? Klein- und vielteilige Anordnung, ultimativ multidimensional, keinerlei direkte Übereinstimmungen. Verschiebung des Rasters nur interessant, wenn Raster grundsätzlich angedeutet wird, also möglich wäre und als fiktiver Gegensatz präsent bleibt. Haus als Akkumulation von Kabinen. Plötzlich einfach schräg stellen. Natürlich auch nur interessant, wenn vorher alles gerade war. Oder: Gegensatz zwischen geraden Gebäuden auf der einen und schräg gestellten Gebäuden auf der anderen Seite. Garten und Haus – vertikale Durchbrüche.

Vor allem: Strenge

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Mein KONTROLLIERT

If you understand it, it was not worth the effort.

Dub: Alles wegnehmen, wo eigentlich etwas hingehört, ist AUCH eine offensichtliche Metapher für Einsamkeit und Leere. Auch, wenn es primär nicht so gemeint ist. Ich glaube aber schon, dass es mitgehört wird, dass es der musikalischen Empfindung Tiefe gibt.

Bass Drum als reine Markierung, Marker, hier fängt es an, hier hört es auf, hier hier hier.

Bestimmte Empfindungen kippen definitiv ins Falsche, wenn man sie ausspricht, und sei es nur für sich selbst. Sie werden dann gefühlig, übertrieben, durch das Wort, das sie benennen soll, banalisiert. Wenn alle Gefühle, die durch ihr Aussprechen kippen, hierdurch der Banalität überführt würden, wenn man das Wort entscheiden ließe, ob eine Empfindung echt ist oder nicht, würde nicht viel übrigbleiben. Die Weigerung, über Gefühle zu sprechen, kann AUCH aus dem Bewusstsein über diesen Sachverhalt entstehen.

Über die Sinnlosigkeit.

Rimbaud 18: Und plötzlich ist alles ganz normal. Außer dass plötzlich alles ganz normal ist.

Cpt. Kirk &., da ist es tatsächlich mal gelungen: Deutsche Texte, ohne dass man die ganze Zeit hin- oder weghören muss. Hat, glaube ich, nichts, oder nicht nur, damit zu tun, dass man die Texte schwer verstehen kann, sondern vor allem, wie sie in die Textur integriert sind. Und natürlich, die Struktur der Texte selbst: Nicht doof, aber auch nicht diese schreckliche Botschaft, die so fürchterlich nervt. Und keine falsche Überambitioniertheit – sondern die richtige. Freut.

Lustig, wie man sich sicher sein kann, dass die meisten Eindrücke immer nur für den jeweiligen Moment gelten, ganz einfach, weil man nie genug Wissen in einem Moment zusammenfassen kann, um einen angemessenen Überblick zu haben. Mehr ist aber auch nicht drin: Die abgesicherte Meinung, die die gesamte Faktenlage sichtet, bevor sie ihre Schlüsse zieht, ist in bestimmten Zusammenhängen und vor allem bestimmten Medien notwenig, bringt uns aber sonst keinen Deut weiter, weil sie nicht an die Lebensrealität andocken kann – es sei denn, als ein Eindruck unter vielen.

Let‘s quote. Let‘s namedrop. Let‘s die. Let‘s dye.

Let‘s lie for a change.

Ausprobieren

Denken

Raster

Zeit

Angelverein

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Mr. Know It All

The Action Packed Mentallist Brings You The Fucking Jams: Ist ja super, toll! Na ja, o.k., ist o.k., sieht aber super aus.

Oval: Im Grunde irrsinnig schön. Mehr will man gar nicht. Aber natürlich eben doch.

Kleinbürgertum: Sich tot stellen und warten, bis das Leben vorbei ist = Vernunft. Auf keinen Fall lüften.

