Category Archives: Theater

Böse Ideen

Death’s dynamic shroud.wmv: 

Instrumentation 

Runtergepitchte und hochgepitchte Stimmen 

Schlag als sehr grobe Pixelierung, alles auf diese Pixelierung als Referenz gepackt 

Lustiger Lärm, schnelle Wechsel, aber als Ganzes eben auch sehr konsequent durchgezogen

Im Prinzip die ganze Zeit zu laut/zu direkt/zu nah

Wir wäre es denn, tatsächlich mal ein Stück mit glasklar durchgezogenem Schlag zu schreiben, wo kein einziger Schlag ausgelassen wäre?

Alles laut, und da alles reinpacken

Wäre definitiv was für Kaleidoskop, z.b. auch das Maurizio/Licht-Material auf diese Weise umarbeiten (unbedingt MIT Stimmen, und eben auch gleichzeitig spielen und singen)

Vielleicht sogar Textbruchstücke einbauen

Macht es irgendeinen Sinn, Schlag gegen Tempo auszuspielen?

Echten Text nehmen, aber Wortgrenzen bei Aufteilung nicht beachten (korrekte Deklamation aber ansatzweise beibehalten)

Auf keinen Fall stimmübergreifend vervollständigen

Textfragmente könnten sinnlos auf Musikfragmente gelegt werden

Macht glaube ich Sinn (vielleicht sogar als Brutalhölderlin)

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Filed under No Longer Gagok, Pop, Theater

Übriggebliebener Klang.

Terzette: Pausen zwischen allen Silben
Duette: Überhaupt keine Pausen mehr, durchlaufendes Klangband, quasi strukturierter Halteton

Silbe-Pause-Silbe-Pause: Bild-Schwarzfilm-Bild-Schwarzfilm

Krach ist weiß, Pause ist schwarz

Spielen mit Länge/Struktur der Silben und Länge der Pausen

Ultra einfaches formales Konzept, überdeutliche Gestalt

Theater, Sommer, Frieren am Morgen, Kälte auf der Haut, Schmerzen

Die Pausen halten das Stück eigentlich zusammen.

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Maurizio 7b Break: 5:16-5:38

Für tonale Übermalungen möglicherweise Vinylversion nehmen.

Schon interessant, dass auch Dinge, die man sehr lange für absolut unantastbar gehalten hat (X ist definitiv der bestaussehende Schriftsteller der Welt), irgendwann ihre Anziehungskraft verlieren. Wahrscheinlich, weil sie einfach nicht mehr in die Zeit passen, der Rahmen, in dem man sie sieht, sich geändert hat.

Da stellen wir uns die Frage: Wie platt darf es sein/wie platt muss es sein. Im Theater scheint es da keine Schmerzgrenze zu geben. Was nicht unbedingt für das Theater spricht.

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Obsessive Vertikalität: Immer alles gleichzeitig.

Nächste Frage: Soll es dabei bleiben, dass das gleiche Wort in verschiedenen Stimmen grundsätzlich die gleiche Tobhöhengeste zugeteilt bekommt, obwohl dadurch der Effekt von Homophonie und Fugato deutlich verstärkt wird? Schadet diese feste Zuteilung dem Stück, oder gibt sie ihm gerade einen festen, durchschaubaren Rahmen, in dem es sich bewegen kann?

Tonbewegung quasi nur Trägermaterial

Vielleicht viel zu flexibel als Struktur? Müsste viel statischer sein (Susanne Kennedy)? Vielleicht auch viel zu intakt, die Wörter und Silben viel zu intakt gelassen. Allerdings ist hier natürlich klar: Wenn man sie nicht mehr versteht, ist es egal, ob sie intakt sind oder nicht. Insofern ist hier der Bewegungsspielraum sehr klein.

Weit verbreiteter Irrtum: Stolz auf die eigenen Fehler zu sein, weil man glaubt, sich darüber zu definieren.

Geil, wie schlecht es allen geht. Und denen, denen es gut geht, geht es wahrscheinlich auch nicht so toll. Man sieht es nur nicht so deutlich.

Komplett ohne Twist. Krass.
Are all the clichés true?
Wahrscheinlich wirklich komplett platt.

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Singstimme als Ausnahme

komplett egal, aber gut

Sprechstimme: Realer Ambitus vs. möglicher Ambitus

Das Problem: Man kann nichts dagegen sagen. Wie willst Du dagegen argumentieren? Ist doch eh alles richtig. Bringt’s aber genau deswegen leider gar nicht.

