Category Archives: Krieg 1: Lichtblitz

Sie finden uns in der Vorhölle.

Na ja, man muss sich halt immer Gründe ausdenken, warum das, was man gerade macht bzw. was man gerade gezwungen ist zu tun, richtig und gut ist. Anders geht es gar nicht -anders würde es nicht gehen. Deswegen hat notgedrungen jeder seine kleine Privatethik, in der genau das, was man selbst anstellt, nicht ganz so schlimm ist wie das, was die anderen tun.

Rollen-Promiskuität: Frage, ob das wirklich etwas bringt. Oder nicht einfach eine sehr bequeme Methode der Verfremdung ist. Auskomponierte, also im voraus festgelegte Rollenwechsel wahrscheinlich ohnehin keine Option, weil unspannend/verkrampft. Freie Rollenwechsel nur mit Stimmlagen/Registern statt Tonhöhen sinnvoll.

Eigentlich total klar: Jeder Rolle wird eine Hauptstimme zugeteilt, alle ausnotierten Passagen müssen von der Hauptstimme gesungen werden, alle frei notierten Passagen können von der Hauptstimme ausgeführt werden, können aber auch von anderen Stimmen übernommen werden.

Merkwürdig, dass auch und gerade die großen Provokatoren Sex nie wirklich explizit zeigen, als ob das nicht nur ein Tabu, sondern vor allem ein echter ästhetischer Fehler wäre, den man eben nicht macht. Auch Lars von Trier ist nicht wirklich explizit, sondern hält eher drauf, um zu zeigen, dass nichts dran ist. Interessant, dass sogar jemand wie Terre Thaemlitz entweder grob verpixelt oder Schwarzfilm einschneidet, um nicht explizit werden zu müssen. Als ob expliziter Sex wirklich nur dem reinen Gebrauchsfilm vorbehalten wäre. Eine Schwelle, die man nicht übertritt. Natürlich kann das auch mit Zensur zu tun haben, aber gerade dann, wenn man ohnehin alles zeigt, was die Zensur beanstanden könnte, kann die Entscheidung dagegen nicht mehr zensurbestimmt sein.

Wenn Leute etwas schon können, ist es meistens nicht mehr so wahnsinnig interessant, leider.

Comments Off on Sie finden uns in der Vorhölle.

Filed under Film, Krieg, Krieg 1: Lichtblitz, Material, Methode, Oper

Singstimme als Ausnahme

komplett egal, aber gut

Sprechstimme: Realer Ambitus vs. möglicher Ambitus

Das Problem: Man kann nichts dagegen sagen. Wie willst Du dagegen argumentieren? Ist doch eh alles richtig. Bringt’s aber genau deswegen leider gar nicht.

By the way: Uninteressant ist nicht das Gleiche wie langweilig.

professioneller Konzertaufbau
superprofessioneller Konzertaufbau
Konzertaufbau als Performance,
aber eben nicht als Witz

Schablone, logischerweise (KG):
– Kann ich mal eine Stimmschablone haben, bitte?
– Wieso, haben Sie doch eh.
– Na, nicht so eine. Eine richtige.
– Ach so, ne richtige. Nee, ne richtige haben wir nicht. Hatten wir noch nie.
– Stimmt.

Reaktion braucht Zeit (Keaton). Pause. Zoom. Mikrophongeräusch. Leere Bühne.

Man sieht Masse, hört aber nur eine Stimme.

Extrem durchbrochener Satz mit einzelnen Verdopplungen, zum Teil einander überlappend, zum Teil voneinander abweichend. Z.B.

krasser Durst: Warum denkt man eigentlich, wenn man sehr durstig ist, dass Bier oder Wein oder Saft oder whatever den Durst besser löscht als z.B. Wasser? Und warum fühlt sich das tatsächlich manchmal so an?

Comments Off on Singstimme als Ausnahme

Filed under Chor, Essen, Film, Gesang, Krieg 1: Lichtblitz, Maurizio/Licht, Schlachten 2: Motette, Theater

Drexciya

Tierischer Volksfreund

Trink o Auge, was die Wimper hält,
Von dem goldenen Überfluss der Welt.

Es wird einen Zeitpunkt geben, zu dem die Summe der Sinnenfreuden, die man noch vom Leben zu erwarten, geringer ist als die Summe der Schmerzen (kurz gesagt, man spürt tief im Inneren, wie sich der Zähler dreht – und der Zähler dreht sich immer in derselben Richtung). Diese rationale Bilanz der Sinnenfreuden und Schmerzen, die jeder früher oder später zu ziehen gezwungen ist, führt ab einem gewissen Alter unweigerlich zum Selbstmord.

Diesmal waren alle Karten gemischt, alle Spiele gespielt und die letzte Runde ausgeteilt worden, und sie endete mit der endgültigen Niederlage.

nur hohe Stimmen
nur tiefe Stimmen
alle Stimmen in hoher Lage
alle Stimmen in tiefer Lage

Man geht in einen anderen Raum und denkt, man hört die Musik weiter – sie ist aber schon längst aus. Ein bisschen wie auf Rauhfasertapeten starren und Bilder sehen.

Comments Off on Drexciya

Filed under Chor, Krieg, Krieg 1: Lichtblitz, Literatur, Oper, Pop

als ob alle krank wären

zeitgemäß
nicht mehr zeitgemäß
nie zeitgemäß gewesen

reicht tatsächlich nicht mehr: interessant

fast als ob es besser wäre, schlechter zu sein

Pulsieren/in Bewegung halten: Funktioniert, ist aber letztlich ein bisschen zu flach (Lawrence English, For/Not for John Cage). Trotzdem schön.