Wie schon gesagt: Fehler müssen echte Fehler sein. Wie reagiert man, wenn man einen Fehler bemerkt? Lässt man ihn stehen, segnet man ihn ab, dann ist er kein echter Fehler mehr, sondern plötzlich Absicht, verbessert man ihn, nimmt man dem Stück einen Fehler, eine Unregelmäßigkeit, die es vielleicht gebraucht hätte. In beiden Fällen entschärft man das Stück. Auch wenn es genau gleich bleibt. Es wird trübe, verliert an Kraft. Einziger Ausweg: Bis zur Erschöpfung arbeiten, damit neue Fehler entstehen. Oder man findet einen Ersatz für Fehler als Unregelmäßigkeit der Arbeit. Etwas, was sich der vollständigen Kontrolle entzieht, ohne Zufall zu sein. Denn Zufall schmerzt nicht. Und es geht notwendigerweise um Unvollkommenheit, um Schmerz, um ein nicht auflösbares Grundproblem als Kern der Arbeit. Vielleicht tatsächlich eher ein psychologisches als ein technisches Problem. Trotzdem glaube ich, dass sich die Haltung zum Fehler im Ergebnis mitteilt. Möglicherweise ist der Konflikt zwischen Kontrollwunsch und daraus resultierendem Kontrollverlust der eigentliche Punkt: Dass ein echter Kampf zwischen dem Wunsch nach Kontrolle und dem Unvermögen, Kontrolle auszuüben, stattfindet. Deshalb frühere Arbeiten einer Werkgruppe oft interessanter als spätere: Das Material widersetzt sich noch dem Zugriff, der Künstler hat noch keine vollständige Kontrolle über sein Material. Gegen seinen Willen unterlaufen ihm Dinge, die er später zu Gunsten von Fehlerlosigkeit vermeiden wird. Daher auch die Notwendigkeit, sich immer wieder neue Aufgaben zu stellen: Nur im Moment der Entdeckung kann es ein Gleichgewicht der Kräfte geben. Danach geht es nur noch um Vervollkommnung, letztlich um Fehlervermeidung. Es sei denn, es gelingt, aus der Perfektion eine neue, eigene Kraft zu entwickeln.

It is never o.k. to touch somebody else‘s private parts. Your mom and dad will tell you some.

The idea is not to have a voice (Mr. Isaacs).

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John Lely

Nie eine zweite Ebene einziehen. Nie über das sprechen, was man gerade tut. Allerdings: Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, manchmal ist die zweite Ebene wichtiger als der Vordergrund, das, was man eigentlich sagen will. Dann, aber nur dann.

Trockenheit. Nüchternheit. Der Hintergund ist da, wird aber nicht ausgesprochen. Punkt.

Erinnerung

Selbstbezug

Da haben wir‘s: Nicht darüber sprechen. Bezug, aber nicht Erwähnung des Bezugs. Keine Erklärung. Irgendwie aber auch schade. Ist logischerweise schon ein Thema. Und wie entscheidet man, was man auslässt und was nicht? Vieleicht lässt man gar nichts aus, sondern entscheidet nur, was sich richtig anfühlt und was nicht. Und dass eine bestimmte FORM von Selbstbezug sich immer grauenhaft anfühlt und deswegen verboten bleiben muss. Was wäre dann ein interessanter Selbstbezug? Jedenfalls kein bequemer.

Als Beispiel: Dinge kommen wieder, man erwähnt, dass Dinge wieder kommen, man zeigt, dass man weiß, dass Dinge wiederkommen. Irgendetwas stimmt am Erwähnen gar nicht. Vielleicht, weil damit nichts gesagt ist. Weil man damit keinen Gedanken weitertreibt. Nicht erwähnen eigentlich musikalisch: Ohne Kommentarfunktion.

Lupe

Ritardando

die Tonbewegung ein bisschen genauer anschauen

Immer wieder schön: verstimmte reine Intervalle

What gives you the idea that you should be fine?

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Pouring down hate and discontent like motherfuckers

realism sucks
formalism rules
sweet formalism
sweet, sweet formalism

REALISM SUCKS
FORMALISM RULES
SWEET FORMALISM
SWEET, SWEET FORMALISM

Geschwindigkeit des Denkens
Weg des Denkens

Essentialistische Musik: Direktheit des Ausdrucks erkauft mit einem Mangel an praktischer Intelligenz.

