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It’s sad, but it’s sad.

Ich muss noch zur Post: Die Post ist im Bahnhof untergebracht, irgendwo in Zentralasien. Ich will mein Fahrrad zurückschicken, das ich nicht mehr brauche, weil ich mir hier eines leihen kann. Man tritt durch eine unscheinbare Nebentür ein. Der Bahnhof ist ein großes, burgähnliches Schloss. Ich weiß gar nicht, wo hier die Züge fahren sollen. Oben eine große Sonnenterasse mit Fischbecken. Schöne, große Karpfen, zwei in typischer Koi-Färbung, zwei auffallend bunt. Plötzlich erscheint ein gigantischer Fisch, deutlich über mannshoch und entsprechend lang, er sieht aus wie ein vergrößerter Zierfisch in metallisch-blau. Er steckt mehrmals seinen Kopf mit der riesigen Schnauze aus dem Wasser, dann kommt er mit seinem ganzen Leib nach oben, lehnt sich mit den Vorderflossen auf die alte Steinbrüstung und scheint den Blick ins weite, tiefliegende Tal zu genießen.

Die Idee, dass etwas richtig und etwas anderes falsch ist: So muss es sein, so ist es richtig, das geht gar nicht. Bis der nächste kommt und eine bessere Idee hat – natürlich auch nur für diesen Moment.

Einzeltakte merkwürdigerweise interessanter, wenn sie unverbunden, also im Gesamtzusammenhang vereinzelt bleiben. Vielleicht, weil sie sonst zu sehr wie einfache Verbindungsstücke wirken. Banal. Rein kontextbezogen im Unterschied zu in sich komplexen Instrumentenverbindungen. Wie Bauklötze/Steckverbindungen, die am schönsten sind, wenn sie getrennt bleiben.

Übrigens auch nicht gut, wenn völlig unverbunden. Am besten, die Möglichkeit einer Verbindung offen halten, aber nicht ausführen.

Kinder sprechen oft wie schlechte Schauspieler, oder wie Schauspieler, die ein Script bekommen haben, das so schlecht ist, dass sie nicht wissen, wie sie es sprechen sollen. Vielleicht ist das Script ja wirklich so schlecht. Oder die Kinder schauen zu viel fern. Da klingt nämlich alles so bizarr unecht frisch abgelesen.

Forsythien-Gelb neben Kirschblüten-Rosa: Klingt nicht nur schrecklich, sieht auch fürchterlich aus. Stört sie aber nicht weiter. Nicht zu viel erklären. Umständlichkeit.

Tri Repetae: Interessante musikalische Metapher, total kaputte CD, Rauschen als Oberfläche, näher/ferner, Unterbrechungen, falsche Wiederholungen, etc. Leider nicht mehr abspielbar

Nicht auf die Form, auf die Leerstelle schauen (3:4)!

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Was wäre denn am unangenehmsten?

Immer noch das gleiche Gesicht wild verzaubert wütend

Kolik als Proportionskanon: Literarische Unmittelbarkeit brechen, um musikalische Unmittelbarkeit zu erzeugen. Am Ende reiner Auslauf.

The Rambler: Einmal schmutzig, immer schmutzig. Dreck kann man nicht abwaschen. Oder dann plötzlich doch. Beten im 1/4-Takt. Immer schön. Digitaler VHS-Schnitt.

Digitalen Dreck auf analoge Instrumente legen: Konstruktion markieren, oder auch falsch markieren, daneben markieren. Oh, falsch, war gar nicht da. Direkt daneben.

Articulacao: Sprache gegen Sprache, Artikulation gegen Artikulation. Nicht gerade subtil, aber trotzdem lehrreich.

Wenn man gegen Langeweile immun ist, gibt es buchstäblich nichts, was man nicht erreichen kann.

C.P.E.: Hatte da schon mal jemand das gleiche Problem, nämlich Strukturen nur äußerlich, und damit offenkundig willkürlich darstellen zu können?

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Zirkus

Zeitmessung als künstliches Schicksal: Wenn/Um/Dann.

Knackser genau auf Bassdrum: Interessanter Effekt, als ob der Lautsprecher durchbrennen würde. Dazu passend: Falsches, fehlerhaftes Aussetzen der Tonspur viel überzeugender, weil überraschender, als gesteuerte Pause. Weiteres Indiz: Musik in einem Zimmer, Computer mit Musik schaltet sich an in anderem Zimmer, man staunt, was für eine tolle Überlagerung, wie ist er nur darauf gekommen, dabei reiner Zufall, überhaupt nicht beabsichtigt, kein rhythmischer, kein metrischer, kein tonaler Zusammenhang. Gesteuertes Zufallsverfahren würde vermutlich immer noch zu absichtlich und homogen, weil regelhaft wirken: Es muss eben wirklich falsch sein.

Inmitten all dieses Lärms

Immer wieder abstoppen, verschlucken, jeder Konsonant würgt den Vokal davor ab, verschluckt ihn, humpeln, hinken, toller Rhythmus, jedes Wort, jede Silbe gegen den Widerstand der Konsonanten herausgewürgt, Schwellen, immer ein leichtes Abfallen vor jedem Stop, immer nach unten, Sprechen zwischen Blasiertheit und Debilität.

liest
ja
eh
niemand

Wahnsinn, wieviel Buch ständig ausgestoßen, sprich veröffentlicht wird, vieles natürlich fürchterlich, aber in gewisser Weise sind die halbguten Bücher, denen man eigentlich nichts vorwerfen kann, das eigentliche Problem: Man müsste sie eigentlich lesen, besonders wenn einen der Gegenstand, der behandelt wird, interessiert, aber es lohnt sich fast nie, was man eigentlich immer weiß, aber nicht glauben will. Bücherkauf wird da zu einer Art Voodoo-Praxis, Aneignung von Wissen nicht durch Lesen, sondern durch den reinen Kauf, man hat sich sozusagen per Kauf verpflichtet, das Buch zu lesen, auch wenn man es nie tun wird. Einerseits völliger Unsinn, andererseits erinnert das Buch im Regal zumindest daran, dass man sich mit etwas beschäftigen wollte.

fuck art
let’s work

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The idea is that it doesn’t matter.

Guston: Interessant, dass man denken kann, dass das grob gemalt ist. Wahrscheinlich auch eine Qualität dieser Malerei, dass die Feinheit versteckt ist und mit Deutlichkeit aufgewogen wird.

BECAUSE THAT’S WHAT I DO.