Ideal: So schreiben, als ob es jeder könnte.

basically we are all waiting for permission to die

Was würdest du tun, wenn du WÜSSTEST, dass alles, womit du dich beschäftigst, nicht MIT dir, sondern VOR dir verschwinden wird?

Deutlichkeit: Like aufgespritzte Lippen oder so?

Recaredo Brut Nature Gran Reserva 2008

Stolen Friend: Chorpassagen ganz einfach halten, blockhaft, quasi einstimmig, einzelne Szenen sehr deutlich voneinander trennen. Absolut homophoner Satz, Besetzung orchestral aufspalten. Immer Gruppen. Möglicherweise einzelne Solisten/Protagonisten hervorheben. Besetzungsstärke variieren, orchestral denken. Orchester Verdopplung + reine Begleitung. Muss Szenen zusammenfassen, Pausen artikulieren. Quasi keine Substanz. Bitte keine Einwürfe! By the way: Was aber dann? Eindeutige Begleitung: Super Erfindung.

Comments Off on als ob alle krank wären

Filed under Chor, Essen, Gesang, Krieg, Krieg 1: Lichtblitz, Methode

Realitätseroberung

Soziale Entschlusskraft: Wie wäre es denn nun am besten? Jetzt, sofort, hier entscheiden. Klar, natürlich abwägen, aber schnell. Keine Verzögerung.

Ein Jahr ist eine sehr lange Zeit. Wie sagt man nochmal: Da kann viel passieren.

Ein bisschen Feedback hier, ein bisschen Feedback dort, und dann – ab in die Klapsmühle!

Innenleben: Lustig, dass da gar niemand ist.

Liegeton als Eigenwert: Gradierung von Bewegung.

Krieg: Zahl der Stimmen hat nichts mit der Zahl der Sänger zu tun. Zahl der Sänger vs. Zahl der Personen. Außer Heidegger alles Hosenrollen?

Frauenprofil/Männerprofil: Wenn es ein Mann ist, könnte es ein -, wenn es eine Frau ist –

Mangelnde Deutlichkeit der Männerstimmen, besonders in der tiefen, aber auch in der hohen Lage: Zuviel Material, das mitschwingt.

Einstimmigkeit als grundsätzliches Problem der Sänger und Bläser. Gilt auch für außereuropäische Musik. Fragmentieren wirksam, aber eigentlich nur Behelf.

offensiv langweilig vs. defensiv, quasi aus Versehen langweilig – letzteres natürlich faktisch viel langweiliger, tendenziell unerträglich

Schwarz wie die Nacht: Bisschen mehr Dringlichkeit wäre vielleicht auch nicht schlecht.

Genau vorstellen, was es sein soll, immer wieder überprüfen. Was genau ist die Idee des Stückes, was braucht das Stück, um diese Idee zu erfüllen? Glaube nicht, dass es sich von selbst ergibt.

Comments Off on Realitätseroberung

Filed under Elektronik, Gesang, JL, Krieg, Krieg 1: Lichtblitz, Liveelektronik, Methode, Uncategorized

allerdings/jedoch

Krieg 1: Lichtblitz: Licht a capella re-integrieren? Dann auf aktueller Ebene weiterführen. Neu: Streicherapparat erweitern. Streicher verdoppeln Chor, Bläser verdoppeln Streicher. Definitiv Schlagzeug/Klavier/Harfe dazu. Möglicherweise besser, als ich dachte. Viel.

Hallo, Prozess!
Hallo, Sebastian!

Stimmt, fehlt.

I don’t see
a fuckin’ thing

Chemnitz
Aue
Schnarrtanne

BL: Mechanische Variation

Mais
Bohnen
Kürbis

Irokesen sind schwindelfrei.

Comments Off on allerdings/jedoch

Filed under Form, Krieg 1: Lichtblitz, Neue Musik, Uncategorized

Make It New

Jetzt ist halt die Frage: Was ist das Objekt, was ist die Verarbeitung? Muss das Objekt vollständig dargestellt werden, um überhaupt dargestellt werden zu könne? Würde es bei einer vollständigen Darstellung Sinn machen, Frequenzbänder auszutauschen, also konventionell gesprochen Umkehrungen innerhalb des Objekts herzustellen? Das könnte dann beispielsweise heißen, dass breite Frequenzbänder mit viel Tonbewegung aus dem Bassbereich in den Sopranbereich wandern, und enge Frequenzbänder mit wenig Tonbewegung aus dem Sopranbereich in den Bassbereich. Vom Gefühl her klingt das ein bisschen zu simpel, ein bisschen zu mechanistisch überlegt, ein bisschen zu manipulativ, genau das könnte aber natürlich auch ein Vorteil sein.

Vom Gefühl her erfolgsversprechender scheint mir aber zu sein, aus einem vollständigen Klangobjekt einen bestimmten Frequenzbereich herauszunehmen und diesen dann nach oben oder nach unten zu versetzen. Das könnte dann heißen, dass eine Tonhöhenstruktur, wie sie innerhalb des Originalobjekts im Sopran erscheint, plötzlich im Bassbereich auftritt (Liegetöne mit geringer Tonhöhenveränderung), oder eine Tonhöhenstruktur, wie sie innerhalb des Originalobjekts im Bass erscheint, plötzlich im Sopranbereich auftritt (expressive Linie mit großen Intervallsprüngen). Allerdings: Schon in der Beschreibung fühlt sich das nicht wirklich natürlich an. Wiederum andererseits: Wer sagt denn, dass es sich natürlich anfühlen muss?