Unmittelbare Expressivität tatsächlich ein bisschen blöde.

Nicht musikalisiertes Material. Gar keine Expressivität. Auch keine offensichtlich vermiedene. Keine Musikalität als Ziel. Interessante Aufgabe.

schön wäre natürlich beides zusammen

ALLES AUF EINMAL

Leonardo Pisano
Sohn Apuliens

never pet a burning dog

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Wahrhaftigkeit und Konsequenz

Ein Instrument ist kein Speichermedium.

Keine Interpretation.

Text und Pause

Zwei

Nichts

Jetzt wird es nie wieder aufhören (zu bluten).

Gerüst – Gerippe – Maßwerk

wie doof darf man eigentlich sein?

Kolik: In die Schwärze

Alles neu. Alles anders. Am Ende ist alles egal. Logisch.

Wie Zugriff auf Text? Welche Parameter?

Geschwindigkeit
Verständlichkeit
Stimmklang
Dauer

Zahl der Tonhöhen je Silbe/je Wort/je Zeile
Tonhöhenrichtung
Lautstärke
Lautstärkeveränderung
Text-Pause

Viel natürlich im Voraus festgelegt – es sei denn, man würde wirklich radikal eingreifen: Nicht mehr auf den Text hören, nicht mehr an die Bedeutung denken, nicht mehr kooperieren.

Das Streichquartett nicht gleich komplett aufgeben: Die Bedingungen sind nicht identisch, und eigentlich auch nur entfernt ähnlich. Aber im Denken auf Streichquartett Bezug nehmen.

Meine Schultern brennen.

Was ist denn das für ein Gefühl? Würde mich mal interessieren.

Musikalisches Grundproblem: Reihenfolge. Lustige Idee, einfach Fragmente nach vordefinierten Kriterien an einem bestehenden Prozess aufzuhängen (Moguillansky). Aber natürlich auch Problemvermeidung.

Bei Leuten, die in ihrer Haltung suggerieren, dass es keine Qualitätsunterschiede gibt, kann man davon ausgehen, dass sie entweder tatsächlich Qualitätsunterschiede nicht erkennen können, oder dass es in ihrem Interesse ist, Qualitätsunterschiede zu ignorieren. Spricht in jedem Fall nicht für ihre eigene Produktion.

Beschissen formuliert.

Spätestens ab dem 2. Stock schwebt man. Gut dass der Boden hält.

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Zwei/2400

Die Stille.

Von der Zahl.

Über Vernichtung.

Kill!

0,00083

Ich bin bereit.

Neu: Von der Zahl, nicht von der Dauer ausgehen (auch Abschnittsbildung). Möglicherweise genaue Zahlenwerte nicht ZU ernst nehmen.

M.B.R.M.M.P.P.: Bläser als Begleitung. Streicher als Begleitung. Alles als Begleitung. Nur Hintergrund. Kein Vordergrund. Interessanter Befund.

I‘m quite impressed.

süß + salzig = sauer

Nicht zu sorgfältig sein!

Text als Sammlung von Objekten

aufteilen

rein vertikal denken?

Text als vertikales Objekt?

Abschnittsbildung durch Gewichtung von Veränderung

Allerdings: Wie vermeide ich dabei einen reinen Prozess-Vollzug?

objektbezogene Operationen

Jetzt wird es still.

Es wurde still.

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IN DIE SCHWÄRZE

Nebenwirkungen werden in Kauf genommen – Nebenwirkungen sind erwünscht – Nebenwirkungen sind die eigentliche Idee des Stückes: Trotzdem müssen sie Fehler des Systems bleiben, weil sie sonst nicht mehr als Nebenwirkungen, sondern als Teil des Systems wahrgenommen werden. D.h. auch wenn der eigentliche Fokus des Stückes auf den Nebenwirkungen liegt, muss das Programm so gestaltet sein, dass diese Nebenwirkungen Fehler bleiben und als Fehler wahrgenommen werden. Frage wäre dann: Was ist der Unterschied zu einem System, das einfach so Fehler macht? Logischerweise keiner. D.h. du KANNST das gar nicht programmieren, du MUSST daran scheitern, um glaubwürdig zu sein.