Das tolle beim Lesen ist natürlich, dass man die Informationen so wahnsinnig schnell abrufen kann. Wenn man will.

Kleidung/Körperbewusstsein: Eben wirklich etwas komplett anderes, ob du einen hohen oder tiefen Kragen trägst – z.B.

Enthusiasmus
Euphorie

Wird das Leben jetzt immer so spannend bleiben?
Was wird in den nächsten 45 Minuten passieren?
Ich freu’ mich schon so!

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Ich muss da mal kurz was nachkucken.

Ja, fällt mir gerade ein: Der Unterschied zwischen etwas, woran man sich erinnert oder rekonstruierend zu erinnern versucht, und etwas, was einem gerade einfällt. Es fühlt sich natürlich grundsätzlich besser an, wenn man etwas direkt aufschreiben kann, man hat das Gefühl, dass man den Gedanken in seiner ursprünglichen Gestalt unmittelbar festgehalten hat. Im Gegensatz dazu fühlt sich das Erinnern immer ein wenig angestrengt an. Da war doch noch was, was ich aufschreiben wollte, wie war das nochmal, da ging’s um, so war das aber nicht, das klang irgendwie besser, überzeugender, wie war das bloß? So richtig krieg’ ich es nicht wieder hin, aber irgendwie so muss es gewesen sein, auf jeden Fall ist es darum gegangen. Fühlt sich jetzt gar nicht mehr so wichtig an, nicht mehr so prägnant, so schlüssig, viel zu angestrengt. Und man denkt natürlich, dass das jeder sofort merken wird. Fünf Wochen später weiß man selbst nicht mehr, was das unmittelbare Notat war, und was die Nachschrift.

Du kannst den Schnitt nicht sehen, keine Chance. Du weißt nur, dass er da gewesen sein muss, weil Du jetzt etwas anderes siehst als vorher. Aus dem gleichen Grund würdest Du aber auch nicht wissen können, dass es keinen Schnitt gab, wenn Du immer noch das Gleiche siehst.

Das ist übrigens ein Nachteil der nicht zeitgebundenen Künste: Dass da der Schnitt ganz offen daliegt, jederzeit erkennbar, jederzeit benennbar. Kann nur im Kopf, als Effekt, dann wieder verschwinden.

Deswegen ist der Schnitt so wahnsinnig interessant: Es gibt ihn gar nicht, er ist weniger als ein Moment, er ist gar nicht da, Du kannst nur rückschließen, dass er da gewesen sein muss.

Den Schnitt, der nicht da ist, isolieren: Das wäre doch mal eine interessante Aufgabe.

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Quasi der Wald.

Beim Lesen der Sprache, und vielleicht sogar der Bedeutung nachstolpern: Man hat eigentlich alles verstanden, man könnte ohne weiteres wiederholen, worum es gerade gegangen ist, aber man hat das Gefühl, dass man den Satz doch nicht vollständig nachvollzogen hat, dass man vielleicht den Rhythmus nicht richtig verstanden hat oder den Wortklang, oder dass man einfach ein bisschen zu oberflächlich gelesen hat. Passiert eigentlich immer, wenn man sich genau das fragt: Ob man den gerade vergangenen Satz wirklich vollständig verstanden hat. Lass uns ihn nochmal lesen. Und nochmal. Und nochmal. In Wirklichkeit kommt man weder der Bedeutung, noch dem Rhythmus auch nur ein bisschen näher, es ist eher so, dass das Lesen langsam in eine Art Kurzzeit-Auswendiglernen übergeht, irgendwann können wir den vollständigen Satz auswendig wiederholen, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir nicht wirklich mehr verstanden als beim ersten Durchgang. Es ist eher eine Art schlechtes Gewissen, fast, als ob wir den Sätzen, wenn wir sie nicht wieder und wieder wiederholen, Unrecht tun würden, das uns stocken und zurückschauen lässt. Und die Einsicht, dass es nicht wirklich eine tiefere Bedeutung hinter dem, was wir sofort verstanden haben, gibt, so dass es auch keinen natürlichen Endpunkt unserer Wiederholungsbemühungen gibt, die uns weiterlesen lässt.

Eine Alternative wäre: Sich zu zwingen, durchgehend schnell zu lesen, ohne irgendeine Form von Unterbrechung und Rückschau zu erlauben. Das durchzuhalten wäre eine echte Konzentrationsübung, da wir uns dann tatsächlich ohne jede Unterbrechung konzentrieren müssten, um dem von uns gelesenen Text gerecht zu werden, sprich, wie im Kino, nichts zu verpassen, und mit Sicherheit wesentlich anstrengender als ein langsames Lesen mit Vor- und Rückschau. Kann nicht zurückgedreht werden, läuft ab wie eine Aufführung, auf deren Fortgang wir keinen Einfluss haben.

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leider nur eine Episode

reine, vollständige Wiederholungen, auch größere Abschnitte, aber so, dass man sie noch nachvollziehen kann

ein Abschnitt einfach nochmal: Wie wäre das denn z.B. in einem wissenschaftlichen Text, also in einem Zusammenhang, wo man es überhaupt nicht erwartet und wo es auch definitiv nicht hingehört? Ziemlich surreal, ziemlich selbstzerstörerisch, aber gerade deswegen auch wirklich gut. Befremdend: Man würde zweimal hinschauen, weil man nicht glauben könnte, dass jemand so etwas wirklich, und mit Absicht, gemacht hat:
Dabei geht A. rein chronologisch vor …
Dabei geht A. rein chronologisch vor …
Zweimal wäre am irritierendsten, weil man nicht sicher sein könnte, ob es ein Versehen oder Absicht ist, bei dreimal und mehr wäre es schon ziemlich klar, dass es sich um einen absichtlichen Eingriff handelt.

Mechanische Wiederholung letztlich immer auf kleine und kleinste Einheiten bezogen, weil bei größeren Einheiten das Mechanische der Wiederholung weder bezüglich der Geste, noch bezüglich der Ausführung nachvollzogen werden kann. Je kleiner die Einheit, desto unwichtiger die Exaktheit der Ausführung, also der Wiederholung. Es wirkt dann ohnehin wie eine große, integrierte Geste, und nicht wie eine Reihung von Wiederholungen.

Immer wieder: Wanda Group. Sollte man versuchen zu integrieren. Vielleicht einfach ein Stück über ein fertiges Stück von WG schreiben.

Klug zusammengestellte Realität. Das war doch das, was uns gefehlt hat, oder?