Letztlich sprechen wir bei Umkehrungen natürlich über Oktavtranspositionen. Bei der Herausnahme von einzelnen Frequenzbändern oder Frequenzbereichen wäre nicht unbedingt klar, ob nicht auch andere Transpositionen außer der Oktave angewendet werden sollen, z.B. um eine bestimmte Tonlage eines Instrumentes oder einer Singstimme herauszubringen. Allerdings eher weniger sinnvoll, innerhalb des gleichen Objekts gleichzeitig verschiedene Transpositionen einzusetzen. Es sei denn, es ginge darum, das Objekt vollständig zu verfremden.

Ein Spezialfall der Transposition wäre in diesem Bereich der Frequency Shift oder die Kombination von Frequency Shift und Transposition. Frequency Shift ist sozusagen eine in Hertz gerechnete Transposition, die für unsere Ohren das Ausgangsmaterial verzerrt, nämlich bei Shift nach oben dehnt und bei Shift nach unten staucht, so wie Transposition sozusagen eine in Cent gerechneter Frequency Shift ist. Die Kombination von beiden kann beispielsweise zu der paradoxen Situation führen, dass ein Frequenzbereich nach unten geshiftet und nach oben transponiert wird, bis er im ursprünglichen Tonhöhenbereich stark gestauchte Tonhöhenbewegungen aufweist, oder nach oben geshiftet und nach unten transponiert, so dass er im ursprünglichen Tonbereich stark gedehnte Tonbewegungen aufweist.

Comments Off on Make It New

Filed under Elektronik, Form, Krieg 1: Lichtblitz, Stücke

Der Arme

Problemstellung: Du musst nicht alles nehmen! Du musst Dein Objekt nicht komplett abbilden!

Tatsächlich hast Du, wenn Du mit Soundfiles arbeitest, feste Objekte, auf die Du Dich beziehst. Es sind feste, fertige Objekte, die, auch wenn Du sie selbst aufgenommen hast, quasi außerhalb der Komposition stehen, nicht TEIL der Komposition sind, sondern OBJEKT der kompositorischen Darstellung. Die Komposition KONSTRUIERT das Objekt nicht, sondern sie STELLT ES DAR.

Dabei gilt für die aufgenommenen Klangobjekte grundsätzlich, dass die Frequenzbänder in Hertz gerechnet gleichmäßig und homogen über das gesamte Spektrum verteilt sind, d.h. dass der Ambitus und die Bewegungsart der Frequenzbänder in allen Bereichen des Spektrums in Hertz gerechnet homogen ist, dass aber aus genau diesem Grund Frequenzbänder, die in Cent umgerechnet werden, also letztlich dem Wahrnehmungsvermögen unseres Gehörs angepasst werden, nach oben immer enger und, auch wenn sie in Hertz wilde Sprünge vollziehen, in Cent im Wesentlichen auf Liegetöne reduziert werden.

Wenn man also die Frequenzbänder eines Klangobjekts in ihrem ursprünglichen Frequenzspektrum belässt, ist es unvermeidlich, dass die größten und auffälligsten Tonbewegungen im Bassbereich stattfinden, und dass die Tonbewegungen nach oben, in den Sopranbereich hinein, immer geringfügiger werden, bis sie schließlich völlig verschwinden und in das Erscheinen und Verschwinden von Liegetönen übergehen. (Das entspricht dann im Übrigen von Ferne der Bewegungsverteilung im Generalbass.)

Comments Off on Der Arme

Filed under Elektronik, Form, Krieg 1: Lichtblitz, Material, Stücke

Oper als einfach nur Text verstanden.

Das ist eigentlich Form: Die Disposition von verschiedenen Werten auf verschiedenen Ebenen in der Zeit und ihre Beziehung zueinander.

Natürlich Form im konventionellen Sinn. Die Frage wäre aber, was Feldman (als einziger Gegenzeuge) wirklich dagegen vorbringen kann. Muss auf jeden Fall ein Thema bleiben, kann man nicht einfach vom Tisch wischen. Nur: Jetzt muss ich erstmal von der Oper zur Form zurück.

Was Stücke wie Maurizio oder auch M.B.R.M.M.P.P. betrifft: Wenn das Material und seine Grunddisposition feststeht – was es tut, wenn ich bei dem Konzept der quasi wörtlichen Übertragung bleibe – kann nur seine VERFORMUNG Gegenstand der formalen Strategie sein. Das wäre so etwas wie Filtern auf analoge/instrumentale Techniken übertragen, d.h. nicht die elektronischen Techniken nachahmen, sondern ihren Einsatz, ihre Verwendung. Allmähliche Veränderung, plötzliche Veränderung, Bass wegnehmen, Bass wieder einführen, wieviele Instrumente, wieviele Stimmen, wieviel Geräusch, wieviel Ton, wieviel Höhenanteil im Geräusch, wieviel Tiefenanteil im Geräusch, etc.

Also zum Teil doch direkte Übertragung von DJ-Techniken auf Instrumentalbesetzung. Die reine Transkription der Filtertechniken der Originale dürfte nicht ausreichen, um die Transkription zu strukturieren, da die Filterung in der Transkription durch den im Wesentlichen gleichbleibenden Klang der Instrumentalbesetzung eingeebnet wird. Natürlich auch, weil die Tonhöhen der Transkription im übertragbaren Bereich nur einen Teil des Originals wiedergeben.