By the way: Uninteressant ist nicht das Gleiche wie langweilig.

professioneller Konzertaufbau
superprofessioneller Konzertaufbau
Konzertaufbau als Performance,
aber eben nicht als Witz

Schablone, logischerweise (KG):
– Kann ich mal eine Stimmschablone haben, bitte?
– Wieso, haben Sie doch eh.
– Na, nicht so eine. Eine richtige.
– Ach so, ne richtige. Nee, ne richtige haben wir nicht. Hatten wir noch nie.
– Stimmt.

Reaktion braucht Zeit (Keaton). Pause. Zoom. Mikrophongeräusch. Leere Bühne.

Man sieht Masse, hört aber nur eine Stimme.

Extrem durchbrochener Satz mit einzelnen Verdopplungen, zum Teil einander überlappend, zum Teil voneinander abweichend. Z.B.

krasser Durst: Warum denkt man eigentlich, wenn man sehr durstig ist, dass Bier oder Wein oder Saft oder whatever den Durst besser löscht als z.B. Wasser? Und warum fühlt sich das tatsächlich manchmal so an?

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Unzulänglichkeit

Selten eine gute Idee, etwas ausdrücken zu wollen. Wird fast immer zum Vorurteil, zur Reproduktion einer bereits bekannten expressiven Figur. Bei Sängern besonders auffällig, wie bei Schauspielern. Kann dann sogar leicht verlogen werden, eben explizit unwahrhaftig. Misston.

Szenario: Partiturseite, Streichorchester, durchbrochener Tuttisatz, alle Takte falsch eingesetzt, d.h. zu kurz oder zu lang, Lücken oder Überhänge. I like it. Mechanische Unschärfe.

– Dass mir das zum Verhängnis werden würde!
– Ja, stimmt, hätte ich auch nicht gedacht.

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relationship without commitment

Mein Problem: Was soll denn daran überhaupt interessant sein? Gibt es wirklich irgendjemanden, der ernsthaft an einem Musikbegriff festhalten möchte, der längst nicht mehr tragbar ist? Glaubt wirklich irgendjemand ernsthaft, dass es einfach so weitergehen sollte? Na ja, wahrscheinlich ja. Let’s play some more organ.

Unterkontrolliert
Überkontrolliert
Resilient

Regietheater

Auf der richtigen Seite stehen. Die stehen dann eben automatisch immer auf der richtigen Seite. Können ja schlecht auf der falschen Seite stehen. Und deshalb ist es so langweilig.

Problem Oper

Electric Wizard: Was wäre denn, wenn das wirklich ein ernstzunehmender Beitrag zum Sterben wäre. Nicht, dass ich das wirklich glauben würde. Aber es ist ja letztlich auch ziemlich bizarr, das von vornherein auszuschließen. Wiedergeburt. Aha. Markerschütternder Gesang.

Man kann sich nicht wirklich aussuchen, wofür man sich interessiert. Ganz interessant.

He’s still there, but he’s already forgotten. So much for eternity. Have a good life!

Glottis: Deutsche Aussprache

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Time is the new drug.