Sich Gefühle ins Bewusstsein zu rufen, verfälscht sie. Als ob man nicht zu lange darüber nachdenken dürfte. Gerade das Festhalten an einem Gefühl zerstört es. Das Gebet als Versuch, das Bewusstmachen von Wunsch und Dankbarkeit zu formalisieren, um sie dabei zu konservieren. Das Mantra als formalisierte Wiederholung. Inwieweit das funktioniert, ist eine andere Frage. Interessant, wie schnell Gefühle in Sentimentalität abgleiteten, wenn man sich ihrer versichern will. You don‘t own them, after all.

Das gleiche, überspitzt, aber auch genauer: Gefühle werden erst konkret, wenn man sie ausformuliert, und durch das Ausformulieren verschwinden sie sofort wieder. Beständigkeit würde hier darin bestehen, dass das gleiche Gefühl – oder ein ähnliches – immer wieder kommt. Und ob das so ist, hat natürlich wesentlich auch mit deinen Lebensumständen zu tun: Ob deine Umgebung im wesentlichen gleich bleibt oder sich ständig verändert.

Mmmh, lecker: Der Hunger schmeckt.

Wie es wirklich war

Was wir hier immer wieder hatten: Die kurze Notiz hält den Gedanken zwar unmittelbar fest, ist aber später nicht mehr verständlich. Die Ausarbeitung führt den Gedanken zwar aus, entfernt sich aber in der Ausarbeitung unweigerlich vom Original und lässt es letztlich verschwinden.

Jede Ausarbeitung ist auch eine Veränderung: Für die Kunst toll, für das Denken –

Gedanke = Gefühl?
Erklären = Zerstören?

Arbeit

Schnelligkeit

sofort, sonst ist es weg

lustig, wenn alles digital ist, kann man nicht mehr ernsthaft etwas verschenken

Sciarrino: Das Unkontrollierbare, nicht restlos Aushörbare.

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ZWEI

Nur vom Auftrag, von den Rahmenbedingungen her denken: 16 Stimmen. Was passiert dann?

Ohne erkennbaren Grund an einer einzigen Stelle mp statt mf. Keine systematische Entscheidung, sondern nach der Natur gemalt. Fühlt sich richtig an. Wenn man es ändert, systematisiert, angleicht, fühlt es sich falsch an. Wie unsystematische Entscheidungen in System überführen?

Die schlechte Nachricht: Ich glaube es geht nicht. Man kann nicht individuelle Entscheidungen durch systematische Entscheidungen ersetzen. Jedenfalls nicht, wenn man gleichwertige Resultate haben will.

Die Optionen, wie man mit diesem Befund umgehen kann, sind ziemlich klar, denke ich: man kann ihn ignorieren, man kann versuchen, so gut, wie es geht, damit umzugehen, d.h. kaschieren, emulieren, nachbessern, oder man kann daraus ein eigenes Konzept machen, die Schwächen des Systems betonen, Fehler nicht verstecken, sondern herausstellen, deutlich machen, dass eine solche Musik nur durch einen systematischen Ansatz, der das Detail vernachlässigt, zustande kommen kann. Klar machen, dass es in gewisser Weise mehr auf die Operation, als auf das Ergebnis ankommt. Den Qualitätdruck herausnehmen. Und damit natürlich auch die Spießigkeit des gut gemachten vermeiden. Bernhard Lang wäre wahrscheinlich ein Kandidat für einen solchen Ansatz.