Allmählich Instrumente wegnehmen, allmählich Instrumente hinzufügen, allmählich sul ponticello einführen, allmählich sul ponticello wieder wegnehmen, etc. NICHT Spieltechniken auf die Lautstärkegrade des Originals übertragen – Effekt ebnet sich über das Stück hinweg zu sehr ein. Daran schließt sich die Frage an: Lautstärken doch auch großformal einsetzen – also nicht nur abhängig von der Transkription des Originals. Sonst vielleicht zu eintönig, zu vorhersehbar. Wahrscheinlich auch zusätzlicher Einsatz von Pausen, Verzögerungen u.ä. notwendig – das akustische Material wird anders funktionieren als das elektronisch definierte.

tollste Musik: einen einzigen Akkord wiederholen (Reggae, Dub-Raum, u.ä.)

Comments Off on Oper als einfach nur Text verstanden.

Filed under Elektronik, Form, Krieg 1: Lichtblitz, M.B.R.M.M.P.P., Maurizio/Licht, Pop, Stücke

KLARHEIT ALS HINDERNISS

Was brauchen wir jetzt hier (bei M.B.R.M.M.P.P.), was würde dem Stück helfen, was will es? Ist es nur eine Nervenschwäche zu denken, es könne nicht einfach so weitergehen? Wenn sich das Material verändern soll, wie könnte das sinnvoller Weise geschehen? Oder wenn anderes Material eingeführt werden soll, wo könnte es herkommen?

Das gleiche anders anschauen. Hm. Ist das noch eine sinnvolle Vorgehensweise? Auf der anderen Seite: Das einfache Entlangspazieren wirkt so irrsinnig spießig, oder? Noch einmal anders gefragt: Was ist das Statement? Wird das Statement durch Abwandlung eingelöst, oder wird das Statement durch Beibehalten eingelöst? Noch einmal anders: Was soll das Stück denn sein? Es war doch eigentlich klar, dass es ein homogenes Stück sein soll, quasi monolithisch, das nur EINE Idee, nur EINE Art von Material präsentiert.

(Was für die Oper ja im Übrigen ÜBERHAUPT NICHT geht! OPER KANN NICHT MONOLITHISCH SEIN. Oder eben gerade.)

Gut, dann haben wir hier das Problem im ganz kleinen: Wie aus der Falle herauskommen, woher den Gegensatz, das Andere, nehmen? Wenn Schnitte, dann gleich von Anfang an? Gleich den ersten Takt isolieren? Braucht Instrumentalmusik vielleicht diese Art von brutalem Schnitt, weil die Aufführung (Instrumente, Spieler, Raum, Publikum, Lebenszeit) das Stück ohnehin homogenisiert? Spannungsaufbau, Spannungsabbau (Lachenmann) – warum ist der in elektronischer Musik nicht notwendig? Oder gilt das nur für Pop? Und wenn ja, warum? Weil sich das Material so gut von selbst trägt? Weil das Material keine Erklärung braucht, sich selbst genügt? Ist Erklärung, Verarbeitung in populärer Musik vielleicht gerade schlecht, hinderlich, nicht angebracht, falsch?

Das Charakterstück: Notwendigerweise kurz. Mir wird es schon nach vierzehn Takten zu viel. Wie würde dann ein langes, oder sogar extrem langes Charakterstück (Maurizio) funktionieren, wie hält man es am Laufen? Alles letztlich Feldman-Fragen, die merkwürdigerweise niemand anderes so klar gestellt hat.

Comments Off on KLARHEIT ALS HINDERNISS

Filed under Form, Krieg 1: Lichtblitz, M.B.R.M.M.P.P., Maurizio/Licht, Oper, Stücke

Retrospektive

Tja, jetzt sind wir schon früher beim Thema Montage/Verarbeitung, als wir es wollten. Selbst M.B.R.M.M.P.P. scheint nicht ohne Montage zu funktionieren. Hier hätten wir dann letztlich eine ähnliche Konstellation wie in der Oper: Eine extrem lineare Vorgabe als Material, und das Problem, wie damit umgehen, wenn man nicht einfach entlang laufen will. Was kann hier Form sein? Letztlich wieder eine Frage von Kontinuität und Diskontinuität. Schnitt könnte hier nur a) Reihung, b) Pause, oder c) Unterbrechung darstellen. Ein behutsamer Schnitt wäre Abwandlung, am behutsamsten als kontinuierliche Abwandlung. Frage: Wäre Wiederholung nicht die einzige Möglichkeit, eine vernünftige Basis für Abwandlung herzustellen? Was bedeuten denn nun die ganzen theoretischen Montagemöglichkeiten in einem extrem linearen, aber eben auch extrem homogenen Material? Und was hat Kontinuität bei Ockeghem bedeutet? Einfache dramaturgische Eingriffe wie plötzliche Generalpause o.ä. wahrscheinlich wirkungsvoll, aber sicherlich sehr plump.

Man muss das Objekt erst festgehalten haben (= Wiederholung oder zumindest ISOLIERUNG), um es dann abwandeln zu können, um überhaupt damit weiterarbeiten zu können. Oder liege ich da komplett falsch? Was könnte denn Form sonst sein? Klar, wir hatten so etwas wie kontinuierliche, meist nicht gerichtete, Deformation mit dramaturgisch geplanten Sprüngen in den gleich/ähnlich/verschieden-Stücken. Allerdings mit komplett anderem Material. Genau wie die Schnitte in Fehlstart sich auf Material beziehen, das von vornherein als schneidbar definiert ist, da es sich aus internen Wiederholungen zusammensetzt. Übrigens innerhalb der Schnitte bei Fehlstart natürlich auch kontinuierliche Verformung.