Rein Gold, Stemann: Für mich mit das beste, was ich seit langem gesehen habe. Interessant aber auch die Kritiken: Zum Teil aberwitzig ignorant, wie die Unterstellung, dass die Schauspieler zu faul gewesen seien, ihre Texte auswendig zu lernen, und deswegen die Textbücher in der Hand behalten, wo doch offensichtlich ist, dass damit der Ort der Aufführung zwischen Text und Sprechen im Bewusstsein gehalten werden soll. Dann die Ignoranz gegenüber der intelligenten und feinsinnigen Musikauswahl und Bearbeitung, die als beliebig und dilettantisch abgetan wird. Das mangelnde Problembewusstsein der Beschreibung, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, dass ein Liebesduett zwischen einem Schauspieler und einer Opernsängerin eine angenehm spielerischer Hinweis auf Grundprobleme der klassischen Oper sein könnte. Insgesamt eine durchgehende Bewertung des Spielerischen als dilettantisch. Eine ziemlich interessante Gefahr der Überfeinerung bei Stemann, dass Kritiker und Publikum alles, was nicht mit voller Ernsthaftigkeit vorgetragen wird, für oberflächlich halten oder erst gar nicht wahrnehmen. Insgesamt offensichtlich, dass die Mehrzahl der klassischen Kritiker einfach will, dass sich nichts ändert. Die Oper soll einfach so bleiben, wie sie ist, das Mobiliar darf modifiziert, das Grundgerüst aber nicht in Frage gestellt werden. Was ja grundsätzlich als ein Option völlig in Ordnung ist, aber doch eben nicht als die einzige Möglichkeit, mit dem Repertoire umzugehen. Glaubt hier tatsächlich jemand, dass wir das klassische Opernrepertoire immer weiter in aller Ruhe abspulen können? Kann es wirklich sein, dass jeder Eingriff in die Partitur als Sakrileg aufgefasst wird? Gerade das Abspulen der bekannten Musik in immer gleicher Reihenfolge macht doch das Operntheater so entsetzlich ereignisarm. Das Theater schreit doch nach Grobheit, nach Überraschung, nach Risiko – zumindest als Alternative zum einfachen Repertoirebetrieb. Und ich habe eigentlich das Gefühl, dass auch das Personal froh ist, endlich einmal in der Gegenwart anzukommen, endlich einmal etwas machen zu dürfen, das sich gegenwärtig anfühlt, und nicht nur die alten Posen in neuen Gewändern wiederholt. Übrigens auch ein Problem von neuem Musiktheater: Dass die Grundüberzeugung, dass die Musik einen festgefügten Raum bilden muss, dem sich alle andere Komponenten unterzuordnen haben, von vornherein einen Massstab aufstellt, der mal besser, mal schlechter erfüllt, aber letztlich niemals in Frage gestellt wird. Offenbar sieht überhaupt niemand, dass diese Form von Theater kreuzbrav und totlangweilig ist. Lass uns doch mal Szene X neu illustrieren. Da könnte wir doch … Letztlich auch ein Ausdruck von Hass auf Intelligenz, weil man da nicht mehr so opernmäßig emotional mitgehen kann. Obwohl dadurch natürlich eine neue, feinere Emotionalität entstehen würde. Intelligenz wird nur goutiert, wenn sie sich selbst als solche vorführt: Das hat er aber wirklich sehr intelligent gemacht.

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Dunkelmänner-Briefe

Instrumentale Dramaturgie: Ja, klar, logisch, letztlich doch noch größere Unterschiede als im vokalen Bereich. Auf der anderen Seite Stimmen eher identisch mit der Persönlichkeit der Sänger, insofern stärkere Rückkopplung/unmittelbarere Wirkung.

Verschwinden
Abschied

Ease not. And ease is. And they weren’t.

Tänzer als Schauspieler
Handicap als Behinderung
Dunkel als Angst
Licht als Rhythmus
Sprache als –

Funktioniert deswegen so gut, weil die Körper wirklich behindert sind, wenn ihnen bestimmte Aufgaben gestellt werden. Das Handicap wird also nicht dargestellt, sondern ist wirklich da. Die Körper erzählen ihre Geschichte als Körper, so dass es fast unvermeidlich ist, sich mit ihnen (ebenfalls als Körper) zu identifizieren.

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bedeutend

O Gott ist der unsympathisch! Hilfe! Bitte sterben! Ich! Was am besten den Gefühlszustand wiedergibt. Heulen wollen! Blankes Entsetzen.

Das realistische Theater setzt sich mit der realen Situation im Theater auseinander? Stimmt vielleicht sogar.

Bitte keine Gehässigkeiten.

Ganz leises Klingen, hohes Register, Glockenartig, auf jeden Fall Metall, fast nicht da, fast nicht hörbar, eigentlich nicht hörbar. Woher weißt du, dass es überhaupt da ist? Eigentlich nur, wenn es irgendwann lauter wird, deutlicher wird, und das ist schade: Dass das Undeutliche nicht undeutlich bleiben kann und trotzdem klar ist, dass es da ist. Wobei das natürlich die Definition von Undeutlich ist: Dass es nicht klar ist. Es ist klar, dass es undeutlich ist. Es ist klar, dass seine Undeutlichkeit beabsichtigt ist. Was meinst du denn überhaupt? Den hohen Ton, oder das Rauschen, das Klingeln, oder das Rascheln? Nein, ich dachte eigentlich, es wäre ein leises Ticken. Oder Kratzen. Das ist doch nur die Klimaanlage, oder die Heizung, oder so.

Wenn du es lauter machst, hörst du auch viel mehr. VIEL mehr. Oder näher ran gehst.