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Jetzt neu

ernst, nicht ernsthaft – Einzelhaft

Die Laune des Schicksals: Selbst wenn du etwas am Instrument ausprobierst, weißt du nicht, kannst du nicht wissen, ob es sich heute so verhält wie morgen, ob du morgen die gleiche Entscheidung treffen würdest, die du heute triffst. Selbst wenn du den Vorgang beliebig oft wiederholen würdest, um den Entscheidungsspielraum einzugrenzen, wirst du niemals wissen, welche Entscheidung du morgen getroffen hättest.

That‘s how strong my love is.

I don‘t question that anymore.

Blasinstrumente: Auch deswegen eindimensional, weil sie keine vier Saiten haben. Nur ein Rohr, wenig echte Alternativgriffe, die mehr sind als eine einfache Abschattierung. Und selbst dann ist ein Alternativgriff etwas anderes, weniger folgenreiches, als ein Saitenwechsel. Eine andere Saite ist eine eigene Welt, ein anderer Griff ist nur eine Modifikation des identischen Luftstroms.

jetzt, in diesem Moment

Opferbereitschaft

let‘s see how strong it is

lang kurz
kurz lang

1 0
0 1

A B
A B

Einfachheit kann man nicht kaufen, kriegt man aber auch nicht geschenkt, kann man auch nirgendwo abholen, muss man sich, wenn überhaupt, erarbeiten. Einfachheit als Einfachheit ist zu leicht kopierbar. Original und Kopie sind nicht voneinander zu unterscheiden, weil das Material so einfach ist. Ich glaube, ohne Binnenstrukturierung oder irgendein anderes Gegengewicht ist Einfachheit nicht mehr zu haben. Obwohl es natürlich toll war, solang es ging – als noch nicht jeder wusste, wie es geht und dass es geht. Da ging es automatisch nicht mehr.

man hört den einen und sieht den anderen: beides vermischt sich

oder: man hört den einen und denkt an den anderen: der andere überdeckt den einen

schwarzer Heilbutt

SCHWARZ

gerade komplexe Strukturen 1:1 wiederholen, zum Beispiel anderer Stimme, auf anderem Instrument

Phantasie aus Phantasielosigkeit

Man merkt, dass etwas richtig gearbeitet ist, wenn es Unregelmäßigkeiten aufweist, die sich von außen nicht nachvollziehen lassen. Ob es möglich wäre, das nachzubauen, ohne jedes Detail einzeln durchzuarbeiten?

Formalisierung von Material – Rationalisierung von Arbeit

Kann ich bitte –

You can‘t –

So ist das also.

You don‘t see anything when you‘re walking on stage. There‘s too much light.

Spießiger Spast-Perfektionismus: Beste Archivierungsmethode suchen. Vielleicht wäre es doch besser –

Flucht
Flucht
Flucht

bitte nicht

niemals direkt
immer warten

Shed: ausgespart

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anna laura braghetti

O.k., also erstens, warum keine Wiederholungen von Rhythmuswerten, und zweitens, wie tabellentechnisch über Anzahl der Schläge = Anzahl der Werte hinausgehen.

Arbeit
Verfahren
Verfahrenstechnik
Technik

Zitat
Exzerpte
Stichproben

Material

Verfremden durch Formalisieren – Refamiliarisieren durch Aufführung

Die Idee des Kalkulierens ist das Vermeiden von Begründung – wenn der Kalkulus dies oder das sagt, brauchst du nicht mehr darüber nachdenken, warum du es machst. Kalkulus als Letztbegründung, sich selbst begründend, die keine weiteren Fragen erlaubt.

white trash, rich and poor

Bild/Abbildung vs. Konstruktion

dumm gleich böse – ist das so? I‘m not so sure.

Verformung gegen Verformung: glatte Oberfläche, der man ihre Konstruktion nicht mehr ansieht. Was wäre dann der Sinn der Konstruktion? Vielleicht, die glatte Oberfläche erst denkbar zu machen.

Wichtig ist dabei, auch im negativen Sinn, dass die Konstruktion RESTLOS verschwindet, dass nichts übrig bleibt, das auf sie verweisen könnte.

