Category Archives: Streichquartett

keine schlechte Idee

Auraverweigerung (Isa Genzken): Ist doch eine super Idee, was kann man denn da dagegen haben, wenn man es schon erkannt hat? Quälen.

Merkt das ernsthaft niemand, dass das alte Whitney eines der tollsten Museen der Welt war, gerade weil es von außen so abweisend und von innen ein bisschen wie ein luxuriöses Parkhaus gewirkt hat? Ein bisschen Arroganz, ein bisschen Bosheit muss einfach sein, sonst wird das ganze Theater zu einer unerträglichen Anbiederei.

Fugeneinsamkeit, langsames Kreisen, obsessive Themenfixierung, Kontrapunkt als Ablenkung, kalte, in sich ruhende Schönheit.

Bratschen-Solo: Gleichartige, quasi wiederholte Gesten, Gesamtbewegung immer von oben nach unten, erhöhter Bogendruck, viel zu laut für den vertikalen Zusammenhang.

Gurkenduft

Comments Off on keine schlechte Idee

Filed under Architektur, Klassik, Kunst, Streichquartett, ZWEI/2240: Song Cycle

And so – you just wait.

Ganz interessant, wie man immer wieder allmählich zu wählerisch wird und sich das dann wieder abgewöhnen muss, davon wegarbeiten muss, oder warten, bis es vorbei ist, bis diese Haltung von alleine zusammenbricht

Felswände, schroff, eigentlich eine riesige Höhle, oder ein Überhang, der in seiner Schwere über uns zu schweben scheint: Bild, Screen, Bewegung, Leinwand.

Nee, das geht jetzt wirklich gar nicht: Alles, was man auslässt, weglässt, was wegfällt, weil es nicht passend scheint oder weil es nicht aussprechbar ist. Es bleiben nur die Reaktionen, Antworten, Anschlüsse, die noch nicht einmal unbedingt auf die Fehlstellen verweisen, erst recht nicht auf das, was fehlt. Eher scheinen sie auf sich selbst zu verweisen, mit sich selbst zufrieden zu sein. Schweben im Raum.

Wie wäre das: Streichquartett tritt auf, setzt sich, spielt einige Takte, und steht gleich wieder auf, um hinter der Bühne zu verschwinden. Nach einigen Minuten kommt es zurück, spielt diesmal etwas längere Taktfolge, und tritt sofort wieder ab. Und so fort: Dauer der Auftritte und Dauer der Pausen exakt auskomponiert, keinerlei Reaktion auf das Publikum, kein Verbeugen, kein Warten, bis das Publikum ruhig ist, keine Rücksicht auf Applaus. Auch zuletzt einfaches Abtreten und dann, vielleicht nach vorherbestimmter Zeit, letzter Auftritt für Applaus, um die Gesamtdarstellung des Stückes zu definieren. Etwa 40 Minuten, wie Zwei/2240. Quasi Parallelstück. Auf keinen Fall auf der Bühne bleiben, kein pathetisches Warten, keine Ungeduld, keine Bedeutung. Könnte auch in der Zwischenzeit etwas anderes passieren (Interpreten/Publikum), nur die exakten Zeitabstände müssen eingehalten werden.

Comments Off on And so – you just wait.

Filed under Methode, Stücke, Streichquartett, Uncategorized, ZWEI/2240: Song Cycle

Bin ich jetzt pervers?

Endlichkeit und Schuld: Selber schuld. Formalismus: Interessant, wie gerne wir uns diesen Schuh angezogen haben. Direkt übernommen.

Streichquartett aus Pausen: Kürzere und längere Abschnitte, durch kürzere und längere Pausen voneinander getrennt. Quasi Abstände der Sätze voneinander auskomponiert. Don Winslow.

Mesostichon: EGEGEFDFDECGEDGG

Parameter für Wiederholungen?
Parameter für Abweichungen?
Parameter für Einschübe?

Kurze Momente des Verstehens: Das Verstehen braucht einen Anlass, der zugleich seine Dauer bestimmt. Z.B. habe ich heute morgen einige Beethoven-Tracks (Mengelberg 1940, ziemlich super) gesplittet. Dabei ist mir zum ersten Mal wirklich klar geworden, wie Beethoven mit seinen Anschlüssen operiert. Dieses Verstehen hat aber nicht wesentlich länger gedauert als das Splitten selbst. Jetzt ist es nur noch eine Erinnerung. Natürlich kann ich erklären, nachvollziehen, untersuchen, aber das ist nicht das Gleiche. Lustigerweise kann man diesen Moment auch nicht heraufbeschwören: Wenn ich mich jetzt im Nachhinein mit einer Partitur hinsetze, um nachzuschauen, was da passiert, wird nicht viel mehr dabei herauskommen, als man in jeder Beethoven-Bibliothek nachlesen kann. Totes Wissen. Let’s float.

ficki ficki machen

scheiß Fieberkurven

Comments Off on Bin ich jetzt pervers?

Filed under Klassik, Stücke, Streichquartett, ZWEI/2240: Song Cycle

Les pauvres riches

You got a knife? Big deal … I‘m not scared!

Ganz interessant: extrem kurze Kapitel, drei bis vier Zeilen, ein einziges Bild. Wirkt wie eine extreme Annäherung an Film, ist aber die Frage, ob man das im Film wirklich so machen würde, ein einzelnes, aus dem Zusammenhang gerissenes, aber aussagekräftiges Bild, wie eine Parallelmontage, die aber gar nicht stattfindet, es sei denn, man versteht das ganze Buch als Parallelmontage. Aber erst da DENKT man, dass es wirklich wie im Film ist.

Der Höhepunkt dann als echte Parallelmontage – wahrscheinlich sehr effektiv, aber auch ein bisschen cheap, finde ich. Funktioniert im Film besser, weil man keine Zeit nachzudenken hat. Dito Musik?

kurz – kurz – kurz – extrem kurz – sehr lang – extrem kurz – extrem kurz – extrem kurz – kurz – extrem lang – extrem kurz – extrem kurz – kurz – extrem kurz – extrem kurz – extrem kurz – lang – extrem kurz – extrem lang usw., alles extrem laut. Wie eine Empfangsstörung. Trotzdem innere Bewegung. Verstecken.

Lärm in Oktaven

tonaler Lärm

Ozean

Comments Off on Les pauvres riches

Filed under Form, Literatur, Stücke, Streichquartett