Nur Sprechen
Sprechen + Singen
Sprechen + Singen + Musik: Schnitte
Sprechen + Singen + Musik: Keine Schnitte
Einschränkung Anzahl Stimmen vs. keine Einschränkung

Musikstück als solide Masse vorstellen: Es darf keine Pause geben, sonst bricht es auseinander. Alles muss fest miteinander verbunden sein. Gegenteil: Pausen, in die Musikstücke hineingeworfen werden.

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Aggressiver Nicht-Witz

Dagegen macht Humor eben fast immer Sinn: Staatstragender als Ernst.
Keywords: Operngesang
Sea of Vapors

Streichquartett: Letztlich Tonsatz, in Klang getrieben.

Visitenkarte Selbstausbeutung: Fertiges Material.

Rearrangement. Richter-Sampler.

Ton wird gehalten, Schauspieler spricht, singt einzelne Wörter auf Tonhöhe, Ton verändert sich, entsprechend verändert sich die Tonhöhe der einzelnen gesungenen Wörter. Unter Umständen extrem schnell gesprochen und extrem schnell gesungen, also extrem schneller Wechsel zwischen Sprechen und Singen.

Keine Pointe
Keine Narration

Text, der dann auch bedeutungsfrei gemacht werden kann, wo der Klang wichtiger als die Erzählung, die Folge der Wörter ist. Vielleicht Wörter umstellen?

Monolog auf mehrere Stimmen verteilen

Ort
Bühne
Auftritt
Abtritt

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Ausdrucken

Nicht zu schlau sein wollen. Stehen lassen.

Kaum sprichst Du es aus, ist es weg. Was war das noch mal? Was wollte ich damit sagen? Was war der verdammte Punkt? Strange: Bedeutung als Gefühl.

Ganz schön pathosselig/Welcome to Morricone-land. Und da dann auch ein bisschen dünn. Wird dann, ehrlich gesagt, wieder zum Effekt degradiert. Merkwürdigerweise gerade, wenn es gut gespielt ist. Weil es dann so durchsichtig ist. Offensichtlich. Deutlich. Man versteht es sofort. Trompeten 1-4 à 4.

Everybody knows everything. Stimmt nicht.

Auch gut: einfach Brummen (ER, Osaka). Warum nicht ein Stück schreiben, das so funktioniert?

Plattenrauschen/Knistern: Deutlich interessanter, wenn es aufgenommen ist (auch unbeabsichtigt), als wenn man sich wirklich damit herumschlagen muss.

Too much.
I like.
Yes.
I do.

Ich bin dafür da: Interessante Aussage. Vielleicht ist das wirklich so.

Wie der Schlaf sich herabsenkt. Tut er das? Schnee.

Being Beauteous: Anti/Gegen-Henze – gleiche Besetzung? Sopran, Harfe, 3 Bratschen, 3 Celli

Boris Charmatz
Xavier Le Roy
Laurent Chétouane

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David Foster Wallace Center

Glas, wo kein Glas ist. Spiegel, wo kein Spiegel ist. In sich ähnliche Räume, die aussehen, als ob sie gespiegelt wären, aber real sind. Leere Rahmen unterscheiden sich nicht wesentlich von gefüllten Rahmen.

Nachdenken über Dinge, die man nicht sieht, die abwesend sind: Ist doch toll, dass das überhaupt geht. Fuckin’ Gedächtnis!

Spannung kommt ausschliesslich dadurch zustande, dass du nicht weißt, was passiert. Wenn du weißt, was kommen kann, kannst du keine Angst haben. Es sei denn, du findest das, was kommt, so fürchterlich, dass du schon im Voraus weißt, dass du es nicht aushalten kannst. Entspannung, wenn du glaubst, dass du weißt, was passiert. Wenn du glaubst, dass du den Rahmen, in dem sich das Ganze bewegt, verstanden hast.

Und mal wieder die Frage, was kommt um die Ecke – jetzt – gleich …

Da ist sie schon. Am schlimmsten natürlich das Warten, dass du nichts tun kannst, dass du nur warten kannst.

Figuren, die gar nichts sagen: Die Frau mit dem Schleier. Einzige Funktion: Schrecken. Zwei zur einen Seite und dann ganz weit zur anderen Seite.

Wenn du weißt, dass etwas da ist, denkst du auch, dass es alle sehen können.

Your Security is our concern, but is your responsibility.

XO/XR: Sing ein Lied.

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Ganz viel freilassen

Inkonsequenz als Qualität: Es führt zu nichts, und gerade deswegen ist es gut.