Comments Off on Retrospektive

Filed under Form, Krieg 1: Lichtblitz, M.B.R.M.M.P.P., Oper, Stücke

Der siebente Kontinent

Verarbeitung muss natürlich irgendwie an Bedürfnisse der Sänger angepasst werden – oder Sängerbesetzung an Erfordernisse der musikalischen Struktur anpassen? Wäre sicherlich die deutlich weniger voraussehbare Variante, möglicherweise aber auf der Bühne zu chaotisch, zu unübersichtlich in der Verteilung des Textes auf die Sänger. Soll die Identität von Sängern und Figuren ansatzweise intakt bleiben oder ganz aufgelöst werden (Linearität beibehalten, Identität auflösen)?

Soll Heidegger immer vom gleichen Sänger (in diesem Fall Sprecher) gesungen/gesprochen werden, oder soll sein Text auf verschiedene Sänger/Sprecher verteilt werden? Was dann heißen würde, dass nicht EIN Heidegger, sondern MEHRERE/VIELE Heideggers auf der Bühne stehen würden.

Was bei Szenen mit wenigen Personen sicherlich durchführbar wäre. Man könnte auch Text/Zeilen/Wörter zwischen den Gesprächspartnern austauschen. Was ist aber mit den Chorszenen, in denen die Identität der Figuren ohnehin nur andeutungsweise vorhanden ist – was würde szenisch passieren, wenn die Identität der Büger/Mädchen/Soldaten völlig aufgegeben würde und auf die einzelnen Chorsänger frei verteilt würde?

Wäre kompositorisch wahrscheinlich einfacher, weil man wirklich ein abstraktes System anwenden könnte.

Das wäre dann eine echte Dekonstruktionsoper, gerade weil ein linearer Text verwendet wird und dadurch die vollständige Fragmentisierung des Textes und der Figuren wirklich in Erscheinung tritt, deutlich spürbar wird.

Abstrakte Struktur, abstrakte Dauern, und dann soviel Text, soviel Struktur, wie eben passt? Ziemlich radikaler Eingriff. Fühlt sich aber lustig an. Die ganze langweilige Behutsamkeit im Umgang mit dem Text wäre dann einfach weg.

Die Inszenierung müsste dann auch, dem Text entsprechend, so linear wie möglich sein, um den destruktiven, meinetwegen dekonstruktiven, Charakter der musikalischen Struktur als Gegensatz klar hervortreten zu lassen. Also auf keinen Fall mit der Inszenierung die Musik verdoppeln.

Schwarzblende/Weißblende: Pause? Weißes Rauschen? Extremer Lärm?

Comments Off on Der siebente Kontinent

Filed under Krieg, Krieg 1: Lichtblitz, Oper, Stücke

Strukturelle Verwerfungen, die den Text ausbeulen

Diskontinuierliche Verarbeitung von kontinuierlichem Material: Dann macht es endlich auch Sinn, Ausschnitte zu verwenden, einzelne Bereiche herauszunehmen, ein einzelnes Frequenzband zu analysieren, was an sich schon eine Vergrößerung durch Konzentration der Aufmerksamkeit darstellt, und möglicherweise zusätzlich zu vergrößern (Intervallstruktur), vielleicht sich auch die hohen Frequenzbereiche anzuschauen, damit zu spielen, hohe und tiefe Frequenzbereiche einander gegenüberzustellen oder einfach übereinanderzulegen und dabei die Mitte wegzulassen, vielleicht auch weit entfernte Frequenzbereiche in die gleiche Lage zu transponieren und so einander zu überlagern. Am Ende dann auch eine einzige Bewegung, ein einzelnes Glissando verwenden, vergrößern, umkehren, abwandeln.

Frage: Sollte es dafür eine systematische Grundlage geben, also eine äußere Form, Regeln? Wäre vielleicht nicht schlecht, gerade als Gegengewicht gegen die Übermacht des linearen Textes auf der Benutzeroberfläche. Muss man wahrscheinlich ausprobieren – vielleicht ist ja auch das direkte Arbeiten im Material geeigneter als ein von außen aufgesetztes System.

Was wird aus der rhythmischen Struktur? Muss wahrscheinlich in der vorliegenden Form verlassen werden, um das freie Applizieren des Textes auf die musikalische Struktur zu ermöglichen. Trotzdem als Grundlage weiterverwenden oder neue Grundlage (z.B. abstrakte Abschnittsbildung) erarbeiten?

Möglicherweise in einigen Szenen bisherige Vorgehensweise beibehalten, um die extrem einfache Struktur (Chorszenen, besonders Mündige Bürger) nicht zu gefährden.

Festlegen: Dauer von Zeilen?

Festlegen: Wörter je Zeile?

Festlegen: Zeilen zusammenfassen?

Comments Off on Strukturelle Verwerfungen, die den Text ausbeulen

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Oper, Stücke

MAKE DO WITH WHAT YOU GOT

Einzelne Silben/Laute als Grundlage der Verarbeitung des Textes.

Vergößerung/Verkleinerung ja auch im Programm selbst möglich (zunächst einmal allein auf der rein graphischen Ebene): Details kommen zum Vorschein, die zuvor absolut nicht da waren (sie waren nicht nicht zu sehen, sondern sie waren wirklich nicht da, dank der Darstellung auf dem Bildschirm), Details verschwinden in einer Weise, dass neue (graphische) Berechnungen und dadurch neue, nur in der Annäherung identische Daten entstehen.

Frage bleibt natürlich: Wie können die Kompositionsprozesse aussehen? Welche Eingriffe sind geeignet, welche Manipulationen sind erlaubt, um diese Art von Material zu verarbeiten? Und vor allem: Wie kann/soll die Oberflächenstruktur dieser Arbeit aussehen (repetitiv, bruchstückartig, kontinuierlich, homorhythmisch, heterorhythmisch), was soll quasi dabei herauskommen, und wie müssen die kompositorischen Prozesse beschaffen sein, um zu diesem Ergebnis zu kommen?