Pausen als Lücke mit Rauschen füllen, zusätzliche Pausen leer lassen. Pausen als Lücke tendenziell ganze Schläge, zusätzliche Pausen tendenziell kurze Unterbrechungen.

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Stimmt/Stimmt nicht

So einfach soll es dann doch nicht sein. Eher unglücklich, unangenehm, peinlich.

a past thought is not perceived,
a present thought is not perceived,
and future thoughts are not perceived.

eigentlich egal, ob es ein Fehler ist, oder nicht, oder sehe ich das falsch?

Actress: Zustand, stehen lassen, verdeckte Entwicklung, untergründige Dynamik

Was war eigentlich gestern noch mal? Wo bekommst du deine Informationen her? Brauchst du überhaupt Informationen? Für deine Arbeit?

Auch Arbeit kann eine Disziplin sein. Arbeit ALS Disziplin. Also so etwas wie ein Eigenwert.

Was man nicht lesen kann: Richtig geschrieben, aber dennoch falsch gelesen. Weil die falsche Assoziation stärker ist als die richtige.

Ausformulierung: Trägheit vs. Schnelligkeit

Paul Perry/Alamut: Das war’s, wiedergefunden.

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einst

Formate. Ränder.

Philip Guston, Schirn, Frankfurt/Main: Gegen Vermittlung. Das Bild ist stumm, und niemand merkt es.

Letztlich der Wunsch nach Beherrschbarkeit. Der absurde Glaube, durch Vermittlung alles beherrschen zu können. Dabei wird das Bild weggeredet.

Wahnsinnige Farbwelten, jedes Bild komplett anders, trotz scheinbar gleichbleibender Palette. Welt entstehen lassen, auch in den Formen. Neu zusammensetzen. Komplett fehlerhaft, banal, und deswegen toll. Sinnlos: Antisinn.

Malerische Gegensätze: Nur durch echte Arbeit möglich. Weiß auf Weiß. Grau auf Weiß. Grau auf Gelb. Schwarz. Hellblau auf Hellblau. Blauweiß. Grau.

1. Ein: Komplett
2. Ein: Strahler
3. Hell: Dim an
4. Halt 
5. Dunkel: Dim aus
6. Dia

– Aufbau
5. Dim aus
2. Strahler aus
– Auftritt
3. Dim an
2. Strahler an
– Einsatz
– Atmet
5. Dim aus
– Aus
2. Strahler aus
– Applaus
3. Dim an
2. Strahler an

Nebensächliches Sprechen, wie abzählen, im Hintergrund. Mischen (mit Singen), Register zusammenschieben, möglicherweise gleiche Tonhöhen.

Expressiver Text antiexpressiv gesprochen – und umgekehrt. Bischen billig natürlich. V-Effekt.

Now you don’t talk so loud.
Now you don’t seem so proud.

Soll man wirklich mit so nem Scheiß rumlaufen?
Was ist denn da/was wäre da aufgeklärt?

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Was alles fehlt.

Francois de Nomé

Schwerpunkt 3: Menschen/Maßnahme 3.2

Reincken, Hortus Musicus: Schnelle, virtuose Hauptstimme und langsame, begleitende Nebenstimme. Warum bleibt das interessant? Warum funktioniert das so verdammt gut? Was ist genau der Trick?

Sieht aber Super aus: Wie sollte das kein Argument sein? Glauben wir ernsthaft, dass wir Dinge besser nach ihren inneren Werten beurteilen können?

es / ist / alles / e / gal: Kein Geheimnis, aber trotzdem interessant, welche Silben man auseinandernimmt, und welche nicht. Und für einen Moment fühlt es sich so an, als ob es gar nicht anders sein könnte. Zwei Stunden später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Labilität des Geschmacksurteils. Oder des Gefühls. Oder des Ausdruckswillens. Wie war denn das? Wie hat es sich angefühlt? Notat. Innere Emotionalität.

Sprachklang: Fast unmöglich, den systematisch zu behandeln, ohne sich in die totale Hysterie-Welt zu verfangen. Funktioniert eigentlich nicht. Erbe des Serialismus.

Acting cool: Acting as if you would have all the time in the world. Acting as if you were immortal.
– That’s cool, indeed.
– But you aren’t.
– Well, fuck it, anyway.
– That’s the spirit.

Kolik
Licht A Capella
Hear Your Brother Hear
Im Kinderzimmer/Im Kino: Piece Of Shit

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Pansonic

Nationalismus: Die Überzeugung, dass man zu siegen VERDIENT, auch wenn man schlecht spielt. Also so etwas wie angeborene Unfairness.

Produktion
Reproduktion

Weißes Rauschen
Weißes Rauschen
Weißes Rauschen

Elektronik

Klingt von draußen besser als von drinnen.

Die sterben ja wirklich. Das ist ja überhaupt kein Spiel.

Schreien formalisieren: Jede Silbe andere Dynamik. Flüstern. Stimmhaft/stimmlos.

Entschiedenheit als Routine ist keine Entschiedenheit, weil es nichts mehr zu entscheiden gibt.

Die Pause festlegen, BEVOR man die nächste Zeile kennt: Durchlaufendes Versmaß/Metrum vermeiden. Hebungen/Senkungen.

A$AP Rocky: Interessant, wie extrem einfach der Sprechrhythmus ist. Man merkt es natürlich, vor allem das Eintönige des Vortrags, aber dass es tatsächlich am Rhythmus liegt, versteht man erst, wenn man darauf achtet. So einfach KANN es gar nicht sein.

Heidegger vielleicht doch verfremden – zumindest, wenn er begleitet ist?

Lopatin
Hecker

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Wie ein Verrückter

Teil x: Nur tiefe Lage

Anfang Teil a/Teil b: Ohne Begleitung

Groß Alt 7 \

Trompete: Große Sprünge/quasi verbunden/quasi Geräusch

X und X reimt sich nicht: Interessant, dass sich der Effekt des Reims nicht einmal andeutungsweise einstellt, er fällt einfach völlig weg, wenn man die Variation durch die Wiederholung ersetzt. Umdeutung des Klangs. Akkord.

MIT dem Text oder GEGEN den Text. Oder NEBEN dem Text (Rhythmus).

unregelmäßige Rhythmusfolgen auf regelmäßige Einsatzfolgen runter/hochbrechen

schneiden/schneiden/schneiden – bitte!