2:15 ohne Pause
dann gehen die Leute auf Klo
dann fangen die Leute an, aufs Klo zu gehen.

Timing
Langeweile
Atem schöpfen
Leerlauf

Auf der Bühne
Timing aus der Hand geben
Von der Bühne aus inszenieren
Timing während der Aufführung auf der Bühne

Wie zeigt man eigentlich Langeweile ohne zu langweilen
Durch alle Höhen und Tiefen gegangen
Erleben der Zeit
Körperlich gefangen
Anti-Timing
Eigene Qualität
Herrschaftsgeist
Ihr müsst das jetzt aushalten
Kein Ergebnis
Prozess

Wir wünschen uns ein Theater, das gar keine Premieren mehr macht, das gar kein Publikum mehr hat.

Freibrief zur Unaufmerksamkeit
Aufforderung etwas zu verpassen

Tragik beruht darauf, dass das Publikum weiß, dass die Helden am Ende sterben werden. Es geht auch darum, eine Zeitdauer auszuhalten vor dem bekannten schrecklichen Ende.

Damit experimentieren, wie Aufmerksamkeit generiert wird.

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Gob Squad

Das Ende der Verheißungen: Jetzt wissen wir alles.

I am very content.
I am very content.
I am very content.
I am very

Oh, shit! How could that happen???

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Anti-phlogistine

Stemann: Vielleicht wäre es tatsächlich besser, mit einem offenen Text zu arbeiten, oder mit dem vorgegebenen Text viel freier umzugehen. Feste Anzahl von Sängern, unbegrenzte Anzahl von Rollen, keine feste Zuordnung. Freie Behandlung des Textes, freie Behandlung der Musik. Keine feste Zuordnung Text-Musik. Verschiedene Textarten, verschiedene Vortragsarten, verschiedene Musikarten. Das Problem einer Geschichte (und sei es nur die Syntax des Textes): Sie wird durch die Musik so extrem verlangsamt, dass man sich fragt, warum sie überhaupt noch erzählt wird. Wir haben doch schon längst kapiert, worum es geht. Ja, und das ist der Hauptgrund für die Verlangsamung, warum wird der Text überhaupt gesungen? Ist er nicht wichtig? Ist er besonders wichtig? Oder gehört es sich einfach nur so? Ist ja nun mal ne Oper. Bitter bitter bitter: Die Gedanken sind einfach viel schneller, als eine Oper je sein könnte. Das Gefühl von Schnelligkeit kann nicht nur körperlich sein (Tempo), es muss auch wirklich etwas passieren (Text).

Wenn der Komponist der Regisseur ist, was macht dann der Regisseur? Wenn die Inszenierung schon fertig ist, was wird dann inszeniert?

Sätze als Wörter, Wörter als Silben,
Silben als Wörter, Wörter als Sätze.

Was ist interessanter: Ein vollständiger Satz oder seine Bruchstücke?

Jedes zweite, jedes dritte, jedes vierte Wort.

Alle Wörter.

Nur die wichtigen Wörter, nur die unwichtigen Wörter,
nur die betonten Wörter, nur die unbetonten Wörter.

Sprechen ist vollständig, Singen ist unvollständig.

Von
an
alles

Schnitt
Sprung
Verbindung

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Humor

Geht es eigentlich nur mir so, dass ich Dinge, die im allgemeinen als humorvoll bzeichnet werden, überhaupt nicht lustig finde? Wenn von Stockhausens köstlich hurmorvollen Instrumentenschmatzern berichtet wird, dreht sich mir eher der Magen um als dass ich lachen muss. Ist nicht das, was dort als humorvoll bezeichet wird, eine ganz widerliche Form von Geschmacklosigkeit und billigstem Witz?

Ich denke ja eigentlich, dass man, wenn man wirklich witzig sein will, offensichtliche Witze um jeden Preis vermeiden muss. Mit anderen Worten: Alles, was offensichtlich ein Witz sein soll, kann nicht witzig sein. Echte Witze müssen so gebaut sind, dass man nicht entscheiden kann, ob sie witzig oder ernst gemeint sind. Sozusagen Pokerface-Humor. Wobei ich ehrlich gesagt noch nicht einmal sicher bin, ob Stockhausens Schmatzer wirklich lustig sein sollen – wenn doch, wäre das allerdings tatsächlich ziemlich schlimm.