Was wahrscheinlich opernhaft bleiben würde: Reizworte als Grundmaterial bleiben auf einzelne Szenen oder sogar Szenenabschnitte beschränkt, die dadurch quasi motivisch zusammengefasst werden. Wenn dieses quasi motivische Material nicht über die Szenengrenzen transportiert wird, handelt es sich um eine lockere Abfolge von Szenen, die zwar durch die Art des Materials und möglicherweise durch gleiche oder ähnliche Verarbeitung, nicht aber durch konkrete motivische Übernahmen miteinander verbunden sind. Dazu muss man allerdings sagen, dass das Material vermutlich so amorph sein würde, dass eine effektive Trennung der Szenen durch unterschiedliche Materialgrundlagen kaum wahrscheinlich ist. Wiederum andererseits: Durch die konsequente Verarbeitung des Materials wäre es schon denkbar, dass das Material in seiner Wiederholung und Veränderung so plastisch wird, dass die Abschnitts- und Szenengrenzen deutlich wahrnehmbar werden.

Wird dadurch die Linearität des Textes aufgebrochen? Ehrlich gesagt: Ja, ich glaube, die Linearität des Textes ist dann nur noch eine Äußerlichkeit, die auf eine vertikale, nicht- oder sogar anti-lineare Struktur aufgelegt und durch sie musikalisch aufgehoben wird. Hopefully.

Comments Off on MAKE DO WITH WHAT YOU GOT

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Oper, Stücke

Wortwahl

Die vokale Verarbeitung des Textes ins Instrumentalensemble legen.

Software-Prozesse, die auf physikalischen Grundlagen beruhen, aber in der Transkription nicht mehr nachvollziehbare Ergebnisse hervorbringen: Transposition/Rückung, Dehung/Stauchung, vertikal/horizontal asymmetrische Verzerrung, beliebige Vergrößerung/Detail, dynamische Prozesse der Verarbeitung (immer kleiner/immer größer, immer tiefer/immer höher etc.).

Bei einem solchen Kompositionsprozess wäre es dann möglicherweise fast egal, wie der endgültige/vollständige Text am Ende auf die Musik gelegt wird, und aus dieser Egalität der Textverteilung/Unterlegung könnte die MUSIKALISCHE Qualität der Komposition hervortreten.

Frage wäre dann noch, ob die Auswahl der Soundfiles aus dem Text, und die damit erzeugte Bezogenheit der Soundfiles auf den Text nicht möglicherweise rein formal ist und genauso gut weggelassen bzw. durch andere, nicht mit dem Text verbundene Soundfiles ersetzt werden könnte.

Nicht sicher: Die vokale Gestik eine Reizwortes, der Verlauf dieser vokalen Geste könnte schon einen Teil des expressiven Gehalts des Textes transportieren und in die musikalische Struktur überführen. Vielleicht könnte hierdurch sogar eine ziemlich starke Verbundenenheit von Text und Musik entstehen, durch die Herausarbeitung der gestischen Eigenschaften des Kurzsamples im musikalischen Prozess vielleicht sogar eine deutlich stärkere Verbindung als durch das einfache mit dem Text mit- und am Text entlanglaufen.

Die Auswahl der Reizwörter im Text wäre auch eine starke Strukturierung des Textes und ein erster spürbarer Eingriff in den Text. Eigentlich schon eine Rhythmisierung des Textes, ein Zusammenfassen von Zeilen zu Abschnitten.

Kleiner Nebeneffekt: Die reine Arbeit, die Maloche, das stupide Abarbeiten als Transkribieren wird natürlich viel weniger, wie Kompositionstechnik IMMER Arbeit spart. Und die Arbeit macht mehr Sinn, weil sie Eingriffe/Kritik/Veränderung/Entscheidungen erlaubt und erzwingt/voraussetzt.

Comments Off on Wortwahl

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Oper, Stücke

Auswahlprozess

Kann Vertikalität bei Textvertonung also nur in die Musik gelegt werden? Könnte man bei der Verarbeitung von Soundfiles die Vereinzelung der Wörter auf den musikalischen Satz übertragen und den eigentlichen Text vordergründig intakt lassen? Einzelne Wörter, Reizwörter oder auch ganz beliebige Wörter, aus dem Text herausnehmen, diese wiederholen und verarbeiten, und darauf dann den gesamten linearen Text, der diese Wörter enthält, aber nicht aus ihnen besteht, legen: Dadurch würde zumindest so etwas wie eine echte kompositorische Arbeit entstehen.

Man könnte sich dann endlich einmal überlegen, wie sich Musik und Text über die grundsätzlich gegebene technische Bezogenheit hinaus zueinander verhalten sollen, und müsste nicht einfach nur die linearen Vorgaben des Textes akzeptieren und nachfahren. Die Reizworte wären gewissermaßen die Motive, die der Text in die Musik trägt, und würden zur Grundlage der kompositorischen Arbeit.

Czernowin: Zaide/Adama

Comments Off on Auswahlprozess

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Neue Musik, Oper, Stücke

XXXXXXXXXXXX HIER OFFEN XXXXXXXXXXXX

Soundfiles offensichtlich zu 100 Prozent lineares/horizontales Material. Vertikalität kann nur durch Schnitt eingeführt werden, wie im Lichtblitz-Fragment exzessiv in den instrumentalen Zwischenspielen vorgeführt. Was Oper betrifft nicht wirklich befriedigend, wenn Vertikalität in die Zwischenspiele quasi ausgelagert wird, und die eigentliche Textbehandlung rein linear/horizontal bleibt. Reine Horizontalität letztlich langweilig: Polyphony sucks. Der Eingriff ist immer vertikal. Soundfiles selbst bringen zwar, da im Original einstimmig, grundsätzlich eine gewisse Vertikalität als strukturelle Homogeneität ein, die sich dann aber in der instrumentalen Transkription wieder auflöst.