Loft Music
Life Of The Party
Gone
Heaven Or Las Vegas
Next

normal böse
sehr böse
gar nicht böse
durch und durch böse

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Aggressiver Nicht-Witz

Dagegen macht Humor eben fast immer Sinn: Staatstragender als Ernst.
Keywords: Operngesang
Sea of Vapors

Streichquartett: Letztlich Tonsatz, in Klang getrieben.

Visitenkarte Selbstausbeutung: Fertiges Material.

Rearrangement. Richter-Sampler.

Ton wird gehalten, Schauspieler spricht, singt einzelne Wörter auf Tonhöhe, Ton verändert sich, entsprechend verändert sich die Tonhöhe der einzelnen gesungenen Wörter. Unter Umständen extrem schnell gesprochen und extrem schnell gesungen, also extrem schneller Wechsel zwischen Sprechen und Singen.

Keine Pointe
Keine Narration

Text, der dann auch bedeutungsfrei gemacht werden kann, wo der Klang wichtiger als die Erzählung, die Folge der Wörter ist. Vielleicht Wörter umstellen?

Monolog auf mehrere Stimmen verteilen

Ort
Bühne
Auftritt
Abtritt

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Not done.

Unterteilungen:

/1-
/7

SW: Ganz schön viel Wut. Klar Testosteron-gesteuert, aber trotzdem gut/ernstzunehmen.

Gebläse. Weeknd. Wieder gehört. Immer noch super. Gottseidank.

It might be enough to do anything at all as long as it is anything at all and not just nothing. Seriousness. Whatever that fuckin’ is. Which is actually not true.

Pakistanisches Staccato: Durchlaufende Impulse, schnelle Ablösungen, leichte Beschleunigungen und Verlangsamungen, kurze Pausen, kurze Einwürfe, sozusagen alles an diesen Pulsen aufhängen. Können alles aufnehmen. Einzelne, doppelte oder dreifach Impulse, plötzlich extreme Beschleunigungen, dann auslaufen, fast gar nichts, einzelne Silben oder Silbenfolgen, lange Pausen, vielleicht auch plötzlich alles viel langsamer. Dann wieder Ausbruch von Impulsfolgen, einige Silben werden übernommen, quasi verdoppelt oder wiederholt, die meisten aber einfach weitergesponnen, einzelne Wiederholungen auch innerhalb der Phrase, fast immer Überlappung von Phrasen, merkwürdiger Wechsel von langen und kurzen Phrasen, einzelnen Verdopplungen und unvorhergesehenen Pausen. Natürlich auch: Zwei verschiedene Phrasen, die nebeneinander herlaufen. Das aber eher selten, meisten behält eine der beiden Phrasen die Oberhand über die andere und löst sie schließlich ab/ersetzt sie. Kurzer Singsang. Phrasenbewegungen hoch/runter/wellenförmig. Tolle Binnenrhythmen.

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BLAU/SCHWARZ

Nachspiel: Skelett. Nur noch Konsonanten. Nur noch Geräusche. Macht logischerweise Sinn.

Wo gehört es denn hin?

Vorspiel: Fleisch. Nur Vokale. Ton.

Wie willst Du erinnert werden?

Es geht hier nicht um Dankbarkeit, oder irgendetwas in diese Richtung, sondern darum, ob es ein Bedürfnis gibt, ob ein echtes Interesse besteht, und wenn nicht, hat sich die ganze Sache von alleine erledigt, ist doch eigentlich klar, oder?

Unwichtiges wichtig, gerade weil es unwichtig ist.

Zeit als Ziffernfolge, Menge von Anschlägen: Eindeutige Zuordnung von Ereignis und Zeitabschnitt.

Nicht sparen, darauf ankommen lassen. Wenn es am Ende nicht reicht, hat es eben nicht gereicht. Nicht haushalten. Es sei denn: Haushalten als Verschwendung. Haushalten als künstlerisches Ziel.

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Krumen, Krümel, Kanten

dass sie sich überhaupt bewegen, einfach so

na ja, klar, und dann sind sie plötzlich weg

Frage ist, was dann übrig bleibt

Entweder es bleibt etwas, oder eben nicht. Klar, dass das Schreiben da nicht viel helfen kann. Die Erinnerungen. Etwas liegt in der Luft. Und verschwindet dann. Ausschließlich festgehalten in der Schrift. Ganz banal als Material, das ein wenig länger hält. Dann schreibt jemand über die Schrift. Alles völlig banal. Überhaupt kein Geheimnis.

Krg Wt rgr Whnsnn Klk Schlchtn
ie u Ä e a i o i a e

Zersetzungen

rot/grau – gelb/dunkelblau – hellgrün/hellblau

geschafft

nichts wie hin

Rest

Weinen

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Judasohren und Hiobstränen

looking for trouble vs. looking for pain

VS: Gott, lass meine Seele vor der Ernte reifen. Slut.

aggressiv leise

Household

eine merkwürdige Sprache
eine merkwürdige Sprachmelodie

Eins Eins Eins Eins

einerseits Tonbewegung, andererseits Intervall, andererseits Klanggeste im Registerraum

Casting: Ein visionärer Architekt – sieht aber gar nicht so visionär aus – na ja, ich meine, wie würde denn ein visionärer Architekt aussehen? – Alles klar, alles gegessen, aber warum habe ich trotzdem ein Problem damit? Muss man so oder so aussehen, um eine bestimmte Sache machen zu können/machen zu dürfen? Ehrlich gesagt ja, natürlich hat dein Aussehen eine Aussagekraft. Auf der anderen Seite: Heute nicht gut drauf, heute kein anderes T-Shirt gehabt, kein Geld, keine Zeit, krank, Sorgen, kein Interesse, kein Talent, so viele Möglichkeiten, falsch auszusehen. Und logischerweise schaust du jemanden, den du kennst, anders an als jemanden, den du nicht kennst.

Natürlich gehst du nicht nur vom Äußeren aus. Aber du versuchst beide zusammenzubringen. Du denkst, sie müssen etwas miteinander zu tun haben. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Und plötzlich musst du ganz anders hinschauen, weil er/sie etwas gesagt hast, das du nicht erwartet hast. Soso, jemand, der so aussieht, kann also so etwas sagen. Warum sagt der sowas? Wie geht das zusammen? Widerspricht sich das nicht?

I’ve come to the conclusion that it is better not to live at all, not to eat at all, not to … well, you name it.

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Bildgeschichte

A lot of doubts are coming my way.