Einfachheit

Stockhausen: Perfektion aus Verzweiflung. Alles perfekt vorbereitet, doch es kommt niemand. Aber es hätte, wenn –

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Würg.

Text: It‘s all about Geschwindigkeit.

Am besten funktionieren die Dinge, wenn es in gewisser Weise egal ist, was dabei herauskommt, wenn man sich sicher sein kann, dass einerseits das Ergebnis in seiner Bestimmtheit eine Funktion haben wird, dass aber andererseits jedes Ergebnis auf seine Weise gut sein wird, wenn es richtig ausgeführt ist. Klingt, als ob man keine Fehler machen könnte (Serialismus/Feldman). Das meine ich aber nicht. Ich meine eher, dass man eine Position finden muss, in der man nicht an jeder einzelnen Note unendlich lange herumpopeln muss, weil sie so schrecklich wichtig ist. Das nimmt dem Stück seine Leichtigkeit. Vielleicht so etwas wie: langsam denken, schnell arbeiten. Oder, realistischer: Meinetwegen tausend Versionen wegwerfen, die letzte muss dann aber auf irgendeiner Ebene mühelos gelingen. Es muss dann einfach stimmen, sonst geht es nicht. Wir wissen ja, was dabei herauskommt: all die angestrengten Grusellangeweiler. In der Literatur übrigens noch größeres Problem, glaube ich. Da ist ja ALLES so irrsinnig wichtig.

Lange nachdenken, schnell entscheiden. Next problem: Wer entscheidet die Entscheidung?

Ungefähr da muss es sein. Am Ende ist es natürlich genau irgendwo. Aber nur ungefähr da.

Ökonomie vs. Verschwendung: einen riesen Chor für ein paar Töne, z.B. ein bisschen Brummen, auftreten zu lassen, ist natürlich eigentlich eine super Idee, viel besser als das krampfhafte Festhalten am symmetrischen Einsatz des Materials. Stichwort gerechte Verteilung. Funktioniert allerdings besser, wenn man es nicht von vornherein einplant, sondern wenn das Stück es verlangt (Berlioz). Dann Zeichen von Aussagekraft, Mut zur Entscheidung. Ansonsten ein bisschen zu affektiert-größenwahnsinnig, auch zu sehr die Wirkung berechnend. Im Übrigen: Es kann natürlich auch nerven, wenn z.B. das Blech für einen einzigen Einsatz den ganzen Abend auf der Bühne sitzt (Furrer). Aus der Struktur der Arbeit erklärbar, musikdramaturgisch nachvollziehbar und effektiv, wirkt aber trotzdem wie eine Fehlkonzeption. Und, tatsächlich, wie unberechtigte, weil nicht durchdachte, nur den arbeitstechnischen Zwängen geschuldete Verschwendung.

Ich habe beschlossen, nicht mehr zu schlafen. Es lohnt sich nicht. Man wacht ja eh wieder auf.

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Weil Du nicht weißt, wo Du landest.

Echte künstlerische Frage, lustigerweise: was ist ein Parameter, was ist kein Parameter? Die Frage, welche Parameter für ein Stück, oder für einen bestimmten Teil eines Stückes, wesentlich sind und welche nicht, ist absolut entscheidend für das musikalische Resultat. Wie weit muss man die Parameter aufteilen, unterteilen, wo kann man sie ohne weitere Differenzierung oder Staffelung verwenden?

Oder natürlich: die Vollständigkeit, das Ganze einfach abschneiden, kuppieren, es geht so weit, wie es geht, und das war es dann. Ich finde allerdings, das kann man nur machen, wenn man es wirklich ausprobiert hat, wenn man es wirklich entschieden hat, nicht, wenn es sich nur einfach so ergibt. Es sei denn, das wäre das Prinzip des Stückes. Und das wäre dann schon eine Vorentscheidung, eine im Voraus getroffene Entscheidung, die alle untergeordneten Entscheidungen ersetzt.