Text als Text immer linear, vertikales Schneiden des Textes macht keinen Sinn. Das Aufbrechen des Textes durch Verteilen auf mehrere Sprecher/Sänger/Chor kann nicht ernsthaft als Vertikalisierung des Textes bezeichnet werden. Vielleicht die Andeutung der Möglichkeit einer Vertikalisierung, aber eigentlich nur Infragestellung der Identität der Personen auf der Bühne mit den von ihnen gespielten Figuren.

Text: Linear definiert, selbst wenn er nur aus einzelnen, scheinbar semantisch nicht oder nur lose miteinander verbundenen Worten besteht wie D.I.E. Das Wort selbst, der einzelne Textbaustein, ist klar linear angelegt. Wenn wir das aufbrechen, wird es unverständlich. Und Verständlichkeit war unser oberstes, wenn auch in der Praxis (Lichtblitz) nicht wirklich eingelöstes Ziel.

Jedes einzelne Wort von jemandem anderen sprechen lassen: Total öde, bleibt ja eine lineare Reihung. Text kann nicht permutiert werden, wenn er verständlich bleiben soll. Wiederholen/Stottern/Stammeln: Ziemlich verbrauchte Mittel, die die grundsätzliche Linearität in keiner Weise aufbrechen.

Das Textfeld als Versuch, linearen Text in statische Vertikalität zu überführen – und dabei auf einzelne Reizwörter zu reduzieren.

Comments Off on XXXXXXXXXXXX HIER OFFEN XXXXXXXXXXXX

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Oper, Stücke

design does matter

Auch das übrigens eine Frage von Gedächtnis: Dass du weißt, wo du die Füße hinsetzen musst, wenn du schon nicht mehr hinschaust (funktioniert eben auch im Gelände). Gilt erst recht für Vierbeiner, bei denen der Kopf längst vorbei ist, wenn die Hinterbeine aufsetzen. Und die, sozusagen, die beiden Beinpaare gleichzeitig im Kopf behalten müssen.

Kann es sein, dass Bescheidenheitsgesten IMMER, AUSNAHMSLOS Unbescheidenheit ausdrücken? Denkbare Ausnahme wäre vielleicht, wenn es sich um zwingende Etikette handelt. Wenn ich wirklich bescheiden bin, muss ich das ja wohl nicht betonen.

Stimmt. Mein Vater hatte mal sehr schöne Handschuhe, bei denen die Nähte nicht nach außen, sondern nach innen gedreht waren.

Lichtblitz: 16 Stimmen, 16 Streicher, wieviele Bläser? Was für eine Funktion hätten Schlagzeug, Klavier und Harfe?

2/2/2/2//2/2/0 (Haydn)
2/2/2/2//2/2/0 (Mozart)
2/2/2/2//2/2/0 (Beethoven 1/2/7/8)
2/2/2/2//3/2/0 (Beethoven 3)
1/2/2/2//2/2/0 (Beethoven 4)
3/2/2/3//2/2/3 (Beethoven 5)
3/2/2/2//2/2/2 (Beethoven 6)
3/2/2/3//4/2/3 (Beethoven 9)
2/2/3/2//2/1/1 (Strauss)

Nochmal nachschauen, nochmal überlegen.

Comments Off on design does matter

Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Klassik, Krieg 1: Lichtblitz, Stücke, Uncategorized

This is – the …

Lichtblitz: Dauern Musik festlegen, Dauern Text festlegen, Schnitte festlegen, Material einfügen, Text applizieren.

zoom in/zoom out

Frequenzanalysen grundsätzlich linear/polyphon

Ausschnitt horizontal/vertikal, vergößern/verkleinern, transponieren, unregelmäßig versetzen (Tonhöhe/Dauer), ergänzen: Was könnte hier passiert sein, hätten wir gleich genauer hingeschaut.

Lichtblitz
Licht/Maurizio
Kolik
Zwei/2240: Song Cycle

Comments Off on This is – the …

Filed under Form, Kolik, Krieg 1: Lichtblitz, Maurizio/Licht, Methode, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle

Kaputte Seelen

Verdopplungen als Halo: 1-14 vs. 1-14

Logischerweise kann es nicht mehr Stimmen als Instrumente geben (no Doppelgriffe).

Stimmen/Instrumente-Prädisposition als Struktur: Hilft, Schläge/Takte/Abschnitte voneinander zu trennen.

(15) 14/13/12/11/10/9/8/7/6/5/4/3/2/1
1/2/3/4/5/6/7/8/9/10/11/12/13/14 (15)

105 (120)

Might help for Lichtblitz, too. Give it more (abstract) structure. Nicht ZU SEHR auf den Text konzentrieren. Noch auf die Bühne. Makes you tight and stiff – unflexible.

In der Tat: Auf Schläge heruntergebrochene Struktur könnte zusätzlichen Grip geben.

Make it easy. Don‘t be ashamed.

Back in the game.

It looks soo good.

Hr. Blockwart: Entschuldigen Sie sich bitte für
Fr. Gauleiterin: Ich verstehe nicht, was Sie in Ihrem Brief mit

Comments Off on Kaputte Seelen

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Maurizio/Licht, Stücke, Uncategorized

DESTROYER – OBSERVER

even Niney stating that when Tubby had finished a cut, he found it hard to recognise the track himself

Alles vollkommen egal.