Z.B. sind manche Marthaler-Sachen wahrscheinlich deswegen wirklich witzig, weil sie so tun, als ob alles ganz normal wäre, weil sie keinerlei Zeichen geben, dass etwas witzig gemeint sein könnte, weder während der Vorstellung, noch danach. Wie furchtbar wäre es, wenn man die Marthaler-Komik als Witz erzählt würde!

Z.B. Imamura, Profound Desires of the Gods: Extrem komisch, weil hundert Prozent ernst genommen, alles, was wir sehen, ist völlig absurd, aber total realistisch, und läuft wie eine klassische Tragödie unschuldig ins Verderben. Übrigens wird das Gute, das den Personen geschieht, immer unterspielt und nie direkt ausgesprochen, es sei denn, es müsste innerhalb der Geschichte angesprochen werden. Guter Witz wäre also: Unterspielen und nie offen aussprechen. Im Vagen halten. Vgl. Ironie.

Natürlich können auch total bescheuerte, völlig überspielte Witze toll sein, ist ja klar. Am liebsten beides zusammen, und ein bisschen ist das bei Imamura auch so.

Schwere, große, bunte Metall-Ölfässer hoch oben auf dem schmalen Sims eines überdimensionalen Tankstellendachs im strahlenden Sonnenschein. Ich friere.

Fremdes Material Oper

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Pokerfacing through a sea of shit.

Mad Men 4: Genialer Einstieg, direkt hineingeschnitten, so dass man nach einer Weile prüft, ob man nicht doch die falsche DVD eingelegt hat. Selbst wenn man total sicher ist, dass das nicht so ist. Wahnsinns-Idee, Don Draper Folge um Folge durch einen Misserfolg nach dem anderen gehen zu lassen, was dadurch noch viel ergreifender wird, dass er immer versucht, sein Äußeres zusammenzuhalten, während er innerlich mehr und mehr auseinanderfällt. Die überdimensionale Tragik der ganz normalen Probleme glasklar dargestellt. Und immer wieder den Finger direkt in die vielen Wunden gelegt, die überall herumlaufen. Unentwirrbare Verflochtenheit von Leiden und Schuld: Alles wird weitergegeben, jeder ist in seinem Schicksal gefangen. Tatsächlich hilft die Typisierung der Figuren, das Schicksalhafte der Handlung deutlich zu machen, fast wie eine Art intelligente Mechanik. Formal aber, wie gesagt, die Idee, die Hauptperson fast die gesamte Season hindurch ganz unten, immer am Rand des Auseinanderbechens zu halten, quite impressive.

Dabei spielt ja schon auch eine Rolle, dass man nie weiß, ob es eine weitere Season geben wird. Das Risiko ist also nicht wirklich beherrschbar, es kann sein, dass das, was man so genüsslich ausbreitet, am Ende wirklich das beherrschende Bild der Lieblingsfigur bleiben wird. Also durchaus eine Art real-life-Tragik eingebunden, die dem Zuschauer auch bewusst ist: Man wundert sich schon sehr, dass es Don immer noch so schlecht gehen soll/kann. Im Fernsehen Woche für Woche bad news: Auch da das real-life-Risiko, dass die Zuschauer wegbleiben, bzw. die Wette, dass sie dabeibleiben, weil sie nicht glauben können, dass ihnen eine Serie voller Negativerlebnisse zugemutet wird. Mit anderen Worten: Go for broke! Dadurch übrigens auch die Spannung extrem hoch. Insofern genialer dramaturgischer Kunstgriff, solange er funktioniert. Den Figuren Tiefe geben, den Gegensatz zwischen perfekter Oberfläche und individuellem Leiden darstellen.

Traurigkeit logischerweise nur effektiv, wenn man ein Gegengewicht setzt.

Grausamkeit, Figuren aus der Serie herausfallen zu lassen. Letztlich liest man wahrscheinlich auch mit, dass die Schauspieler damit ihre Rollen verlieren. Also Serien-Grausamkeit + real-life-Grausamkeit. Trotzdem aber auch der formale Mut, Dinge nicht zu Ende zu bringen, Handlungsfäden einfach verschwinden zu lassen, auch wenn die dazugehörende Figur einem extrem nahegebracht wurde.

From fraud to fraud. Geniale Dramturgie, Don immer weiter in seinem Betrug herumtorkeln zu lassen, ihm kurze Momente zu geben, in denen er ausbrechen könnte, die er aber ungenützt lässt, und ihn dann konsequenterweise sich immer weiter verstricken zu lassen. Betrug wird auf Betrug gestapelt, auch die letzte Hoffnung wird getilgt.