Zeile als Takt als Kasten: Irgendwo hier muss das rein, irgendwo hier muss das vorkommen. Fast egal wo. Zeitspanne, innerhalb derer etwas passieren muss. Zeit zwischen Zeitspannen. Zeit innerhalb Zeitspannen.

Temperatur in der Küche möglicherweise ein ähnlicher Parameter wie Raum in der Musik: Ist immer da, ist auch jedem klar, wirkt aber schnell banal, wenn er bewusst ausgeschöpft wird. Heiß-kalt als gern genutzter, nicht sehr subtiler Effekt, Abstufungen dazwischen wirken schnell wie einfach nur lau, oder sogar unbeabsichtigt. Was natürlich auch daran liegt, dass lau schnell kalt wird und dann einfach kühl wirkt. Die Beherrschbarkeit des Effekts ist also nur bedingt gegeben. Auch im Kalten verschiedene Abstufungen nur bedingt einsetzbar: Wird ziemlich schnell zu kalt, um überhaupt essbar zu sein. Und die berühmte Stickstoff-Küche ist ja einfach nur schockgefroren und tendenziell sogar eher lau als kalt, weil natürlich nicht durchgefroren. Verschiedene Texturen im Kalten da wesentlich evidenter.

I understood nothing.
I didn’t realize that I understood nothing.

Love Exposure: Ziemlich weit ausgespielt, das Szenario, zwischen Klamauk und Tiefe. Interessante Strategie, den Film aus vielen einzelnen Geschichten, die in sich geschlossen sind, aber dennoch logisch aufeinanderfolgen und aufeinander aufbauen, also nicht einfach nur aneinandergereiht sind, zusammenzusetzen. Serienepik im Kinofilm. Deswegen natürlich auch so lang.

There is no time to waste (Kusama). Probably true.

Melismen, um den verdammten Sprachrhythmus zu zerstören.

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Formalistische Verzerrung

7 fuckin’ years.

Wahrscheinlich geht das wirklich nicht, dass man einem Text einfach Noten zuordnet. Wirkt lächerlich, fast ironisch. Würde vielleicht als Sprechrhythmus gerade so durchgehen. Weil das Sprechen nicht so deutlich zwischen akustischer Haupt- und Nebeninformation unterscheidet wie das Singen. Also allenfalls Abstufungen – oder eben gar nicht.

Es hilft auch nichts, wenn der Rhythmus komplex ist – wirkt fast noch komischer/deplazierter. Als ob man sich einen Ort anmaßt, der einem nicht zusteht. Weil er nichts mehr bedeutet. Sonst müsste man das Genre insgesamt akzeptieren. Wozu man logischerweise keine Lust hat.

Vielleicht genau das Gegenteil: Völlig mechanisch mit dem Text umgehen. Diese bescheuerte Einfühlung/Ausdeutung weglassen. Denn auf die Sprachmelodie eingehen ist ja letztlich nichts anderes als ausdeuten.

Nullausdehnung, horizontal und vertikal: Es gibt keine horizonale Nullausdehnung ohne vertikale Nullausdehnung, es sei denn: Staccato-Akkord, Staccato-Klang, statt Staccato-Ton.

Wenn der Einsatzabstand kleiner als die Ausdehnung ist, überlappen sich die einzelnen Elemente. Wäre bei Wörtern eine lustige, ziemlich formalistische Verzerrung.

Lieblingsfilme ever:
Wild Bunch
A Touch of Zen

Krieg: Sich selbst überholen, an den Rändern ausfransen

Szenen verzahnen

Silben
Worte
Zeilen

canon for one voice

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Zielfrei arbeiten.

Achtung:

ABSOLUTES IRONIE-VERBOT

Keyboard, Streichtrio, Saxophon?

Eins in Auftakt umdeuten/Takt verlängern? Würde bedeuten, dass man den Puls nicht verliert, aber den Schlag versetzt. Tatsächlich wirkt der Auftakt im festen Metrum ziemlich erzwungen. Oder Metrum immer mit zusätzlichen Silben verlängern? Vielleicht ist die Idee eines regelmäßigen Metrums grundsätzlich falsch?

Interessant, wie Ideen, an die man ein, zwei Tage glaubt, sofort wieder zerstäubt werden, wenn man sie wirklich auf die Probe stellt, schaut, ob sie der Realität der Ausarbeitung standhalten. Manchmal kommt etwas Neues, Anderes dabei heraus, manchmal gar nichts.

kurz/lang
schnell/langsam

nicht nach Gefühl entscheiden

INNERHALB des Tempos nochmal schnell/langsam

32tel sehr schnell
16tel schnell
8tel mittel schnell
4tel mittel langsam
2tel langsam
1tel sehr langsam

BF
SS
CC
EM
GA
BP
MS
IX

It’s a fuckin’ showdown.

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Verlust

Das große Problem von Short Stories ist, dass sie immer eine Pointe haben. Wenn nicht, besteht genau darin die Pointe. Bringt das Format mit sich. Wenn man das unterlaufen könnte, würde man das Genre neu erfinden.

Schlag: Regelmäßige oder unregelmäßige Rasterung der Zeit, auf die das Material ausgerichtet oder nicht ausgerichtet gelegt werden kann.

Takt: Gruppierung von Schlägen mit gleicher oder ungleicher Gewichtung als Struktureinheit oder einfache Zähleinheit.

Betonung im Material/Betonung im Schlag

Kontrolle durch das Auge: Wenn Du den Cursor nicht siehst, bewegt er sich nicht.

alle Silben betonen/keine Silbe betonen

laut singen, ohne zu betonen
leise singen, aber trotzdem betonen

Faktisch ist bei lautem Singen quasi alles betont, nur die Begleitung/das Metrum differenziert zwischen betont und unbetont.

Nochmal anders gesagt: Betonung ist überhaupt nur eine Frage der Lautstärke, des Schalldrucks.

etwas sinnvolles tun, wie z.B.

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VERJUS DE BOURGOGNE

Mark Fell, Ten Types Of Elsewhere: Feinstgradierung. Was wäre, wenn man in die kleinstmögliche rhythmische Abstufung noch einmal eingreifen würde? Würde der Rhythmus dann einfach verzerren, nicht mehr erkennbar sein? Als ob das Abspielgerät kaputt wäre?

GF: Meisterwerke sind stumpfsinnig.

Die Ränge füllen sich, allein die Athleten fehlen noch.

betont/unbetont
lang/kurz

fuck!