Da sieht die Welt gleich ganz anders aus. Leider nicht besser.

mehr arbeiten

professionalisieren

nie mehr ärgern, nie mehr klagen

Schnelligkeit und Detailtreue

Best Bläsereinsatz ever: Mozart und Reggae

Niney/King Tubby: Akkorde, Begleitfloskeln, Spiel mit Begleitfloskeln, Riffs, angedeutete Melodien. Ja, so könnte es gehen. Wie immer die Begleitung nach vorne gebracht. Im Grunde erschreckend, wie interessant das ist.

Show some love, losers!

Wir sind alle etwas ganz besonderes.

Licht: Ganz einfach vorgehen, im voraus Zahl der Stimmen je Takt/Schlag/Abschnitt festlegen, dann eben zwischen 1 (0) und 14 Linien wählen und über Verdopplungen entscheiden. Je mehr Stimmen, desto weniger Verdopplungen möglich, logischerweise. Verdopplungen durch verschiedene Spieltechniken anreichern eventuell auch Oktavierungen – die allerdings auch im Satz schon als Oktavabweichungen vorgegeben sind. Nicht vergessen: Es ist nicht gesagt, dass die höchste Anzahl von Stimmen auch einen dramaturgischen Höhepunkt darstellt, auch eine Reduzierung ins Unisono könnte starken Einschnitt darstellen. Vorsicht: Du musst nicht alles ausfüllen, Du musst nicht alles verwenden. Problem der Gewichtung ähnlich wie bei Charms: Dub.

2 x 7 = 14 Streicher
4/4/4/2
4/4/3/2/1
bzw. 15

Kompatibilität Lichtblitz

Comments Off on DESTROYER – OBSERVER

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Maurizio/Licht, Oper, Pop, Stücke

Truthless

Zwei Wörter
gleichzeitig
übereinander
sind miteinander verbunden
haben aber nichts miteinander zu tun

oder ein ganzer Satz
auseinandergenommen
und übereinandergelegt,
alle Wörter müssen genau gleich lang sein

also Chor
vielleicht Wiederholungen
mit unterschiedlicher Aussteuerung
die einzelnen Wörter
nacheinander hervorheben

oder
zwei Rollen
gleichzeitig
übereinanderlegen
Wort für Wort.

Motorisch
quasi Parlando
aber niemand versteht etwas.

Rollen ansagen
Szenen beschreiben
(aus dem Off, über Lautsprecher, optional)
Platz frei halten

Warum Fehler, ich meine, warum sind Fehler nötig, um eine Sache erst interessant zu machen, vielleicht sind Fehler sogar auf igrendeine Weise notwendig für Vollkommenheit, Perfektion? Dass es Dir gelungen ist auch den Fehler, den Zufall, das Lebendige mit einzubegreifen in Deine Arbeit?

Gerade in umgekehrter Reihenfolge, dann umdrehen und Ungerade in korrekter Reihenfolge drucken.

It‘s too late: The poison of wanting to know the afterlife has already seeped into you.

4 Töchter! Sister Sledge

Ensembletheater: 1 + 1 + 4 bzw. 1 + 5

Aufgabe: Alles zusammenbringen. Gesagt ist da noch lange nicht getan. Von wegen Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Leider völliger Blödsinn.

Comments Off on Truthless

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Oper, Stücke

Melancholia II: Lav Diaz

Extreme Schnelligkeit: kann nur durch Detailarmut erreicht werden. Relativ absurd, was ich in Lichtblitz versucht habe. Gerade die Stimmen werden diese Form von Schnelligkeit und Detailreichtum nicht realisieren können. Und selbst wenn, wäre die Frage, ob man es hören kann.

Wobei da die Verdopplungen natürlich schon helfen. Interessant, dass Xenakis zu ähnlichen Schlüssen kommt.

Möglichkeit wären sehr kurze, dichte Phrasen, die durch deutliche Pausen voneinander getrennt sind. So, wie die Musik letztlich ja auch konstruiert ist. Hier könnte man auch Stimmen und Instrumente gegeneinander ausspielen, letztlich einen Schlagabtausch inszenieren. Was den notwendigerweise schnellen Dialogszenen wahrscheinlich sehr helfen würde. Das Gefühl von Schnelligkeit erzeugen. Aleatorio: Überfülle von Details in klarer Gliederung.

systematische, auf sich selbst bezogene Differenz

sie sind identisch, machen vielleicht auch das Gleiche, laufen aber nicht synchron

Gleichzeitig, don‘t forget, macht es natürlich nur Spaß, wenn es absurd ist. Was sollen die ganzen Praktiker, die einfach nur funktionieren. Wieder andererseits: Es wäre natürlich schön, wenn man beides zusammenbekommen würde, das Unmögliche und das Mögliche. Noch einmal andererseits: Dann wird aber wieder das Schwierige als Mögliches nur vorgeführt, das Staunen, die bequeme Sensation, und es ist genauso langweilig wie alles, was praktisch ist. Was praktisch ist, tut nicht weh: Davon kann man wahrscheinlich ausgehen. Any Gegenbeispiele? Gibt es eine nicht-spießige Musik, die praktisch ist?

Murnau: subtiles visuelles Genie

Miike, Third Yakuza: Standbilder, schnell geschnitten, alle Bewegung im Schnitt

Ist Sprechen etwas GANZ ANDERES als Singen und muss deshalb auch GANZ ANDERS behandelt werden, formal? Kontinuität vs. Diskontinuität? Let‘s see.

Comments Off on Melancholia II: Lav Diaz

Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Oper, Stücke