Auch eine interessante Strategie: Die Schwächen eines Charakters bloßstellen, ohne sie explizit anzusprechen. Sie werden überdeutlich, aber niemand spricht darüber. Was ja eigentlich heißt, dass in einer konventionellen Dramaturgie ausgesprochen wird, was besser dargestellt würde. Und dass man nie das Gefühl hat, dass etwas explizit angesprochen wird, wenn es nicht zumindest einer der Figuren in den Mund gelegt wird. Sprechblasen-Dramaturgie. Passt natürlich auch zur Zeit, Dinge nicht auszusprechen, I suppose.

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Only

In einem Pariser Theater, ähnlich den Bouffes du Nord, Lucas Fels und mein Schwager Tilman sollen ein Cello-Duo von Wolfgang Rihm uraufführen. Ich sitze auf einem Balkon an der hinteren Bühnenwand, halb verdeckt von der hohen Balustrade. Das Publikum hat schon Platz genommen, die Solisten sitzen in der ersten Reihe, die Bühne ist vorbereitet, die Noten stehen auf den Ständern, so dass ich sie vom Balkon aus einsehen kann. Plötzlich ruft Tilman zu mir hoch, hast Du vergessen, dass Du bei der Uraufführung dem Publikum ein Märchen erzählen wolltest, wenn Wolfgang das Stück wirklich für uns schreibt. Das war doch versprochen. Ich habe keine Ahnung, wovon er spricht, habe nicht die geringste Erinnerung daran, dass ich etwas in diese Richtung versprochen haben sollte, habe aber das Gefühl, dass ich jetzt, wo alle glauben, dass ich etwas versprochen habe, mich schlecht aus der Affäre ziehen kann, und versuche mich locker zu machen und in der Art von Rihm aus dem Stegreif zu plaudern. Ein Märchen fällt mir auf die Schnelle nicht ein, auch nichts Märchenähnliches, aber mir ist aufgefallen, dass eine Passage aus dem neuen Duo wie Feldman aussieht, aber nicht wie Feldman klingt. Stimmt tatsächlich: Ich hatte vom Balkon aus eine Zeile gesehen, die wie ein Cellosolo aus Feldmans Zweitem Streichquartett aussah, dort aber leise, pizzicato, hier, bei Rihm, laut und arco zu spielen war. Vielleicht hatte ich auch an die tolle Musik für zwei Celli gedacht, die Feldman für Jackson Pollock geschrieben hat.

M.B.R.M.M.P.P.: Guter Einsatz von Dynamik, sehr präzise Positionierung von Crescendi und Decrescendi. Danke.

Alkmene: Verzweifelte Ironie, grimmig. Brutale Kommödie. Offensichtlicher tragische Gehalt. Everyday life. Baudelaire. Jeff Wall.

Davon ausgehen, dass alles gleichzeitig gesungen wird. Dann einzelne Wörter herausschälen. Das gilt auch für Einzelstimmen. Auf ein Wort ALLES singen. Ineinander verschachteln.

we will have him forever

Jenny Wilson: geil ältliche Stimme, Musical, aber toll

I‘m not here for the fight

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extrem dumm

Wissen Handeln

abîme

Turner

globale Integration lokale Desintegration

vergebliches Abtasten

kontrastierende Ableitung: Sprung ins Andere

Takt Subjekt Charakter Hegel

algorithmisches Komponieren: diskrete Grundelemente notwendig

Allerdings: Jedes Element kann zu einem diskreten Element werden, wenn man es entsprechend definiert.

Hans T. oder die Kunst der Platitüde: Muss man dumm sein, um Professor zu werden, oder wird man dumm, wenn man Professor ist?

versprechen verbessern

Karmakar

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Teenage Zombie

Tonerkennbarkeit als führender Parameter, vielleicht auch Tonkontrollierbarkeit (Maurizio, Streichquartett): Untersuchung

Mazzocchi: ziemlich tolle Klangflächen, die er immer wieder einbaut, fast so eine Art Überwältigungsstrategie, aber auch die Zeit, die er sich für bestimmte Harmoniewechsel lässt, dadurch extrem klare Gliederung möglich. Natürlich auch epochentypisch. Dürfte auch mit der Akustik der damaligen Kirchen zu tun haben, funktioniert aber eben auch losgelöst davon, vielleicht sogar besser, weil unbeabsichtigt deutlicher. Vielleicht wäre es gar nicht so toll, wenn es Absicht wäre.