Bigg Jus/El-P vs. Death Grips/Jam City: Die reine Wut funktioniert nicht mehr. Du musst Deine Aussage schärfen, um bestehen zu können. Ein bisschen Eleganz hier, ein bisschen Struktur dort. Einfachheit als Schönheit als Zynismus. Reduktion. Den Standpunkt sichtbar machen. Verdeutlichen. Eigentlich schade: Ich fand es immer ganz schön, einfach nur sauer zu sein. Aber das wirkt jetzt dezidiert altmodisch, eigentlich sogar faul.

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inalienable/dreamless

Blu: Einzelne Silben herausdrücken (portato crescendo), andere fast verschlucken (staccatisso pianissimo). Möglicherweise zwei verschiedene, unabhängige Rhythmusebenen.

Betonte und unbetonte Silben auf zwei verschiedenen Rhythmusebenen.

Ungereimtheiten Kathedrale

e-g-e-g-e-f-d-f-d-e-c-g-e-d-g-g

Wovon ich schwärm’: Der Lärm.

Zeichen der Zeit: Monothematische Bands. Verengung der Perspektive. Verdeutlichung der Aussage.

Who knows how deep that hole is – maybe it has no bottom at all.

Oktave als Überraschung: Plötzlich ist das Gleiche obendrüber (oder untendrunter). Wie kann das denn sein?

Nicht für selbstverständlich nehmen.

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Baustelle

I want my Robert Smithson piece back!
Can I please have my Robert Smithson piece back!
Please give me my Robert Smithson piece back!

Klavierstück über minimale Arpeggi schreiben
vorher/nachher als Thema – Zeit
dicke Schichten von Verzierungen
rhythmisierte Triller

If you have problems with a song, take out what you like most. (PJ Harvey)

Agamben, Textausdeutung: Problem, wenn man jeden Text auf seine Etymologie hin abklopft, ist ja eigentlich, dass man die Texte überhaupt nicht mehr wörtlich nimmt, sondern nur noch in ihrer Tiefenstruktur nach Bedeutung sucht. Ganz offensichtlich damit Text tatsächlich vom Autor und seiner Intention abgelöst. Das Unangenehme, Falsche dabei ist, dass der so untersuchte Text eigentlich immer recht hat, immer Recht haben muss, er wird quasi wie eine Heilige Schrift behandelt. Exegese: Es wird im voraus davon ausgegangen, dass der Text recht hat, und nur noch nach seiner korrekten Ausdeutung gesucht. Textauswahl und Textreihenfolge bleiben unbegründet. Insofern scheint die Untersuchung für sich selbst auch den Status der Unanfechtbarkeit zu reklamieren. Die Exegese der Heiligen Schrift ist ebenfalls heilig. Das Lustige dabei ist, je mehr der Text auf diese Weise ernstgenommen wird, desto mehr verliert er für sich an Bedeutung, da fast alles in ihn hineingetragen werden kann, je nach Intention des Ausdeuters. Was noch nicht einmal mit Böswilligkeit zu tun haben muss, sondern einfach mit der Methode notwendig verbunden ist. Man sieht nur das, was man sehen will, wenn man die Oberfläche verlässt. Oder sogar: Was immer man sehen will.

I would like to …

please no genre

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mehr

I think it’s boring. And you?

Noch einmal zum Seh/Hör-Problem: Akustische Aufnahme kann in der Regel als angemessene Dokumentation gelten, visuelle Aufnahme nie, selbst bei Standkamera, weil es so viele andere mögliche Perspektiven gegeben hätte. Visuelle Aufnahme quasi immer Montage, auch wenn gar keine Montage stattfindet.

Ganz interessant, dass im Text vollständige Sätze ein bisschen so wirken, wie besonders deutliche Aussprache bei Politikern: Es kommt immer ein bisschen zu pompös daher, man hat letztlich immer das Gefühl, dass da jemand etwas zu verbergen hat, zumindest eben Probleme mit der Aussprache/dem Satzbau. Es wirkt zu abgezirkelt, zu perfekt, vielleicht aber vor allem zu abgesichert, um glaubwürdig zu sein. Deswegen haben ausformulierte Texte so leicht die Tendenz, über das Ziel hinauszuschießen: Die übertriebene Korrektheit der Formulierung überträgt sich auf den Inhalt.

Letztlich laufen alle Korrekturen darauf hinaus, den Text wieder einzufangen, die Formulierung einzukochen, das Umständliche zu streichen. Insgesamt also den Text schneller, zielführender, direkter machen. Falsches Pathos.

Derrida
Agamben
Didi-Huberman

Distinktionswahn

eigentlich unfassbar schön

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I don‘t wanna be, I don‘t wanna be

Was ich eigentlich so toll finde an der Idee von Krieg als Oper? Warum ich darauf so extrem fixiert bin? Und was allein schon daran ein Problem sein könnte? Im Grunde habe ich eine Art überhöhtes Sprechtheater im Kopf, in meiner Vorstellung müsste der Text sozusagen musikalisch verstärkt werden, um seine Wirkung auf der Bühne entfalten zu können, wenn ich den Text lese, habe ich automatisch eine musikalische Wirkung im Kopf, die sich im reinen Sprechtheater nicht entfaltet, weil das Schauspiel den Text zu sehr konkretisiert. Könnte man natürlich auch sagen, ist doch gerade toll, dass der Text sich quasi gegen das Sprechen durchsetzen muss, ist es ja auch, ist aber nicht automatisch die beste Möglichkeit, den Text umzusetzen.

Ich stelle mir eigentlich vor, dass der Text durch seine musikalische Behandlung freier werden müsste, ungebundener, und letztlich auch direkter, eigentlich so, wie er auf dem Papier steht, direkt in den Kopf geht. Das würde aber wahrscheinlich heißen, dass ich extrem nah am Text bleiben und ihn sozusagen 1:1 in Musik umsetzen müsste, genau wie ich das bisher auch versucht habe. Dass das gar nicht funktioniert hat, ist inzwischen klar, und man muss sich hier auch fragen, ob eine direkte Umsetzung des Textes in Musik erstens überhaupt denkbar ist und und zweitens wirklich wünschenswert sein kann. Ist ja ziemlich offensichtlich, dass dies ein einfaches am Text entlang schreiben bedeuten würde, so ziemlich das ödeste, was man sich vorstellen kann.