Andere Möglichkeit: ungefähr da. Genaue Werte ausrechnen, und dann sagen, ungefähr da muss es sein. Vielleicht die vernünftigste Vorgehensweise, auch, weil sie Spiel für Abweichungen zulässt und voraussetzt.

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Körpersäfte

Restfreiheit
Widerspruchslosigkeit
Symmetriebedürfnis

Es muss alles verwendet werden, aufgebraucht werden – denn wenn nicht, wer trifft die Entscheidung, was nehmen, was nicht?

Widerspruchslose Entscheidungen: eine willkürliche Entscheidung ist auch widerspruchslos, oder?

musikalische Verfahrensprobleme, musikalischer Methodenstreit

Der Algorithmus – entbindet uns dieser Art von Entscheidung, schlägt vor, lässt uns zwischen Ergebnissen wählen. Widerspruch ist hier letztlich ausgeklammert, weil er im Verfahren negiert wird. Extrem spießige Diskussion, aber leider dennoch unumgänglich. Spuck etwas aus, und ich sage Dir, ob ich es gebrauchen kann, oder nicht. U.U. muss ich noch ein wenig an Dir herumschrauben.

Parameter in kleinste Einheiten auftrennen, dann freie Entscheidungen treffen. Statistik als Verfahren. Mittel. Durchschnitt. Realistische Vorgehensweise. Tatsachen beschreiben, auch wenn sie nur musikalischer Art sind.

Vollständigkeit als Grundforderung. Andernfalls Entscheidungsdilemma. Offensichtliche Zwanghaftigkeit.

Regeln: Im Grunde eine absurde Vorstellung zu glauben, dass man etwas begründen kann, indem man eine Regel dafür erfindet. Letztlich nur als Entscheidungshilfe/Entscheidungsvermeidung/Entscheidungsverschiebung und Verfahrenstechnik ernstzunehmen. Ist aber ein wie einstudiertes intellektuelles Verhalten. Man kommt gar nicht darauf, dass es unsinnig sein könnte. Besonders schlimm die zusätzliche Begründung durch Rückführung auf natürliche Strukturen.

Wie wollen wir denken?

Absichtliche, betonte Unvollständigkeit als Ausweg aus nicht einlösbarem Vollständigkeitswahn.

Ars Subtilior

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mid-year

Habe ich Dir eigentlich je erzählt, dass ich als Kind auf alles, was ich gegessen habe, Sojasauce geschüttet habe, egal was es war?

Soysauce was my Ketchup.

gut schreiben ist verboten – warum eigentlich?

Offensichtliche Virtuosität, offensichtliches Können ist spastisch, der Wille zu Brillieren ist so lächerlich und durchschaubar. Gleichzeitig natürlich tolles Überzeugungspotential bei Leuten, die Kunst eigentlich hassen. Thomas Mann.

Mühelosigkeit
Anstrengungslosigkeit
wirkt friedlich
pluckert so vor sich hin

Oval: Auch rauhe Klänge, laute Anschläge, die eigentlich höheren Energieeinsatz suggerieren würden, wirken wir nachempfunden, nachgestellt, nicht wirklich, in echt ausgeführt, obwohl sie echt klingen und wahrscheinlich nicht einfach nur aus dem Computer kommen. Der Eindruck der Mühelosigkeit bringt auch so etwas wie Vergeblichkeit mit sich, stille Melancholie. Darin auch ein Hauch versteckte Aggressivität. Interessante Uneigentlichkeit, die in der Auseinandersetzung mit realen Klängen erst wirklich deutlich wird. Hat sicher auch etwas mit dem relativ gleichförmigen Rhythmus zu tun, und mit einer jetzt etwas zurückgenommenen Vorliebe für entwicklungslose Klänge, reine Anschläge und reines Ausklingen.

Ich finde Anstrengung natürlich toll, ist ja klar.

Rezeptionsstoizismus, angeborener

kein Foto
keine Abbildung
keine Illustration
keine Erklärung
kein Verweis

Ein Mann mit vielen Abneigungen

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