Back to Absicht

Gelb auf Weiß: Spiel mit der nicht lesbaren Schrift, reveal and hide, tut tatsächlich weh in den Augen, statische Anstrengung. Besonders lustig, wenn es dann faktisch und endgültig nicht lesbar ist, aber eben doch da steht.

I was once

Beethoven op. 132, Zweiter Satz: Oktavbewegungen als Instrumentation eines stehenden Klangs

1. Wiederholung
2. Variation
3. Verschiedenheit
4. Kontrast
5. Beziehungslosigkeit

Michael Thalheimers Inszenierung Liliom (Hamburg 2000) beginnt damit, dass der Darsteller der Titelfigur, Peter Kurth, etliche Minuten lang seitlich vor dem Vorhang steht und mit neutralem Ausdruck ins Publikum schaut und schließlich einige Male wie eine leblose Puppe mit den Armen schlenkert.

Orchestrierung von Schlägen zwischen Tonhaltigkeit und Tonlosigkeit, absoluter Klanglosigkeit, Halt, und Nachklang: Inszenierung des Tempos

I was a

Walked

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Erinnerung I

Evelyn Annuß: Elfriede Jelinek, Theater des Nachlebens, München 2007

Balme, Christopher, Fischer-Lichte, Erika, Grätzel, Stephan (Hrsg.): Theater als Paradigma der Moderne? Positionen zwischen historischer Avantgarde und Medienzeitalter, Tübingen 2003

Barthes, Roland: Ich habe das Theater immer geliebt, und dennoch gehe ich fast nie mehr hin, Schriften zum Theater, hrsg. v. Jean-Loup Rivière, Berlin 2001

Berger, Christiane: Körper denken in Bewegung, Zur Wahrnehmung tänzerischen Sinns bei William Forsythe und Saburo Teshigawara, TanzScripte 5, Bielefeld 2006

Berman, Laura, Feyrer, Madlene Therese (Hrsg.): Klang zu Gang, Gedanken zur Musik in heutigen Theaterformen, Recherchen 73, Theater der Zeit, Berlin 2009

Drewes, Miriam: Theater als Utopie, Zur Ästhetik von Ereignis und Präsenz, Bielefeld 2010

Fischer-Lichte, Erika (Hrsg.): Transformationen, Theater der neunziger Jahre, Recherchen 2, Theater der Zeit, Berlin 1999

Fischer-Lichte, Erika, Risi, Clemens, Roselt, Jens (Hrsg.): Kunst der Aufführung – Aufführung der Kunst, Recherchen 18, Theater der Zeit, Berlin 2004

Gees, Nicola, Hartmann, Tina, Sollich, Robert (Hrsg.): Barocktheater heute, Wiederentdeckungen zwischen Wissenschaft und Bühne, Bielefeld 2008

Haß, Ulrike: Das Drama des Sehens, Auge, Blick und Bühnenform, München 2005

Hiß, Guido: Der theatralische Blick, Einführung in die Aufführungsanalyse, Berlin 1993

Jeschke, Claudia (Hrsg.): Bewegung im Blick, Beiträge zu einer theaterwissenschaftlichen Bewegungsforschung, Berlin 2000

Kluge, Alexander: Facts & Fakes 5: Einar Schleef – der Feuerkopf spricht, Fernsehnachschriften, Berlin 2003

Kordes, Barbara: Musikalische Lesarten, Heiner Goebbels und Heiner Müller, Göttingen 2009

Kurzenberger, Hajo, Matzke, Annemarie (Hrsg.): TheorieTheaterPraxis, Recherchen 17, Theater der Zeit, Berlin 2004

Roesner, David: Theater als Musik, Tübingen 2003

Roesner, David, Wartemann, Geesche, Wortemann, Volker (Hrsg.): Szenische Orte Mediale Räume, Medien und Theater 1, Hildesheim 2005

Roselt, Jens: Die Ironie des Theaters, Wien 1999

Roselt, Jens: Phänomenologie des Theaters, München 2008

Schmidt, Christina: Tragödie als Bühnenform, Einar Schleefs Chor-Theater, Bielefeld 2010

Siegmund, Gerald: Abwesenheit, Eine performative Ästhetik des Tanzes, William Forsythe, Jérôme Bel, Xavier Le Roy, Meg Stuart, TanzScripte 3, Bielefeld 2006

Siegmund, Gerald: Theater als Gedächtnis, Tübingen 1996

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