Letztlich auch interessant, dass dieses den Text als Text präsentieren in der Musik schnell hölzern und umständlich wird, eigentlich ein mühseliges Abarbeiten, das dann auch genau so klingt. Und dagegen das Eingreifen in den Text, Verkürzen, Verlängern, Zerstückeln, Zerdehnen etc. Grundsätzlich dramaturgisch unterscheidbar in Eingriffe, bei denen der Text als Text verständlich bleibt, Eingriffe, bei denen der Text als Sprachmaterial erkennbar bleibt, und Eingriffe, bei denen der Text auch als Sprachmaterial verschwindet. Könnte man nach Figuren oder nach Szenen (oder beides) organisieren. Entscheidend wäre dabei, ob es gelingt, das Gefühl von Schnelligkeit und Unmittelbarkeit, um das es eigentlich geht, zu bewahren.

Damit wäre dann stilistische Einheitlichkeit ziemlich weitgehend aufgegeben – was wahrscheinlich gut ist.

Im Übrigen ganz interessant, dass auch im radikalen Sprechtheater der Text als solcher eigentlich nie angetastet wird, sicherlich auch deswegen, weil die technischen Mittel dazu fehlen. Natürlich wird er mal unverständlich, weil sich selbst überlagert, oder gestottert, geschrien, gespuckt, etc., aber im Grunde sind das immer nur Kindergeburtstags-Witze, voll o.k., aber viel zu einfach, viel zu durchschaubar, viel zu leicht abrufbar, um als Technik wirklich interessant zu sein. Es geht da dann tatsächlich entweder um den unmittelbaren Ausdruck der Körper auf der Bühne, oder um ein Spiel mit dem Einfachen, Blöden, Lächerlichen, Misslungenen als Zerstörung des Textes.

Ruhig auch mal richtig doofe Witze machen, z.B. alle Konsonanten weglassen = zahnlos oder so.

Vertikale: Szenen
Horizontale: Personen

Säulen in der Zeit

Mein Glück

Isa Genzken: Wirkung nicht herstellen, sondern einsetzen.

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Anti-phlogistine

Stemann: Vielleicht wäre es tatsächlich besser, mit einem offenen Text zu arbeiten, oder mit dem vorgegebenen Text viel freier umzugehen. Feste Anzahl von Sängern, unbegrenzte Anzahl von Rollen, keine feste Zuordnung. Freie Behandlung des Textes, freie Behandlung der Musik. Keine feste Zuordnung Text-Musik. Verschiedene Textarten, verschiedene Vortragsarten, verschiedene Musikarten. Das Problem einer Geschichte (und sei es nur die Syntax des Textes): Sie wird durch die Musik so extrem verlangsamt, dass man sich fragt, warum sie überhaupt noch erzählt wird. Wir haben doch schon längst kapiert, worum es geht. Ja, und das ist der Hauptgrund für die Verlangsamung, warum wird der Text überhaupt gesungen? Ist er nicht wichtig? Ist er besonders wichtig? Oder gehört es sich einfach nur so? Ist ja nun mal ne Oper. Bitter bitter bitter: Die Gedanken sind einfach viel schneller, als eine Oper je sein könnte. Das Gefühl von Schnelligkeit kann nicht nur körperlich sein (Tempo), es muss auch wirklich etwas passieren (Text).

Wenn der Komponist der Regisseur ist, was macht dann der Regisseur? Wenn die Inszenierung schon fertig ist, was wird dann inszeniert?

Sätze als Wörter, Wörter als Silben,
Silben als Wörter, Wörter als Sätze.

Was ist interessanter: Ein vollständiger Satz oder seine Bruchstücke?

Jedes zweite, jedes dritte, jedes vierte Wort.

Alle Wörter.

Nur die wichtigen Wörter, nur die unwichtigen Wörter,
nur die betonten Wörter, nur die unbetonten Wörter.

Sprechen ist vollständig, Singen ist unvollständig.

Von
an
alles

Schnitt
Sprung
Verbindung

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Übrigens

Aufschreiben im Grunde ja genau das Gegenteil von Erinnern: Alles, was man aufgeschrieben hat, kann man getrost vergessen. Stimmt allerdings nicht immer: Aufschreiben, um daran zu denken vs. Aufschreiben, um den Gedanken los zu werden.

ERFAHRUNG des Singens: Was bedeutet das eigentlich, wer macht das? Ist ja offensichtlich kulturell geprägt, Klangschönheit und Reinheit als europäisches Ideal, und genau das gilt dann immer als Grunderfahrung des Gesangs. Der gesamte mehrstimmige Chorgesang, der ja so ein tolles Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen soll, wäre ohne dies nicht denkbar und würde wohl auch keinen Sinn machen. Abweichungen sind nur als Dekonstruktion des Chorideals zu verstehen, nicht als aus sich heraus entwickelte Komplexe. In ihrer Abweichung verweisen sie unmissverständlich auf das Ideal als Ausgangspunkt. Man müsste das miteinberechnen in seine Arbeit, fragen, wo Mehrstimmigkeit wirklich sinnvoll ist, und wo nicht, und zwar vielleicht sogar ÜBERHAUPT NICHT. Was könnte Stimmen zusammenhalten, die gleichzeitig, aber nicht mehrstimmig singen? Was wäre ein sinnvolles Modell, das nicht einfach nur klassische Chorsatz-Muster abarbeitet? Wie kann man eine neue Qualität aus dem eigentlich ja auch immer ein bisschen peinlichen Format Chormusik entwickeln?

Da kommt dann natürlich irgendwann – und zwar eigentlich ziemlich schnell – Text und Verständlichkeit ins Spiel.

Stimmen zusammenfassen – Stimmen trennen

homogenisieren – antagonisieren

gleich/ähnlich/verschieden

kein Kontrast!

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GOT LOST

Komponieren heißt nicht, etwas zusammenzusetzen, sondern etwas in einen Zusammenhang zubringen.

Ganz klar symphonischer Zusammenhang, Verschmelzung von Stimme und Klavier in einem Feld. Verschmelzung von drei Texten in einem Feld. Text blitzt durch, wenn man ihn kennt, an einigen Stellen sogar ziemlich deutlich, an anderen gar nicht. Die Rufgeste kann man sicherlich nur mit Erklärung als Textausdeutung verstehen. Es stimmt aber tatsächlich, dass die Texte bei näherem Hinsehen eine starke Präsenz haben, obwohl man erst enttäuscht ist, dass sie letztlich vermieden worden sind.

Frage wäre sicherlich, warum ein Stück, dass auf der offensichtlichen Ebene nicht funktioniert, letztlich doch überzeugt. Vielleicht, weil es absolut ernst ist. Weil das Wort Gefahr am Ende einschließlich Klavierstretta tatsächlich als Aussage funktioniert. Als ob das ganze Brimborium davor nur daraufhin komponiert wäre.

Gleichzeitig muss die Frage erlaubt sein, warum es nötig ist, Texte so ineinander zu verzahnen, dass man sie nicht mehr verstehen kann, wenn man sie nicht in ihren Bestandteilen auswendig gelernt hat. Klar könnte man sagen, dass die Detailarbeit auf allen Ebenen, also auch der Textebene, gleichwertig sein muss, auf der anderen Seite ist Text eindeutig kein musikalisches Material und kann nur als solches behandelt werden, indem man ihn als Text zerstört.

Ein Mann mit einem riesigen Geschwulst auf der rechten Backe steht in der Konditorei vor dem Eistresen, genau an der Stelle, die zur Toilette führt. Ich bleibe stehen und warte darauf, dass er mich vorbei lässt. Er rührt sich nicht und schaut mich fragend an. – Hilfe!

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let‘s face it

Im Prinzip ist halt immer Ausnahmezustand. You wanna relax? Just die!

Carsten: Komplexität als grundsätzlich positiver Wert, tatsächlich würde mir nichts anderes einfallen, was ich so absolut setzen würde. Logischerweise kann Komplexität dann nicht einfach nur Viel bedeuten, sondern die Fähigkeit, viel oder wenig, kompliziertes oder einfaches Material mit Bedeutung aufzuladen. Das würde für mich eigentlich für alle Bereiche gelten, einschließlich Essen, Trinken, Kleidung etc. Klar ist auch, dass etwas Einfaches deutlich komplexer als etwas Kompliziertes sein kann, und dass das Einfache vermutlich durch das Absetzen von Kompliziertheit seine Bedeutung, also seine Komplexität erhält. Es dürfte schwierig sein, das Einfache an sich, ohne Gegensatz zum Komplizierten, als komplex zu denken.

Feldman z.B. ist nicht einfach, bzw. nur auf der Oberfläche, technisch aber betont kompliziert. Hier könnte man sagen, dass die Komplexität intern, nämlich im Gegensatz zwischen einfacher Oberfläche und komplizierter Struktur erzeugt wird. Für den letzten Feldman ab 1984 gilt das allerdings nicht: Der ist polemisch, und zwar gegen sich selbst, gegen die unmittelbar vorausgegangenen Arbeiten. Gerade weil diese Arbeiten so perfekt sind, muss er sie zerstören, um überhaupt weiterarbeiten zu können. Der Wendepunkt liegt exakt zwischen Crippled Symmetry und For Philip Guston. Lustig, dass das niemand verstehen will: Nichts ist offensichtlicher. 1984 ist das Jahr der großen Vortragsreisen. Vielleicht hat das zum inneren Abschied geführt. Oder es war einfach der gigantische Erfolg der vorausgegangenen Arbeiten, der ihn zum Rückzug in weniger zugängliches Gelände zwang.

Das alles bedeutet ziemlich klar, dass Komplexität (und irgendwie reden wir hier über Schönheit) historisch ist, und zwar nicht nur in dem banalen Sinn, dass sich Geschmack und Zeitgeist verändern, sondern auch in dem viel wesentlicheren, aber auch offensichtlichen Sinn, dass bestimmte Formen von Komplexität nur im historischen Zusammenhang, im Wissen, wogegegen sie sich gewendet und was sie abgelöst haben, gelesen werden können. Gleichzeitig würde ich vermuten, dass etwas von dieser historischen Spannung im Gegenstand erhalten bleibt, auch dann, wenn der Zusammenhang nicht mehr präsent ist, aber das ist vielleicht Mystizismus. Die besten Arbeiten, wie z.B. eben klassischer Feldman, organisieren ihre komplexe Bedeutung aber intern und bleiben dadurch auch abgelöst vom historischen Zusammenhang lesbar.

Notizen müssen immer sofort zu Ende geführt werden, es macht keinen Sinn, erst Stichworte aufzuschreiben und später den Gedanken ausführen zu wollen. Als ob man einen toten Gedanken wiederbeleben könnte. Nachträglich nur Politur, nicht Ausführung möglich. Insofern herrscht hier ganz klar der Geist der Schnelligkeit: Sofort aufschreiben, schnell niederschreiben, bevor das Interesse verfliegt.

Alles arbeitet weiter.

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JB

Alte Frage, altes Thema: Woher kommt die Spießigkeit von sinngeführten Texten und wie kann man sie überwinden? Die Argumentation, die Ausarbeitung bringt auch im besten Fall eine Spießigkeit mit sich, die abstoßend ist. Liegt das daran, dass wir so eigentlich nicht denken? Dass wir uns also per Text klüger machen, als wir sind? Oder daran, dass die Vergeblichkeit des Unternehmens so offensichtlich ist: Der Sinn bleibt im Text versteckt und kann daraus auch nicht wieder hervorgeholt werden. Eine mündliche Wiedergabe der Argumentation wäre nur eine Kopie des Textes und offensichtlich nicht dem Medium Sprechen angemessen. Vor allem wäre es auch nur eine Erinnerung der Argumentation, keine echte Argumentation. Darüber hinaus kennt der Text keinen Widerpart, niemanden, der ihm widerspricht, er ist automatisch die letzte Instanz. Auch und gerade, wenn er sich mit bereits Veröffentlichtem beschäftigt, auseinandersetzt, und es bestätigt oder widerlegt.

Das ist nicht das letzte Wort.

Weiteres Problem, Anschluss: Auch wenn die schriftliche Argumentation eine eigene Dynamik entwickeln kann, also nicht im Voraus feststehen muss, zu welchem Ergebnis sie führt, ist die Zielgerichtetheit der Textart an sich ein Problem. Ausgearbeiteter Text. Aufgabe. Erfüllung. Ein Streichquartett muss wie ein Streichquartett klingen. Aufgabe Streichquartett. Weiterdenken.

Und gleichzeitig: Ohne die Dynamik des Textes könnten viele Ideen unmöglich gedacht werden, übrigens letztlich auch im nicht-schriftlichen Denken. Das Festhalten an etwas, das über den Eindruck hinausgeht. Letztlich kann Form auch die Aufgabe haben, die Bedächtigkeit der Ausarbeitung durch falsche, sinnwidrige Entscheidungen zu zerstören. Weiterdenken.

Verschwendung

wenig, aber viel

blutig

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